Verstehe ich das richtig? Da wollte jemand die LLVM-Entwickler dazu bewegen, das Lizenzmodell zu ändern, nur damit es zum Emacs passt
Er wurde bereits in der laufenden Unterhaltung darauf hingewiesen, dass die LLVM-Lizenz GPL-Kompatibel ist. Das heißt, wenn die GPL-Jungs in pure Panik verfallen, könnten sie LLVM forken und sämtlichen Code unter die GPL stellen und parallel alleine daran weiterarbeiten.
Das Ganze löst nur "das Problem" der Modularisierung nicht. Die "Grundangst" ist, dass jemand GPL-Software nimmt, Output mit dieser erzeugt und dann mit geschlossener Software diese weiterverarbeitet (oder anders herum, Input erzeugt und diese mit GPL-Software verarbeitet).
Der Grund warum die GCC-Architektur so beschissen ist und GDB und Co. quasi das halbe C/C++ Frontend noch mal selbst implementieren muss. GCC rückt es halt einfach nicht raus.
Prinzipiell ist die Angst von Stallman aber schon begründet, auch wenn sein Umgang mit dem Problem recht dämlich ist. Er weiß ja noch nicht mal in der Diskussion was LLDB überhaupt ist und er konnte sich nicht mal vorstellen, dass es GDB haushoch überlegen ist "they must have been working a long long time"... ohne zu merken, dass eine gute Architektur wunder wirken kann.
Aber es gibt im BSD-ähnlichen Lizenzbereich halt immer schwarze Schafe. Als Beispiel mal Nvidia und Apple die zwar LLVM nutzen, aber bestimmte Komponenten nicht herausrücken. Apple z.B. das Frontend für Swift, Nvidia ihre Frontends für CUDA und OpenCL und ihre Backends für PTX (glaube ich, weiß jetzt nicht). Somit hast'e zwar LLVM, aber damit es in dem Bereich funktioniert, brauchst du Closed-Source Software (z.B. ein Backend für einen Prozessor, siehe NVidia).
Es ist so also möglich, dass man die Arbeit von OpenSource-Software zwar nutzt, aber sämtliche Kernkomponenten abriegelt. Das ist ein anderes Problem als "Ich nehme die Software, klebe mein Label drauf und verkaufe es für 100000 EUR".
Das ist das was Stallman halt nicht will und gerade versucht mit aller Macht zu verhindern, nur leider auf dem Weg, in dem wer GCC schlechter macht xD
Anderes Beispiel war/ist der Raspberry Pi, der ohne ClosedSource Software/Firmware überhaupt so gar nichts macht. Selbst OpenGL-Kommandos wurden einfach an die Firmware weitergeleitet und die Rückgabe verwertet. Hier hast du auch zwar OpenSource Treiber, aber die können nichts anderes tun als ihre Arbeit _komplett_ an geschlossene Firmware weiterzuleiten. Damit kannst'e natürlich nichts anfangen. Das hat sich zwar jetzt dank Doku geändert, aber andere Teile des Systems betrifft es noch.