Ich weiß, es klingt zynisch, aber es ist vielleicht gar nicht so schlecht, dass der "Top-Kill" nicht funktioniert hat: Gerade in den USA (aber auch hier in Europa) gibt es immer noch viele Menschen, die glauben, dass man mit immer tollerer Technik jedes Problem lösen kann.
Da gibt es die einen, die glauben, den Treibhauseffekt durch gezielte Gas-Emissionen in höheren Atmosphären-Schichten zu reduzieren. Dann gibt es diejenigen, die Kohlekraftwerke durch CCS (Carbon Capture and Storage) "sauber" machen wollen, dann gibt es die, die meinen, Fusionsreaktoren könnten so rechtzeitig bereitstehen, dass sie den großen Klimawandel noch abwenden können.
Und da passt halt auch Tiefsee-Ölförderung und das "Top-Kill" in 1500m Tiefe rein: Wenn das jetzt geklappt hätte, wäre doch der Weg für weiteres Bohren frei gewesen. "Ist jetzt blöd gelaufen... 40 Tage Öl ausgeströmt... aber eigentlich wussten wir sofort, wie man das löst und es hat auch gleich funktioniert. Nächstes Mal werden wir besser vorbereitet sein. Versprochen...!"
Und was auch gut ist: Hier trifft es tatsächlich einmal vor allem das Land, das die Umweltkatastrophe verursacht hat (ja, BP ist Britisch, aber das Öl, das dort gefördert wird, ist für die USA bestimmt). Ansonsten haben wir ja oft das Problem, dass wir immer wunderbar wegsehen, wenn die Probleme woanders auftreten (Giftmüllexporte in Drittweltstaaten usw.).
Schaun wir also mal, wie es weiter geht... ich hoffe, wir kommen um die bereits vorgeschlagenen Nuklearsprengung der Ölquelle noch herum...
Gruß
SolarCatcher