Mehr Marketing für BSD - auf jeden Fall. Doch wie könnte das aussehen? Anzeigen und Produkte, die man im Laden kaufen kann, wird es wohl in absehbarer Zeit keine geben: Es fehlen komerzielle Groß-Distributoren wie SuSE oder Red Hat, deren unumwundener Verdienst es ist, daß man Linux nicht nur von Mirrors herunterladen, oder beim alternativen Buchhändler an der Uni auf CD erwerben kann, sondern daß man einfach zu MediaMarkt geht, und dort in ausreichenden Mengen mit Linux versorgt wird. Jeder etwas aufmerksame Mensch, der in einen Computerladen geht, sieht heutzutage eine Produktpackung, auf der "LINUX" draufsteht.
Ganz anders verhält es sich mit BSD: Es gibt kaum komerzielle Anbieter, die irgendwelche Marktmacht haben und das Produkt zu ihrem eigenen Wohle verbreiten wollen.
Ich denke, der Weg muß anders gehen: Statt krampfhaft Oma XY dazu zu bewegen, BSD einzusetzen (bei Ubuntu hätte ich keine Probleme mehr damit), müssen wir über den Nachwuchs gehen. Der Schüler X oder Student Y hat doch garantiert noch einen alten Rechner zu Hause stehen. Er ist auch noch ein bißchen mehr an Rechnern interessiert? Er will doch garantiert mal was ordentliches ausprobieren, neben seiner Windows-Kiste? Dazugehören, zum Kreis derer, die im Schnitt dann doch ein bißchen mehr von Rechnern verstehen? Warum dem Mainstream folgen und Linux beim MediaMarkt kaufen? Hier Junge - ich hab Dir da eine CD gebrannt... lass uns die mal installieren, wenn Du Lust hast, wirklich weiterzukommen und mehr zu lernen. Fragen? Frag erst mal mich. Lies Mailing-Listen, geh zu
www.bsdforen.de. Weißt Du eigentlich, was Du mit (ich nehme einfach mal) NetBSD machen kannst? Du kannst CDs völlig verschlüsselt brennen... Deine Festplatten-Daten: Absolut sicher. Keinen Cent mehr ausgeben für Entwicklungstools - GCC und Co. sind einfach so installiert. Warum kaufst Du Dir immer den neuesten PC? Geh zu ebay, investiere 200 Euro in eine Sun und kauf Dir was, was sonst garantiert keiner hat. Keine Sorge - deine Digicam, dein Scanner, dein Drucker läuft wahrscheinlich problemlos. Aber wenn Du wirklich einen Schritt machen willst - probier mal das *BSD hier aus... oder bist Du ein Hasenfuß?
Ich würde mir wünschen, daß Informatik-leistungskurs-Schüler BSD als "ihr" System betrachten, mit dem man arbeitet, wenn man sich mit Informatik wirklich auseinandersetzt. Das gleiche gilt für Studenten. Das ist die gleiche Taktik, wegen der Microsoft FUL-Lizenzen anbietet. Mainstream wird BSD so schnell nicht werden - eigentlich nicht schade. Schade ist es dann, wenn wirklich wichtige Hardware schlecht unterstützt wird. Grafikkarten und Chipsätze von nVidia zum Beispiel. Mit was wir wuchern sollten ist die Freiheit der Systeme, ihre Geschichte bis zu den Ursprüngen von Unix in den 70ern, ihre Konsistenz, ihre erfahrenen Entwickler.
Lasst uns in einen Kampf um die Herzen der ehrlich Interessierten gehen - dann sollte der Rest (technischer Fortschritt, Nutzerbasis, Interesse von Hardwareherstellern) von ganz alleine gehen.
P.S.: Und wie oben schon jemand sagte - um den Namen zu verbreiten sind Pressemitteilungen wichtig! Heise, pro-linux, osnews und slashdot sind ja willige Gehilfen.