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Erfahrung mit WS-C246M-PRO / Hotswap

pom

Well-Known Member
Themenstarter #1
Hallo,

hat jemand Erfahrung mit obigem Motherboard (i3 + ECC Ram)?

Noch eine Frage zu Hot-Swap. Das hat je mehrere Aspekte:
Mir schwebt ein Gehäuse vor, wo ich im laufenden System eine (Backup)Platte rein/rausnehmen kann.
Hat da jemand einen Tip? Kann das eigentlich jedes Motherboard?
Und kann das FreeBSD? (zfs offline ... / zfs online) im laufenden Betrieb?

Gruß,
Peter
 

pit234a

Well-Known Member
#2
Mir schwebt ein Gehäuse vor, wo ich im laufenden System eine (Backup)Platte rein/rausnehmen kann.
Da gibt es sicher Leute hier, die viel mehr Erfahrung haben und deshalb auch besser antworten können.
Hot-Swap ist nach meiner Erfahrung Mechanik.
Wenn man im laufenden Betrieb Stecker steckt oder abzieht (ich habe meine leidvollen Erfahrungen hier irgendwo schon mal veröffentlicht), ist das immer mit der Gefahr von Spannungsspitzen verbunden. Früher gab es in Motoren einen Unterbrecher, der genau diesen Effekt nutzte, um die Zündspannung zu generieren.
Hot-Swap-Rahmen sind nun so gebaut, dass die Verbindung "möglichst gut" getrennt wird. Also, ohne Wackeln im falschen Moment und auch tatsächlich zuerst die Versorgung, dann die Daten und so. Hot-Swap ist also eigentlich eine Eigenschaft der HW.

Wie das verwendete Dateisystem und das benutzte Betriebssystem damit umgehen, ist wieder eine ganz andere Frage und dass ein MB da irgendwelche Besonderheiten braucht, ist mir neu.

Eine Backup-Platte ist ja nicht in das laufende System direkt eingebunden. Das könnte ja auch zB ein USB-Stick sein.
Natürlich kann man so etwas bei FreeBSD zur Laufzeit stecken und wieder entfernen, aber mounten muss man eben auch noch und dazu gehört mitunter dann ein Dateisystem-Check und dafür gibt es keine (fest eingebaute) Automatik.
ZFS ist dabei zwar quasi ein must have in FreeBSD, aber auf externen Medien etwas gewöhnungsbedürftig (für mich).
Wenn eine Backup-Platte ein ZFS bekommt, kann man ihr einen eindeutigen Pool-Namen und einen entsprechenden Mountpoint zuweisen und das ist vor allem dann wichtig, wenn etwa das komplette System gesichert werden soll und somit auf dem Backup-Medium evtl ein neuer Root-Pool entsteht. Es muss unbedingt vermieden werden, dass so ein Pool mit dem System-Pool in Konflikt gerät.
 

PMc

Well-Known Member
#3
Da gibt es mehrere Ebenen.
Zuunterst die Hardware, also der physische Anschluss. Da ist es empfehlenswert, dass eine Backplane existiert, die den mechanischen Vorgang unterstützt. Natürlich kann man bei Technik, die grundsätzlich hotplug-fähig ist, auch einfach Kabel ziehen/stecken (haben wir bei SCSI alleweil gemacht), aber das muss nicht immer gutgehen.
Bei SATA sind die Stecker so gestaltet, dass sie zuerst Masse schliessen, d.h. es sollte da eigentlich klappen - ich habs aber nie probiert, weil ich größere Probleme damit hatte, das SATA device aus dem Kernel raus zu kriegen (was bei SCSI nie ein Problem ist, weil da verschwundene Devices automatisch rausfliegen).

Das ist nämlich die zweite Ebene: der Kernel muss das Device irgendwie loslassen (können). Bei SATA sollte das bis FreeBSD 9 mit 'atacontrol' gehen - hat aber für mich nicht befriedigend funktioniert. Danach ist atacontrol verschwunden, es muss jetzt also irgendwie anders gehen - ich hab mich da aber nicht mehr weiter drum gekümmert.

Die dritte Ebene ist dann der Verbraucher: ein gemountetes Filesystem etwa kann der Kernel naturgemäß nicht loslassen, weil da ungeschriebene Buffer existieren. Bei ZFS sollte das unproblematischer sein - das sollte idealerweise selber erkennen wenn ein Device weg ist und es auf Fehlend schalten (und Redundanz nutzen soweit vorhanden).
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Mitarbeiter
#4
Also: S-ATA selbst ist hotplugfähig. Und jedes (und wirklich jedes) moderne Mainboard, was so ab um und bei 2008 gebaut wurde, spricht die S-ATA Ports per AHCI an. Und AHCI ist softwareseitig immer echt hotplugfähig, man kann also jederzeit Geräte abziehen und anstecken. Der Kernel lässt sie ohne ein manuelles Zutun los und erkennt sie. Einzig muss man im BIOS eventuell Hotplug erlauben, denn es kostet auch bei Nichtnutzung ein paar Milliwatt, die Mainboardhersteller in der Standard-Config gerne sparen.

In der Praxis nimmt man, wie oben ja schon gesagt würde, idealerweise eine Backplane. Aber bei Desktops tun es auch billige Wechselrahmen. Die besseren Modelle kosten vielleicht 20€ das Stück und halten buchgstäblich ewig. Gibt auch Kombi-Modelle, die 2,5" und 3,5" Laufwerke akzeptieren.

Auf der dritten Ebene muss man natürlich unmounten. Wenn man dem Kernel ein Gerät unter dem Hintern wegzieht, endet das je nach Dateisystem im Bereich blockiertem I/O und sofortiger Panic.