Alte Hardware verschenken/ausschlachten

Bytesplit

Burn, Baby, Burn
Heho!

Klassischer Frühjahrsputz. Einige meiner ehemaligen Schätze haben ganz gut Staub angesetzt. Jetzt recherchiere ich mal ob so Sachen noch zu gebrauchen sind. Die Foren hier datieren meist nach 200x. Ebay scheint mir unrealistisch was da die Preise angeht.

2x Sun X4140 (AMD Opterons, 64 GB RAM, 8x HDDs)
1x IBM e326 (glaub auch Opteron, 2x USCSI320)

Alles typische Altlasten die ich aus dem DC mitnehmen durfte und viel in der Freizeit damit verbastelt habe. War alles gut zum "Üben" von RAIDs, VMs, Containern etcpp. Leider passt inzwischen tatsächlich alles in eine VM auf meinem Laptop oder dem NAS oder halt angemietet im Rechenzentrum. Die Teile funzen alle eigentlich noch gut und zum lernen/basteln eigentlich alles noch feini. Linux, BSDs, Solaris, alles war mal irgendwie drauf.

Daher die Frage: Wegschmeißen oder gibt es noch irgendwo jmd mit Interesse? Gratis... abseits evtl. Transportkosten. Eine Berufsschul-IT? An der Uni? Oder sind alle inzwischen mit Raspberry Pi und Co zufrieden?

Grüzzli
 

mr44er

moderater Moderator
Teammitglied
Ebay scheint mir unrealistisch was da die Preise angeht.
Sehe ich auch so, zumal das 2-3 Generationen ältere HW ist vs. die Preise, die ich 2018 für 2013er Standard-ServerHW bezahlte.

Oder sind alle inzwischen mit Raspberry Pi und Co zufrieden?
Ich würde es so formulieren: Allgemein ist man mit den Strompreisen in DE unzufrieden und wie du sagst bekommt man mit Virtualisierung sehr viel untergebracht. ;)

Bei der Größe ist es sicher auch nervig zu Verpacken/Verschicken, aber coronabedingt angebracht.
Ich würde das hier mal 1-2 Wochen so stehenlassen (wobei ich den Thread in die passendere Kategorie schiebe ;) ) und noch dazuschreiben wieviel Frachtkosten+Aufwandsentschädigung du haben magst und ob du das als Set nur im Ganzen loswerden willst.
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Was wiegt denn einer von den SUNs? Und da sind tatsächlich 8 Festplatten drin? Gesamtkapazität? Wie hoch ist der Stromverbrauch ungefähr? Wozo diente er im DC, bzw. was könnte man damit machen? Z.B. ein Social Network mit wievielen Usern? Und Verzeihung, aber der Vergleich mit Raspberry PI kann wohl nicht ernst gemeint sein, oder?
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Teammitglied
In der Sun dürften Opterons der dritten Generation stecken. K10 Kern, Codename Barcelona mit DDR2 RAM auf Sockel F. 2008 war das gute Technik, auch da sie zu Beginn nur gegen Intels schon knappe zwei Jahre alte Xeons auf Basis der der Core-Architektur standen. Die fast baugleiche Desktop-Variante war der Phenom.
Allerdings sind die Systeme inzwischen auch 13 Jahre alt. Ein aktueller Ryzen mit gleicher Kernzahl dürfte grob geschätzt vier bis fünfmal so schnell sein, bei einem Bruchteil des Stromverbrauchs und der Lautstärke. Ein Raspberry PI 4 kommt wahrscheinlich nicht heran, ist aber bei guter Kühlung für viele Dinge ausreichend schnell und halt sehr günstig bei vernachlässigbarem Stromverbrauch.

Ich würde @Bytesplit zustimmen. Zum Basteln und um mal mit großen Kisten zu spielen, ist das immer noch gute Hardware. Aber für mehr, vor allem als Dauerläufer, nicht mehr geeignet. Dafür ist der Stromverbrauch zu hoch und die Leistung zu niedrig. In den Wohnräumen sollte man auch den Lärm nicht unterschätzen, die Sun dürfte jenseits der Grenze liegen, was man länger als ein oder zwei Stunden ertragen kann.
 

