KI als Admin

peterle

Forenkasper
Ich mich die Tage durch eine ILIAS Installation auf einem Debian mit Webmin geknobelt und dabei dann noch einige Fehler und Probleme und Überbleibsel in dieser steinalten Installation gefunden und behoben.

Einzige Hilfestellung war ein Grok 4.5 Experte als Chat. Das hat dann mit einigen Pausen einen Tag gedauert, aber das Ergebnis und der Workflow waren sehr gut und der Workflow beeindruckend stringent und fehlerfrei.

Ein Versuch heute einen ebenso alten FreeBSD Server mit ChatLLM in einem Chat aufzuräumen, Fehler zu beseitigen und zu optimieren, ist zwar auch geglückt, brauchte aber deutlich mehr Aufmerksamkeit, weil einiges redundant war und auf falschen Entscheidungen beharrt wurde und sie immer wieder untergejubelt wurden. Die typischen Heute-Hier-Morgen-Dort Aussagen, die man von KIs so kennt, wenn sie keinen Bock und einfach Recht haben wollen, war auch erheiternd bis nervig.

Insgesamt ist das allerdings sehr beeindruckend und mich deucht, es ist nicht mehr weit hin, bis man eine KI einfach auf den Server loslässt und er richtet alles ein und optimiert es.
 
Zur Problemlösung nutze ich KI seit ca. 2 Jahren, dass die KI automatisch alles macht, sehe ich in naher Zukunft noch nicht, da ist schon noch viel Nachjustierung meinerseits nötig.

RHEL hat in Version 10 ja direkt einen KI Agenten in der Commandline, der geht etwas in die Richtung. Kann übringeds jeder ausprobieren ist auch in der kostenlosen Developer Version enthalten. Und zur Problemlösung für Linuxdinge eignet er sich gut, auch für nicht RHEL spezifische Dinge.
 
@dettus
Da hast Du völlig recht, faszinierend ist es trotzdem, was da machbar und was nicht und warum.

Mir kommt gerade die Frage, ob es ein Zeichen für eigenständige Intelligenz wäre, wenn eine KI nur mit dem Handbuch für Sendmail gefüttert auf Anhieb eine fehlerfreie Config erstellen kann. :p
 
Internetforen und allgemein Diskussion zwischen Menschen erschafft Wissen und Knowhow, und diesem bedient sich auch die KI. Sie wäre also ohne klassische Foren nicht möglich.

Was die Qualität angeht: Hier auf bsdforen.de sind wir ja ne kleine Insel, in großen Linuxforen zB gibt es leider auch viele Menschen mit wenig oder uraltem Wissen und viel Meinung. Das eine Antwort generell da qualitativ Besser ist, als eine KI generierte, wage ich zu bezweifeln. Natürlich lernt man durch Teilnahme die Forenteilnehmer kennen und kann auch abschätzen, wessen Beitrag eher von Fachwissen geprägt ist, und wer nur Quatsch rausballert.

Das schöne: Man kann beides nutzen und sich die Rosinen rauspicken. Aber ich würde jedem raten, auch die KI zur Problemlösung zu testen. Die Entwicklung ist rasant, wenn jemand das vor einem Jahr als zu schlecht bewertet hat, heute ist schon wieder alles anders :D
 
Ich habe mein ganzes Wissen über Internetforen gelernt. Leider stirbt diese Art der Kommunikation aus.
Einige Linux Foren wurden bereits abgeschaltet.

Und ja, ich benutze auch KI... immer mehr....
 
Ich habe mein ganzes Wissen über Internetforen gelernt. Leider stirbt diese Art der Kommunikation aus.
Einige Linux Foren wurden bereits abgeschaltet.

Und ja, ich benutze auch KI... immer mehr....
Die großen KI haben das Wissen aus den frei zugänglichen Foren abgesaugt und seitdem brechen dort die Zugriffzahlen und die Positionierung bei google deutlich ein. Da macht man sich als Betreiber schon Gedanken, was man sich leisten will und wann was nicht mehr.
Mir tut das unendlich weh, weil Foren ein vorher unvorstellbar effizientes weltweit verfügbares Expertenwissen zugänglich machten und viele Kontakte durch die ganze Welt schuffen.
 
