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Anleitung / Hilfe zu openbox

cabriofahrer

Well-Known Member
Themenstarter #1
Ich wollte mal openbox ausprobieren, aber anscheinend ist das ja kein Desktop, sondern ertwas, was man sich selbst zusammenschustern muss. Also mit "pkg install openbox" ist es offensichtlich nicht getan. Ich hätte gerne gewusst, was man alles machen muss, um zu einem DE zu kommen, ähnlich wie mate oder xfce. Also panel, control center, etc.
In diesem Zusammenhang wollte ich auch wissen, ob es vielleicht besser ist, mate oder xfce mit openbox als mit dem eigenen Fenstermanager laufen zu lassen. Wie würde man das hinbekommen?
 
#3
Moin !

Habe grade mal meinen Desktop gepostet !

Hänge dir mal meine Configs an ! Vereinfacht den Einstieg !

Pakete :

Pcmanfm (Verwaltet desktop)
compton
tint2
numlockx
dsbmc & dsbmd
gsimplecal
gtkchtheme
lxappearance

Die Ordner gehören in /user/.config und auch compton.conf

Als Menu-Editor nehme ich Kickshaw , nicht in den Ports !
Selbst bauen ! Im Makefile von GCC auf clang ändern , dann baut es auch !


Gruss

P.S : compton.conf.txt umbenennen in compton.conf !!
.... und die Pfade in den configs anpassen ... :ugly:
 

Anhänge

cabriofahrer

Well-Known Member
Themenstarter #4
Danke Euch, das ist schon mal ein Anfang. Und wie sieht es damit aus, den Fenstarmanager von mate oder xfce durch openbox zu ersetzen? Vielleicht irgendetwas mit dconf-editor?
 

pit234a

Well-Known Member
#5
Also, OpenBox ist nur ein Fenstermanager und eigentlich genügt einem das auch schon. Zum Beispiel kann man sich nomadbsd mal ansehen, das hat zwar auch ein Panel, kommt aber doch auch ohne solches aus.
Es gibt zwei Sorten von Panels: ein klassisches Start-Panel und eine Art Dock, wo Programme und Informationen landen können. Viele Leute brauchen kein Startpanel, weil sie das Starten von Programmen über das OpenBox-Menü erledigen und für die wichtigsten Programme auch Tastenkombinationen festgelegt haben.
Generell dazu, wie man einen eigenen Desktop aufbauen könnte, finde ich die Information bei Ubuntu echt gut:
https://wiki.ubuntuusers.de/Desktop/

Meine eigene rc.xml hatte ich hier auch schon mal gepostet. Tue das auch gerne wieder. Aber ich denke, so richtig gut ist das nicht, wenn man es nicht selbst gemacht hat. Jeder tickt ja anders und einfach übernehmen, was einem anderen gefällt, ist sicher nicht so erfolgreich. Statt dessen kopiere ich weiter unten mal einige Zeilen als Beispiele hierher.
Kaum zu glauben, das es eine gute Doku im Netz gibt und auch zahlreiche Beispiele veröffentlicht sind, anhand derer man sich weiter vor-tasten kann.
Ich fand die hier immer ausgezeichnet: http://openbox.org/wiki/Help:Configuration
aber zu sehr vielen GNU/Linux-Distributionen gibt es eigene Wikis.

