Ich bin garantiert kein RMS-fan, aber sein Beitrag ist extrem treffend, wenngleich nur einen Ausschnitt des Geschehens wiedergebend (kein Vorwurf hier, das geht auch nicht in so einem Beitrag).
Nun ja, was meint ihr, was Herr Gates dazu sagt, wenn morgen ein Politiker zu ihm sagt, daß die letzte Verurteilung zur bekannten Millionenstrafe, die Verpflichtung zur Offenlegung bestimmter Schnittstellen, zur Entbundelung von Windows (Media-Player, so sinnlos das auch sein mag), die weiterlaufenden Kartellrechtlichen Verfahren in der EU etc. noch nicht das Ende der Fahnenstange sind, sondern Herr Gates lieber "mal die Fresse halten solle" (Zitat Dieter Nuhr), sonst werden alle öffentlichen Verwaltungen, Behörden etc. EU-weit zur ausschließlichen Benutzung offener Schnittstellen bzw. Dateiformate gezwungen (ja, diese Pläne gibt es bereits)? Welch dumme Aussage von Herrn Gates, nachdem sein Mann fürs Grobe (Ballmer) vor Monaten eine PR-Tour durch die EU starten musste, um diverse Regierungen (z.B. durch Offenlegung von Teilen des Windows-Codes) zu Besänftigen.
Bezüglich der üblichen urban legends über die Konzentration des Kapitals mal ein kleiner Einwurf: Die grösste Konzentration von Kapital findet sich in sozialistischen Staaten (nahezu 100%), zu Zeiten des Kapitalismus ist die höchste Konzentration in den USA Anfang des 20. Jahrhunderts festzustellen, als 2 Männer nahezu 50% des gesamten Kapitals der USA vereinten: John D. Rockfeller und J. P. Morgan. Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, daß in den letzten Jahren eine etwas stärkere Konzentration des Kapitals in Deutschland stattgefunden hat, die nicht zu Begrüssen ist aus volkswirtschaftlicher Sicht. Bei aller Kritik an Politikern sollten sich aber manche Leute mal fragen, wer die denn eigentlich gewählt hat und in den Spiegel schauen (ok, ok, in die Deutschland ist man das niemals selbst, wir kennen das ja).
Wer sich etwas neutraler über Microsoft, Monopole, Patente, Antitrust, Rockefeller etc. informieren möchte, dem sei dieser link empfohlen:
http://www.mehr-freiheit.de/faq/monopol.html.
Bei all diesem Geschimpfe über Microsoft sollten wir nicht vergessen, das für dieses Unternehmen nicht nur durch Linux bzw. Open Source Gefahren drohen, sondern auch durch Konkurrenten, die Antitrust-Behörde in den USA (man Vergleiche das Schicksal von AT & T, Standard Oil Company usw.), den technischen Wandel usw. Microsoft versucht wie jedes andere Unternehmen den Markt abzuschotten und zu dominieren, inwieweit das gelingt ist eine andere Frage. Fakt ist für mich, daß offenkundig MS seinen Zenit überschritten hat. Das ist nicht weiter tragisch und verwunderlich, wenn man mit Windows irgendwann mal 95% Marktanteil erreicht, dann kann es halt nicht mehr weiter nach oben gehen. Erinnern wir uns nur mal an den "Browser-Krieg" zwischen Netscape und MS. Mittlerweile schwinden die Früchte dieses Erfolges durch Firefox wie Butter in der Sonne und nicht nur Heise verzeichnet mittlerweile mehr Zugriffe durch Mozilla-Browser, sondern ich selbst auch (und meine Kunden sind garantiert keine OS-freaks in der Regel). Interessant ist imho in diesem Zusammenhang der Verkauf von erheblichen Aktienpaketen in den Jahren 2003 und 2004 nicht nur durch Gates, sondern auch allen anderen Vasallen (Ballmer etc.), die ihre Anteile am Unternehmen stark veringert haben. Normalerweise macht man als Unternehmer nur Kasse, wenn man Stagnation bzw. Rückschritt antizipiert...
Wenn ich jetzt böse wäre, dann erinnert mich die kurzsichtige, ungeschickte und unüberlegte Aussage von Billy ein wenig an das Pfeifen des ängstlichen Kindes im Walde. Und jeder hier weiß ja, wie evil ich bin.