aus den frei zugänglichen Foren abgesaugt

Mir tut das unendlich weh, weil Foren ein vorher unvorstellbar effizientes weltweit verfügbares Expertenwissen zugänglich machten
...das Wissen ist ja auch nicht weg. :D Also ich sehe deinen Punkt, aber andererseits heißt "frei zugänglich" eben genau das. Ich helfe hier ja gern unentgeltlich, wenn ich was weiß und beitragen kann. Wenn sich dieses Wissen dann weiterverbreitet ist das ja nicht negativ, finde ich. Bin ja kein Berufsgeheimnisträger und unser Forum ist es auch nicht, ein wenig open-sourciger Gedanke...wenn ich schon selbst kein Programmierer bin und da nichts beitragen kann.
Noch sehe ich wegen KI kein Forensterben, das gab es vorher schon aus anderen Gründen, aber Mensch<->Post<->Mensch wird KI auch nicht ersetzen können und deswegen sind wir ja weiterhin hier. ;)

Edit, eben erst gesehen:
Mir kommt gerade die Frage, ob es ein Zeichen für eigenständige Intelligenz wäre, wenn eine KI nur mit dem Handbuch für Sendmail gefüttert auf Anhieb eine fehlerfreie Config erstellen kann.
Gegenbeispiel: Ich zumindest finde einen funktionierenden Prototypen für bm3d auf glsl/vulkan im zweiten Anlauf (nur Syntaxfehler, nicht Implementierung!) innerhalb von 10 Minuten ziemlich beeindruckend. Dafür, dass ich das jetzt seit einigen Monaten immer mal wieder mit verschiedenen Models probierte/scheiterte echt ne Wucht. :)
 
Dieser Problemkreis treibt mich auch um, und genau deswegen habe ich hier vorhin ein neues Thema erstellt. Ich will nämlich auch etwas dazu beitragen, daß Foren erhalten bleiben. Daß KI dumm ist, merkt man ja schon daran, daß sie auf Grund statistischer Analyse glaubt, Antworten geben zu können. Das Beispiel mit den großen Linux-Foren trifft es nämlich genau: Man muß das Signal vom Rauschen trennen, und das kann man nur mit wirklichem Verstand und Wissen.

Aus den letzten Tagen kann ich Beispiele für die Blödheit bringen, die KI an den Tag legen kann, hier nur eines: Ich schicke ihr ein Foto von zwei Verteilerschienen meines Stromkastens mit von mir eingefügter Beschriftung N und PEN. Dann sagt mir die KI, daß ich es genau verkehrtherum beschriftet hätte, denn man sähe doch auf einer der Schienen das Zeichen für Erde. Der Witz war, daß die KI trotz dieser Feststellung nicht in der Lage war, zuzuordnen, welche Schiene welche war. Selbst der größte Depp auf Erden hätte diese Frage sofort beantworten können, und zwar richtig.

Ich bediene mich auch immer mehr der KI, und bei der Einrichtung von FreeBSD auf dem Laptop hat sie mir sehr geholfen, aber ich übernehme niemals einfach das, was sie erzählt, sondern prüfe alles auf Plausibilität und mache auch Querchecks, wenn nötig. KI eigenverantwortlich auf meinem System herumfummeln zu lassen, wäre für mich ein Alptraum.

Beim Programmieren hilft sie mir manchmal, ist aber bei komplexeren Fragestellungen oftmals heillos überfordert. Aber es ist eindeutig, daß sie besser wird und immer effektiver unterstützen kann.
 
ich denke das mit "statistischer Analyse" triffts ganz gut... von "Intelligenz" ist da reichlich wenig zu sehen...
eigentlich müsste das ganze nach meinem dafürhalten korrekt "künstliche statistische Analyse" heißen, denn "künstliche Intelligenz"

letztens hatte ich den Fall, dass "Wernher von Braun" der "erste Mann auf dem Mond" war... knapp, aber halt doch daneben... ("es tut mir leid, du hast recht, Neil Armstrong war....")

trotzdem ist es ganz interessant, mal direkt bei nem Anfang von ner neuen Technologie dabei zu sein...
 
trotzdem ist es ganz interessant, mal direkt bei nem Anfang von ner neuen Technologie dabei zu sein...
Das ist ein Euphemismus, mit Verlaub. Ich war dabei, als die ersten Taschenrechner mit LRN-Taste auf den Markt kamen, als es die ersten Computer (ZX81 in meinem Fall) zu kaufen gab, als CompuServe das erste frei zugängliche (schweineteure) Netz war etc. pp. Das baut alles aufeinander auf, ganz klar. Aber die Entwicklung von ChatGPT, gepaart mit der Tatsache, daß dieses System und weitere in der Nachfolge kostenlos und offen verfügbar wurden, scheint mir schon eine ganz neue Qualität zu haben.