Also, bei mir selbst läuft ein fbpanel, eine Mischung aus Start-Panel und Dock. Im Dock läuft auch ein Arbeitsflächen-Anzeiger und -Umschalter. Sonst nur OpenBox. Kein Desktop.
Ich nutze zwar pcmanfm, mache ihn aber nicht für einen Desktop verantwortlich. Ich nutze gar kein Desktop-Programm (auf meinem FreeBSD). Den Hintergrund lasse ich in einer autostart von feh zeichnen. Icons auf dem Hintergrund machen meiner Ansicht nach nicht viel Sinn, oder anders gesagt: nachdem ich mich langsam an meinen ersten eigenen Desktop heran-arbeitete, ging mir das irgendwann auf. Was soll ich mit diesen Icons, die immer versteckt sind und die auch gar nicht brauche? Papierkorb nutze ich nicht. Icons brauche ich nicht. Was eigentlich soll mir ein Desktop-Programm machen? Also, ich blieb seither ohne (in FreeBSD). Und das ist auch der Grund, weshalb mein OpenBox-Menü (also, das mit rechter maus auf Bildschirmhintergrund geöffnet wird und bei nomad-bsd vorbildlich gestalltet ist), sehr sehr klein und stiefmüttelich ausgefallen bleibt. Ich nutze es kaum jemals, weil ich ja erst einen freien Bildschirmhintergrund finden müsste.
Ich schränkte oben schon auf FreeBSD ein, weil ich auch andere Installationen auf GNU/Linux nutze und etwa kein fbpanel vernünftig zum Laufen bekam. Da nutzte ich dann schon mal LXPANEL oder eine Mischung aus fbpanel zum Starten und Tint2 als Dock.
In einer Knoppix-Einrichtung nutze ich auch pcmanfm als Desktop-Manager, weil ich hier diverse Icons zu Orten angelegt habe, an die ich mich immer nur schwer erinnere.

Vielleicht besser mal zu Schnipseln aus meiner rc.xml:
Erst mal einen Kommentar. Darin habe ich mir notiert, wie ich überhaupt herausfinden kann, welche Tasten ich welcher Aktion zuordnen will, also, wie die Tasten heißen. Die sind zB auf Mac-Tastaturen vollkommen anders und auch manche Laptops haben andere Kennungen und Layouts. Solche Kommentare finde ich auch in meinen Konfigs wichtig, weil, man macht das nur einmal alle paar Jahre und dann weiß man wieder nicht, wie es denn eigentlich ging.
Code:
     <!-- /usr/local/bin/xev startet ein Erkennungsprogramm in dem man die Namen der Tasten und Nummern der Mousbuttons erfahren kann.     http://openbox.org/wiki/Help:Bindings
     S     Shift key;    C     Control key;    A     Alt key;    W     Super key (Usually bound to the Windows key on keyboards which have one);
     M     Meta key;    H     Hyper key (If it is bound to something) -->
Dann habe ich damit auch einige Tastenkombinationen belegt, die Desktop-Behavior zeigen. Da bin ich nahe am Auslieferungszustand geblieben und zeige das nun mal nicht. Ebenso uninteressant könnte vielleicht das Verhalten der Fenster sein, aber ich zeige sie trotzdem mal:
Code:
      <!-- Keybindings for windows -->
     <keybind key="A-F4"><action name="Close"/></keybind>
     <keybind key="A-x"><action name="Close"/></keybind>
     <keybind key="A-F5"><action name="ToggleMaximize"/></keybind>
     <keybind key="A-F6"><action name="ToggleMaximizeVert"/></keybind>
     <keybind key="A-F7"><action name="ToggleMaximizeHorz"/></keybind>
     <keybind key="A-F8"><action name="Unmaximize"/></keybind>
     <keybind key="A-F10"><action name="ToggleOmnipresent"/></keybind>
     <keybind key="A-F12"><action name="ToggleFullscreen"/></keybind>
     <keybind key="A-Escape"><action name="Lower"/><action name="FocusToBottom"/><action name="Unfocus"/></keybind>
     <keybind key="A-space"><action name="ShowMenu"><menu>client-menu</menu></action></keybind>
Man kann da also auch doppelte Belegungen nehmen: ALT-X und ALT-F4 schließen bei mir Fenster.
Ziemlich geil finde ich die nächsten Zeilen:
Code:
        <!-- Keybindings for window tiling -->
        <!--# HalfLeftScreen-->
     <keybind key="A-Left"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>0</y><height>100%</height><width>50%</width></action></keybind>
        <!--# HalfRightScreen-->
     <keybind key="A-Right"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>-0</x><y>0</y><height>100%</height><width>50%</width></action></keybind>
        <!--# HalfUpperScreen-->
     <keybind key="A-Up"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>0</y><width>100%</width><height>50%</height></action></keybind>
        <!--# HalfLowerScreen-->
     <keybind key="A-Down"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>-0</y><width>100%</width><height>50%</height></action></keybind>
Sind aus einem Beispiel im Internet genommen und gehören zu meinen Lieblingen. Man kann da zwei Fenster auf einem Monitor schön neben- oder übereinander anordnen. Das mache ich wirklich oft. Obwohl hier dann je 100% bei den Werten für "height" steht, gibt es in der xml auch einen Wert, für den minimalen freien Platz am unteren Bildrand:
Code:
      <!--     You can reserve a portion of your screen where windows will not cover when they are maximized, or when they are initially placed.
            Many programs reserve space automatically, but you can use this in other cases. -->
    <margins><top>0</top><bottom>18</bottom><left>0</left><right>0</right></margins>
und der ist bei mir so gesetzt, dass er eine ganz unten eingeblendete Uhrzeit nicht überlagert.

