Ich habe immer einen Laptop dabei - schlicht um den Urlaub zu organisieren.
Tagestrips oder aehnliches werden ad-hoc nach Wetterlage gesucht/gebucht; evtl. muss
man Fluege suchen/umbuchen uswusf.
ja.
Diesen Aspekt habe ich in meinen Gedanken gar nicht drin gehabt.
Als ich meinen letzten Urlaub machte, musste ich den Flug über ein Reisebüro buchen, Smart-phones gab es noch gar nicht und Laptops zum Surfen im Internet waren rar, wenn überhaupt schon vorhanden. Das erinnere ich nicht mehr so genau.
Das allerwichtigste, was man damals brauchte, war eine gute Kreditkarte. Und je nach Bestimmungen, gültige Reisepapiere.
Ich denke gerade an den Vorfall, als mein amerikanischer Bekannter, bei dem ich einige Wochen unter gekommen war, mich zu einem Geschäftsausflug mit nach Kanada nahm. Auf der Rückfahrt wurden wir an der Grenze kontrolliert und man verweigerte mir die Wieder-Einreise in die USA, weil ich für Kanada keine gültigen Papiere hatte und kein Staatsbürger der USA war. Peinliche Situation und hat lange Zeit gekostet, den guten Grenzer zu überreden, dass wir alle weniger Ärger und weniger Arbeit haben, wenn er einfach mal kurz nicht so genau hinschaut.
Damit sind wir aber gleich bei einem wichtigen Aspekt: der Sprache.
Also, ich rede gerne und viel und teile mich mit und höre auch gerne zu, aber weder in Finnland noch in Ungarn, sogar nicht mal in Schweden und so weiter verstehe ich die Leute, geschweige denn im Tibet oder China.
Wahrscheinlich kann ich nicht ausdrücken, was mir auf dem Herzen liegt. Sagen wir mal, wenn ich als Schüler bei Ausflügen Museen besuchen musste oder berühmte Bauwerke bestaunen sollte, fehlte es mir, nun, eben am Staunen. Auch, wenn ich die wirklich sehenswerten Flecken in einem amerikanischen Nationalpark dazu nehme, ist das doch für mich einfach nur Landschaft. Vielleicht eine andere Landschaft, als zu Hause, aber so ist das eben. Dabei glaube ich, dass mir sogar bedeutend mehr Unterschiede in Flora und Fauna auffallen, als den allermeisten anderen Besuchern, die nur darauf aus sind, ein Selfie mit Bison oder Grizzly zu schießen.
Richtig was erfahren kann man doch nur, wenn man mit den Leuten vor Ort auch auf Augenhöhe kommunizieren kann. Ohne dies, ist Reisen doch nur das mehr oder weniger stumpfsinnige Betrachten einer weiteren, unbekannten Umgebung.
Naja, das liegt in der Verantwortung des Einzelnen. Ich könnte natürlich 100% oder gar 110% meines Jahreseinkommens jährlich verpulvern. Oder eben nur 80% und 20% in einem ETF parken.
wie man das macht, hängt ja auch davon ab, was man machen kann, wofür man also die Mittel hat. Das ist ja ein bestehendes Paradoxon, dass man nur Geld anlegen kann, das man übrig hat, also nicht braucht. Man legt es also an, damit es sich vermehren soll, womit man dann ja noch mehr Geld bekommt, das man nicht braucht. Davon ausnehmen möchte ich die unbedingt notwendige Vorsorge für das Rentenalter. Die wenigsten Menschen machen sich in meinen Augen davon einen Begriff, wie schlecht sie als Rentner versorgt sind. Wozu auch, so lange man ja noch jung ist, ausreichen Kraft und Mut besitzt und alles noch erreichen kann. Dazu weiter unten noch mehr Details.
Nun, es ist ja gar nichts dagegen zu sagen, dass jemand sich etwas für sein Geld gönnt und zwar schon in der Jugendzeit, wo das noch sinnvoll ist. Auch große und anstrengende Reisen sollte man nicht ins Rentenalter verschieben, denn dann sind sie meist gar nicht mehr möglich.
Was ich möchte, ist einfach, dass man nicht so lala in Urlaub fährt, weil es ja so modern ist und Alle es tun, weil es dazu gehört. Einfach mal reflektieren, was einem denn wirklich gut tut, was man denn wirklich erleben möchte, was einem der Tag so bringen soll und dann ganz bewusst sein Geld ausgeben oder lieber anlegen, bzw sparen für ein womöglich besseres Ziel, als im Hotelzimmer mit dem Laptop abzuhängen (nicht, dass ich das jemandem hiermit unterstellen will).