Die Frage, woher diese Systeme ihr sogenanntes Wissen nehmen, oder besser, woraus sie dieses ableiten, ist eine ganz kritische Frage, die unsere Kultur enorm beeinflußt. Nimm z. B. mal die Tatsache, daß für das Füttern von KI Unmengen von Büchern zerstört werden.

Jetzt denkt vielleicht mancher: What the fuck, wovon redet der? Ich spreche davon, daß über Zwischenfirmen von großen AI-Entwicklern in großem, wirklich sehr großem, Maßstab Bücher gekauft werden. Diese werden von Buchrücken und -deckeln befreit, geschnitten und in dieser Form Scannern gefüttert, die sie digitalisieren. Das, was von dem Buch übrigbleibt, kannst du nicht mal bei IKEA als Buchattrappe mehr verwenden. Das ist einfach nur Papiermüll.

Und zu den dieserart eingescannten und entkörperlichten Büchern sollen sogar wertvolle, historische Einzelstücke gehören. Dazu fehlen mir zwar Quellen, aber daß wirklich wertvolle Bücher dabei auch draufgehen, scheint sicher zu sein. Wir reden also nicht nur von Allerweltsliteratur, die millionenfach irgendwo in Antiquariaten liegt.

Wenn man an dieser Stelle weiterdenkt, und wenn man daran berücksichtigt, wie volatil all das ist, was so übers Internet verfügbar ist, wird einem doch ein bißchen mulmig, oder?

Man sagt zwar, das Internet vergesse nichts und denkt dabei an Leute, die eklige Bilder von ihren Ex-Geliebten irgendwo posten. Aber das ist natürlich kurzgegriffen. Ich nenne mal ein Beispiel:

Mein Vater hat an der TH Aachen seinen Doktor gemacht. Die Arbeit habe ich hier im Regal liegen. Daher, und auch aus meiner Erinnerung, kenne ich den Namen des Doktorvaters. Also habe ich gedacht: Google den doch mal, dann kannst du ein Bild von ihm in die Doktorarbeit einlegen. Ich fand dann einen, haha, Wikipedia-Artikel über genau diesen Professor. Und da war dann auch ein Link auf eine Photographie von ihm. Ich klicke den an, kaputt. Kein Foto. Also habe ich die heute RWTH Aachen genannte Hochschule angeschrieben, daß dieser Link defekt sei und ob sie mir bitte ein Bild des Professors zur privaten Verwendung schicken könnten. Antwort: Sie hätten keines. Und das, obwohl dieser Link auf eine Ressource der RWTH gezeigt hat!

Das kann jetzt jeder interpretieren, wie er will.

Dazu noch ein Gedanke: Ich will gar nicht wissen, wieviel wertvolles Wissen mittlerweile wieder aus dem Netz geworfen worden ist auf Grund vermeintlichen Datenschutzes.

Also, von daher zwei Feststellungen: 1. Das Netz vergißt, was es will, 2. AI ist nicht nur Fortschritt und neue Technologie, wobei ich Technologie hasse, ich sage lieber Technik, sondern auch und nicht zuletzt neue Gefahr. Und darüber sollten wir eine Menge nachdenken, anstatt uns nur treiben oder mitziehen zu lassen. 3. Wie phantastisch Papier (und sein Vorläufer Papyrus oder sogar Steine mit Runeninschriften) Informationen unser Vorgänger über Äonen erhalten haben, werden wir erst wirklich schätzen lernen, wenn uns die letzten hundert Jahre förmlich durch die Finger geglitten sind, weil wir zu blöd waren, uns zielführende Gedanken über den Erhalt unserer Kultur zu machen. Und wenn das so weitergeht, laufen wir sogar Gefahr, das zu verlieren, was wir auf Papier besitzen.

Ja, das geht mir so durch den Kopf bei dem Thema ;)
Schönen Abend noch :belehren:
 
Das ist ein Euphemismus, mit Verlaub.
naja, so gesehen... die "AI"s dieser Welt sind alle Abkömmlinge von was?

von der Rechtschreibprüfung in Schreibprogrammen, welche vorauszusehen vermochten (oder: nicht vermochten) welches Wort du voraussichtlich als nächstes tippen würdest...
"ich esse gerne.... Autos, Flugzeuge, den Mond, Pizza, meine Oma"... Pizza hatte den höchsten Score, ansonsten wurde es meist peinlich...
 