Nun folgt eine ganze Reihe an Zuordnungen von Tasten-Kombinationen zu Programmen und Actions, wie ich das nenne, weil es eben action heißt. Ich zeige nur einige:
Immer wieder gerne genommen: Screenshots erstellen. Dazu nutze ich scrot.
Code:
      <!-- Take a screenshot of the current screen with scrot when Print is pressed -->
     <keybind key="Print"><action name="Execute">
        <command>/usr/local/bin/scrot -q 100 /home/pit/screenshots/screenshot-%Y.%m.%d-%H%M%S.png</command></action></keybind>

      <!-- Take a screenshot of a window or rectangle with scrot after Alt+Print are pressed and mouse selects the desired window or rectangle -->
     <keybind key="A-Print"><action name="Execute">
        <command>/usr/local/bin/scrot -q 100 -s -b /home/pit/screenshots/screenshot-%Y.%m.%d-%H%M%S.png</command></action></keybind>
Einige Beispiele für Programme:
Code:
     <keybind key="A-F2"><action name="Execute"><execute>/usr/local/bin/gmrun</execute></action></keybind>

     <keybind key="W-c"><action name="Execute"><startupnotify><enabled>true</enabled><name>OFFICEC</name></startupnotify><command>/usr/local/bin/localc</command></action></keybind>
     <keybind key="W-w"><action name="Execute"><startupnotify><enabled>true</enabled><name>OFFICEW</name></startupnotify><command>/usr/local/bin/lowriter</command></action></keybind>
     <keybind key="W-f"><action name="Execute"><startupnotify><enabled>true</enabled><name>FIREFOX</name></startupnotify><command>/usr/local/bin/firefox</command></action></keybind>
     <keybind key="W-g"><action name="Execute"><startupnotify><enabled>true</enabled><name>GEANY</name></startupnotify><command>/usr/local/bin/geany</command></action></keybind>
     <keybind key="W-l"><action name="Execute"><startupnotify><enabled>true</enabled><name>LEAFPAD</name></startupnotify><command>/usr/local/bin/leafpad</command></action></keybind>
gmrun ist ein Programm, das eine Eingabezeile ausgibt, in der man wiederum einen Befehl absetzen kann, also zB ein Programm starten. Das ist auch eine bequeme Möglichkeit, wenn man keine Tastenkombination gespeichert hat und nicht erst durch die vielen Programm mit ihren Icons suchen will.
Kleiner Gimmick, darf nicht fehlen, macht eine analoge Uhr und weil ich weiter unten auch den Platz für das Fenster festgelegt habe und dieses ohne Rahmen zeichnen lasse, ist da wirklich nur eine Uhr zu sehen. Mir gefällt es:
Code:
     <keybind key="W-t"><action name="Execute"><startupnotify><enabled>true</enabled><name>TCLOCK</name></startupnotify><command>/usr/local/bin/tclock -border red -bg green -scale 0.5 -borderWidth 2 </command></action></keybind>
     <keybind key="C-W-t"><action name="Execute"><command>/usr/bin/killall tclock</command></action></keybind>
Kommen einige Kombinationen, mit denen ich dann scripts aufrufe, um den screen zu locken oder den Rechner auszuschalten.
Dann viele Mouse-Bindings und Actions, die ich quasi unverändert übernommen habe.
Schließlich noch Einstellungen für einige Fenster, auf bestimmten Plätzen zu erscheinen. Ich zeige nur das passende zu dem Gimmick von oben:
Code:
    <applications><!--siehe ~/.config/openbox/rc-xml-example.txt -->
     <application name="xclock"><desktop>all</desktop><decor>no</decor>
      <position force="yes"><x>-73</x><y>118</y><monitor>2</monitor></position>
      <focus>no</focus><maximized>no</maximized><layer>above</layer><skip_pager>yes</skip_pager><skip_taskbar>yes</skip_taskbar>
     </application>
 

