Erpressung?

Das ist wirklich eine ganz schlimme Sache und sollte es sich bewahrheiten kann sich B.G. schon mal warm anziehen...
 
Tja, back to Manchester.
Damals hiess es, "Arbeiter tu alles was ich Dir befehle, oder ich suche mir einen anderen." und wie es scheint läuft das heute wieder so, auf höherem Niveau. Auch die Grosskapitalisten haben schliesslich dazugelernt.

Egal ob es Erpressung ist oder nicht, es ändert nichts an der Drohung. Sollte MS sie wahr machen, sollten Phillips, Siemens u.a. dies Wahrheit werden lassen, wie werden es nicht ändern und es wird auch nicht illegal sein.
Es ist unmoralisch, unmenschlich, einfach Scheisse, aber es ist scheinbar nicht illegal.
 
Re: Erpressung

nickers said:
Tja, back to Manchester.
Damals hiess es, "Arbeiter tu alles was ich Dir befehle, oder ich suche mir einen anderen." und wie es scheint läuft das heute wieder so, auf höherem Niveau. Auch die Grosskapitalisten haben schliesslich dazugelernt.
Ziemlich treffend : - (
Egal ob es Erpressung ist oder nicht, es ändert nichts an der Drohung. Sollte MS sie wahr machen, sollten Phillips, Siemens u.a. dies Wahrheit werden lassen, wie werden es nicht ändern und es wird auch nicht illegal sein.
Es ist unmoralisch, unmenschlich, einfach Scheisse, aber es ist scheinbar nicht illegal.

Letzters ja, anscheinend ist es nicht illegal.
Das wir nichts daran ändern können - vielleicht.
Wir können es publik machen. Wenn die Empörung darüber grösser ist, als der mögliche Protest der entlassenen Arbeiter, kann sowas etwas bringen. Wenn die Sache zu einem öffentlichen Skandal ausufert ist zumindest die Chance höher, dass das Gewicht von BG nicht mehr so schwer wiegt, oder das er zurückrudert.

CU

Martin
 
Da stimme ich d4mi4n zu...

Aber so, wie unsere Politik funktioniert (träge und korrupt), wird man sich dem Druck der Industrie fügen...
 
... uns kann nur beruhigen, daß es in der Geschichte fast immer Bewegung und Gegenbewegung gibt.
Erst der Manchester Kapitalismus, der sich verbreitete, dann die kruden Theorien von Marx, die genau in die entgegengesetzte Richtung gingen und die halbe Welt regierten (??) (und nun auch keine Bedeutung mehr haben).
Bei aller persönlicher Überzeugung, daß eine einigermaßen liberale Marktwirtschaft gut ist: Wer es übertreibt, und sich jetzt über seine Mega-Macht freut, wird global damit rechnen müssen, daß die Menschen doch nicht blöd und willenlos ist und sich irgendwann gegen eine unangenehme Entwicklung auflehnen.Die Firmen werden sich bei Verlagerung von Produktion ins Ausland darüber freuen, daß ihre Gewinne weiter steigen. Doch ihren Absatzmarkt vergrößern sie nicht, wenn es immer mehr Arbeitslose gibt.

Bill Gates Aussagen sind auf jeden Fall anmaßend. Europa ist ja kein (zumindest nicht voll und ganz) Bananenstaat, in dem die Rechte an geistigem Eigentum mit Füßen getreten werden. Was er jetzt macht, ist sich wie Mr. Leader Of The World Himself zu benehmen.
Zum ersten Mal, daß ich ihm wirklich was übel nehme. (daß man so Sachen wie den OderNicht-Operator patentieren kann ist kein Problem, für das Microsoft die Schuld trägt, sondern von Gesetzen, die das überhaupt ermöglichen).
 
