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Alt 03.09.2012, 14:11   #16
pit234a
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Beiträge: 1.616
ich möchte deinen Eifer keineswegs bremsen.
Nunja, ein wenig vielleicht schon.

Meiner Ansicht nach ist FreeBSD nicht unbedingt geeignet, sich einen Eindruck verschiedener Desktop-Environments zu machen, weil eben die Installation und anschließende Konfiguration jedesmal sehr lange dauern und auch den Anwender etwas beanspruchen.
Wenn überhaupt, dann würde ich das am ehesten mit Paketen und nicht aus dem Ports versuchen. Ein System aus den Ports kann dann besser gebaut und die Optionen auch sinnvoll belegt werden, wenn man weiß, wohin man möchte.

Viele Nutzer von FreeBSD stellen deshalb auch in den Raum, dass es im Grunde genommen als Desktop-System nicht geeignet ist. Insofern es keine Vorauswahl für ein bestimmtes Desktop-Environment (DE) trifft, könnte man dem zustimmen, aber ich nutze FreeBSD schon immer als Desktop-System, eben weil ich damit das zum Laufen bekommen konnte, was mir bei den damaligen GNU/Linux-Distros nicht gelang.

Trotzdem gilt, dass es bei jedem Desktop eine Menge Arbeit macht, diesen für sich selbst anzupassen und einzurichten. Von der Installation gar nicht zu reden, wobei es gelegentlich auch noch garstig zugeht, weil manche Funktionen unter FreeBSD nicht so wollen, wie das unter einem GNU/Linux so schön funktioniert.

Meine Meinung ist deshalb, sich die großen DE unter GNU/Linux anzusehen und am ehesten unter einer easy-to-use Distro, wie etwa Ubuntu. Da braucht man die Tiefen des Systems nicht zu erobern, um einen Eindruck der unterschiedlichen Möglichkeiten zu erhalten (sofern diese noch im Angebot sind). Zu diesen großen DE zähle ich GNOME, KDE und XFCE.
Schmale Lösungen habe ich mir da nie angesehen, bin aber überzeugt, dass diese auch gut funktionieren.

Schmale Lösungen bestehen aus wenig und bieten weniger Komfort, lenken aber auch nicht so sehr durch ungewünschte Effekte ab und brauchen nicht mitunter sehr komplexe Mammut-System-Dienste.
Eine Auswahl an Möglichkeiten und eine gut beschriebene Herangehensweise findet sich dazu im Ubuntu-Wiki. Dies darf selbstredend nicht als Wort-für-Wort Anweisung genommen werden, aber mir haben diese Beispiele sehr geholfen, mich überhaupt zu orientieren.

Unter FreeBSD bin ich mit KDE3 unter den großen DE sehr zufrieden. GNOME funktionierte bei mir immer sehr lahm und zu XFCE habe ich nie einen echten Draht entwickelt.
Als kleine Lösungen empfehlen sich meiner Ansicht nach FluxBox oder OpenBox, weil da gute Dokumentationen zu finden sind.

Es gibt bei den großen DE sogenannte Meta-Ports. Die sollen dafür sorgen, dass alle Komponenten zu einem DE durch einen einzigen Befehl mitgebaut werden. Was KDE3 anbelangt, kann ich das nicht in vollem Umfang bestätigen, da bleibt noch eine Reihe an Anwendungen, die zusätzlich installiert werden können um dann dieses DE erst komplett zu machen. Genauer müsstest du da in den Ports nachsehen und ein Augenmerk darauf haben, ob denn tatsächlich auch alles installiert ist, was du brauchst und willst.