pit234a

Well-Known Member
#6
Und wie sieht es damit aus, den Fenstarmanager von mate oder xfce durch openbox zu ersetzen?
Ich nutze keine DEs, nur manchmal. Zum Beispiel mit Knoppix, wo ich gelegentlich das bereits vorhandene LXDE nutzte und das dann mit OpenBox und meiner eigenen, gewohnten Konfigurationsdatei (rc.xml wird dann evtl zu LXDE-rc.xml, ist aber inhaltlich identisch).
Ganz ehrlich: nur aus Bequemlichkeit. Weil es manchmal in Knoppix (ein Live-GNU/Linux) ziemlich krampfhaft war, etwas grundlegend zu ändern, ohne gleich alles neu machen zu müssen. Dann ging ich da quasi den (für mich) Weg des geringsten Widerstandes und schluckte die Pille LXDE als DE. Ich merke zwar keinen Nachteil, also nicht irgendwie größere Instabilität oder schlechte Performance, aber ich sehe auch Null-KommaNull Vorteile darin, so ein DE zu verwenden. Betonung an: ICH sehe keine Vorteile. Das mag mit meinem Umgang und meiner Arbeitsweise zusammen hängen. Keine Ahnung.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur immer wieder ermutigen, es mal selbst ohne DE zu probieren. Manchmal ist weniger mehr und macht mehr Spaß (mehr SW bedeutet ja fast immer auch mehr Regeln, denen man sich unterwerfen muss).
Dazu vielleicht noch der Satz, dass ich ja von KDE komme. Schon ganz früh, vor KDE1, nutzte ich dieses DE und auch sehr gerne. Erst, als es nach KDE4 ging und ich meine eigenen Einstellungen nicht mehr migrieren konnte, fing ich an, nach was Anderem zu suchen und wurde tatsächlich sehr viel glücklicher, ohne jedes DE. Für mich passte der Ansatz mit OpenBox alleine so gut, dass ich seit den ersten, eher zaghaften Versuchen damit, nicht mehr anders will. Seither erlebe ich überhaupt gar keine Überraschung mehr. Nach Updates des Systems muss ich nicht alles wieder neu lernen. Alles geht, einfach wunderbar.
Aber, die Ansprüche der Menschen sind ja grundverschieden. Das sollte man für sich selbst herausfinden.

Noch ein Satz wegen Wechsel der Fenstermanager (WM):
Auch hier sah ich nie einen wirklichen Unterschied vom Einen zum Anderen (vom unsäglichen Compiz mal abgesehen). Ob da nun OpenBox läuft oder Metacity oder wie sie alle heißen mögen: beinahe egal. Aber: wer mit OpenBox kann, weil er eine rc.xml hat, die ihm gut gefällt, der hat natürlich dann einen Vorteil, wenn er dies auch in anderen Umgebungen nutzen kann.
Umgekehrt gilt das womöglich auch. Wer eine FluxBox-Konfiguration hat, die er nicht missen möchte, will vielleicht lieber FluxBox überall haben und gar kein OpenBox.
Und von Anderen Ende der Argumentation ergibt sich: ein Wechsel des ausgelieferten WM, der also in einem DE schon mitgeliefert wird (ist mitunter auch gar nicht so einfach), macht nur dann Sinn, wenn man auch was davon hat und spürt. Sprich, eigene Konfiguration erleben will. Hat man keine eigene Konfiguration, macht es eben keinen Sinn.