Wo ich gerade so gut dabei bin :) :

Mir fallen natürlich auch positive Dinge auf. Fangen wir mit einem negativen an. Vor kurzem habe ich Die Zitadelle von A. J. Cronin gelesen. Ungefähr 60 Jahre zu spät, zugegeben. Aber da mich das Buch förmlich vom Hocker gerissen hat, habe ich im Netz nach Sekundärliteratur gesucht. Ergebnis: Null. Dafür kann das Netz nichts, klar. Aber jetzt das Positive: Ich habe einen Spiegel-Artikel über Cronin gefunden. Der Artikel selbst ist jetzt eine Sache für sich, aber das Spannende an ihm ist, daß er von 1954 stammt. Er ist im Spiegel-Archiv gespeichert. Und ob der Artikel jetzt in sich wertvoll ist oder nicht, spielt gar keine Rolle, entscheidend ist, daß man ihn findet. Und das ist das Verdienst der Spiegel-Verantwortlichen.

Es gibt eben keine übergeordnete Institution, die den Erhalt von digitalen Inhalten sicherstellt. (Oder die Erstellung derselben, um papierbasierte Originale zu erhalten.)

Wir haben ein Archiv, ich glaube, Bundes-Archiv (wer's besser weiß, möge das gerne ergänzen), und es gab oder gibt noch ein Gesetz, das sicherstellt, daß gedruckte Auflagen von Büchern und Zeitschriften in zwei Kopien an das Bundesarchiv gehen. (Hoffentlich bin ich da korrekt informiert :) ) Somit gab und gibt es eine gesetzliche Regelung, die den Erhalt von Kulturgut, zumindest auf Papierbasis, regelt.

Haben wir so etwas in Bezug auf digitale Inhalte? Meines Wissens nicht.

Wir unterhalten Samendatenbanken, die irgendwo auf Svalbard gebunkert sind (korrigiert mich, was den Ort angeht), und solche Maßnahmen begeistern mich, da merkt man, es gibt Menschen, die sich Gedanken machen. Aber Wissens- und Kulturdatenbanken haben wir in dieser Form nicht, das meiste basiert auf dem Einsatz von Freiwilligen, von Institutionen, die das aus eigenem Antrieb, aber eben mit beschränkten Rechten und Verpflichtungen tun.

Ich finde, wir brauchen Regelungen und Anstrengungen, die ganz oben in unserem Staatswesen verankert sind.

Hoffentlich war das jetzt nicht zuviel Geschwätz, täte mir leid ;)
 
naja, so gesehen... die "AI"s dieser Welt sind alle Abkömmlinge von was?

von der Rechtschreibprüfung in Schreibprogrammen, welche vorauszusehen vermochten (oder: nicht vermochten) welches Wort du voraussichtlich als nächstes tippen würdest...
"ich esse gerne.... Autos, Flugzeuge, den Mond, Pizza, meine Oma"... Pizza hatte den höchsten Score, ansonsten wurde es meist peinlich...
Hehe, die Rechtschreibprüfung spielt sich bis heute so auf dem Niveau von T9 ab, oder? Da ist die AI schon ein bißchen weiter. Aber die Gemeinsamkeit ist offensichtlich: Der Begriff Künstliche Intelligenz ist ein Marketing-Trick. Künstlich stimmt, Intelligenz nicht.

Von der praktischen Nutzung her sind Grok und Claude aber definitiv hilfreicher als T9.
 
Jetzt denkt vielleicht mancher: What the fuck, wovon redet der? Ich spreche davon, daß über Zwischenfirmen von großen AI-Entwicklern in großem, wirklich sehr großem, Maßstab Bücher gekauft werden.
Ja, ich hab davon gehört.

Und zu den dieserart eingescannten und entkörperlichten Büchern sollen sogar wertvolle, historische Einzelstücke gehören. Dazu fehlen mir zwar Quellen, aber daß wirklich wertvolle Bücher dabei auch draufgehen, scheint sicher zu sein. Wir reden also nicht nur von Allerweltsliteratur, die millionenfach irgendwo in Antiquariaten liegt.
Ein Gegenstand wechselt den Besitzer, der kann damit machen was er will, auch die physische Zerstörung gehört dazu. Moralisch mag das ne andere Dimension sein und auf der anderen Seite gehören echte Artefake ins Museum, nicht in den Verkauf. Von daher finde ich das als natürliche Grenze schon ok. Wenn ein Youtuber das neueste iPhone oder das seltene Sondermodell das als erstes vom Band lief, mit der Hydraulikpresse verfeinert, interessiert ihn auch nur der ROI. ;)

