Also ich kann jetzt nur für mich reden
Ich war viele Jahre zufriedener Linux Anwender, ich habe damals mit Suse Linux angefangen (Version 6 oder 7 glaube ich) weil ich einfach mal was neues sehen wollte. Irgendwie hat mich das System dann in seinen Bann gezogen. Komfort gab es damals noch nicht. Yast und Co waren noch in der entstehung und um einen Ton aus seinem Lautsprecher zu bekommen mußte man Stundenlang im Handbuch lesen. Aber wenn es dann lief war man doch froh und hatte ein sehr stabiles System.
Leider hat sich das ganze System (nicht nur Suse) verändert. Je schneller die Entwicklung vorran ging desto unsauberer wurden die Systeme. Es macht immer mehr den Eindruck als wolle man auf Teufel komm raus auch wenn es auf Kosten der Stabilität geht mehr Funktionen einbauen. Es kommt immer mehr unnötiger/ungetesteter Code in den Kernel, er wird immer mehr zur Eierlegenden Wollmilchsau. Leider wird es nicht besser. Es scheint schon wirklich so das viele Firmen Linux als Testplattform nutzen, erst einmal dort testen um zu sehen ob es läuft dann potieren wir es auf andere Systeme
Meine Erfahrungen in den letzten 2 Jahren waren das ich als Anwender vor immer neuen Problemen stehe. War vor 3 Jahren noch das einrichten der Hardware ein Problem ist es heute eher ein Stabiles System zu bekommen. Am Anfang waren es Anwendungen die nicht ausgereift genug waren, aber trotzdem gut arbeitende ANwendungen unbedingt ersetzen mußten, gefolgt von umbauten des Kernels wie zum Beispiel das einführen von Kernel Mode-Setting. Seit dem ist mein Netbook mit Intel Grafikkarte nicht mehr nutzbar weil das System ohne erkennbaren Grund einfriert.
In der Linuxwelt wird nach dem folgenden Prinzip gearbeitet:
1. Ich führe ein ausgereiftes und getestetes Programm/Schnittstelle ein.
2. Ich will aber dieses ausgereifte und getestete Programm/Schnittstelle durch eine Linux eigene ANwendung ersetzen (Beispiel Alsa)
3. Ich ersetze das Programm/Schnittstelle und sehe es ist nicht so gut wie das ausgereifte und getestete Programm/Schnittstelle.
4. Ich schreibe ein weiteres Programm/Schnittstelle welche vor dem eigendlichen Programm ist und die Mängel/Fehler des neuen Programms versteckt.
5. Irgendwann geht es nicht mehr und man wirft in einer Nacht und Nebel Aktion alles um und führt was ganz neues ein und läßt es den Anwender ausbaden.
Ich will jetzt nicht Linux irgendwie schlecht reden, aber ich habe die letzten Monate fast alle Distributionen durchgetestet, angefangen bei Suse, Debian, Ubuntu's, Arch und Slackware, aber bei allen stoße ich auf die unterschiedlichsten Probleme. Bei einer ist der Kernel kaputt gepatcht, bei anderen die Anwendungen usw.
Es gibt bei den ganzen Distributionen einfach immer weniger Gemeinsamkeiten. Ein Entwickler schreibt ein Programm für Ubuntu, Suse Entwickler Potieren das auf Suse, ein andere Distribution macht es zum Standart, andere mache eine andere Anwendung zum standart und hat man noch mehr Chaos.
Es macht so einfach keinen Spaß mehr, aus diesem Grund bin ich und auch viele andere in meinem Bekanntenkreis auf *BSD gewechselt. Hier kommt das System aus einer Hand. Es ist sauber aufgebaut und beständig. Es gibt eine gute Dokumentation und ausreichend Software. Ich denke vor allem die Beständigkeit des Systems wird viele anlocken. Wenn ich heute einen Linux Server einrichte weiß ich nicht ob er nach dem nächsten System Upgrade in 3 Monaten noch läuft, bei *BSD kann ich mir eigendlich sicher sein wenn er einmal läuft, läuft er so lange bis ich den Stecker ziehe
So das war es eigendlich schon. Wie gesagt es handelt sich bei dem Beitrag um meine Meinung und es soll meine Sicht auf die Dinge zeigen. Ich schreibe es nur noch einmal zur sicherheit
Grüße