Für mich war ein Urlaub am Strand des Mittelmeers der Türkei schrecklich. Niemand zu verstehen, außer den anderen Urlaubern, die Umgebung komplett auf den typischen Touristen-Nepp ausgelegt und am dritten Tag war ich tüchtig ausgeruht und es wahrlich satt, dem Meer beim Wellen-machen zu zu sehen, so dass ich mir einen kleinen Fiat mietete und mich todesmutig in den türkischen Verkehr begab, um die in Ferne sichtbaren Berge zu erreichen. Die Leute, die ich hier getroffen habe, konnte ich zwar immer noch nicht verstehen, aber mit Händen und Füßen... unglaublich aufgeschlossene und gastfreundliche Menschen, die unbedingt auch mit einem teilen wollten, was sie weniges zu essen dabei hatten. Aber ich hätte so viele Fragen gehabt...
Urlaub ist für mich irgendwie immer auch Arbeit gewesen, denn "working is living". Nur andere Arbeit, als die Arbeit, für die ich bezahlt worden bin. Wenn man viele Interessen hat, oder nennen wir es auch Hobbies, dann ist man doch froh, wenn man die Zeit des Urlaubs dafür nutzen kann. Nur, mir persönlich wäre es viel zu wenig gewesen, mich dafür nur auf die Zeit des Urlaubs zu konzentrieren. Ich nehme das Beispiel Jagd, was über viele Jahre mein größtes Hobby gewesen ist. Wenn ich nur mal zwei drei Wochen eine sogenannte Jagdreise absolviert hätte, dann hätte ich das doch nicht Hobby nennen können? Täglich oder doch mehrfach wöchentlich wird da eher ein Strick draus und dass man dann auch im Urlaub diesem Hobby nachgehen möchte, ist doch etwas ganz Anderes. Ich kenne Leute, die tauchen und wenn es ihnen möglich ist, fahren sie in spezielle Gebiete, wo sie das im Urlaub machen können, aber wenn sie keinen Urlaub haben, dann tauchen sie halt hier irgendwo in ihrer Freizeit.
Doch das muss letztlich jeder für sich entscheiden, nur, man sollte halt auch darüber ernsthaft nachdenken.
Also, ja, ich verstehe sehr gut, dass Menschen in Urlaub fahren und begrüße ausdrücklich, dass uns diese Möglichkeiten gegeben sind.
Wie immer im Leben, sollte man das aber nicht aus purer Gewohnheit machen, sondern schon hinterfragen.
Und, meine soziale Blase: leider erlebe ich ganz genau das Gegenteil sehr häufig und zu häufig auch bei Leuten, die sich das eigentlich nicht leisten können. Ich bin aber mit dem Schluss vorsichtig, dass weniger intelligente Menschen schlechter verdienen und gleichzeitig ihre Gewohnheiten und Überzeugungen weniger hinterfragen. (Solche Menschen gibt es in diesem Forum auch gar nicht).
Ein Bekannter verdient im Jahr weniger als man für einen Rentenpunkt braucht.
Junge Leute aufgepasst, das sind (aus meinem unzuverlässigen Gedächtnis gekramt) derzeit 50493€ im Jahr Brutto. Aus dem gleichen Gedächtnis: ein Rentenpunkt ist derzeit 40,79€ Wert. Mein Bekannter erhält also auf Grund seines Einkommens weniger, als 40€ pro Arbeitsjahr auf seine Rente und da ist auch keine Steigerung in Aussicht. Nur, um da mal einen Überblick zu geben: 40 Jahre mit einem Rentenpunkt ergeben derzeit eine Brutto-Rente von 1600€ (gerundet, 40 x 40 gerechnet). 12 x 1600 wären 19200€ Rente Brutto im Jahr, was ich nun nicht erst in Prozente zu 50493€ stellen will: man sieht den Absturz.
Wieder: mein Bekannter hat weniger und eine Frau, die nie gearbeitet hat und er fährt einmal im Jahr mit ihr auf eine Kreuzfahrt, für die er durchaus bereit ist, 10000€ zu blechen. Weil das Kapitäns-Diner so toll ist und man echt schöne Schlager dort spielt, oder so. Er ist, das nur nebenbei, Fan des FC-Bayern. Weiß grad auch nicht, was diese Bemerkung nun soll. Wahrscheinlich, weil das alles nun so gar nicht mein Ding ist und ich nicht verstehen kann, dass man sich auch noch teure und unsinnige Fan-Artikel von seinem Gehalt kauft.
Aber nochmals. Das ist Jedem sein eigenes Ding und ich möchte weder meinem Bekannten irgendwelche Vorschriften machen, noch und schon gar nicht den weitaus nachdenklicheren Mitgliedern dieses Forums.
Vielleicht ist aber so ein Hinterfragen von außen nicht schlecht.
Wenn man selbst mitten im Leben steht, ist man oft zu beschäftigt, sich über Sinn und Unsinn Gedanken zu machen. Da hat man andere Prioritäten und ich glaube, dass zu den Aufgaben der Alten gehört, mahnend, aber auch zartfühlend, ihre Stimme zu erheben.