Klar, Bücher sind schon toll. Die Haptik, es ist offline, es ist entspannend. Aber liest du Romane/Unterhaltung mehr als einmal? Fachbücher blättert man vielleicht mehrfach, die altern vom Inhalt aber meist nicht gut, weil sich so viel schnell ändert. Danach braucht es nur noch Platz im Regal und die Nachmittagssonne beginnt über die Jahre mit der Bleichung des Buchrückens, der Zerfall setzt ein. Ich kenne niemanden, der sein Bücherregal gesondert vor Feuer/Wasserschäden geschützt hätte. :D Was die meisten vielleicht dabei so spaltet ist der Gedanke an die Bücherverbrennungen, da ging es um Wissenszerstörung und Meinungsbildung, die richtige Haltung™. Man sollte da nicht in die Falle tappen, denn "Mein Kampf" kloppt man heute ja auch emotionslos in die Tonne, oder? Beim Training von Models sehe ich klar die Intention zum Wissenserhalt, den besseren Versuch der Konservierung. Digitales lässt sich, wenn richtig gemacht, degradierungsfrei einfach besser erhalten als Papier. Es ginge sicher auch ohne Zerstörung, das werden die ausgelotet haben, ob es sich lohnt langsamer zu scannen und die Bücher dann wieder zu verkaufen. Ich hab selbst mal versucht aus Haushaltsauflösungen Bücher zu verkaufen, es ist Zeitverschwendung.

1. Das Netz vergißt, was es will,
Also dem Serverbetreiber oder dem Bücherhändler kann man schlecht nen Vorwurf machen, dass er nicht mehr das hat, was man gerade möchte. Die haben beide nicht den Anspruch zur Archivierung.

Antwort: Sie hätten keines. Und das, obwohl dieser Link auf eine Ressource der RWTH gezeigt hat!
Hast du dein Glück bei https://archive.org/ versucht? Die haben auch nen Donate-Button. ;)

weil wir zu blöd waren, uns zielführende Gedanken über den Erhalt unserer Kultur zu machen.
Dieser Drops ist gelutscht, unsere Politik möchte genau das nicht.

Es gibt eben keine übergeordnete Institution, die den Erhalt von digitalen Inhalten sicherstellt.
Korrekt, deswegen finde ich ja das Modeltraining und die Archivierungsansätze gut. Die physische Zerstörung finde ich dabei das akzeptable Übel, auch wenn sie nicht zwingend notwendig ist.

Ich finde, wir brauchen Regelungen und Anstrengungen, die ganz oben in unserem Staatswesen verankert sind.
Damit gibts keine Barriere, dass die nicht "Geschichte" umschreiben, halte ich für einen Fehler. Man stelle sich vor wie das Grundgesetz aussähe, wenn das nur auf dem einen Staatsserver liegen würde.
 
Hi, mr44er,
das ist eine interessante Replik, danke!
Leider ist es jetzt für mich zu spät, das angemessen zu beantworten, aber ich werde das morgen tun, wenn ich hier meine Elektrikprobleme gelöst habe :)
Das bringt eine gewisse Offline-Zeit mit sich, aber sobald hier alles wieder funktioniert, werde ich mich der Antwort widmen.
Bis dann, auf ein erfreuliches Morgen ;)
 
Ich finde KI als Alternative zur "alten" Google-Suche (oder alternative Suchmaschinen) ganz gut. Aber auch die alte Google-Suche hat mir nicht immer das Passende und Wahre angezeigt. Man musste auch damals schon selbst filtern, verifizieren, nachdenken, verwerfen, weitersuchen. Manche Menschen koennen allerdings scheinbar nicht mehr unterscheiden, da sie die KI vermenschlichen und ihre Aussagen als die einzige Wahrheit hinnehmen. Das ist die eigentliche Gefahr, denn man kann sich mit der KI unterhalten und die KI macht dabei den Eindruck, dass sie alles weiss und dazu noch Quellen liefert. Dass sie sich dabei widerspricht und je nach Quelle das Gegenteil behauptet, das ist dabei scheinbar nur zweitrangig. Wie auch immer: KI ist ein nuetzliches Werkzeug, solange man skeptisch bleibt und selbst nachprueft.
 
Digitales lässt sich, wenn richtig gemacht, degradierungsfrei einfach besser erhalten als Papier. Es ginge sicher auch ohne Zerstörung, das werden die ausgelotet haben, ob es sich lohnt langsamer zu scannen und die Bücher dann wieder zu verkaufen.

Zumal der Großteil der Bücher von 1840-1990 auf säurehaltigem Papier gedruckt wurde, d.h. nach 30-100 Jahren (je nach Lagerung) zerfallen die Bücher von ganz alleine zu Staub.

Ich hab selbst mal versucht aus Haushaltsauflösungen Bücher zu verkaufen, es ist Zeitverschwendung.

