wenn man die Abfragen abschaltet, hat man meiner Ansicht nach auch nicht mehr die Vorteile, die es eben bringt, wenn man selber baut.
Anders gesagt: dann genügen doch auch die Pakete, insofern die zueinander passen. Was nutzt es, immer die neuste Version einer SW zu haben? Wenn die Pakete ein halbes Jahr zurück liegen (was sie meist nicht tun) ist das doch nicht soo tragisch?
Allerdings kann es hier genau auch mal Probleme geben, weil es nicht genau die Pakete gibt, die gebraucht würden um aktuelle Abhängigkeiten zu erfüllen. Es gibt dann zwei Wege (vielleicht auch mehr, ich rede hier davon, was ich gemacht habe).
-Du kannst ältere Pakete nehmen. Meist gelingt das nicht auf Anhieb, weil irgendwelche Abhängigkeiten dann nicht gefunden werden. Ein typisches beispiel sieht in der Art aus, dass du eine lib mit xyz.so.5 brauchst, aber nur xyz.so.4 auf deinem Rechner hast (oder je nachdem, xyz.so.6). Allermeist funktioniert es, wenn dann einfach ein Link mit dem Namen der gebrauchten Version auf die Vorhandene gelegt wird. Das muss man sich am Besten merken und für in Zukunft berichtigen, wenn die Versionen dann wieder stimmig sind.
-Du kannst einen anderen PC nehmen, der einen aktuellen ports-tree hat und dir ein eigenes Paket bauen, wie du das brauchst.
Diese Methode ist auch dann erste Wahl, wenn es wegen Lizens-Gründen oder wegen sonstwas gar kein Paket für eine SW gibt. Außer dem gibt es dann nur noch den Weg über alternative Programme, die vielleicht auch machen, was man will.
Bei meinen PCs unterscheide ich drei Typen innerhalb der FreeBSD Installationen:
-einmal aufgesetzt und mit den gewünschten Programmen versehen und dann niemals wieder das System angetastet und keine Updates fahren und glücklich damit sein. Sowas steht zum Beispiel bei meinem Vater, der gerade eben 70 Jahre alt geworden ist und selbst keinen PC nutzt, so gut wie nie. Aber die Kids im Haus sind immer ganz begeistert, wenn Opas PC mal wieder einfach geht, während sie dauernd Probleme mit ihren Rechnern haben. In diesem Umfeld ist es sehr gut, dass niemand das System verändern kann und weil ich selbst zu selten dort bin um laufend Updates einzuarbeiten, lasse ich das einfach und lebe gänzlich ohne. Wie sicher das ist, könnte in einem getrennten Thread vielleicht mal diskutiert werden. Meiner Ansicht nach tut sich da nichts bei einem Desktop-PC, wovor man Angst haben müsste.
-Aus den Ports gebaut und aufgesetzt und ca wöchentlich oder spätestens einmal im Monat upgedatet. Dazu nutze ich portsnap fetch update && portupgrade -a und meist lese ich erst dann die UPDATING, wenn ich auf Probleme stoße. Das ist natürlich nicht zu empfehlen! Dieses Vorgehen nutze ich auf meinem Haupt-PC, der ein schon leicht betagter AMD64 ist. Für den letzten Update, den ich allerdings Monatelang hinausgezögert hatte und deshalb einige große Dinge nun machen musste, da brauchte ich etwa vier Tage! Dabei war OOo enthalten, aber Java misslang natürlich, weil dazu die benötigten Files erst downgeladen sein müssen und ich habe das mal wieder ein wenig verschoben. Auf diesem PC probiere ich gelegentlich was aus und nehme ihn also nicht nur rein zum damit Arbeiten, sondern auch zum Spielen, wie ich das nenne. Deshalb möchte ich aus den Ports installieren und meine Optionen bestimmen können.