Jeff said:
Erst der Manchester Kapitalismus, der sich verbreitete, dann die kruden Theorien von Marx, die genau in die entgegengesetzte Richtung gingen und die halbe Welt regierten (??) (und nun auch keine Bedeutung mehr haben).
Das was da die halbe Welt regiert hat, waren ja nicht die Theorien von Marx, sondern Gruppierungen die sich diese Theorien (und weitere) auf die Fahnen schrieben. Man könnte behaupten, Marx und Engels wurden frei interpretiert, nicht eins zu eins umgesetzt.
Bei aller persönlicher Überzeugung, daß eine einigermaßen liberale Marktwirtschaft gut ist: Wer es übertreibt, und sich jetzt über seine Mega-Macht freut, wird global damit rechnen müssen, daß die Menschen doch nicht blöd und willenlos ist und sich irgendwann gegen eine unangenehme Entwicklung auflehnen.Die Firmen werden sich bei Verlagerung von Produktion ins Ausland darüber freuen, daß ihre Gewinne weiter steigen. Doch ihren Absatzmarkt vergrößern sie nicht, wenn es immer mehr Arbeitslose gibt.
Wir vermuten mal, der Absatzmarkt verlagert sich auch ins Ausland. "China hat Potential", schonmal gehört? In ein paar Jahren sind wir das Entwicklungsland und die Karawane ist weitergezogen, weil wir nicht "flexibel" waren und alles zur Zufriedenheit unserer Herren umgesetzt haben.
Bill Gates Aussagen sind auf jeden Fall anmaßend. Europa ist ja kein (zumindest nicht voll und ganz) Bananenstaat, in dem die Rechte an geistigem Eigentum mit Füßen getreten werden. Was er jetzt macht, ist sich wie Mr. Leader Of The World Himself zu benehmen.
Das muss wohl so ein uramerikanisches Gen sein.
Aber im Ernst, von Siemens und Phillips kommt der selbe Mist, nicht nur in der Patentdebatte. GM fordert eine Anpassung der Bochumer Löhne an Ostniveau (wie weit östlich weiss ich nicht). In ein paar Jahren wird uns jemand erzählen, dass, wenn wir auf das Eigenheim verzichten und in eine Blechhütte ziehen, unsere Löhne völlig ausreichend sind. Neenee, dass liberale Marktwirtschaft funktioniert ist genauso unbewiesen, wie das Funktionieren des Sozialismus.

So, und nu is Schulz mit Politik, sonst reg ich mich bloss noch auf.
 
Jeff said:
Bei aller persönlicher Überzeugung, daß eine einigermaßen liberale Marktwirtschaft gut ist: Wer es übertreibt, und sich jetzt über seine Mega-Macht freut, wird global damit rechnen müssen, daß die Menschen doch nicht blöd und willenlos ist und sich irgendwann gegen eine unangenehme Entwicklung auflehnen.
Mir macht das ziemlich Sorgen. Bisher haben sich die Menschen immer erst gegen etwas aufgelehnt, wenn es richtig hart kam. Die Gangart, im Westen, die "unsere Bosse" draufhaben ist aber viel subtiler, die Leute werden langsam und geschickt darauf vorbereitet und weichgekocht. Es wird darauf geachtet, dass niemand zusehr im Dreck landet und wenn doch, dann nur eine winzige Minderheit. Zusätzlich noch die ganze Medienverdummung und Reizüberflutung, die die Leute ablenkt...
Die Firmen werden sich bei Verlagerung von Produktion ins Ausland darüber freuen, daß ihre Gewinne weiter steigen. Doch ihren Absatzmarkt vergrößern sie nicht, wenn es immer mehr Arbeitslose gibt.
Jein, es findet eine stetige Umverteilung statt. Ich hab die Zahlen nicht mehr parrat, aber die Kapitalverteilung ist wohl die krasseste, die die Menschheit bisher erlebt hat und die Kluft wächst rapide. Einige Minderheit bindet den Grossteil des Kapitals.
Das ist nicht auf die globale Situation bezogen, sondern hier auf De.
Warum glaube ich eigendlich, dass es global noch schlimmer aussieht? ;-)
Mitunter habe ich damit ziemliche Schwierigkeiten. Ich bin Entwickler und mit jedem Stück SW, dass man schreibt, hilft man bei dieser Umverteilung mit und vergrössert die Kluft. Das gilt IMHO für den gesamten IT Bereich und der Open Source Gedanke hilft leider als Nebenwirkung auch dabei mit.
Bill Gates Aussagen sind auf jeden Fall anmaßend. Europa ist ja kein (zumindest nicht voll und ganz) Bananenstaat, in dem die Rechte an geistigem Eigentum mit Füßen getreten werden. Was er jetzt macht, ist sich wie Mr. Leader Of The World Himself zu benehmen.
Zum ersten Mal, daß ich ihm wirklich was übel nehme. (daß man so Sachen wie den OderNicht-Operator patentieren kann ist kein Problem, für das Microsoft die Schuld trägt, sondern von Gesetzen, die das überhaupt ermöglichen).

