Buchempfehlung für die Freizeit

Idefixx

Well-Known Member
Der letzte Post vom August 2021 - liest hier keiner . . . :confused:

Aber zum Thema: Ich weiß nicht, wo ich den folgenden Video-Beitrag hin packen soll, also wenn es hier falsch ist . . .

Es geht in dem Video um Eisschneider in Sibirien. Davon hatte ich nie gehört, bis ich auf dieses Video stieß:
Die Eisschneider von Jakutsk

Was für ein Kontrast zu dem irrsinnigen Krieg den Putin gegen die Ukraine führt.
 

pit234a

Well-Known Member
nach langer Zeit möchte ich hier mal wieder etwas rein stellen und warne vorab: es kommt viel Text.
Wen es nicht interessiert, braucht das nicht zu lesen, klar.

Wer sich aber mit "der Wüstenplanet" von Frank Herbert (mal wieder?) abgeben möchte, könnte einen Nutzen haben. Mir hätte es vielleicht geholfen.

"Der Wüstenplanet" ist ja ein Klassiker der ScienceFiction und er wurde mal wieder neu verfilmt. Ich kann das nicht so recht begreifen, weil meiner Ansicht nach die Vorlage so gar nicht zur Verfilmung taugt. Frank Herbert spart auf sehr angenehme Art "Blut und Sperma" aus seinen Romanen aus und liefert sehr viele Gedankengänge, Monologe, Dialoge aber recht wenig und gar nicht ausgemalte Handlungen. Eine große Schlacht kann bei ihm schon mal mit wenigen Zeilen abgehandelt sein.
Als ich das Buch vor etlichen Jahren gelesen hatte, war ich auch nicht besonders angetan davon.
Es werden so gut wie keine technischen Erklärungen geliefert, statt dessen einfach Dinge vorausgesetzt. Die Welt ist nun mal innerhalb dieses Universums genau so und muss nicht weiter erklärt werden. Da erscheinen dann manche Dinge recht unglaubwürdig und scheinen sich auch zu widersprechen. So etwas mochte ich eben früher noch weniger.
Heute kann ich das besser tolerieren und muss sagen, dass ich sehr viel mehr Spaß an dem Buch hatte und es richtig gut fand.
Außerdem sah ich erst jetzt, dass "Der Wüstenplanet" Teil einer Trilogie ist.
Diese Trilogie wird durch eine weitere ergänzt und diese wiederum durch zwei weitere Bände abgeschlossen und damit fängt das Elend an.
Denn, nur die beiden ersten Trilogien, also insgesamt sechs Bücher, stammen von Frank Herbert.
Die Vollendung dieser beiden Trilogien, also den Abschluss des Werkes von Frank Herbert, übernahm dessen Sohn Brian Herbert und zwar gemeinsam mit anderen Autoren.
Wie das kam, stelle ich aus dem Vorwort der Autoren aus "Die Jäger des Wüstenplaneten" hier mal als komplettes Zitat ein:
Vorbemerkung der Autoren


Wir wünschten, Frank Herbert hätte dieses Buch noch schreiben können.

Auch nach der Veröffentlichung von Die Ketzer des Wüstenplaneten (1984) und Die Ordensburg des Wüstenplaneten (1985) hatte er noch große Pläne für die Reihe. Er wollte das Dune-Epos mit einem phantastischen, gewaltigen Höhepunkt beschließen, und wer Ordensburg gelesen hat, kennt das geradezu quälend offene Ende des Romans.

Frank Herberts letzter Roman, Mann zweier Welten, entstand in Zusammenarbeit mit Brian, und die beiden überlegten bereits damals, gemeinsam an kommenden Dune-Romanen zu arbeiten, um insbesondere die Geschichte von Butlers Djihad zu erzählen. Doch angesichts Franks wunderschöner Widmung in Die Ordensburg und des Nachworts, das seine Liebe und Anerkennung für seine Frau Beverly zum Ausdruck brachte, wollte Brian die Dune-Chroniken ursprünglich mit jenem Band enden lassen. Wie er in Der Träumer des Wüstenplaneten, seiner Frank-Herbert-Biographie, erklärte, hatten seine Eltern beim Schreiben ein Gespann gebildet, und nun waren beide gestorben. Viele Jahre lang rührte Brian die Dune-Reihe nicht an.