/var/db/pkg/
führt auch eine Liste deiner installierten Pakete.
ll -tr /var/db/pkg/ (ll ist bei mir ein Alias für ls -l)
listet die auf, in der Reihenfolge, in der diese installiert wurden. Pipe nach wc -l sollte dann auch hier die richtige Anzahl liefern.

pkgdb hast du schon erwähnt. Lies bitte die Doku, mag sein, dass ich das nun verwechsele. Diese Datenbank wird (meines Wissens nach) von portupgrade benutzt und gepflegt. portmaster funktioniert anders. Es ist ein wenig moderner, aber meiner Ansicht nach auch etwas zäher. vermutlich liegt da genau der Vorteil einer Datenbank, der Nachteil ist halt, dass sie auch gut gepflegt sein will, wenn sie verlässlich funktionieren soll. Genau deshalb sollen portmaster und portupgrade nicht gemischt werden und vor größeren Updates ist ein pkgdb -fF durchaus sinnvoll.

Was die Pakete anbelangt, möchte ich nochmals auf Kamikazes pkg_upgrade hinweisen. Das erledigt einige Prüfungen und Zusammenstellungen vorab und ist daher (in meinen Augen) wesentlich besser, als das alte pkg_add.
__________________
“Two of the most famous products of Berkeley are LSD and Unix.
I don’t think that this is a coincidence.”
From: The UNIX-HATERS Handbook, ISBN 1-56884-203-1
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Alt 03.09.2012, 15:44   #17
Sloop
Registered User
 
Registrierungsdatum: Dec 2006
Beiträge: 187
Vielen Dank für deine gutgemeinten Ratschläge. Es ist so, daß ich FreeBSD momentan installiere, weil ich es wirklich 'ausprobieren' möchte. Damit meine ich auch wirklich PROBIEREN und viele verschiedene Sachen ausprobieren. Ich kenne natürlich die ganzen DEs, und mir gehts jetzt in erster Linie nicht unbedingt darum, dass ich unbedingt ein DE auf Basis FreeBSD errichten möchte. Ich arbeite mit verschiedenen GNU/Linux Distros, hauptsächlich mit Debian auf Servern, vereinzelt mit SLES, CentOS, und zuHause beschäftige ich mich parallel zu FreeBSD mit ArchLinux und Gentoo. Ich möchte einfach etwas über den Tellerrand hinausschauen, obwohl ich ja mit Debian sehr glücklich bin, frei nach dem Motto: wer rastet, der rostet Es ist für mich jetzt schon interessant kennenlernen zu dürfen, wie die Ports eigentlich funktionieren und genauso ernüchternd aber auch interessant war die Tatsache, dass es soviele verschiedene Paketverwaltungsmöglichkeiten gibt. Die gravierenden Unterschiede hast du ja bereits genannt und ein Vorredner auch schon (möglichst nicht mischen). Emerge ist wieder was andres, und pacman auch. Ich finde es einfach nur interessant dazuzulernen, und letztendlich kann ich subjektiv entscheiden was mir besser zusagt und worin die einzelnen Vor-/Nachteile liegen.

Um auf die Aussage "verschiedene DEs in FreeBSD ausprobieren" zurückzukommen: ich verwende hier zwei Testrechner, auf denen ich seit knapp 2 Jahren Testinstallation von diversen Distros durchführe und für experimentelle Zwecke nutze. Da läuft jetzt auch grad FreeBSD und ArchLinux. Ich möchte sehen, wie sich die verschiedenen DEs innerhalb der diversen OSe schlagen. Wenn ich jetzt mit Gnome2 fertig sein sollte, dann kann ichs ja wieder deinstallieren und was andres probieren. Ich kann ja auch problemlos alles platt machen und from scratch neu beginnen, das stört mich nicht. Es geht mir darum, Erfahrungen zu sammeln.

Zu Gnome2: Nachdem ich ja sämtliche Aufräumarbeiten durchgeführt hatte, installiert Gnome2 froh fröhlich immer noch vor sich hin Das kann jetzt schon 'ne Weile dauern, das ist mir klar. Wenn ich mit Testen und Ausprobieren fertig bin, jag ich halt ein "pkg_deinstall -Rf x11/gnome2" drüber und schau mal wie gut aufgeräumt wird.

Nochmals danke für die Zeit und Mühe die ihr euch nimmt, um zu helfen. Bin mal gespannt, auf welche Hürde(n) ich als nächstes stoßen werde auf in den Kampf
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