Elitär vielleicht nicht unbedingt, aber schon besonders.
Was die von mir und gelegentlich von anderen bemängelte Performance angeht, so war das damals ein Test mit einem OpenBSD 4.. auf einem kleinen Asus EEE mit Atom 280 CPU und 2GB RAM. Im Vergleich ruckelten da Filme mit VLC unter OpenBSD gespielt manchmal unerträglich, während unter einem damaligen FreeBSD aus den Ports gebaut sowohl dieses Video als auch andere Anwendungen deutlich schneller starteten und ihre Dienste Taten. Auf diesem kleinen Notebook habe ich derzeit FreeBSD10.2 laufen und aus Paketen gebaut und das tut es auch gut, also ohne Probleme. Ein ebenfalls getestetes Ubuntu (mit OpenBox und ohne viele der Ubuntu-typischen Automagie) startete Anwendungen noch schneller und schien bedachter mit Speicher zu hantieren.
Wenn man auf einer derartigen (32 Bit) Plattform Performance-Probleme hat, muss das nicht auf einem großen und schnellen Rechner ebenfalls zum Tragen kommen. Einmal behauptete jemand, ein Atom sei quasi eine CPU für einen Taschenrechner und da dürfe man quasi keinerlei Erwartungen an Desktop-Systeme haben. Nunja, was ich damit mache, das machte ich zuvor auch schon auf deutlich schwächeren CPUs und sehe das deshalb ein wenig anders.
Aber trotzdem wollte ich zumindest meine Aussage dazu etwas konkretisieren.
Die Performance auf dem kleinen Asus ist nicht das Argument für mich gewesen, sonst hätte ich da nun auch Ubuntu und nicht FreeBSD drauf. Diese Frage gesellte sich nur zu anderen hinzu. Etwa so: ich kann nicht merken, dass der Code von OpenBSD in irgendeiner Form besonders sauber oder ellegant ist. Ich bin nur Endanwender. Ich merke auch nicht, dass der Code von FreeBSD-Userland weniger aufgeblasen ist, als der bei GNU. GNU bietet mir mehr Optionen und es läuft gut und zuverlässig, das ist, was ich merke. Deshalb konnte ich letztlich nicht nachvollziehen, was an positiven Eigenschaften zu OpenBSD im Allgemeinen veröffentlicht wurde und auch nicht immer veröffentlicht wird. Mir nutzt es nicht so dramatisch viel, wenn das Basis-System seit Jahrzehnten kein Sicherheitsleck aufweist, aber die bash oder andere Anwendungen dann doch korrupt sind. Deshalb entschied ich mich letztlich dann wieder für FreeBSD, weil mir die Gründe für OpenBSD eher theoretisch erschienen.
Wäre ich nicht von FreeBSD gekommen und hätte mit OpenBSD begonnen, dann wäre meine Entscheidung womöglich anders ausgefallen.