1997, mehr als zehn Jahre nach dem Tod seines Vaters, erörterte Brian erstmals mit Kevin J. Anderson die Möglichkeit, das Projekt zu vervollständigen und den legendenumwobenen siebten Dune-Band zu schreiben. Doch anscheinend hatte Frank Herbert keinerlei Aufzeichnungen hinterlassen, und so gingen wir davon aus, das große Unterfangen allein auf der Grundlage unserer eigenen Phantasie angehen zu müssen. Nach weiteren Diskussionen wurde uns klar, dass wir eine Menge Vorarbeit zu leisten hatten, bevor wir uns Dune 7 zuwenden konnten. Es ging nicht nur darum, das Fundament für die Geschichte selbst zu legen – wir mussten auch das Lesepublikum und eine ganz neue Lesergeneration wieder an die unglaubliche, beeindruckende Vision des Dune-Universums heranführen.

Seit der Erstveröffentlichung von Die Ordensburg des Wüstenplaneten sind nun mehr als zwanzig Jahre vergangen. Obwohl zahlreiche Leser den ursprünglichen Klassiker Der Wüstenplanet oder auch die ersten drei Bände der Reihe sehr schätzen, haben viele nicht bis zum letzten Band weitergelesen. Wir mussten also neues Interesse wecken und diese Leser auf das vorbereiten, was sie erwartete.

Wir beschlossen, zuerst einmal eine Prequel-Trilogie zu schreiben – Haus Atreides, Haus Harkonnen und Haus Corrino. Als wir bei den Vorbereitungen zu Haus Atreides Frank Herberts Notizen durchstöberten, erfuhr Brian unerwartet von zwei Schließfach-Kassetten, die sein Vater vor seinem Tod an sich genommen hatte. In den Kassetten entdeckte Brian zusammen mit einem Notar ein Nadeldruckermanuskript und zwei altmodische Computerdisketten, die mit »Dune 7 Handlungsentwurf« und »Dune 7 Notizen« beschriftet waren. Hier war detailgenau festgehalten, was der Schöpfer des Wüstenplaneten geplant hatte.

Bei der Lektüre des Materials erkannten wir sofort, dass Dune 7 die Reihe zu einem überwältigenden Höhepunkt bringen würde. Der Entwurf verknüpfte die uns wohlbekannte galaktische Historie und die Figuren in einer spannungsgeladenen Geschichte voll unerwarteter Wendungen und Überraschungen. Darüber hinaus fanden wir zusätzliche Notizen, die Figuren und ihre Lebensgeschichten beschrieben, seitenweise unbenutzte Epigramme und Entwürfe für andere Werke.

Jetzt, da wir einen Fahrplan vor Augen hatten, stürzten wir uns in die Arbeit an der Dune-Prequel-Trilogie, in der wir die Lebensgeschichten von Graf Leto und Lady Jessica, des bösen Barons Harkonnen und des Planetologen Pardot Kynes erzählten. Anschließend schrieben wir die Legenden des Dune-Universums nieder – Butlers Djihad, Der Kreuzzug und Die Schlacht von Corrin –, in denen die Konfliktlinien und Ereignisse etabliert werden, die die Grundlage des gesamten Dune-Universums bilden.