Ja, die Gesetzgebung richtet sich aber leider nicht nach den Bedürfnissen der Bürger, sondern nach den Wünschen der Grossindustrie. Und zum Teil stimmt es ja auch, dass es im Interesse aller ist die Industrie zu unterstützen. Bloss wo ist da eine Grenze?
Unser gesamtes System ist ein einziges Kuddelmuddel ;-)

CU

Martin
der nur so pessimistisch klingt. Ich bin eigendlich recht lebensfroh
 
Ich bin Entwickler und mit jedem Stück SW, dass man schreibt, hilft man bei dieser Umverteilung mit und vergrössert die Kluft. Das gilt IMHO für den gesamten IT Bereich und der Open Source Gedanke hilft leider als Nebenwirkung auch dabei mit.

Sehe ich nicht so. OpenSource Software zumindest nicht :)
 
hmm mir macht das ganze auch sorgen, immerhin ist M$ mit ihren drohungen nicht alleine auf dieser welt, mercedes & co haben es doch auch schon mal versucht, doch dann haben sie sich auf ein kompromiss geeignet...

was die kapitalaufteilung auf deutschland betrifft, gibts da so ne nennenswerte zahl und zwar haben 10% der deutschen, das gesamtvolumen von unserem ganzen kapital...
es ist einerseits bewunderswert, aber anderseits ziemlich erschreckend in welche richtung das ganze so geht, nur was können wir dagegen machen??? eigentlich können wir nix ausrichten, selbst mit wahlen funktioniert hier nichts, einer partei ist dümmer als die andere, das eizigste was alle guten können, ist lügen bis der arzt kommt...
durch die medien wird der größte teil der deutschen dumm gehalten, das sieht man z.b. an der verteilung vom kapital 10 zu 90%...
ich bin echt auf die ganze zukunft gespannt, nur weiß ich noch nicht, ob ich diese hier in diesem land erleben werde, meine pläne gehen in einer andere richtung...
naja mal sehen was so kommt...
 
Ich bin garantiert kein RMS-fan, aber sein Beitrag ist extrem treffend, wenngleich nur einen Ausschnitt des Geschehens wiedergebend (kein Vorwurf hier, das geht auch nicht in so einem Beitrag).

Nun ja, was meint ihr, was Herr Gates dazu sagt, wenn morgen ein Politiker zu ihm sagt, daß die letzte Verurteilung zur bekannten Millionenstrafe, die Verpflichtung zur Offenlegung bestimmter Schnittstellen, zur Entbundelung von Windows (Media-Player, so sinnlos das auch sein mag), die weiterlaufenden Kartellrechtlichen Verfahren in der EU etc. noch nicht das Ende der Fahnenstange sind, sondern Herr Gates lieber "mal die Fresse halten solle" (Zitat Dieter Nuhr), sonst werden alle öffentlichen Verwaltungen, Behörden etc. EU-weit zur ausschließlichen Benutzung offener Schnittstellen bzw. Dateiformate gezwungen (ja, diese Pläne gibt es bereits)? Welch dumme Aussage von Herrn Gates, nachdem sein Mann fürs Grobe (Ballmer) vor Monaten eine PR-Tour durch die EU starten musste, um diverse Regierungen (z.B. durch Offenlegung von Teilen des Windows-Codes) zu Besänftigen.

Bezüglich der üblichen urban legends über die Konzentration des Kapitals mal ein kleiner Einwurf: Die grösste Konzentration von Kapital findet sich in sozialistischen Staaten (nahezu 100%), zu Zeiten des Kapitalismus ist die höchste Konzentration in den USA Anfang des 20. Jahrhunderts festzustellen, als 2 Männer nahezu 50% des gesamten Kapitals der USA vereinten: John D. Rockfeller und J. P. Morgan. Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, daß in den letzten Jahren eine etwas stärkere Konzentration des Kapitals in Deutschland stattgefunden hat, die nicht zu Begrüssen ist aus volkswirtschaftlicher Sicht. Bei aller Kritik an Politikern sollten sich aber manche Leute mal fragen, wer die denn eigentlich gewählt hat und in den Spiegel schauen (ok, ok, in die Deutschland ist man das niemals selbst, wir kennen das ja).

