Ein kleines Problem mit CDE: Programme starten

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Kennt sich vielleicht jemand mit CDE als Desktop aus? Ich hab zwar Mitte der 90er ein Jahr damit gearbeitet, aber völlig problemlos. Ausserdem weiss ich nach so vielen Jahren quasi nix mehr davon.

Jedenfalls hab ich mich entschlossen, auf meinem Openindiana-Rechner CDE einzusetzen. Ich find den Desktop einfach zeitlos schön, da kommt kein Mate oder XFce ran - ist natürlich nur meine persönliche Meinung.
Das CDE läuft auch, aber da ist folgendes Problem:
Anwendungen kann ich aus einem Terminal starten, aber wenn ich sie aus dem CDE Dateimanager oder aus einem Menü aus starten will, wird zuerst ein Terminal gestartet, der dann das Programm aufruft. Das passiert mit sehr vielen Programmen so - aber nicht mit allen! Wird die Anwendung im Dateimanager mit ihrem "eingebauten" Icon angezeigt, klappt der Aufruf normal und nicht über das Terminal. Hat die Anwendung nur ein allgemeines Platzhalter-Icon, passiert das vorab gesagte: Terminal, dann Programm. Eine Fehlermeldung sagt, dass die Funktion Open nicht ausgeführt werden konnte (Input method Open failed).
Was macht CDE hier anders als andere? Nach CDE Manual kann z.B. für einen Menüeintrag die Anwendung selbst oder ihr Icon per drag & drop genommen werden, nur klappt das anscheinend so nicht.
Irgend eine Idee hier?

Berni
 

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turrican

Well-Known Member
Ich hab anno dunnemal mit CDE arbeiten dürfen - u.a. auf ner HP j6700 (HP-UX 11); da kann ich mich gar nicht (mehr) an ein solches Verhalten erinnern... ist das vllt OI-spezifisch?
Was unterscheidet eine App welche ein "eingebautes" Icon vom Dateimanager hat, von einer App welche das "Platzhalter" Icon angezeigt bekommt? Gibts in die Richtung vllt nen Hinweis?
 

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Das ist ja exakt die Frage, die ich mir auch stelle! Ich sehe die Unterschiede nicht, es sind alles ganz noormale Anwendungen mit den gleichen Dateiiattributen.
Firefox z.B. wird perfekt ausgeführt, für claws-mail wird ein Terminal geöffnet. Oder xpdf prima, Atril im Terminal.
OI-spezifisch ist es wohl nicht, hab unter Tribblix das gleiche Verhalten. Vielleicht Illumos-spezifisch .....
 

turrican

Well-Known Member
Im "dtfile" (der File-Manager vom CDE) war das Verhalten über "Default Actions" geregelt.
Klick mal die eine und die andere Art von Datei im Filemanager mit rechts an - da müsste ein Kontextmenü erscheinen, wo du die gewünschte Aktion jeweils auswählen kannst (können solltest?).
 

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Das war der richtige Hinweis! Ging dann zwar nicht über das Kontextmenü, sondern mittels eines Hilfsprogramms namens dtcreate. Damit wird für jede App eine quasi leere Datei erstellt, die aber einen Verweis auf die Eigenschaften des Programmaufrufes enthält.
Nur sollte dieser Vorgang eigentlich automatisch ablaufen, was bei mir nicht der Fall war. Es gab zwar jede Menge *.dt-Dateien, aber die Verweise gibt es nicht. Könnte jetzt zwar alles von Hand nachbauen, aber das muss doch auch anders gehen.....
 

turrican

Well-Known Member
Laut meiner (löchrigen) Erinnerung gabs da ein dt File für dtfile :D ... (dtfile.dt?) in welchem man die actions für executables festlegen konnte - bei HP-UX musste ich da aber eigentlich nichts weiter machen, das lief alles nach Installation und Patchcluster-Orgie.
 

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Ich such mal nach der dt aller dt's. Hier auf OI läufts leider nicht out of the box. Ist ja auch eigentlich gar nicht implementiert, sondern ich hab ein Paket aus Tribblix von Hand eingebracht. Immerhin läufts aber ..... irgendwie. Danke jedenfalls für deine Tipps, ich bleib dran.
 

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Mittlerweile hab ich eine funktionierende CDE-Umgebung, die mir sehr gut gefällt. Das Erweitern der Menüstruktur muss tatsächlich über das Registrieren einer Anwendung erfolgen, was das Erzeugen zusätzlicher Dateien bedeutet. Es gibt mehrere Möglichkeiten der Registrierung und ich hab die einfachste gewählt: Das Erstellen einer "Action" für jede Anwendung. Ist recht einfach, aber auch mit ziemlichem Zeitaufwand verbunden.

Deshalb hab ich nur die wichtigsten Anwendungen direkt ins CDE eingebunden, und die vielen kleinen Progrämmchen einfach ins Menü des dtwm, also des WindowManagers, übernommen. Der dtwm ist ja quasi ein mwm, und so konnte ich einfach die Menüpassagen aus meiner vorhandenen .mwmrc übertragen.

Jetzt ist also alles so, wie es sein soll - fast! Denn ich hätte noch gern den dtmail als mail agent genutzt. Aber der kann soweit ich weiss nur lokale mails verarbeiten. Ich müsste dann wohl meine mails aus dem Netz irgendwie in eine mailbox schaufeln. Aber dass lass ich erstmal sein, denn mit sendmail, fetchmail, postfix und Konsorten stand ich schon immer auf Kriegsfuss.

So sieht mein CDE jetzt aus:
 

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