Naja, die Frage ist am Ende einfach, wie viel du ausgeben möchtest.
...
Es gibt jedoch vergleichsweise günstig FreeBSD-fähige dedizierte Server. Hetzer unterstützt zum Beispiel FreeBSD inzwischen semioffiziell, auch wenn es in den Betriebssystemlisten nicht drinsteht, gibt es z.B. ein FreeBSD-Rescueimage. Die Maschinen sind mit ab ca. 50 Euro auch nicht so abartig teuer, dass es sich nicht rechnen würde, wenn sich 3 oder 4 Personen einen Rechner teilen. Hardwaresupport übernimmt der Anbieter, wenn was kaputt ist, reparieren sie es für dich kostenfrei. Nur du hast halt eine Ausfallzeit.
Da gebe ich dir voll und ganz Recht. Das mit der Maschine bei Hetzner habe ich mir auch schon überlegt, aber am besten hole ich ein wenig weiter aus...
Ich möchte eine etwas aufwendigere Website betreiben, die über das oft standardmäßig verwendete LAMP hinausgeht.
(wenn ich es mir recht überlege, kommt gar nichts davon zum Einsatz

)
Hier würde für den Start natürlich auch der kleine Server von Hetzner für 50 EUR gut funktionieren. Das heißt Datenbank, Webserver etc. alles auf einer Maschine und gut.
Da ich anfangs keine Informationen darüber habe, ob und wie sich die Website entwickeln wird, bin ich zum Schluss gekommen lieber 5x 10 EUR für 5 virtuelle Maschinen auszugeben, statt 1x 50 EUR für einen physischen Server. So kann ich um einiges besser auf Last reagieren und mache mir den Weg in die Zukunft nicht unnötig schwer. Bei dieser Konfiguration läuft die Datenbank auf einer eigenen Instanz, der "Worker" auf einer Instanz usw.. Stelle ich dann nach ein paar Monaten fest das der Datenbankserver etwas mehr Arbeitsspeicher vertragen könnte, ist es so recht einfach auf eine größere virtuelle Maschine zu wechseln. Das Upgrade funktioniert sehr kurzfristig, oft innerhalb von 5 Minuten.
Ich könnte natürlich auch den physischen Server mit Jails oder XEN in 5 virtuelle Maschinen partitionieren. Das würde sicher sehr gut funktionieren, davon bin ich überzeugt. Gelange ich aber an den Punkt, wo ich einer Instanz gern mehr Ressourcen verpassen möchte, als der physische Server bietet, heißt das für mich, ich muss die Instanz selbst auf eine neue Maschine umziehen. Zudem bin ich bei physischen Servern für die Hardwareverwaltung selbst zuständig (damit meine ich nicht das Wechseln von Hardware). Fällt eine Festplatte aus, muss ich dem Support dies mitteilen. Nach austauschen der Platte heißt es hoffen, dass das wiederherstellen des Raids keine Probleme macht. Dazu gibt es viele andere, nicht sofort ersichtliche Probleme, wie RAM-Defekte, Probleme mit der Netzwerkkarte usw. Buche ich stattdessen virtuelle Server, liegt der "Festplattenspeicher" vermutlich auf einem redundanten Storage, das der Provider für mich verwaltet. Bei RAM-Defekten oder anderen Phänomenen wird meine Instanz einfach im laufenden Betrieb auf eine andere Büchse umgezogen und alles läuft so weiter wie vorher. Davon bekommt man vermtl. nicht einmal etwas mit, weil beim Provider irgendwo "ein rotes Lämpchen leuchtet" das etwas mit ServerXY nicht richtig funktioniert.

Ich brauche mich nur um den Betrieb meiner eigenen Software und um die Betriebssystem-Instanzen kümmern, nicht jedoch um die darunterliegende Infrastruktur.
Diese gesuchte Flexibilität, unter dem viel gehypten Namen "Cloudhosting", wird mittlerweile auch in Deutschland angeboten. DomainFactory bietet mit ihren jiffyboxen das genannte an. Da hier XEN für die Virtualisierung verwendet wird, ließe sich darauf auch FreeBSD betreiben. Jedoch wird dieses auch wieder nicht offiziell angeboten. Im Forum heißt es dazu, man könne sich selbst ein Image bauen. Sollte dabei etwas nicht richtig funktionieren, wird man vermutlich mit der Antwort, "wird nicht offiziell von uns angeboten, selber schuld", abgespeist.
Zudem ist der Spaß relativ kostspielig, so kostet die kleinste Instanz mit 512 MB RAM 14,4 EUR im Monat, wenn man sie durchlaufen lässt (der Betrieb wird stundenweise abgerechnet). Dabei ist jedoch noch kein MB über die Leitung gewandert (jedes GB kostet 0,12 EUR).
Da FreeBSD nicht offiziell supported wird, bin ich also wieder gezwungen Linux einzusetzen. So kann ich auch gleich einen VServer ohne Mindestvertragslaufzeit verwenden. Hier sind bei einer Instanz mit 1GB RAM bereits 1 TB Traffic dabei. Kostenpunkt: 9 EUR/mtl.
Zu dem Thema "eine dicke Maschine oder mehrere kleinere", habe ich mir viele Slides angesehen, die den Werdegang größerer Plattformen zum Thema hatten (z.B. Twitter, digg usw.). Dabei wurde sehr häufig herausgestellt, am besten von Anfang an auf eine leichte Erweiterbarkeit Wert zu legen, weil es einem später einiges an Ärger erspare, so zumindest die Redner. Mir ist klar, ich werde kein neues Twitter oder digg werden, aber von den "großen" zu lernen ist meines Erachtens nicht der schlechteste Weg. Twitter und digg verwenden natürlich keine VServer für den Betrieb ihrer Seiten, aber für einen günstigen Einstieg, insbesondere für meinen Fall, so denke ich, sollte es der richtige Weg sein.
P.S.
Ich habe bei Hetzner angefragt, ob sie vorhaben VServer in ihr Portfolio aufnehmen.
Hier die kurze und wenig informative Antwort dazu:
geplant ist es. Wann jedoch dazu ein Produkt angeboten werden kann steht noch nicht fest.
Geht man nach diesem
Post, verwenden sie vermtl. XEN für die Virtualisierung, da sie auch Windows anbieten.
Vielleicht haben wir Glück und sie bieten auch ein supportetes FreeBSD Image an.
So hätte jeder was davon.
