KDM startet nicht automatisch!

miraculix

Member
Hallo,
da ich noch ziemlich neu bei FreeBSD bin und mich auch nur wenig damit auskenne - ich habe bisher nur Erfahrungen mit Linux -, bitte ich nun um Eure Hilfe.
Vor kurzem habe ich FreeBSD 7.1 auf einen alten Notebook installiert. Gebootet von CD, dann über FTP heruntergeladen und installiert. Später habe ich dann noch KDE 3.5 installiert.
Wenn das Notebook nun startet, fährt zwar FreeBSD hoch, aber KDM wird nicht automatisch gestartet. D. h.: Zuerst muss ich mich einloggen als Benutzer, dann das root-Passwort eingeben, und erst dann kann ich kdm starten (manuell). Dann erscheint der Anmeldebildschirm von KDE, und dann muss ich meine Benutzerdaten noch einmal eingeben. Dann erst startet der Desktop.
Meine Frage ist nun: Wie erreiche ich, das kdm automatisch gestartet wird, ohne das ich mich vorher als root einloggen muss?
Außerdem habe ich noch das Problem, dass der Treiber für die Soundkarte nicht automatisch geladen wird beim Start des Betriebssystems.
Drittens habe ich das Problem, dass meine Tastatur nicht korrekt erkannt wird (z und y vertauscht usw.), obwohl ich schon deutsche Tastatur eingestellt habe.
Es wäre nett, wenn Ihr mir ein paar Tipps geben könntet.

Gruß
miraculix
 
1.) Kapitel 5.7.3.1 im Handbuch hilft da weiter.
2.) Kapitel 7.2
3.) Das hängt jetzt davon ab ob du Xorg mit oder ohne HAL betreibst.
 
Alle Fragen beantwortet!

Hallo Kamikaze,
schönen Dank für Deine Tipps. Sie waren sehr hilfreich für mich.
KDM wird jetzt automatisch beim Hochfahren gestartet. Und der Sound funktioniert jetzt auch.
Die Tastatur habe ich jetzt in KDE auf deutsches Layout umgestellt. Das funktioniert aber leider nur teilweise: Die deutschen Umlaute ä, ö und ü (und ß) lassen sich immer noch nicht darstellen und das €-Zeichen auch noch nicht. Sonst funktioniert es aber.

Gruß
miraculix
 
wieso Kamikaze nicht seinen ausgezeichneten Beitrag im Wiki genannt hat, verstehe ich an der Stelle nun nicht. Ich finde, der erklärt das gut und zeigt verschiedene Möglichkeiten.

Bei mir laufen auf der Shell und im X und dann unter KDE3 die gleichen Tastaturen und ich nehme den de_DE.ISO8859-15 auch als Zeichensatz. Bei dir nehme ich an, dass an der Stelle sich KDE nicht über den Xserver hinwegsetzen kann, was allerdings schon ein wenig merkwürdig ist.
Also, in der /etc/csh.cshrc setze ich:
#setenv LC_MESSAGES en_US.ISO8859-1
#setenv LC_COLLATE de_DE.ISO8859-1
#setenv LC_CTYPE de_DE.ISO8859-1
#setenv LC_MONETARY de_DE.ISO8859-1
#setenv LC_NUMERIC de_DE.ISO8859-1
#setenv LC_TIME de_DE.ISO8859-1

setenv ADOBE_LANG DEU
setenv LC_ALL de_DE.ISO8859-15
setenv LANG de_DE.ISO8859-15
setenv MM_CHARSET ISO-8859-15

LC_ALL und LANG gleichzeitig hat bei mir noch keine Probleme verursacht. Ich nehme bewusst keinen UTF, das gilt vielleicht nicht für viele Anwender als sinnvoll.

In /etc/X11/xorg.conf
Section "InputDevice"
Identifier "Keyboard0"
Driver "kbd"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbModel" "pc105"
EndSection

in /etc/rc.conf
keymap="german.iso.acc.kbd"
 
Hallo pit234a,
die Tastatur funktioniert doch! Diesen Text schreibe ich gerade darauf. Die deutschen Umlaute funktionieren nur nicht in der Konsole - aber das ist wohl normal, und außerdem braucht man sie dort auch nicht. Ich bin vielleicht doof! Die Unix-Befehle benutzen ja gar keine deutschen Umlaute!
Gruß
miraculix
 
pit@syo ~:-> ÄäüÜöÖµ

aus einer "konsole", dem KDE Konsolen-Programm, kopiert. Das kann keinen € (Euro).
Ohne X, also direkt auf der BSD shell (bei mir die tcsh), gehen Umlaute und Euro und mü.