Wer sich etwas neutraler über Microsoft, Monopole, Patente, Antitrust, Rockefeller etc. informieren möchte, dem sei dieser link empfohlen: http://www.mehr-freiheit.de/faq/monopol.html.

Bei all diesem Geschimpfe über Microsoft sollten wir nicht vergessen, das für dieses Unternehmen nicht nur durch Linux bzw. Open Source Gefahren drohen, sondern auch durch Konkurrenten, die Antitrust-Behörde in den USA (man Vergleiche das Schicksal von AT & T, Standard Oil Company usw.), den technischen Wandel usw. Microsoft versucht wie jedes andere Unternehmen den Markt abzuschotten und zu dominieren, inwieweit das gelingt ist eine andere Frage. Fakt ist für mich, daß offenkundig MS seinen Zenit überschritten hat. Das ist nicht weiter tragisch und verwunderlich, wenn man mit Windows irgendwann mal 95% Marktanteil erreicht, dann kann es halt nicht mehr weiter nach oben gehen. Erinnern wir uns nur mal an den "Browser-Krieg" zwischen Netscape und MS. Mittlerweile schwinden die Früchte dieses Erfolges durch Firefox wie Butter in der Sonne und nicht nur Heise verzeichnet mittlerweile mehr Zugriffe durch Mozilla-Browser, sondern ich selbst auch (und meine Kunden sind garantiert keine OS-freaks in der Regel). Interessant ist imho in diesem Zusammenhang der Verkauf von erheblichen Aktienpaketen in den Jahren 2003 und 2004 nicht nur durch Gates, sondern auch allen anderen Vasallen (Ballmer etc.), die ihre Anteile am Unternehmen stark veringert haben. Normalerweise macht man als Unternehmer nur Kasse, wenn man Stagnation bzw. Rückschritt antizipiert...

Wenn ich jetzt böse wäre, dann erinnert mich die kurzsichtige, ungeschickte und unüberlegte Aussage von Billy ein wenig an das Pfeifen des ängstlichen Kindes im Walde. Und jeder hier weiß ja, wie evil ich bin. ;) :D
 
Locker bleiben

Sorry Leute, ich kann das Gelaber vom Großkapitalismus nicht mehr hören. Wenn in D mit seinem ausufernden und unbezahlbaren Sozialsystem etwas nicht regiert, dann ist es das "Großkapital".

Imho ist es so wie immer: der Markt wird´s richten. Dort, wo die Kräfte des Marktes staatlicherseite behindert werden, gibt es Verwerfungen (bsp. Gesundheitsmarkt, Kündigungsgesetze, Antidiskriminierungsgesetze ) oder Katastrophen (Nordkorea).

Gäbe es mehr Markt, wäre die Lage in Banana Republic Deutschland viel besser. Und zum Thema Dänemark (Arbeitlosenquote 6,5%) kann man sich das mal antun:
http://www.zeit.de/2004/41/D_8anemark

OK, hat nichts mit *BSD zu tun,
ww
 
Ja, hab´ ich. Es gibt da diesen geheimen Port 'suckbrain' unter /usr/ports/secret/thoughts/ ;-)
 
ww said:
Ja, hab´ ich. Es gibt da diesen geheimen Port 'suckbrain' unter /usr/ports/secret/thoughts/ ;-)

Funktioniert das denn auch unter NetBSD/pkgsrc ? Sonst kommst Du wohl doch nicht bei Jeff ran. ;)

Der Ursprungslink liefert bei mir übrigens nur das hier:

Warning: mysql_connect(): Can't create a new thread (errno 11). If you are not out of available memory, you can consult the manual for a possible OS-dependent bug in /home/noswp/pages/phpBB2/db/mysql4.php on line 49

Warning: mysql_error(): supplied argument is not a valid MySQL-Link resource in /home/noswp/pages/phpBB2/db/mysql4.php on line 331

Warning: mysql_errno(): supplied argument is not a valid MySQL-Link resource in /home/noswp/pages/phpBB2/db/mysql4.php on line 332
phpBB : Critical Error

Could not connect to the database
 
ww said:
Imho ist es so wie immer: der Markt wird´s richten. Dort, wo die Kräfte des Marktes staatlicherseite behindert werden, gibt es Verwerfungen (bsp. Gesundheitsmarkt, Kündigungsgesetze, Antidiskriminierungsgesetze ) oder Katastrophen (Nordkorea).
Softwarepatente behindern den Softwaremarkt, und zwar massiv. davon bin ich überzeugt. Gegen Patente kann auch kein Markt etwas richten.
 