Die Wertschätzung eines Buches (als Medium, unabhängig vom Inhalt) hängt auch mit dem Preis über die Jahrhunderte zusammen.

Die Gutenbergsche Bibel vor knapp 600 Jahren war ein Verkaufschlager, weil ein Exemplar nur 3 Jahresgehälter eines normalen Büroangestellten gekostet hat. Eine handgeschriebene Bibel hat ungefähr 30 Jahresgehälter gekostet. Mit der Verbreitung des Buchdrucks wurde es schnell günstiger, aber immer noch kostspielig.

Heutzutage kostet der Druck (nicht zu verwechseln mit dem Endpreis) einer Kleinauflage (d.h. 1.000 Exempare) gerade mal 2€ pro Buch. Bei 10.000 Exemplaren sind wir schon bei einem 1€ angelangt.

Man kann sich ja mal für sich selbst ausrechnen, wie lange man für ein Buch für 10-20€ Ladenpreis arbeiten muss.
 
Ja, ich hab davon gehört.

...
Ich versuche, keine Textwüste entstehen zu lassen und kommentiere mal die Punkte, die ich am interessantesten finde:

Natürlich altern die Inhalte von Büchern genauso wie die von Blogs, keine Frage. Aber ich habe hier drei Bücher von Herrn Euler aus den Jahren 1796 und 1797. Erstens ist der Inhalt nicht gealtert, komischerweise, und zweitens ist die Darstellung rein historisch gesehen hochspannend. Es ist ein Unterschied, ob man ein Buch über Algebra von 1796 liest oder eines aus dem 2000-irgendwas. Wissen ist nie nur eine Momentaufnahme des aktuellen Wissensstands, es hat auch eine historische Dimension. Aus dem Grund haben Bücher, egal aus welcher Zeit eine ebensolche historische Bedeutung. Sicher gibt's Wissensfelder, bei denen das keine soo große Rolle spielt, ich muß nicht wissen, wie man in C, Version 1, programmiert hat. Hm, vielleicht doch im einen oder anderen Fall?

Aber Du hast natürlich völlig recht mit der Anmerkung, daß man keine Bücher mehr verkaufen kann. Das ist wohl wahr, aber was spiegelt das wider?

Zu den Serverbetreibern: Klar, wenn dem die Platten überlaufen, löscht er halt, fertig. Außer in dem Fall, daß sein Server höheren Zwecken dient und die Daten wertvoll sind. Dann wohl eher nicht. Aber auch gleich die nächste Frage: Was ist beim Plattencrash, Blitzeinschlag oder Erdbeben? Dann sind Sachen unter Umständen doch für immer verloren, so wie die Buddhas in Afghanistan.

Und ja, klar, ich habe versucht, das Bild bei archive.org zu finden, leider habe ich es nicht geschafft. Schade...

Du schreibst: "Korrekt, deswegen finde ich ja das Modeltraining und die Archivierungsansätze gut. Die physische Zerstörung finde ich dabei das akzeptable Übel, auch wenn sie nicht zwingend notwendig ist." Das klingt, als ob die AI-Firmen sich Gedanken um den konkreten Erhalt der Daten machen, die sie aus den Büchern extrahieren. Kannst Du mir dazu mehr erzählen?

Und zum Schluß: "Damit gibts keine Barriere, dass die nicht "Geschichte" umschreiben, halte ich für einen Fehler. Man stelle sich vor wie das Grundgesetz aussähe, wenn das nur auf dem einen Staatsserver liegen würde." Ja, da hast Du sicher recht, gar keine Frage. Alleine schon die zertifizierten Faktenchecker sind ein Alptraum. Wer das Gedächtnis der Menschen manipulieren kann, ist nahezu allmächtig, da ist was Wahres dran. Das wollen wir natürlich nicht :cool: !
 
Ich finde KI als Alternative zur "alten" Google-Suche (oder alternative Suchmaschinen) ganz gut. Aber auch die alte Google-Suche hat mir nicht immer das Passende und Wahre angezeigt. Man musste auch damals schon selbst filtern, verifizieren, nachdenken, verwerfen, weitersuchen. Manche Menschen koennen allerdings scheinbar nicht mehr unterscheiden, da sie die KI vermenschlichen und ihre Aussagen als die einzige Wahrheit hinnehmen. Das ist die eigentliche Gefahr, denn man kann sich mit der KI unterhalten und die KI macht dabei den Eindruck, dass sie alles weiss und dazu noch Quellen liefert. Dass sie sich dabei widerspricht und je nach Quelle das Gegenteil behauptet, das ist dabei scheinbar nur zweitrangig. Wie auch immer: KI ist ein nuetzliches Werkzeug, solange man skeptisch bleibt und selbst nachprueft.
Es wird ja behauptet, KI würde im medizinischen Bereich große Hilfestellung leisten, vor allem im Verbund mit der ePA. Ich lehne mich mal janz weit ausm Fenster, nich wohr? Das ist der größte Beschiß, den man sich denken kann. Und ich begründe das:

