CAD für Unix

kornverlust

Active Member
Guten Tag!

Nachdem ich bald mit dem Studium beginne, und ich in diesem auch Sachen konstruieren muss, stellt sich die Frage, ob es entsprechende CAD Programme für Unix (BSD, meinetwegen auch Linux, das is mir schon fast egal, hauptsache, kein Windows, MacOS auch nicht:-) gibt.

Erst einmal will ich mich auch gar nicht festlegen, ob es 3D oder 2D sein soll, ich werde beides benötigen, je mehr laufen, desto besser.

Die beste Möglichkeit wäre natürlich, wenn die heißen Eisen wie CATIA, Pro/Engineer und Solidworks in wine oder ähnlichem laufen.
Hat jemand damit Erfahrungen gemacht?

Ich habe eine Weile gegoogelt, es kamen jedoch immer nur ziemlich alte Forenthreads zum Vorschein.
Vielleicht weiß man hier mehr. Ich werde auch in anderen Foren Topics eröffnen, aber erstmal wollte ich hier nachfragen, denke, hier sind die Leute am kompetentesten...
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Teammitglied
Schaue dir mal für 2D Ribbonsoft Qcad unter http://www.ribbonsoft.com/qcadlib.html an. Wenn es um generische Einsatzzwecke geht, ist es völlig ausreichend. Schnell, zuverlässig und komaptibel. Versagt allerdings wie fast alle ähnlichen Produkte darum, wenn es um Systemintegration seitens der Komponentenanbieter geht. Die sind halt von Autodesk vereinnahmt. Gut, ich könnte euch jetzt noch meine Meinnung über Autocad kundtun, aber das lasse ich lieber. :)
 

mousaka

getting older
Was wirst du den studieren? Die Anforderungen an das CAD (egal wieviele Dimensionen) sind da schon unterschiedlich.

Als (Industrie-)Designer kommst du evtl. mit Blender schon weit. Im Maschinenbau eher nicht und für Architektur kann ich es schlicht nicht beurteilen.

Am Besten machst du dich mal schlau was dein Studienplatz verwendet oder vorauf du evtl. bereits Vorkenntnisse hast.

Die "grossen" Maschinenbau-CADs (Pro/E, Catia, NX) gibts teilweise für Linux oder dann meist aus historischen Gründen für die proprietären Unix (Irix, HP UX, Solaris, AIX). Für die *BSD ist mir aber nichts bekannt.
Der Trend zu Linux für die CAD-Hersteller war vor einigen Jahren noch stärker, vermutlich sind nicht so viele (kommerzielle) Anwender umgestiegen wie erhofft.
Meist werden nur die Linux-Varianten mit Support offiziell untersützt, allen voran RedHat Enterprise Linux Workstation oder Suse Linux Enterprise Desktop. Mit Gebastel läuft es jedoch auch auf anderen Systemen.

Als open-source CADs kommt mir nur QCAD (nur 2D) oder OpenCASCADE (3D) in den Sinn. Beide Programme sind übrigens in den Ports zu finden.:)

Ein CAD würde ich aber bis heute nicht in einer virtuellen Umgebung einsetzen, so gross ist der Resourcenhunger solcher Software.

mousaka
 

kornverlust

Active Member

Die WineDB habe ich natürlich schon durchgeguckt, allerdings sind die Daten bezüglich meiner Programme relativ alt.
Dachte mir halt, vielleicht weiß zufällig einer was neueres.


Yamagi: QCAD hab ich mir mal geholt, läuft einwandfrei, danke!

mousaka: Ich werde Mechatronik studieren, also eher Maschinenbau, was Design angeht. Ich weiß, dass meine FH Solidworks und Catia einsetzt...
Die "grossen MaschinenbauCADs gibts übrigens meines Wissens nach NICHT mehr für Linux. Von Pro/E und Catia weiß ich, dass Versionen dafür nicht mehr entwickelt werden. Als ich das gelesen habe, war das ein herber Rückschlag.