Maledictus said:
Softwarepatente behindern den Softwaremarkt, und zwar massiv. davon bin ich überzeugt. Gegen Patente kann auch kein Markt etwas richten.

Lass das bitte weg mit dem "überzeugt", Marius. Die volkswirtschaftliche Forschung weiß seit Zeiten des Kameralismus, daß Privilegien und Legate kontraproduktiv sind, dazu zählen letztlich auch Patente. Montaigne hat das vor über 300 Jahren festgestellt und jeder BWL'er oder VWL'er lernt das in der Regel im 1. Semester...

Wer einen freien Markt will (ich gehöre natürlich auch dazu), der muss Markteintrittsbarrieren senken bzw. abschaffen und Patente gehören zweifelsfrei dazu. Ich sage nichts gegen Patente z.B. im Bereich Pharmazie, wenn da jeder Hersteller fürchten muss, daß es binnen kürzester Zeit Generika gibt, dann ist die Forschung in diesem Bereich sofort tot. Aber für Software im Allgemeinen gilt das garantiert nicht.
 
So mittlerweile konnte auch ich den Ursprungslink lesen.

Ich kann nur hoffen, daß es noch Politiker gibt, die sich soetwas nicht gefallen lassen. Was nützen einem die ganzen Arbeitsplätze, wenn in letztendlicher Konsequenz alles so teuer wird, daß man es mit dem Lohn/Gehalt trotzdem nicht bezahlen kann.

Überhaupt sollte mal überlegt werden, ob dieses "Arbeit, Arbeit, Arbeit"-Gedöns wirklich in diesem Ausmaß von Nöten ist. Ich will hier nicht den Freizeitstaat ausrufen, aber es gibt mehr im Leben als nur Arbeit. Mittlerweile kann man mit dem Argument Arbeitsplätze ja jede sinnvolle Entwicklung/Diskussion zu Fall bringen: AKWs müssen bleiben, wegen der Arbeitsplätze. Ökonomische Schieflagen (Subventionen) müssen bleiben, wegen der Arbeitsplätze. So, um jetzt noch mal richtig einen draufzusetzen (schwache Gemüter lesen jetzt besser nicht weiter, es wird nämlich hart), stellt Euch dieses Scenario mal in dem Deutschland vor 60 Jahren vor (für alle die sich nicht erinnern, da war Kriegsende). Stellt Euch vor da hätte jemand gesagt, KZs müssen bleiben, wegen der Arbeitsplätze. Ich hoffe jetzt merkt der letzte, daß die alleinige Fokussierung auf die Arbeitsplatzdebatte in eine Sackgasse und Erpressbarkeit in jeder Lage führt.

Wir müssen lernen, Arbeitsplätze als das zu sehen was sie sind (Broterwerb auf der einen und Arbeitskraft auf der anderen Seite, nicht weniger aber auch nicht mehr) und sie nicht auf einen solch hohen Sockel stellen. Außerdem sollten wir selber das umsetzen, was wir Entwicklungsländern zeitweise prädigen (zumindest habe ich das so mitbekommen): keine Monokulturen.

So gerüstet, könnten Politiker solchen Attacken gelassener entgegentreten. Dahin ist es ein langer Weg. Je eher er eingeschlagen wird desto besser.

Meine Haltung ist klar. Ich ziehe mich Schritt für Schritt aus dem Konsum (insbesondere in Bezug auf solche Megaplayer) zurück. Oft stelle ich fest, daß ich sehr gut auch ohne das eine oder andere Gerät auskommen kann. Manchmal fühle ich mich nach dem "Absetzen" sogar viel freier und ausgeglichener; frei nach dem Motto "Ein Problem weniger, um das ich mich kümmern muß". Wenn das eines Tages dazu führen sollte, daß ich wieder in der Höhle auf dem Baum wohnen werde, dann ist das eben so. Was soll's.
 
Weia. Nett, daß Du das Beispiel vom Kriegsende bringst, allerdings ist Deine Interpretation von KZs als Arbeitsplatz - wohlwollend und OS-kumpelmäßig - verwegen. Ich hatte mal das 'Vergnügen', mir so eine Einrichtung in Polen aus der Nähe anzusehen und mir hat es die Sprache verschlagen.