Frank Herbert war unbestreitbar ein Genie. Der Wüstenplanet ist der meistverkaufte und beliebteste SF-Roman aller Zeiten. Bei unserem monumentalen Unterfangen war uns von Anfang an klar, dass es nicht nur unmöglich, sondern auch unklug wäre, Frank Herberts Stil zu imitieren. Sein Werk hat uns beide stark beeinflusst, und einige Fans haben auf gewisse stilistische Ähnlichkeiten hingewiesen. Zwar haben wir diese Bücher geschrieben, um die gewaltigen Maßstäbe und die Atmosphäre der Dune-Romane einzufangen und dabei auch Aspekte von Frank Herberts Stil aufgegriffen, doch wir haben uns an unser eigenes Tempo und unseren eigenen typischen Satzbau gehalten.

Wir dürfen mit Zufriedenheit feststellen, dass die Verkaufszahlen von Frank Herberts ursprünglichen Dune-Romanen seit der Veröffentlichung von Haus Atreides in die Höhe geschnellt sind. Darüber hinaus entstanden zwei sechsstündige Fernseh-Miniserien – Frank Herbert's Dune und Frank Herbert's Children of Dune –, die sich großer Zuschauerzahlen und allgemeiner Anerkennung erfreuten (darüber hinaus haben sie einen Emmy Award gewonnen).{1} Es handelt sich um zwei der drei meistgesehenen Fernsehproduktionen in der Geschichte des US-amerikanischen Sci-Fi-Channels.

Und schließlich, nach mehr als neun Jahren Vorbereitung, denken wir, dass die Zeit reif ist für Dune 7. Beim Studium von Frank Herberts Entwürfen und Notizen haben wir festgestellt, dass das Ausmaß und die epische Breite der Geschichte einen Roman von mehr als 1300 Seiten erfordert hätten – aus diesem Grund wird die Geschichte in zwei Bänden veröffentlicht.

Der größte Teil des Epos ist nach wie vor ungeschrieben, und wir beabsichtigen, ihn um noch viele aufregende Romane zu erweitern, um andere Teile der großen, schillernden Geschichte zu erzählen, die Frank Herbert vorgezeichnet hat. Die Saga des Wüstenplaneten ist alles andere als vorbei!



BRIAN HERBERT und KEVIN J. ANDERSON, April 2006
Daraus greife ich eine Zeile heraus: "Der größte Teil des Epos ist nach wie vor ungeschrieben, und wir beabsichtigen, ihn um noch viele aufregende Romane zu erweitern..."
Aufregend. Ja, genau so empfinde ich nämlich auch. Die neuen Autoren schreiben viel aufgeregter und eher passend für eine Verfilmung. Manche Erklärungen für Zusammenhänge werden wiederholt, was sich dann wie ein Fortsetzungsroman anfühlt, wo man die Leser immer wieder erinnern muss, was schon passiert ist und wieso. Die Personen reagieren hektischer und Szenen werden detaillierter Beschrieben, mehr Aktion, lauter, schneller und irgendwie billiger, eher beliebig. Trotzdem sehr unterhaltsam.

Ich bin ja kein Literaturkritiker. Worauf ich hinweisen möchte, ist die Schwierigkeit, sich für die Lese-Reihenfolge zu entscheiden. Für mich ist zB ein Kampf auf Leben und Tod weniger spannend, wenn ich genau weiß, dass in einem folgenden Buch (das ich schon gelesen habe), die Beteiligten alle noch lebendig sind. Deshalb macht es einen gewissen Sinn, in der passenden Reihenfolge zu lesen.
In diesem Falle wäre die Reihenfolge dann durch die zeitliche Abfolge innerhalb des "Dune-Universums" gegeben, nicht aber durch die Reihenfolge der Veröffentlichungen. Wer also (wie ich) mit "Der Wüstenplanet" von Frank Herbert beginnt (dem zu aller erst veröffentlichten Buch), startet also mitten drin.
Ja, und dann entstehen ja immer noch weitere Bücher, die sich nicht an irgendwelche Vorgaben halten und Geschichten von irgendwann innerhalb des "Dune-Universums" erzählen. Verzwackt.

