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öffentliche OpenSource-Software-Repositories

sanbiber

Well-Known Member
Themenstarter #1
Hallo Forum,

was haltet ihr für einen guten Weg OpenSource-Software zu veröffentlichen?

Bei kommerziellen Anbietern (github, gitlab, bitbucket, sourceforge, ...) stört mich, dass man nicht genau weiß, was die in Zukunft machen werden und wie lange der Dienst zur Verfügung stehen wird. Andrerseits will man ja möglichst viele Entwickler erreichen und Mitarbeit möglichst reibungslos gestalten. Vielleicht hostet man seinen Quellcode besser selbst? Was gäbe es da für Lösungen und wie sind da eure Erfahrungen und was sind Für und Widers (ssh+git, gitolite, gitlab, gogs, gitea, ...).

Vielen Dank,
sanbiber
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Mitarbeiter
#2
Das ist so ein klassisches "Stelle 3 Mann die Frage und du bekommst mindesten 5 Antworten"-Thema. Ich sehe es so: In den letzten Jahren hat sich die ganze - nennen wir es mal Szene um Github konzentriert. Praktisch jeder hat einen Github-Account, die meisten Projekte sind auf Github, fast alle IDEs und co. bieten Github-Integration... Das hat dazu geführt, dass man kaum mehr drum herum kommt selbst auf Github zu hosten, wenn man Beiträge anderer Entwickler und qualifizierte Bug-Reports haben will. Nebenbei hat es den Vorteil, dass Github ein Komplettpaket bietet. Von der Homepage, über ein Download-CDN und Continuous Integration bis hin zu Wikis. Damit spart man sich den nicht zu unterschätzenden Aufwand das alles selbst zu hosten. Und wenn Github mal den Bach runter gehen sollte, pusht man seine Repos eben zu nächsten Anbietern. Man hat ja eine komplette lokalen Kopie. Auch Dinge wie Bug Reports lassen sich problemlos exportieren.
 
C

CrimsonKing

Guest
#3
Ich vertraue Github aus politischen Gründen nicht und halte es auch für fatal, seine Entscheidung in einer Tooldiskussion an der schieren Masse an Benutzern festzumachen. Selbst unter der theoretischen Annahme, dass Github endlich wieder ein meritokratisches, nicht rassistisches, sexistisches und FLOSS-feindliches Unternehmen wäre: Davon, dass man seine Software da hochlädt, bekommt diese noch nicht mehr Aufmerksamkeit.

Manchmal, wenn mir langweilig ist, suche ich online nach Software für einen bestimmten Zweck. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine solche irgendwo auf Github herumliegt, aber finde sie erst mal. Software wird nicht "zufällig" entdeckt. Ein Beispiel sind ja diverse GNU-Tools, die auch Beiträge bekommen, ohne auf Github gepflegt zu werden. Warum auch? Die Plattform ist zweitrangig, Software wird nicht wegen des gewählten VCS bekannt. Andersrum stimmt es.

Ich vertrete überdies die Position, dass wirklich gute Software selbst auf Darcshub (echt) oder mein.eigener.cvs.server.net (ausgedacht) zu Beiträgen oder - bei Darcshub bereits selbst festgestellt - immerhin Beachtung von anderen Entwicklern und Nutzern führen wird, natürlich abzüglich der absehbar unzähligen Tickets, man solle doch bitte grundlos auf Github umziehen. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass du auf Github qualitativ miesere Beiträge bekommen wirst, weil dadurch, dass dort ohnehin "jeder" einen Account hat, die Hürde geringer ist, unqualifizierte Beiträge einzureichen. Anders gesagt: Im Prinzip kannst du deine Veröffentlichungsplattform nach dem Design aussuchen, so lange dein Code was taugt.

Wenn es bloß um das Komplettpaket geht: Hast du dir mal Fossil angesehen? Ansonsten ist ein selbst gehostetes Gitlab (oder gleich das - zugegebenermaßen - feine stagit, das aber keinen Bugtracker mitbringt) sicherlich eine interessante Alternative, wenn man unbedingt Git nutzen möchte.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

-Nuke-

Well-Known Member
#4
"Wie lange der Dienst zur Verfügung stehen wird" ist dank dezentralem VCS kein großes Problem. Wie Yamagi schon sagte: Jeder hat das komplette Repo mit seiner kompletten Historie auf dem PC rumliegen. Ansonsten wirst du zu jedem Anbieter etwas negatives finden.
Ich persönlich finde auch als Anwender github praktisch. Der Account ist schon da und ich kann ganz leicht für viele verschiedene Projekte Bug-Reports schreiben oder mich in laufende Diskussionen einklinken. Es ist auch verdammt übersichtlich, wenn man sieht wie und wo ein Bug überall erwähnt oder diskutiert wurde (solange alles auf einer Plattform ist). Alles vollautomatisch.

Klar hab ich auch schon mal invalide Bugs eingereicht, aber solange man freundlich bleibt nimmt einem das auch keiner übel. Sollte bei Projekten ein Bug-Report aus dem Ruder laufen, aka, wenn der Hate-Train angefahren kommt, kann man die Diskussion auch einfach einschränken. Das Argument, dass man viel Schrott bekommen kann, kann ich verstehen, aber der krasse Gegensatz dazu ist, dass man gar nichts bekommt.

Die Hemmschwelle bei mir etwas zu melden, steigt mit dem Aufwand. Einen komplett neuen Account einrichten ist da schon mal ein größerer Punkt. Ich hab schon >80 Accounts irgendwo und ich hab immer weniger Lust das weiter und weiter zu vergrößern. Gerade wenn's um Fehler in der Kategorie "da ist ein Tippfehler" geht. Gerade wenn man ein kleineres Projekt hat. Ich hatte auch schon mal einen größeren Bug in PostgreSQL gefunden und da hätte ich mich tendenziell auch irgendwo neu registriert, aber zumindest damals gab es ein einfaches Web-Formular. Ich glaube heute muss man sich ebenfalls registrieren. Eine Mail geht aber wohl weiterhin.
 
#5
Ich vertraue Github aus politischen Gründen nicht und halte es auch für fatal, seine Entscheidung in einer Tooldiskussion an der schieren Masse an Benutzern festzumachen. Selbst unter der theoretischen Annahme, dass Github endlich wieder ein meritokratisches, nicht rassistisches, sexistisches und FLOSS-feindliches Unternehmen wäre: Davon, dass man seine Software da hochlädt, bekommt diese noch nicht mehr Aufmerksamkeit.
"wow".. aber auch ohne die ausgehobelten Anschuldigungen: mehr Aufmerksamkeit bekommt man per se nicht, nur weil es bei Github ist.
Dazu muss der Code (bzw. dessen Funktion) ein "Problem" loesen und die Kollaboration sollte halt einfach sein.
Allerdings ist es auch so, dass das VCS schnell in den Hintergrund tritt, wenn man was wirklich "interessantes" loest (oder es versucht).
Die Plattform ist zweitrangig, Software wird nicht wegen des gewählten VCS bekannt. Andersrum stimmt es.
Eben das - und dann wird auch ueber anderes hinweg gesehen.

In other news: gitolite finde ich ziemlich aetzend zu administrieren.