Wenn man allerdings die Zeit > 1945 anschaut, fällt auf, daß seinerzeit weder von 6 Wochen Urlaub, 35Stunden-Woche noch Zuschlag für guten Stuhlgang die Rede war. Im Gegenteil.

Was viele anscheinend nicht raffen ist die Tatsache, daß vor der Verteilung von Wohltaten diese erstmal von irgendwem erwirtschaftet werden müssen, d.h. irgendeiner muß morgens aufstehen und zur Arbeit gehen, damit ein anderer liegenbleiben kann. Wenn der andere liegenbleibt, weil er nicht arbeiten kann, ist das o.k., wenn der andere aber lieber erst nachmittags aufsteht, um sich interessante Talkshows mit ***CENSORED*** anzuschauen, ist das nicht o.k.

Naja, eigentlich wird mir das hier zu heisemäßig, nevermind. W.
 
Eigentlich ist es erschreckend wie hörig doch Politiker gegenüber der Wirtschaft sind.
Ich entsinne mich, das in den 70ern, die politische Führung unseres Landes(und anderer Länder auch) keinerlei ulitmativen Forderungen duldeten. Damals wie heute ging es um das Leben, die Gesundheit und Freiheit einzelner oder meherer Mitbürger. Sie versuchten(und auch oft mit Erfolg) diese Forderungen nicht zu erfüllen.
Heute viele Jahre danach, regiert scheinbar die Gier oder die Unsicherheit.
Warum wurde Herr Gates nicht wegen Nötigung festgenommen, verurteilt und ausgewiesen. Eine gängige Vorgehensweise bei straftätigen nichterwünschten Ausländern. Eine kräftige Sicherheitsleistung zur Sicherung der Verfahrenskosten wären auch angebracht gewesen. Schade eigentlich...

Übrigens-> der kommt aus dem Land, wo gegen den weltweiten Terror .....usw...

gruss kb
 
ww
Irgendwo hast du ja Recht, es gibt aber auch Sachen die durch die Globalisierung auch nicht durch Arbeitswillen aufzuhalten sind, gestern kam auf Frontal21 das durch die Geseteslücken in Schlachthöfen nur noch ausländische Arbeitnehmer eingestellt werden auch in der Gastronomie, Schlachthöfe sollen bis jetzt 15000 Leute durch Polen ersetzt haben und die schuften für 2 bis 3Euro, also wenn du für 3 Euro arbeiten gehen und alle Umkosten bestreiten kannst bitte schön, oder schreibe mal hier eine große Liste aus deinem Umkreis mit Firmen die Leute einstellen, das ist dir hier der eine oder andere bestimmt auch sehr dankbar.
 
Last edited:
@Flex6:
Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber es ist klar, daß einfache Jobs nicht zu den in D üblichen Tarifen existieren können. Deshalb boomt das Opelwerk in PL, während Bochum oder Rüsselsheim in D dichtgemacht wird. Wegen der hohen Arbeitskosten (NICHT der hohen Nettoeinkommen) sowie der Sozialgesetzgebung muß man sich als Arbeitgeber sehr gut überlegen, ob man jemanden einstellt.

Um in der Automobilbranche zu bleiben: Nur exzellente, besonders hochwertige Karren verkaufen sich. BMW und Porsche stehen hervorragend da, obwohl sie keine Autos für jedermann bauen, Opel, Ford, VW sind am Arsch, weil Langweilerkisten beim Koreaner um die Ecke billiger und auch nicht schlechter sind.

Sobald also gleichwertige Produkte anderswo billiger sind, werden sie von dort gekauft und hier gehen Arbeitsplätze verloren (oder wer von Euch hat einen deutschen Fernseher?). Wieder anders: Hier klappt es nur, wenn Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden, die es anderswo nicht billiger gibt. In der Vergangenheit hat das nicht gut geklappt: Unterhaltungselektronik, Optische Industrie, alle wech.

Darum müßte regierungsseitig eigentlich alles getan werden, um Forschung und Entwicklung zu fördern, Zukunftsbranchen (Gen-, Nanotechnik, Gesundheitsmarkt) und Existenzgründer zu pampern. Das Gegenteil ist der Fall, jeden Tag gehen netto über 1000 Arbeitsplätze Richtung Ausland verloren und es wird nur dumm gelabert.
 
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