Die folgende Liste mit einer Reihenfolge ist nicht offiziell. Die habe ich mir teilweise aus den Fingern gezogen:
01. Butlers Djihad
02. Der Kreuzzug
03. Die Schlacht von Corrin
04. Der Thron des Wüstenplaneten
05. Die Mentaten des Wüstenplaneten
06. Die Navigatoren des Wüstenplaneten
07. Das Haus Atreides
08. Das Haus Harkonnen
09. Das Haus Corrino
10.Der Herzog von Caladan / Caladan Trilogie Bd.1
11.Die Herrin von Caladan / Caladan Trilogie Bd.2
12.Der Erbe von Caladan / Caladan Trilogie Bd.3 (vor September 2023)
13. Der Wüstenplanet
14. Paul Atreides
15. Der Herr des Wüstenplaneten
16. Stürme des Wüstenplaneten
17. Die Kinder des Wüstenplaneten
18. Der Gottkaiser des Wüstenplaneten
19. Die Ketzer des Wüstenplaneten
20. Die Ordensburg des Wüstenplaneten

21. Die Jäger des Wüstenplaneten
22. Die Erlöser des Wüstenplaneten
23. Träume vom Wüstenplaneten
Die unterstrichenen Titel sind von Frank Herbert, wenn man so möchte also das Original.
Nummer 23. "Träume vom Wüstenplaneten" habe ich noch nicht gelesen, es enthält aber einige kürzere Geschichten, die womöglich zu unterschiedlichen Zeiten spielen.

Die Nummern 01 ... 12 kann man jeweils in Trilogien unterteilen und bei 10, 11, 12 fehlt die letztere noch, soll aber noch vor September 2023 erscheinen.
Wer also mit 01. "Butlers Djihad" beginnen möchte, sollte vielleicht langsam genug lesen, damit er dann die Reihenfolge durchgehend einhalten kann, zumindest, bis dann die nächsten Veröffentlichungen kommen mögen.


Man merkt schon, dass ich es darauf anlege, meine eigene Empfehlung auszusprechen:

13 bis 22 macht den größten Sinn, zusammen und in der Reihenfolge auch gelesen zu werden.
Darin enthalten sind die (für mich besseren Romane) von Frank Herbert. 14. "Paul Atreides" und 16. "Stürme des Wüstenplaneten" muss man dazu nicht lesen, will man sie aber lesen, dann am ehesten in die Reihenfolge eingepasst. Da machen sie den größten Sinn und ergänzen die Originalgeschichte. Sie nachträglich noch zu lesen, geht natürlich, kostete mich aber schon teilweise Überwindung.

Wer nur die Originalgeschichte von Frank Herbert haben möchte, kann es gut und gerne auch bei seiner ersten Trilogie belassen. Das wären dann die Nummern 13, 15 und 17, wobei ich dringend empfehlen würde, zumindest nach Nummer 13 auch Nummer 15 zu lesen, also auch den zweiten Band der Reihe von Frank Herbert. Diese beiden Bücher zusammen haben für mich einen gewissen Kult-Status. Nur der erste Band "Der Wüstenplanet", den ich früher ja schon mal gelesen hatte, ist zu wenig. In "Der Herr des Wüstenplaneten" wird die Geschichte nicht einfach nur fortgesetzt, sie nimmt dort ihren Lauf.

Ja, genau das ist aber dann auch so ein Problem. Wenn es einem dann so geht, wie mir, liest man eben doch weiter und weiter und weiter und am Schluss ärgert man sich dann doch, weil man besser gleich in der richtigen Reihenfolge alles gelesen hätte.
Wer schließlich die beiden originalen Frank Herbert Trilogien gelesen hat (13, 15, 17, 18, 19, 20), möchte unbedingt auch den Schluss lesen, also die Nummern 21 und 22.
Man sieht es schon, das sind acht Bücher und dann kann man auch gleich zehn nehmen und damit die Nummern 14 und 16 hinzu bekommen.