Ob das jetzt mit Gebastel gelaufen wäre oder nich... Ich bin dann Student, ich hab ja genügend Zeit...:-)

Zum CAD in virtueller Umgebung:
Normalerweiße würde ich dir Recht geben. Allerdings gehe ich davon aus, dass selbst an der FH nicht zwangsweiße die neuesten (recourcenhungrigsten?) Funktionen benutzt werden.
Und weil ein im Gegensatz zu PCs vor 4 Jahren wirklich FETTER Quadcore auch nur noch 200€, und eine äußerst potente Grafikkarte das gleiche, kostet, vermute ich mal, auch so etwas würde funktionieren.
 

minuseins

has spoken
Wie "mousaka" schon richtig geschrieben hat, ist es vorallem von Interesse was du studierst und mit was deine Uni arbeitet.

Meistens sind die Lernmaterialien nämlich darauf abgestimmt und über die Uni bekommst du preisgünstige Studentenversionen.

Erfahrungen auf FreeBSD habe ich mit keinen der unten genannten Applikationen

Kommen wir zu den TOP/BIG 3 Maschinenbau CAD Applikationen

---[ Pro/E

Gibt es nativ auch für Linux. Funktioniert recht gut und brauchbar.

---[ UG NX

Gibt es ebenfalls auch für Linux. Brauchbar.

---[ CATIA V5 & V6

Kein offizieller "Native" Port für Linux verfügbar. Läuft nicht mit WINE auf Linux.
Läßt sich, entsprechende Hardware vorrausgesetzt, recht gut mit Linux und VMWare o. Virtuabox mit 3D Beschleunigung auf einem Linux betreiben. Tendenziell würde ich eher zu Virtuabox raten, da gefühlt stabiler, schnelller.

Kommen wir zu den TOP/BIG 3 der 3D Graphic Designer:

---[ Maya

Läuft nativ unter Linux. Sehr gute Unterstützung.

---[ Softimage (gut... läßt sich streiten ob Lightwave nicht häufiger verwendet wird)

Läuft nativ unter Linux. Brauchbar.

---[ 3DS MAX

Gibt es nicht unter Linux. WINE Unterstützung aktueller Versionen unbekannt.
Ich nehme an, es läuft mit einer Virtuabox + Linux Kombination ebenfalls ohne große Probleme. MAX habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr verwendet.

IMHO TOP 2 freie und kostenlose Alternativen 3D Maschinenbau:

  1. BRL-CAD
  2. OpenCACADE bzw. FreeCAD

IMHO TOP 4 kostenlose Alternativen 3D Design

  1. Blender (Leider ein obskures Bedienkonzept, aber tatsächlich so ziemlich das Beste was man finden kann)
  2. Sketchup (Windows & MAC, kostenlos aber nicht OpenSource, aber um schnell Ideen zu "sketchen" genial..., Pro kostet aber gut Geld.)
  3. K3D
  4. Truespace 3D (Windows only, kostenlos aber nicht OpenSource - brauchbar)

Ansonsten gibt es spezielle Applikationskombinationen um entsprechendes zu erreichen. (e.g. Wings 3D, PovRay, Milkshape(unfreil), Bryze, gmesh, etc. ), aber das ist dann eher Fortgeschritteneren zu empfehlen.

da minus
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Teammitglied
Das mit Blender und obskurem Bedienkonzept kann ich so nicht stehen lassen. Ich bin vor knapp 2 Jahren von Maya auf Blender gewechselt. Grund war vor allem, das ich in Maya auf FreeBSD (lief / läuft dank Linux-ABI-Kompatiblität einwandfrei) keine Zukunft sah. Motif war schon fast immer eine Zumutung, aber im Jahr 2007 war der Punkt gekommen wo man sich ernsthaft fragen musste, ob man den Krampf noch ertragen wollte. Besserung war und ist nicht zu erwarten, Autodesk hat ungefähr so viel Interesse an Linux wie Steve Ballmer am iPod. Etwas, was mir diese Firma auch mit ihren anderen Produkten immer wieder gezeigt und mir auch mal direkt in das Gesicht gesagt hat. Aber egal. Ich begann dann mit Blender. Der Einstieg war eklig, aber schnell machte ich die gleiche Erkenntnis wie einige Jahre zuvor mit Vim. Blender mag abschreckend sein, aber wenn man es erst einmal wirklich drauf hat und das Konzept im Schlaf erklären kann, ist Blender genial. Man hat das Gefühl, dass das Programm von Personen entwickelt wurde, die es selbst nutzen. Bei Maya hatte ich es nie. Das Programm blockierte mich. Und die Möglichkeiten. Ja, Maya mag noch mehr können, gerade wenn es um hochspezielle Dinge geht. Aber mal ehrlich. Als privater Nutzer braucht man das eher nicht.
 

minuseins

has spoken
@yamagi...