CommanderZed

OpenBSD User
Teammitglied
Ich würde @Bytesplit zustimmen. Zum Basteln und um mal mit großen Kisten zu spielen, ist das immer noch gute Hardware. Aber für mehr, vor allem als Dauerläufer, nicht mehr geeignet. Dafür ist der Stromverbrauch zu hoch und die Leistung zu niedrig. In den Wohnräumen sollte man auch den Lärm nicht unterschätzen, die Sun dürfte jenseits der Grenze liegen, was man länger als ein oder zwei Stunden ertragen kann.

Ich kann Yamagi da nur zustimmen, für den "Dauerlauf" im RZ oder gar zu hause dürfte der Stromverbrauch für die Leistung zu hoch liegen.
Im RZ kommt ja dann auch noch die entsprechende Abwärme idr ontop die dann auch wieder mit Klimatisierung entfernt werden muss -> noch mehr strom.
Da lohnt es sich eher einen Server zu kaufen der dann spielend mehrere dieser Kisten ersetzen kann und insgesamt dtl. weniger Strom verbraucht. Über 3 Jahre oder so gerechnet rentiert sich das immer. Und dann hat man aktuelle Hardware mit neuen Komponenten, Garantie e.t.c. - und halt auch diverse andere neue Technologien.

Und privat, darauf spielte der Berry-Kommentar sicher an, gibt es im "Dauerlauf" sicher sehr viele Aufgaben die sehr viel stromsparendere günstige Lösungen spielend meistern. Das könnte nen Raspberry oder einer der vielen Konkurenten dann z.B. sein. Alternativ gibts auch im X86_64 bereich inzwischen eine große Auswahl.

"Zum Basteln und um mal mit großen Kisten zu spielen" kann man aber glaub ich uneingeschränkt so unterschreiben.
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Danke für diese Ausführungen, ein wichtiger Punkt war der Hinweis bezüglich des Lärms. Für Leute, die einen Keller haben, wäre das aber dann kein Problem. Dennoch halte ich das Angebot, zumal es geschenkt ist, für interessant. Den Vergleich mit einem Raspberry halte ich jedoch nach wie vor für unangebracht aufgrund der Sache mit den Festplatten. Wie kann man Hardware, wenn auch 13 Jahre alt, die es einem ermöglicht, RAIDZ mit 8 Festplatten zu bilden, mit einem Teil vergleichen, das nur über externe USB-Anschlüsse verfügt?
 

medV2

Well-Known Member
Danke für diese Ausführungen, ein wichtiger Punkt war der Hinweis bezüglich des Lärms. Für Leute, die einen Keller haben, wäre das aber dann kein Problem. Dennoch halte ich das Angebot, zumal es geschenkt ist, für interessant. Den Vergleich mit einem Raspberry halte ich jedoch nach wie vor für unangebracht aufgrund der Sache mit den Festplatten. Wie kann man Hardware, wenn auch 13 Jahre alt, die es einem ermöglicht, RAIDZ mit 8 Festplatten zu bilden, mit einem Teil vergleichen, das nur über externe USB-Anschlüsse verfügt?

Bei wie vielen Anwendungen im Heimbereich brauch ich ein RaidZ mit 8 Platten? :D
 

CommanderZed

OpenBSD User
Teammitglied
Mein privates OpenBSD-"NAS" hat genau eine (Daten) Festplatte von 4TB - für mein Szenario mehr als ausreichend.

Für diverse andere Anwendungen braucht man nur wenig speicher, man kann ja meist ne SD-Card o.ä. reinstecken und es gibt z.B. Raspberry-Ähnliche Geräte z.B. von pine in die man ne nvme-ssd z.B. stecken kann. Das ist dann vermutlich sogar noch um welten schneller als der RAID-Z Pool mit 13 Jahre alten Spindelplatten.

oder sogar als sata

Generell kann man damit halt auch viel rumspielen. Und wenn es z.B. daraum geht verschiedene Server mal "auszutesten" und im zusmamenspiel zu testen könnte man einfach 2 oder 3 Raspberrys o.ä. nehmen statt ein "Dickes blech" auf die die dann virtualisiert laufen.

