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BSD auf 486er... ;)

Themenstarter #1
Ich möchte gern ein aktuelles Unixoides OS auf einem 486er einrichten... Über Sinnhaftigkeit kann man Streiten. Aber muß man nicht: Mir ist es klar das es nicht groß Produktiv nutzten kann. Ist halt RetroComputing und ich will nur mal sehen, ob es noch geht... Mein persönliches Ziel: Ich will ein Python Interpreter zumindest mal starten können ;)

Zuerst hab ich Debian probiert: Aber die aktuellen Versionen laufen nicht mehr, weil für i686 compiliert. Das soll bei NetBSD und FreeBSD anders sein. Zumindest steht das hier:
Mein "dickster" 468er hat aktuell 64MB RAM ;) Festplatte ist kein Problem: Ich nutzte eine CompactFlash Karte als IDE-Platte... EIn aktuelles grub2 schafft auch ein Linux Kernel zumindest anfangen zu laden... Eine alte memtest86+ Version kann grub auch starten. (v4.10 ist die letzte, die auf einem 486er läuft)

Also die Frage ist erstmal: Welches BSD nehmen? Net- oder Free-BSD ?!? Ich hab keine Ahnung, wo die Unterschiede liegen. Hab mich bisher nie mit BSD beschäftigt...
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Mitarbeiter
#2
FreeBSD kannst du vergessen. FreeBSD 12.x läuft zwar noch auf 486ern (13.x wird die Mindestanforderung auf 586 hochschrauben), aber benötigt als absolutes Minimum 128 Megabyte RAM. Selbst mit massiven Abspecken kommt man kaum mehr sinnvoll darunter. Da man auch noch ein paar Userlandprozesse braucht, sind sogar 256 Megabyte besser...
 
#3
OpenBSD sollte reinpassen, aber kernel-relinking (beim reboot) braucht wahrscheinlich schon swap.
Hatte bisher meine vagrant-VMs immer mit 64MB gehabt (network testing) und erst seit KARL auf 128 gestellt.
 
Themenstarter #4
Hab mal FreeBSD in virtualbox installiert. htop zeigt ~130MB RAM verbauch an... Ja, das ist definitiv zu viel ;)
NetBSD hab ich auch installiert, aber da bekomme ich pkg_add nicht direkt ans laufen. Ist bei FreeBSD schöner gelöst... Wobei die installation bei NetBSD irgendwie einfacher war. FreeBSD sieht zwar netter aus, ist aber IMHO weniger Nutzerfreundlich...

OpenBSD kann ich auch mal testen...
 

cabriofahrer

Well-Known Member
#5
FreeBSD kannst du vergessen. FreeBSD 12.x läuft zwar noch auf 486ern (13.x wird die Mindestanforderung auf 586 hochschrauben), aber benötigt als absolutes Minimum 128 Megabyte RAM. Selbst mit massiven Abspecken kommt man kaum mehr sinnvoll darunter. Da man auch noch ein paar Userlandprozesse braucht, sind sogar 256 Megabyte besser...
Und was kann man mit solchen Voraussetzungen eigentlich noch sinnvoll machen? Beispielsweise einen eigenen Router basteln? Dazu hätte ich dann noch eine Frage zu den hier genannten Voraussetzungen:

https://bsdrp.net/features

Und zwar zum Punkt "1Go of RAM (512MB are enough for virtualized tests)" von den Requirements. Warum hier mindestens 512MB nur für einen Router und was ist mit "virtualized tests" gemeint?
 

turrican

Well-Known Member
#6
Bei netBSD könnte man ggf noch durch abspecken des Kernels ein wenig gewinnen, unnötige Treiber raus und so; viel wirds aber im Vergleich zu dem recht kleinen RAM (für heutige Verhältnisse) nicht sein, denke ich.
Unter diesem Aspekt sind die BSDs auch schon "bloated".

Schau dir ggf mal SliTaz an; ist zwar kein BSD sondern Linux, aber das gesamte Root-FS hat nur ca 100MB extrahiert, es gibt auch Packages für low-RAM-Szenarien

[EDIT] was mir hernach noch einfiel:
Du _könntest_ ggf auch mal ein FreeBSD 4.11 darauf loslassen, das hatte noch keinen so großen Ressourcen-Bedarf wie ein aktuelles 11er bis 13er;
Das konnte man mit Geduld und Enthusiasmus noch (in Teilen) weiter hochhieven, wie unter [1] beschrieben, allerdings funktionieren einige der dort angegebenen Links zu Software-Paketen u.U. mittlerweile nicht mehr.

