Wieder mal ein Artikel aus der Rubrik: "Wayne interessierts" oder "Was wir immer schon nicht wissen wollten".
Mal nur ein Beispiel als Zitat: "Der Weg aus dem potemkinschen Gerätepark ist steinig. Nach sechs Monaten durfte ich in einer nasskalten Märznacht mein persönliches Berkeley-Wunder erleben: Um 01:23 Uhr Systemzeit sah ich meine grafische Benutzeroberfläche."
Ich befürworte die Einstellung des Hernn Maus, daß Konsumwahn, GHz-Schlachten und "Microslaverei". Aber es gibt sowas wie Evolution und der Gebrauch veralteter hardware von anno tobak löst nicht die Probleme von morgen. Er darf sich ja gerne freuen, daß er billig auf Egay einen alten Laptop ergattert hat, aber das hilft dem Durchschnittsuser von heute nicht weiter, der sich aus den Klauen der Microsklaverei befreien möchte. Hätte er das "Experiment" lieber auf einem modernen Billig-Laptop für 700 Euro gemacht, da kriegt er wenigstens noch Akkus und kann den Laptop tatsächlich als solchen Nutzen.
Ich finde es auch unwahrscheinlich spannend, daß der Author die Installationshöllen von NetBSD erfolgreich durchlitten hat und nach 6 Monaten intensiven Studiums der Handbücher eine graphische Benutzeroberfläche installieren konnte. Er konnte in dem Artikel nun mit stolzgeschwellter Brust seinen Zugang zum Reich der Hacker verkünden, das dem Durchschnitssuser ewig
verborgen bleiben wird. Schon toll, was der Herr Maus da geleistet hat. Er braucht jetzt wahrlich keinen Dr. PC mehr, sondern darf sich selber als Experte proklamieren.
Weiteres Zitat: "Nur so kann auch der Computer zu seiner ursprünglichen Kraft zurückfinden und sich zu einer Erkenntnismaschine entwickeln, die durchaus eine neue Lebenshaltung produzieren könnte. Das wäre dann die wahre digitale Revolution." Das ist natürlich geil, wenn Leute wie Herr Maus sich in ihrem alter noch soziale und sonstige Utopien bewahrt haben und dann auch noch Geld dafür bekommen, daß die SZ ihre Phantasien verbreitet. Ich warte doch sehnsüchtig jeden Tag auf solche Artikel von Heilsbringern wie RMS und Co.
Zitat: "Linux ist ja gut, und dieser Pinguin ist ja zu sympathisch. Aber die Maskottchen von NetBSD sind ikonoklastische Teufel. " Aha, vielleicht sollte man ihm den Unterschied zwischen Dämonen und Teufeln erklären? Maledictus übernimm doch bitte mal den part. Hm, vielleicht hat er aber nur das neue NetBSD-Logo nicht mental wahrgenommen, sollte man ihn vielleicht auch daraf hinweisen.
Letztes Zitat: "Der Phönix kauerte in der Asche meiner Unmündigkeit und wartete auf meine Befehle. Nie war des Menschen Liebe zur Maschine größer. Vor mir lag schimmernd das Graphical User Interface, die frisch polierte GUI.
Von da an ging alles sehr schnell. In einer Stunde hatte ich alle nötige Software aufgespielt. Texte, Mails und News-group-Postings werden von nun an mit dem mythischen Text-Editor „GNU Emacs“ verfasst, der praktisch alles kann. Sogar Psychoanalyse. „Emacs“ wurde 1985 vom Open-Source-Guru Richard Stallman programmiert und spricht inzwischen auch Chinesisch und Sanskrit. Dieser Kult-Editor wird von seinen Anhängern so abgöttisch verehrt, dass sie die Church of Emacs gegründet haben."
Ach wie liebe ich solche sinnbefreite Pseudo-advocacy. Wir brauchten schon immer eine Vergötterung der Maschinen und die wahre Liebe zu wahrhaftig gottgleichen Arbeitsmitteln. NetBSD brauchte auch schon immer die Fanartikel eines Herrn Maus, der seine bash (GPL!) so hemmungslos liebt. Und die Predigt vom mythischen Emacs und seinem Guru Stallmann wollten die armen, bekehrungswürdigen Microsoft-Sklaven schon immer hören. Den Maus ist ein Prophet des Heils und wird die armen, verirrten Kinder heim ins gelobte Reich holen, wenn sie nur lange genug in der Kirche von Emacs auf Sanskrit beten.
Mein Gott, das ist so hirnverbrannt gequirlte Scheisse, daß ich keine Lust mehr habe diesen inhaltslosen Mist weiter zu Kommentieren und gehe lieber zum Kühlschrank, sowas kann ich nüchtern kaum mehr Ertragen. Und dann lese ich nur noch zustimmende Äusserungen zu diesem Artikel hier. Uneingedenk der zweifellos vorhandenen Ironie im Artikel ist das für ein Forum wie dieses hier nur beschämend.
