mrx86
Well-Known Member
BSDs verwenden kein Ring-Sicherheitskonzept der Intel CPUs.
Welches OS bringt denn Treiber mit, um mit der Intel ME zu kommunizieren?
Die OS kommunizieren allerdings per Syscall mit dem BIOS um z.B. ACPI-Infos usw. abzufragen. Meinst Du sowas? Das macht aber auch OpenBSD.
Die meisten User verwenden einen Router mit Firewall, bei dem die von extern eingehenden Ports gesperrt sind. Da braucht es keine zusaetzliche Frontlinie.
Die meisten von dir beschriebenen Punkte sind irrelevant unter Linux und BSDs. Die Intel ME kann vermutlich deine Tastatureingaben mitloggen, allerdings kann sie nicht auf eine verschluesselte Netzwerkverbindung zugreifen, da diese softwareseitig verschluesselt und entschluesselt wird und nicht im Netzwerkchipsatz (anderer Layer). Sie kann evtl. einen Dump des aktuellen RAM-Inhalts erstellen, aber Echtzeitauswertung und Echtzeituebertragung (RAM streaming) uebers Internet von z.B. 32 GB RAM wird sie wohl kaum machen koennen, vor allem da jedes OS den RAM anders verwaltet und RAM sehr schnell veraenderbar (und fluechtig) ist und man dafuer eine sehr sehr schnelle Internetverbindung brauechte. Kaum ein User haengt seinen Rechner mit einem DSL-Modem direkt ins Internet, sondern verwendet irgendeine Form von Router mit Firewall. Im schlecht gesicherten Firmennetzwerk ist ein Angriff auf die Intel ME theoretisch moeglich, allerdings funktionieren die oben beschriebenen Exploits dort auch nicht. Unterm Strich gibt es viel einfachere Angriffsszenarien mit Rechteausweitung durch Bugs in Software.
Danke für deine Aussagen.
- Netzwerk-Verschlüsselung: Korrekt. Die ME kann eine TLS/HTTPS-Verbindung, die im OS verschlüsselt wird, nicht aufbrechen. Aber: Die ME verfügt über einen eigenen, unabhängigen TCP/IP-Stack. Sie kann eigene, komplett verschlüsselte Verbindungen am OS vorbei ins Internet aufbauen.
- RAM-Streaming: Die ME muss nicht 32 GB RAM streamen. Sie hat direkten DMA-Zugriff (Direct Memory Access). Sie sucht gezielt nach Mustern im RAM (z. B. Krypto-Schlüssel, Passwörter im Klartext) und überträgt nur diese wenigen Kilobytes.
- OS-Unabhängigkeit: Da die ME unterhalb des OS läuft, ist es ihr völlig egal, wie Linux oder BSD den RAM verwalten. Sie sieht den rohen, physikalischen Speicher.
- Router/Firewall-Schutz: Ein externer Router blockiert eingehende Verbindungen. Die Intel ME agiert bei Infektion jedoch als ausgehende Verbindung (Reverse-Shell). Da Standard-Router ausgehenden Verkehr (Port 80/443) immer erlauben, tunnelt die ME die Daten problemlos nach draußen.