Sollte ich zuhause dtl. höhere Anforderungen haben, was hier ja auch einige so machen, ist son raspberry o.ä. natürlich das falsche Gerät, aber da macht dann, stichwort Stromkosten, auch vermutlich wieder nen neueres Gerät sinn, dann halt mit mehr platten, arbeitsspeicher e.t.c. - je nach dem was man so braucht.
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Bei wie vielen Anwendungen im Heimbereich brauch ich ein RaidZ mit 8 Platten? :D
Wer redet denn von Anwendungen im Heimbereich? Meine Frage war von vornherein, wie das Teil im DC ursprünglich konkret eingesetzt wurde, was man damit machen kann / für Möglichkeiten hat, z.B. in welchen Organisationen mit welchen Größenordnungen, usw. Auch Social Network / Größenordnung?
Und anders herum gefragt, auf welcher Hardware mit welcher Speicherkapazität läuft z.B. dieses Forum hier? Bestimmt auch nicht auf einem Raspberry mit MicroSD-Karte?^^
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Teammitglied
Meine Frage war von vornherein, wie das Teil im DC ursprünglich konkret eingesetzt wurde, was man damit machen kann / für Möglichkeiten hat, z.B. in welchen Organisationen mit welchen Größenordnungen, usw. Auch Social Network / Größenordnung?
Das waren um 2008 herum Systeme der unteren Oberklasse. Klar, weiter nach oben geht es immer, aber sie waren schon ganz ordentlich. Und Sun war nie der billige Krempel für die Masse, auch wenn für Sun-Anhänger natürlich nur SPARC-CPUs die reine Lehre sind und alles andere zweite Klasse ist. Ich würde darauf tippen, dass sie zu Beginn ihres Lebens geschäftskritische Anwendungen gehostet haben. Datenbanken, ERP-Systeme, so die Richtung. Für einfache Webserver war das Overkill, bzw. musste schon irgendwie gerechtfertigt sein.

Und anders herum gefragt, auf welcher Hardware mit welcher Speicherkapazität läuft z.B. dieses Forum hier? Bestimmt auch nicht auf einem Raspberry mit MicroSD-Karte?
In Bytecamps Managed Hosting. Keine Ahnung, was für Hardware darunter liegt. :) Rein von der Load her könnte BSDForen problemlos auf einen RaspberryPI 4 laufen. Wobei ich für die inzwischen nicht mehr gerade kleine Datenbank doch die größere Variante mit 8 Gigabyte RAM hätte. Aber die MicroSD-Karte würde mir Angst machen. So viele Backups, dass man damit ruhig schlafen kann, kann man bald gar nicht schreiben...
 

marmorkuchen

Well-Known Member
Wer redet denn von Anwendungen im Heimbereich? Meine Frage war von vornherein, wie das Teil im DC ursprünglich konkret eingesetzt wurde, was man damit machen kann / für Möglichkeiten hat, z.B. in welchen Organisationen mit welchen Größenordnungen, usw. Auch Social Network / Größenordnung?
Und anders herum gefragt, auf welcher Hardware mit welcher Speicherkapazität läuft z.B. dieses Forum hier? Bestimmt auch nicht auf einem Raspberry mit MicroSD-Karte?^^
Wir hatten Server der Klasse Sun Fire X41xx teils unter Linux (OpenVZ), aber überwiegend unter Solaris 10 laufen lassen. Teils waren die Kunden festzugeordnet und dienten da als Zonehost (Webserver, DBs und App-Server) zum Teil aber auch als Shared-Server für kleinere Projekte, hier bekam jeder Kunde seine eigne Zone und dort lief da der gesamte Stack mit Drupal, Typo3, Wordpress usw. in der Zone.
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Wir hatten Server der Klasse Sun Fire X41xx teils unter Linux (OpenVZ), aber überwiegend unter Solaris 10 laufen lassen. Teils waren die Kunden festzugeordnet und dienten da als Zonehost (Webserver, DBs und App-Server) zum Teil aber auch als Shared-Server für kleinere Projekte, hier bekam jeder Kunde seine eigne Zone und dort lief da der gesamte Stack mit Drupal, Typo3, Wordpress usw. in der Zone.
Interessant. Wie viele Kunden/Zonen gab es ungefähr auf einem Teil? Und welche Art von Verbindung / Geschwindigkeit mit dem Internet? 300 MBit Up- und Download wäre da wahrscheinlich etwas mager, richtig?
 

