Wie kann ein solcher Konflikt vermieden werden oder wie zukünftig gelöst werden?
Einfache Lösung gibt es meines Wissens nach nicht, deshalb wähle ich in solchen Fällen fast immer das Vermeiden. Das heißt, an der Stelle, wo mir das zukünftige Chaos in meiner Installation angezeigt wird und ich mit "y" bestätigen müsste, da sage ich einfach "n" für nein und behalte mein System, wie es eben ist. Ich verzichte also dann auf einige Anwendungen und suche Alternativen.
Das ist relativ schlapp.
Aber es ist auch eine Folge früherer Erfahrungen. Denn die Ursache für solche Tumulte sind meist unsinnige Abhängigkeiten und Versionskonflikte.
Da will das neue Programm meist an den gleichen Platz gleiche Dateien installieren, wie sie bereits vorhanden sind. Oder es werden zwei sich ausschließende Mechanismen gegenübergestellt. Um das zu lösen, muss man sich die Abhängigkeiten aller beteiligter Programme ansehen und einen Weg finden, mit dem alle zufrieden sein können. Dazu muss die Liste der vorgegebenen Abhängigkeiten manipuliert werden (was man niemals machen sollte und was nicht lange hält). Das ist furchtbare Schinderei und immer auch irgendwo unsauber. Mit Paketen lässt sich das eher gar nicht lösen, weil da die Abhängigkeiten ja fest vorgegeben sind, also nicht eine Liste lokal auf deinem PC liegt.
Eine andere Lösungsstrategie ist es, zu warten bis sich die Knoten von selbst gelöst haben, bis also die Hersteller der Programme gleich gezogen haben und ihre Abhängigkeiten wieder zueinander passen. Dann schließlich noch warten, bis das auch in FreeBSD in die Ports fließt und dann nochmal, bis daraus Pakete werden. Das funktioniert nicht unbedingt immer, aber bei vielen derartigen Problemen kann tatsächlich abwarten helfen.
Oder der Weg über Ports statt mit Paketen, weil man da verschiedene Abhängigkeitskonflikte besser vermeiden kann und weil da die Versionen vielleicht schon wieder besser zueinander passen.
Alternativ Ubuntu nehmen. Oder was anderes, wo mehr Leute dran arbeiten, diese Umgebungen konsistent zu halten und daher schneller liefern können.
Das meine ich nicht bösartig, sondern konstruktiv. Es ist eben so, dass wir bei FreeBSD häufiger derartige Probleme erleben, als das bei Ubuntu oder anderen großen GNU/Linux-Distros vorkommt (natürlich nach meiner eigenen Erfahrung geurteilt, Messungen hierzu sind mir nicht bekannt). Dagegen gefeit sind die aber auch nicht. Nur schreien da mehr Leute, wenn etwas klemmt und es arbeiten viel mehr Leute daran, das dann in den Griff zu bekommen.
Viele solche Probleme erlebte ich übrigens, als ich unbedingt noch an KDE3 festhalten wollte, obwohl das niemand mehr unterstützte. Es war noch in den Ports, also nutzte ich es, aber da tauchten dann mehr und mehr derartige Konflikte auf, die mir zunehmend den Spaß verdorben hatten. Da sieht man, wie wichtig die Arbeit von Maintainern ist. Es genügt nicht, irgendwelche SW-Pakete bauen zu können. Es muss auch alles zueinander passen und das wird zunehmend schwieriger, weil die Abhängigkeitslisten einzelner Programme immer länger werden, wie mir scheint.