Wer dann vom "Dune-Universum" so gefesselt ist, kann die "Prequell-Trilogien" auch außerhalb der eigentlichen Reihenfolge lesen und auf weitere Veröffentlichungen warten. Es gibt eine "Zeittafel des Dune-Universums", die ich hier nicht zitieren will, aber sie umfasst etwa 16.000 Jahre. Vor 10.000 Jahren hatten wir Ackerbau und Viehzucht noch nicht erfunden. Da gibt es also jede Menge Platz für viele weitere Geschichten!
 

dettus

Bicycle User
Hat ein paar Problematische Stellen. Aber auch ein paar sehr fortschrittliche.
 

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dettus

Bicycle User
Problematisch? Inwiefern?
Ausdruecke wie "Neger", "Wilde" etc. die nunmal der Zeit geschuldet sind!
Zudem werden in einem Kapitel Tiere zum Spass erschossen.

Gleichzeitig finden sich aber auch Kritiken am Umgang der Kolonialmaechte mit den unterdrueckten Voelkern, sowie Forderungen nach Fair-Trade Handel (mit Perlen) was ich als fortschrittlich bewerten moechte.
 

marmorkuchen

Well-Known Member
Ausdruecke wie "Neger", "Wilde" etc. die nunmal der Zeit geschuldet sind!
Zudem werden in einem Kapitel Tiere zum Spass erschossen.

Gleichzeitig finden sich aber auch Kritiken am Umgang der Kolonialmaechte mit den unterdrueckten Voelkern, sowie Forderungen nach Fair-Trade Handel (mit Perlen) was ich als fortschrittlich bewerten moechte.
Ach so, verstehe. Danke für die Aufklärung. Ich hatte mich schon gewundert. :)
Natürlich muss man die Klassiker immer im Zeitkontext sehen, habe damit aber auch kein Problem. Bin ja schon groß :)
 

pit234a

Well-Known Member
Natürlich muss man die Klassiker immer im Zeitkontext sehen
eben.
So habe ich zB auf meiner Liste Karl May und bevor ich zum "Wüstenplanet" schweifte, etwa die Hälfte seiner gesammelten Werke gelesen. Davor Wilhelm Busch, den ich außerordentlich mag. Davor Jack London....
Man kann diese Liste sicher lange fort führen. Und wir sollten nicht so überheblich sein, von unseren "modernen" Ansichten dermaßen überzeugt zu sein, dass wir die Ansichten und Empfindungen anderer Epochen von vornherein ächten, Bücher verbieten oder anpassen wollen.
Ein gutes Beispiel für ein wirklich missratenes Buch, voller Klischees, herab-würdigender Darstellung fremder Völker und voller fragwürdiger Vorbilder ist "die Bibel". Ich habe noch nie gehört, dass die deshalb verboten werden soll.
An den armen Karl May wagt man sich schon eher ran.
 

Andy_m4

Well-Known Member
Und wir sollten nicht so überheblich sein, von unseren "modernen" Ansichten dermaßen überzeugt zu sein, dass wir die Ansichten und Empfindungen anderer Epochen von vornherein ächten, Bücher verbieten oder anpassen wollen.
Ja. Man muss ja auch immer davon ausgehen, das die Entwicklung weiter geht. Vieles was heute geschrieben wird, wird in 100 Jahren auch anders gesehen werden. Jedes Werk ist auch immer ein Kind seiner Zeit.
Aber zumindest hier gibts ja darüber offenbar auch einen Konsens.

Ich habe noch nie gehört, dass die deshalb verboten werden soll.
Von Verbot spricht ja auch keiner ernsthaft.
Worüber man diskutieren kann, ob Werke angepasst werden sollten. Aber auch das wäre nix Neues.
 

marmorkuchen

Well-Known Member
Ja. Man muss ja auch immer davon ausgehen, das die Entwicklung weiter geht. Vieles was heute geschrieben wird, wird in 100 Jahren auch anders gesehen werden. Jedes Werk ist auch immer ein Kind seiner Zeit.
Aber zumindest hier gibts ja darüber offenbar auch einen Konsens.