1. Der Einsatz von KI unter Streß ist eine ganz dumme Idee, denn unter Streß kann man nicht überprüfen, zumindest nicht gründlich genug, ob der Ratschlag der KI passend und korrekt ist oder nicht. Da wird z. B. erzählt, daß KI helfen würde, wenn eine Notfallambulanz überlastet ist. Ich halte das für eine Falschaussage: Unter Streß, wenn dir der Patient unter den Fingern wegzusterben droht, hilft dir nur eins, die Erfahrung, dein Wissen, deine HANDLUNGSFÄHIGKEIT in einer solchen Streßsituation. Nehmen wir einen unerfahrenen jungen Arzt dagegen, dann wird er, wenn er sich unsicher ist, genau das tun, was die KI sagt. Das ist keine gute Idee!

2. Was die ePA angeht, wird auch behauptet, sie sei von großem Nutzen, gerade in Notfällen. In der Notfallmedizin wird ein Notarzt mit guter Ausbildung das Richtige tun, ohne daß er in die ePA schaut. Was soll das? Notfallmedizin verfügt über einen überschaubaren Satz an Regeln, um Menschen zu retten. Und die Aufgabe ist dabei, erstens eine Verschlimmerung der Situation des Patienten zu verhindern und ihn möglichst schnell lebend ins Krankenhaus zu bringen. Dazu braucht man keine ePA.

Sorry, wenn ich so einen entschiedenen Ductus an den Tag lege, aber das Thema regt mich echt auf. Ich freue mich aber natürlich über jeden konstruktiven Kommentar!
 
Zumal der Großteil der Bücher von 1840-1990 auf säurehaltigem Papier gedruckt wurde, d.h. nach 30-100 Jahren (je nach Lagerung) zerfallen die Bücher von ganz alleine zu Staub.

...
Also, meine beiden vorhin erwähnten Bücher von 1796 kann man nach wie vor lesen.

Auf Deine Ausführungen zu Buchpreisen im Laufe der Zeitalter kann ich mir noch keinen rechten Reim machen. Worauf möchtest Du denn hinaus? Der Wert einer Sache bemißt sich doch nicht nach ihrem Preis...
 
Also, meine beiden vorhin erwähnten Bücher von 1796 kann man nach wie vor lesen.

Wie von mir erwähnt sind die Bücher im Zeitraum 1840-1990 durch das säurehaltige Papier dem Untergang geweiht. Deine beiden Bücher sind vermutlich aus Leinen oder Hanf (oder vielleicht schon aus Baumwolle) gemacht und säurefrei verklebt. Dementsprechend sind sie sie lange haltbar.

Auf Deine Ausführungen zu Buchpreisen im Laufe der Zeitalter kann ich mir noch keinen rechten Reim machen. Worauf möchtest Du denn hinaus? Der Wert einer Sache bemißt sich doch nicht nach ihrem Preis...

Der gesellschaftliche und psychologische Status des Mediums Buch ist in vielen Köpfen noch deutlich höher als der ökonomische Wert.

Bücher waren mal knapp und entsprechend wertvoll, sind aber heute Massenware, so dass sich nicht mal der Mehraufwand für das zerstörungsfreie Scannen der Bücher für KI-Training lohnt. Wir verwechseln leicht den Wert des geschriebenen Wortes mit dem gedruckten Buch als Trägermedium.
 
Wie von mir erwähnt sind die Bücher im Zeitraum 1840-1990 durch das säurehaltige Papier dem Untergang geweiht. Deine beiden Bücher sind vermutlich aus Leinen oder Hanf (oder vielleicht schon aus Baumwolle) gemacht und säurefrei verklebt. Dementsprechend sind sie sie lange haltbar.



Der gesellschaftliche und psychologische Status des Mediums Buch ist in vielen Köpfen noch deutlich höher als der ökonomische Wert.

Bücher waren mal knapp und entsprechend wertvoll, sind aber heute Massenware, so dass sich nicht mal der Mehraufwand für das zerstörungsfreie Scannen der Bücher für KI-Training lohnt. Wir verwechseln leicht den Wert des geschriebenen Wortes mit dem gedruckten Buch als Trägermedium.
Ja, Du hast recht: Ich habe den Hinweis auf den Zeitraum nicht berücksichtigt, danke für den Hinweis!