Dennoch bleibt die Bedienung von Blender "obskur" ergo "nicht intuitiv".
Die Bedienung in Blender ist zum größten Teil schlüssig, aber eben nicht auf den ersten Blick einleuchtend. Analaog verhält es sich mit auch mit vi.

Verstehe mich nicht falsch. Ich liebe meinen vi/vim. Die Bedienung ist nachvollziehbar und schlüssig, aber eben nicht selbsterklärend und definitiv Eigen. Ähnlich verhält es sich mit Blender.

Gut vielleicht bin ich etwas kritisch gegenüber Blender, den hier kam erschwerend hinzu, das ich seit 4 Jahren privat nur noch auf Notebooks unterwegs bin, die alle keinen dedizierten Nummernblock haben. Das macht das Wechseln der Ansichten etwas aufwendiger, insbesondere wenn man die Tasten nicht frei belegen kann. :grumble:

Wenn man sich aber an das Bedienkonzept gewöhnt hat, geht eigentlich alles recht flüssig von der Hand. Das kennt man dann auch von vi. Dennoch bleibt das Bedienkonzept "obskur". Im übrigen fand ich Maya auch nicht so wirklich Anwenderfreundlich wie immer gesagt worden ist, aber die meisten Anwender kommen schneller und intuitiver damit zurecht.

Das man Bedienoberflächen auch einfach gestalten kann zeigen NX6, stellenweise CATIA V5, etwas besser V6 und insbesondere Sketch-Up. Auch gibt es immer mal wieder schöne Beispiele wie sich bestimmte Aktionen intuitiv und mit wenig Aufwand erledigen lassen, bei denen andere Programme meinen, sie müssen besonders viele Optionen und Schalter zeigen.
 
E

ex-user_4198

Guest
Ich benutze immer Qcad. Bin aber kein Hirsch darin. Für meine Ansprüche (Modellbau) reicht es völlig.
 

nintendo

Please don't sue us!!
QCad ist ganz OK, es gibt sogar kostenlos zusätzliche Vorlagen vom Hersteller (z.B. Schrauben nach DIN... usw.)

Inwiefern man das professionell benutzen kann, kann ich leider nicht sagen... Ich hatte 1 Semester Konstruktionslehre, leider ohne CAD :P
Ich denke wenns unbedingt AutoCAD sein muss, dann ist man gut bedient... Bei OpenSource Software ist das immer so eine Sache, man muss meistens improvisieren und Improvisation kostet Zeit ;(
 

mousaka

getting older
Ich würde auf einen guten Import/Export von IGES- und STEP-Dateien achten, da diese Formate häufig für den Datenaustausch zwischen den CAD-Systemen gebraucht werden. Immer mehr Hersteller bieten Ihre Produkte auch als 3D-Daten (meist mit reduziertem Innenleben) an, häufig über traceparts oder 3D Content Central. Für populäre CADs gibts die Daten meist nativ, für alle anderen in den beiden obigen Formaten.
Achja, für die 2D-Welt natürlich DXF!

mousaka
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Teammitglied
@minuseins
Achso ok, dann habe ich dich in Teilen falsch verstanden. Sorry :)
 

emha

Well-Known Member
Ding Dong!

Hallo Forum,

schade, dass sich in diesem Thread keine differenziertere Unterscheidung der einzelnen Programme herausgebildet hat. (liest das hier noch einer oder sollte ich einen neuen Thread erstellen?)
Mein 'Problem': ein (elektr.) angetriebenes, horizontales 'Backrad' über einer Feuerstelle mit zusätzlicher (elektr.) Oberhitze.

Ich starte mal mit Blender und warte derweil auf irgendwelche Antworten.

LG,
emha


Nachtrag:
Zu 'meinem Problem': Ich möchte dieses 'Backrad' jemandem veranschaulichen, also am besten eine 3D Animation erstellen.
- 2D zeichnen auf einem Brett kann ich...
- Worauf habe ich zu achten (z.B. Dateiformate zur Weiterverarbeitung von 2D -> 3D (openscad))
- ?
 
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