Von Verbot spricht ja auch keiner ernsthaft.
Worüber man diskutieren kann, ob Werke angepasst werden sollten. Aber auch das wäre nix Neues.
Gegen eine Anpassung bin ich aber auf jeden Fall. Die Werke stehen für sich. Was ich mir noch gefallen lassen würde, wäre eine kurze einführende Bemerkung zum Text mit dem Hinweis zur damaligen Zeit. Zumindest bei Kinderbüchern, bei Lektüre für große dagegen sollte man auf das verstehende Lesen setzen. Wofür waren wir schliesslich in der Schule? :)
 

Andy_m4

Well-Known Member
Gegen eine Anpassung bin ich aber auf jeden Fall. Die Werke stehen für sich.
Wie gesagt. Solche Anpassungen sind nicht neu. Die gabs schon immer. Weil sich ja auch Sprache verändert. Die Bedeutungen von Worten sich wandelt, Worte wegfallen usw.
Oder allein der Bereich Übersetzung. Da geht ja auch durchaus das Ein oder Andere verloren.

wäre eine kurze einführende Bemerkung zum Text mit dem Hinweis zur damaligen Zeit.
Das könnte man machen. In der heutigen Zeit mit der ganzen Computertechnik hätte man ja ohnehin mehr Möglichkeiten. Man könnte zu einem Buch ja z.B. ne Versionshistorie haben. Und/oder das man bei einer Übersetzung auch aufs Original zurückgreifen kann. usw.

Zumindest bei Kinderbüchern
Schwierig. Beispielsweise Grimms Märchen waren ursprünglich auch mal viel brutaler und sexuell aufgeladener. Die will man ja seinem Kind vielleicht nicht unbedingt zum lesen geben, einführende Bemerkung hin oder her. :-)

Wofür waren wir schliesslich in der Schule?
Das frag ich mich auch immer wieder. :-)
 

pit234a

Well-Known Member
Schwierig. Beispielsweise Grimms Märchen waren ursprünglich auch mal viel brutaler und sexuell aufgeladener. Die will man ja seinem Kind vielleicht nicht unbedingt zum lesen geben, einführende Bemerkung hin oder her. :-)
die waren aber auch ursprünglich nicht ausdrücklich für Kinder gedacht.
Womit wir ja bei einem schönen Thema sind, wie Zeiten sich ändern. Natürlich kann ich nicht in die Zukunft sehen und irre auch oft, es täte mich aber nicht wundern, wenn wir von einigen der heute üblichen Grundsätze bei der Erziehung und Bildung unserer Kinder ab rücken werden.
 

d4mi4n

volksoperator on duty
Huhu, jetzt war ich schon so lange nicht mehr hier…
Ich finde alles von Neal Stephenson super.
Seine detailreichen Erklärungen verlieren sich zwar ab und an aber sonst super gemacht. Den kompletten Barockzyklus hatte ich in 7 Monaten durch. Die Bücher erinnern ja an Bibeln in Bezug auf Papierstärke und Schriftgrösse.
Cryptomicon war mein erstes Buch von ihm und ist gaaaaanz los betrachtet eine Weiterführung vom Barockzyklus, auch wenn es nur die Nachfahren der Hauptpersonen des BZ sind, die darin vorkommen.
Seven Eves und Anathema hatten mich echt gefesselt. Reamde war auch ganz gut, aber bei Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. hatte ich irgendwann am Anfang das Lesezeichen reingelegt und seit dem nicht mehr weitergemacht. An Weihnachten gabs Corvus. Mal sehen, ob das wieder fesselt.
Sonst lagen bevor meine Kinder da waren alle Star Wars Romane (die alten…) ganz hoch im Kurs.
Weniger technisch oder geekig habe ich viele Romane von David Baldacci. Sehr zu empfehlen!
Zum Schluss noch mein Favorit der letzten Jahre neben Neals Büchern: Der Schwarm.
 