-Ein reiner Desktop-PC-Betrieb findet auf meinem Asus-EEE statt. Der 1000HE wird nur als Desktop-PC genutzt, es wird kaum einmal zusätzlich noch andere SW installiert, ich wusste schon, was ich da wollte und hatte kein Bedürfnis, eigene Auswahl der Optionen zu nutzen. Diesen PC habe ich komplett und ganz und gar aus Paketen gebaut und fast ganz und gar mit pkg_upgrade, das auch die Updates meiner installierten SW übernimmt. Dieser PC war innerhalb von zwei Tagen komplett aufgerüstet und funktioniert seither. Es steht auch pkg_add (-r) zur Verfügung. Bei einigen Paketen nutzte ich dieses (vielleicht drei oder vier). pkg_upgrade gefällt mir aber viel besser und ist nach meiner Erfahrung tauglich. Ich empfehle diese Version, wenn du einen reinen Desktop-PC bauen willst! Meine Zusammenfassung zur Installation mit dem EEE ist hier:
http://weispit.eu/make_me_FreeBSD_on_EEE.pdf
Das Grudsystem. Hier nutze ich am liebsten den GENERIC Kernel und es gibt auch kaum einen Grund, das nicht zu tun. Anders gesagt, die Vorteile mit dem GENERIC sind größer, als die möglichen Vorteile mit einem eigenen Kernel. Manche sehen das anders und jeder hat natürlich für sich Recht und keine Antwort gilt jemals für alle. Mit GENERIC kannst du aber freebsd-update nutzen und das macht einen guten Job und datet nicht nur das aktuelle up, sondern kann auch auf eine neuere Version upgraden. Es braucht manchmal ein wenig Hilfe und dann will der vi bedient werden! Das kann ich nicht und werde es in meinem Leben nicht mehr lernen! Es genügt aber :q! zu erinnern und direkt anschließend auf einer alternativen Konsole die fragliche Datei mit ee oder einem anderen Editor des eigenen Vertrauens zu bearbeiten. Bisher hatte ich damit gute Erfolge.
LXDE. Das verstehe ich und ich hatte mir den auch für mein Ubuntu ausgesucht. Der ist wirklich flott und kann trotzdem eine Menge. Mit FreeBSD (vor vielleicht einem Jahr) scheiterte ich damit allerdings. Grundsätzlich lief er. Aber nie so richtig und vieles lag brach und war nicht recht möglich. Außerdem ist er nicht rein abhängig von FreeBSD gewesen, sondern verlangte auch Linux und das wiederum sehe ich als gute Lösung unter FreeBSD an, um verschiedene Anwendungen zu nutzen, aber bei einem Desktop-Environment halte ich es mit der Antwort, die ich auf meinen damaligen Thread bekam: da macht das ein wenig Bauchschmerzen. Vielleciht ist das inzwischen besser geworden. Ich fürchte aber, LXDE wird dich nicht wirklich unter FreeBSD befriedigen. Muss auch nicht. Es gibt ja Alternativen.
Für mich selbst ist noch immer KDE3 angesagt, obwohl durchaus fett und träge beim Starten. Seit Jahren habe ich das (also, seit es KDE1 oder so war) in Gebrauch und bin deshalb so daran gewöhnt und habe so viele Einstellungen für mich gefunden, dass alles andere mir nicht behagen will. So lange es KDE3 unter FreeBSD gibt, werde ich das nutzen.
Viel schneller und inzwischen gar nicht mehr sooo schlank und wie ich finde, gut mit FreeBSD funktioniert XFCE. GNOME hingegen geht in einer Version mal wirklich gut und in der nächsten dann wirklich mies. Es ist insgesamt nicht so schnell, wie unter Linux. Für schnelle Desktop-Environments begeistert mich FluxBox und auch OpenBox. Die können zwar deutlich weniger (oder es muss erst eingebaut werden), aber sie sind wirklich flott und klein und machen irgendwie Spass.
Zu deinen Anwendungen kann ich nichts sagen, davon nutze ich keine. Für Skype brauchst du eine unterstützte Kamera, FreeBSD nimmt nicht alle und Linux nimmt viel mehr. Vielleicht kann das ein Hinderungsgrund sein.