[1] Pro-Linux Artikel zu FreeBSD 4.11
 

CommanderZed

OpenBSD User
Mitarbeiter
#7
Da du noch nie *BSD verwendet hast würde ich es dringend empfehlen das mal erstmal auf aktueller Hardware, ggf. in ner VM zu testen, einfach da doch vieles anderes als bei Linux ist und du nie genau wissen wirst ist das jetzt "normal" oder liegts evtl. irgendwo an der alten Hardware.

Ausserdem ist der RAM wirklich knapp, zumindest nen Pentium 1 konnte man mit 128MB bestücken, das sollte zumindest einige der größten Probleme beseitigen.
 

pit234a

Well-Known Member
#9
neulich hatte ich ein ähnliches Projekt leider auch aufgeben müssen.
https://specspro.net/laptops/8642-compaq-presario-1610/?currency=eur&country=fr/
so etwas ähnliches, wie diesen Rechner oben wollte ich beleben. Die Festplatte war defekt. Das Gerät hatte keinen USB. Es konnte nicht von CD-ROM booten. Es akzeptierte nur 2G große Platten am IDE-Port.
Langer Rede kurzer Sinn: schade um das Gerät und schade um die Zeit, die ich damit verbracht habe.
Ein memtest lief immerhin voll gut. ;)
 

-Nuke-

Well-Known Member
#10
Du musst halt irgend ein älteres System nehmen. Die CPU ist vermutlich älter oder genauso alt wie das FreeBSD bzw. Debian Projekt selbst :D

Ansonsten ist vielleicht auch mal FreeDOS einen Blick wert. Ist zwar kein Unix-System, passt aber besser zur CPU und ist ein aktuelles Projekt.
 

-Nuke-

Well-Known Member
#12
Die Frage ist eher: Warum? Frisst nur unnötig viel Strom. Ein aktueller Raspberry Pi wäre wesentlich schneller und stromsparender.

Und ob ein Pentium II mit aktuellen Verschlüsselungstechnologien ausreichend schnell klarkommt ist auch noch mal eine Frage.
 

cabriofahrer

Well-Known Member
#13
Die Frage ist eher: Warum? Frisst nur unnötig viel Strom. Ein aktueller Raspberry Pi wäre wesentlich schneller und stromsparender.
Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege: Ein Raspberry hat nur einen Netztwerkport, ein Router braucht aber mindestens zwei oder zusätzlich einen Switch. In eine alte Kiste könnte man aber zwei oder mehrere PCI-Netzwerkkarten stecken. Das Stromsparargument ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Was haben denn handelsübliche Router wie z.B. Fritzboxen für Specs?
 

-Nuke-

Well-Known Member
#14
Ein Raspberry hat nur einen Netztwerkport, ein Router braucht aber mindestens zwei oder zusätzlich einen Switch.
Was haben denn handelsübliche Router wie z.B. Fritzboxen für Specs?
Es gibt Dinge wie USB-Netzwerkkarten. Gigabit wirst du damit nicht routen, aber das wirst du auch mit dem PII nicht.
Und mit Router-CPUs kannst du das nicht direkt vergleichen. Die haben entsprechende ASICs drin, damit die das nicht auf dem schwachbrüstigen CPUs rechnen müssen.
 
Themenstarter #16
Ja, also wie schon geschrieben: das macht keinen Sinn. Ist nur Spaß, halt #RetroComputing (Was generell nicht besonders Sinnvoll geht, außer das man sich mit alter Hardware auseinander setzt) Ernsthafte Anwendung kann man mit alten Rechner einfach nicht machen. Schlucken z.B. zu viel Strom...

Was Router anbelangt: Da würde ich fli4l nehmen: http://www.fli4l.de/home/eigenschaften/vorstellung/

Und ja: Natürlich hab ich auch FreeDOS und auch MS-DOS 6.22 usw. probiert. Natürlich läuft das gut. Halt so wie damals *hust*

Ein Pentium 1 und II und III und aktuellere Rechner habe ich auch. Hatte auch schon die Idee das OS auf einem Aktuellen Rechner vorzubereiten. Hab das auch schon ein wenig mit Debian probiert: Alles per debootstrap aufsetzten usw... Bis ich halt erfahren habe, das Kernel neu compilieren nicht reicht, weil alle Programme für 686er compiliert wurden... von daher führt das zu nichts...