Macke1979

Well-Known Member
Ich lese eigentlich so ziemlich alles, zähle beispielsweise zu den Menschen, welche die Tolkien-Bücher um Mittelerde alle paar Jahre mal lesen (und ja, ich beharre noch immer darauf, dass mir Das Silmarillion ein wenig besser gefällt als Der Herr der Ringe XD). Aber nicht nur die übliche Unterhaltungsliteratur hat es mir angetan, die romantische Epoche (hier insbesondere Joseph von Eichendorff) als auch beispielsweise Surrealismus/Expressionismus zählen zu den eben den Literaturgattungen, die heute viel zu wenig beachtet werden. Außer Günter Grass (meiner Meinung nach der wichtigste Autor des 20. Jahrhunderts) sollte man vor allem noch Wolfgang Koeppen erwähnen, der außer Tauben im Gras (sein wohl bekanntestes Werk) noch einige andere tolle Bücher veröffentlicht hat, vor allem sein Debütroman Eine unglückliche Liebe, den er zur Zeit des dritten Reiches verfasste, hat mich schwer beeindruckt.
 

pit234a

Well-Known Member
Interessant. Welche meinst du?
nein, ich glaube nicht, dass wir das so hier diskutieren sollten, zumal es auch nicht so gemeint war.
Es ging ja um den Umgang mit Texten aus anderen Zeitaltern, mit entsprechend anderen, geistigen Hintergründen und wie man damit heute verfahren soll, auch im Hinblick auf den Schutz der Jugend und vor allem der Kinder.
Wenn wir alleine nur auf die Deutsche Geschichte schauen, können wir ja da mehrere Wandlungen sehen. Treue zu Kaiser und Vertrauen in Gott, Nationalstolz, Sauberkeit, Pünktlichkeit standen für längere Zeiträume im Zentrum der Gesinnung und Erziehung. Die Methoden zur Vermittlung dieser Inhalte verstießen oft gegen das, was wir heute als Menschenwürde ansehen und ich glaube, dass dabei auf tatsächlich viel Schaden angerichtet wurde.
In kürzerer Vergangenheit kamen dann auch noch solche Dinge vor, wie gutes Arbeiten, Geduld und Ausdauer. Ziel der Erziehung schien es zu sein, ein taugliches und funktionierendes Mitglied der Gesellschaft, sprich, des Industriestaates zu sein.
Heute setzt man ja eher darauf, den mündigen und selbstbestimmten Staatsbürger zu erziehen, der am öffentlichen Diskurs teilhaben kann.
In jeder Epoche glaubten die Verantwortlichen und die ausführenden Organe daran, alles gut und richtig zu machen und das gilt für uns heute nicht weniger. Wäre ja auch komisch, wenn man wissentlich etwas falsch machen wollte.
Aber genauso, wie das den anderen Epochen erging, vermute ich eben, dass es auch uns ergehen wird und irgendwann nicht mehr für der Weisheit letzter Schluss gehalten wird, was wir heute dafür annehmen.
Und insofern kritisiere ich halt den Absolutheitsanspruch, aus unserer heutigen Sicht und unserem derzeitigen Verständnis heraus, Texte aus anderen Epochen zu verbannen, zu verändern oder überhaupt nur zu kritisieren. Die stehen halt für ihre Epoche und sind in ihrem Umfeld entstanden und meiner Ansicht nach können sie auch gut dabei helfen, diese Zeiten besser zu verstehen, wenn man sie so lässt, wie sie damals geschrieben wurden.
 

pillow

Well-Known Member
hi,

diesmal die lesenswerte Dystopie Die Optimierer von Theresa Hannig, der Schreibstiel ist "einfach" was der Story nicht schadet.
Das Buch lässt sich angenehm in einem rutsch lesen, klare Empfehlung für zwischendurch ;-)


ciao
 
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