Die Sache mit der destruktiven Scan-Methode hat zwei Aspekte, zum einen wird behauptet, man wolle nicht gegen Urheberrechte verstoßen, indem man aus einer Kopie (dem echten Buch) eine zweite anfertigt (das Digitalisat). Kann sein, daß das auf globalem Maßstab gesehen ein Argument ist.

Zum anderen handelt es sich bei den zerstörten Büchern eben gerade nicht nur um Massenware, sondern zumindest zu einem kleinen Teil um historisch durchaus relevantes Material. Und vor der Zerstörung schaut ja keine AI-Firma nach, ob sie gerade das letzte Originalexemplar einer Gutenberg-Bibel vernichten. Bloß mal als dummes Beispiel.

Und um dabei zu bleiben: Natürlich haben wir einen Begriff von Besitz, der dem Besitzer auch die Zerstörung seines Eigentums erlaubt. Aber ob das hier relevant ist? Auch so eine Handlung kann sozial völlig inakzeptabel sein. Und der große kritsche Faktor, der auf allem wie ein Sahnehäubchen sitzt, ist der Maßstab, in dem diese Dinge passieren. Der ist nämlich ohne historisches Beispiel.
 
Die Gutenbergsche Bibel vor knapp 600 Jahren war ein Verkaufschlager
Ja, danach wurde immer gefragt auf Flohmärkten, wurde ein running gag. Da ging es auch nicht um das Stück an sich, sondern sowas ergattern um dann bei ebay den Raibach zu machen.

Bei 10.000 Exemplaren sind wir schon bei einem 1€ angelangt.
1€ ist auch die magische Zahl auf Flohmärkten, egal ob Buch oder DVD/Bluray. Lohnt nicht.

Aber ich habe hier drei Bücher von Herrn Euler aus den Jahren 1796 und 1797. Erstens ist der Inhalt nicht gealtert, komischerweise, und zweitens ist die Darstellung rein historisch gesehen hochspannend. Es ist ein Unterschied, ob man ein Buch über Algebra von 1796 liest oder eines aus dem 2000-irgendwas.
Das ist schon nice-to-have und sicher ein Hingucker, aber einen echten Nutzen sehe ich da nur, wenn man generell an Antiquitäten Freude hat. Ist das ein Erbstück und wenn nein, wieviel hast du dafür bezahlt? Wenn das Papier säurefrei ist (davon hab ich keine Ahnung) und das Ding schon so lange überlebt hat ohne zu zerbröseln, dann kann man die Unikate schon aufheben. Das sind aber zwei Bücher, die brauchen nicht viel Platz. Diejenigen, die die Bücher fürs Training weltweit aufkaufen haben auch sicher durchkalkuliert, welcher Rattenschwanz noch dranhängen würde, selbst wenn sie die Bücher schnellstmöglich wieder unbeschädigt abstoßen könnten. Lager und Personalkosten hätten sie trotzdem, das ist ne Nullrunde.

daß man keine Bücher mehr verkaufen kann. Das ist wohl wahr, aber was spiegelt das wider?
Das spiegelt meine Beobachtung wider, dass die Kultur schon längst den Bach runtergeht.

Aber auch gleich die nächste Frage: Was ist beim Plattencrash, Blitzeinschlag oder Erdbeben? Dann sind Sachen unter Umständen doch für immer verloren, so wie die Buddhas in Afghanistan.
Das gleiche wie wenn ein Buch einen Schadensfall nicht überlebt. Deswegen speichert man Daten möglichst redundant und an verschiedenen Orten. Wie machst du denn deine Backups?

Das klingt, als ob die AI-Firmen sich Gedanken um den konkreten Erhalt der Daten machen, die sie aus den Büchern extrahieren. Kannst Du mir dazu mehr erzählen?
Die rohen Scans, also ihre Trainingsdaten werden die in unveränderter Form mit ziemlicher Sicherheit für sich selbst archivieren. Die speisen ja nicht nur einmal ihr Model und werfen die Trainingsdaten weg, nein, das behalten die schön als Startbasis. Mit zukünftiger Mehrkapazität gibts dann mehr Iterationen. Wenn sie wohltätig genug sind, stellen sie das vielleicht für die Allgemeinheit zur Verfügung, zumindest die Werke die über 100 Jahre alt sind, sonst gibts Urheberrechtsprobleme.
 
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