marmorkuchen

Well-Known Member
Interessant. Wie viele Kunden/Zonen gab es ungefähr auf einem Teil? Und welche Art von Verbindung / Geschwindigkeit mit dem Internet? 300 MBit Up- und Download wäre da wahrscheinlich etwas mager, richtig?
Heiliger Strohsack, das ist so lange her...
Aber pro Server und Kunde liefen da schon mal sechs bis acht Zonen drauf. Die "größeren" Kunden hatten i.d.R. zwei von den Kisten, auf jeder Kiste liefen dann für die Stages DEV, TEST und PROD die jeweilgen Stränge. Angebunden waren die i.d.R. mit mehreren GBit-Anschlüssen (Failover und so). Die Sun Fire X4140/50 brachten von Hause aus bereist vier GBit-Ethernet Anschlüsse mit. Die damalige RZ-Anbindung weiß ich aber jetzt nicht mehr, war aber über nen paar GBit. :-)
Ach ja, Storage kam teils durch die lokalen Platten aber überwiegend übers FC-SAN (damals noch mit 4GBit FC).
Der größte Shared-Server hatte glaube ich so um die 16 Zonen am laufen, da die Kunden aber nie wirklich Leistung abgrufen haben war das kein Problem... :-)
 

Bytesplit

Burn, Baby, Burn
Uff! Da kamen ja doch ein paar Dinge auf...

Also ursprünglich wurden die Dinger für Bild-Datenbanken verwendet. Ich meine 8x146 GB Platten und 64 GB RAM. Das reichte dann aber nicht mehr so in 2012/13 wo wir die ausrangiert haben. Ich hab dann vmware, hyper-V und zuletzt Proxmox drauf verfahren. Mit dem üblichen LAMP-Stacks kam ich eigentlich nie über 8 GB hinaus. Okay, Game Server ist einer auch mal gewesen, dann warens 16 GB. Einer hat auch einen SSD-Beschleuniger Cache drin. Für ZFS Spielereien war das auch mit FreeBSD und Solaris (die haben noch das Sun-Logo!) schon iO.

CPU: Leistungstechnisch, für vieles immer noch brauchbar: 2x 4C 1,9 und 2x 6C 2,4 GHz. SAS 300 auf 2x Bus. 4x GBit Ethernet. Für Multiuser gut IO. Ich hab auch BGP-Testnetze gebaut mit ähm "normalen" Routing-tables. Für zu Hause kann in der Spitze ein QC aus dem aktuellen Aldi-Angebot mit SSD aber locker vorbeiziehen.

(Wie hier schon richtig von @Yamagi und @CommanderZed zusammengefasst wurde)
  • Der Stromverbrauch ist glaub 150-200W im Standby je Netzteil (2x).
  • Die Lautstärke von 1HE sollte man nicht unterschätzen. Da ist selbst meine Wärmepumpe bei -30 C ein Klacks dagegen. Das sind ich glaub 12-20 Stk. 40er Lüfter die da Luft durchpumpen mit 6000UPM. Geiler Sch... wenn man auf Düsenjäger steht :)

Vorallem daher bleibt meine Empfehlung bei Daddeln auf dem großen Hobel. Ein Kumpel hat nen Wohnzimmertisch aus alten Kisten von Big Blue gebaut, aber er nimmt nur POWER. Stromverbrauch könnte bei zufällig überdimensionierter Solaranlage und vollstem Sonnenschein zwecks Eigenverbrauch auch eine Idee sein ;) ...

Zum Versand wie @cabriofahrer fragte

ich glaub pro Stück sind es bis 20-25 Kilo (gefühlt - nicht gewogen!?). Das geht schnell in den Kofferraum. Der Postweg sieht nach meinen Erfahrungen eher eine Palette/Spedition vor. 1HE ist voll mit Metall, da ist kein Platz für Luft ausser Kühlströme.

Im Rhein-Main-Gebiet könnte ich "liefern" wenn wir uns über die Kosten verständigen oder es anderweitig auf dem Weg liegen würde.

Ich frage mich ob die Schul-Informatik oder CCCs da Spaß dran hätten. Als "Internet" macht so ne Kiste schon mehr her als der Raspberry.
 

Bytesplit

Burn, Baby, Burn
Noch ein PS zum DC-Betrieb:
seit die RZ hier in Frankfurt den Strom extra berechnen sind so Verbräuche gern 50 EUR zusätzlich im Monat (bei ner 100 EUR Colo also schon 50% Aufschlag). Da schaut man schnell nach effizienterer Hw oder lastet sie richtig ordentlich aus.
 
Oben