Unix Befehle haben zwar keine Umlaute, doch Dateinamen sehr oft und bei mir gibt es viele alte Namen, die nicht UTF sind und deshalb behalte ich immer noch den ISO Satz bei. Nenn es Tradition.
KDE stellt für sich selbst, also für den jeweiligen Nutzer, eine Möglichkeit, Tastaturlayouts umzuschalten. Das geht sogar über eine Schnellwahltaste, was meiner Ansicht nach wenig Sinn macht.
Willst du aber etwa gleichzeitig auf einem anderen PC über einen X-Server einloggen und dich dort bei einem KDM anmelden, wird das Layout benutzt, das in deinem X-Server eingestellt ist und nicht das Layout aus der KDE-Sitzung. Wenn du das mal versuchst und "Z" oder "Y" im Passwort hast, solltest du daran denken, wenn es nicht sofort funktioniert.
Und ohne X gilt die Einstellung aus der rc.conf und die Variablen jeweils für die benutzte shell, bzw User. Damit nicht nur der Zeichensatz und das Tastaturlayout deutsch sind, kannst du deinen User zu einer Login-Group hinzufügen, wo du in der /etc/login.conf eine entsprechende Sprachgruppe anlegst. Das kann angenehm sein, wenn du viel auf der shell arbeitest und auch gerne die Rückmeldungen deines Editors in Deutsch hättest. Manche Programme sehen vielleicht auch hier nach, um ihre Locale-Einstellung zu finden. Manche shehen auch auf ein ~.login.conf, wie etwa gnome oder xfce.

Es gab hier mal einen Beitrag, alles auf Deutsch oder so ähnlich, da hatte man mir das zusammenhängend erklärt.
 
Das "Problem" ist eigentlich ganz einfach. In der Linuxwelt gehört UTF-8 seit etwa fünf Jahren zum Standard, es gibt keine mir bekannte Distribution mehr, die noch ISO-Zeichensätze nutzen würde. Entsprechend ist unter X.org der Standardzeichensatz ebenfalls UTF-8. Natürlich kann man diesen ändern, nur den Punkt bis zu welchem es sinnvoll war, haben wir seit längerer Zeit hinter uns gelassen. Ganz einfach, da immer mehr Anwendungen einfach UTF-8 voraussetzen und bei anderem nur noch rumzicken. Weil Anwendungen die Systemeinstellung einfach ignorieren. Und so weiter. Kurz um, man kann zwar durchaus ISO-Zeichensätze nutzen, muss dann aber irgendwo mit Einschränkungen leben. Ob sie einem überhaupt treffen, ist ein anderer Punkt.

Nun gibt es da die FreeBSD-Konsole "syscons". Das gute Syscons stammt aus dem schönen Jahr 1993 und ist seitdem nicht mehr wesentlich umgebaut worden. Kurz um, sie kommt zwar wunderschön mit ISO-Zeichensätzen klar, da dort ein Byte gleich einem Zeichen ist. Sie kann aber weder UFT-8 darstellen noch kann man UTF-8 in sie eingeben. Wenn man es dennoch macht, gibt es bestenfalls Zeichensalat, schlechtestenfalls passieren sehr seltsame Dinge, da die UTF-8 Codes als Steuerzeichen interpretiert werden. Oder anders gesagt, für die Konsole sollte man ISO nutzen und einen Tod muss man sterben. Viele wählen UTF-8 da man meist eh im X.org ist. Andere bauen sich Hacks, die beim Start von X.org umschalten und leben mit Dateinamengemüse oder vermeiden dort Umlaute.

Für die Zukunft ist der Plan klar. FreeBSD 8 legt die Grundlagen für UTF-8 auf der Konsole. Der zugrundeliegende Terminalemulator wurde bereits ausgetauscht, er kann nun Unicode und er kann ein XTerm emulieren. Sehen kann der Nutzer davon aber noch nicht viel. Im Moment ist Ed Schouten, der schon einiges im bereich Konsolen und TTY gemacht hat, unter Sponsorship durch die FreeBSD Foundation um einen neuen Konsolentreiber "newcons" zu schreiben. Newcons wird, wenn fertiggestellt, komplettes Unicode und noch einiges mehr können.
 
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