Und ja, BSD ist ganz neu für mich.
 

mr44er

moderater Moderator
Mitarbeiter
#17
Der ist ja wohl um einiges stärker als ein 486. Wie würde es damit bezüglich Router aussehen?
Besser, aber noch nicht gut. -Nuke- hat mir die Antwort geklaut. :)
So Kisten hat man früher mit ner ISDN-Karte + 100er NIC bestückt, allenfalls noch mit den Gen1 ADSL-Leitungen (786/128). PCI ist lahm, ISA ist noch lahmer und zieht der CPU Wurst weg. Reines Routing + minimaler Komfort (DHCP, Web-Interface) wird gehen, sofern das System der Wahl in aktueller Version überhaupt noch mit prä-i686 bootet. Dann die Sache mit dem RAM, States brauchen ihn. Übertrieben gesagt: drei Rechner im Netzwerk, jeder hat fünf Tabs offen = Kein traffic mehr möglich, es scheint, als wäre man offline.

Es sind einfach viele 'wenns und abers'. Bastelspaß gibts, aber keine Befriedigung.
 
#21
Ich meine aktuelle Versionen bekommst du nicht zum laufen. Und X sowieso nicht, schon auf einem ThinkPad 770 liefs eher gerade so ok. Ich würde NetBSD 1.6 ausprobieren.
 
#22
Auch, wenn es nicht sooo direkt hier reinpasst: Welche Linux-Distros sind eigentlich eher schlank und für ältere Hardware besser geeignet? Spielt dabei auch das Nichtvorhandensein von systemd für das Kriterium "schlank" eine Rolle? Oder anders herum gefragt, macht systemd ein Linux "fetter" als es sonst ohne systemd wäre?
 

pit234a

Well-Known Member
#25
Spielt dabei auch das Nichtvorhandensein von systemd für das Kriterium "schlank" eine Rolle?
Ja, was ist denn ein schlankes System?

Von systemd habe ich keine Ahnung.
Aber ich habe in den letzten Tagen gelegentlich mit Debian- und Ubuntu-GNU/Linux gespielt und da fließt ja immer mehr systemd ein.
Ich kann das nicht beurteilen und erzähle nur von meinen Erfahrungen und ziehe daraus einen gewagten Schluss.
gewohnte Befehle funktionieren plötzlich nicht mehr. Ich erinnere gerade Dinge wie date, ntpdate und ifconfig, es gab aber einige mehr. In diesen Systemen funktionierte etwa zuvor ein service start ssh (oder in der Art), um einen ssh-server zu starten und nun brauchte es plötzlich ein systemctl start ssh. systemctl scheint mir das neue systemd-bedingte Schlüsselwort zu sein.
Mein gewagter Schluss:
wenn immer mehr Tools in systemd verwirklicht werden und man dann deshalb immer weniger traditionelle Tools benötigt, dann hat das zumindest das Potenzial, schlanker zu sein.

Ob tatsächlich weniger Zeilen Code benutzt werden, ist dann ja eine andere Frage und führt mich zu der nächsten Überlegung:
Wann ist ein System schmal?
Was bedeutet dieser Begriff denn überhaupt?
Ist es zielführend, dann von schmal zu reden, wenn möglichst wenige Zeilen Code kompiliert werden müssen?
Oder, wenn das System möglichst wenig Speicherplatz verwendet? Was Makulatur wird, wenn dann auf dem System ein X-Server und Firefox und LibreOffice laufen sollen. Wenn die Anwendungen sehr viel mehr Ressourcen verbrauchen, als das darunter liegende System selbst, was soll dann schmal sein?
Angenommen, systemd ist das ultimative schmale Werkzeug und vereint zahlreiche Tools in wenigen Zeilen Code, also das, was gemeinhin mit dem Begriff "schmal" gemeint ist. Wenn ich mich dann aber an neue Befehle gewöhnen muss, die alle erst mit systemctl anfangen und die neuen man-pages lernen muss, wie etwa https://www.man7.org/linux/man-pages/man1/systemctl.1.html , dann ist das für mich selbst kein schmales Paket mehr. Weil es alles verändert, erfordert es von mir viel Arbeit und das ist dann nicht schmal, selbst, wenn sehr viel weniger Code verwendet wird, als bisher.

Deshalb finde ich das nicht sonderlich Zielführend, immer wieder über "schmal" zu diskutieren.
Man müsste schon genauer wissen, was denn da gemeint ist.