OpenBox und UHD, Empfehlungen oder Erfahrungen

pit234a

Well-Known Member
Dieser Beitrag von @Yamagi ist Anlass für meine Frage.
Da sagt er:
Das Openbox unter FreeBSD und auf meinem Laptop brauchte etwas Massage, aber auch dort skalieren inzwischen alle Anwendungen sauber.

Nun habe ich ebenfalls UHD-Monitore und es kam aber anders, als geplant und ich nutze sie die ganze Woche an einem Windows-PC für meine Geld-Verdien-Arbeit. Bei den seltenen Gelegenheiten am Wochenende, wo ich dann FreeBSD mit OpenBox nutze, nehme ich es halt, wie es kommt und habe außer in neue Fenster-Platzierungen eigentlich nichts investiert.
Den Teil, der dabei vielleicht für andere interessant sein könnte, kopiere ich mal her:
Code:
        <!-- Keybindings for window tiling -->
        <!--# HalfLeftScreen-->
     <keybind key="A-Left"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>0</y><height>100%</height><width>50%</width></action></keybind>
        <!--# HalfRightScreen-->
     <keybind key="A-Right"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>-0</x><y>0</y><height>100%</height><width>50%</width></action></keybind>
        <!--# HalfUpperScreen-->
     <keybind key="A-Up"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>0</y><width>100%</width><height>50%</height></action></keybind>
        <!--# HalfLowerScreen-->
     <keybind key="A-Down"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>-0</y><width>100%</width><height>50%</height></action></keybind>
    
        <!-- Keybindings for window tiling TEST -->
             <!--# Quarter links oben Screen-->
     <keybind key="A-KP_7"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>0</y><height>50%</height><width>50%</width></action></keybind>
             <!--# Quarter rechts oben Screen-->
     <keybind key="A-KP_9"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>-0</x><y>0</y><height>50%</height><width>50%</width></action></keybind>
              <!--# Quarter rechts unten Screen-->
     <keybind key="A-KP_3"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>-0</x><y>-0</y><height>50%</height><width>50%</width></action></keybind>
             <!--# Quarter links unten Screen-->
     <keybind key="A-KP_1"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>-0</y><height>50%</height><width>50%</width></action></keybind>
              <!--# wie oben, kleine Tastatur-->
     <keybind key="A-w"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>0</y><height>50%</height><width>50%</width></action></keybind>
     <keybind key="A-r"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>-0</x><y>0</y><height>50%</height><width>50%</width></action></keybind>
     <keybind key="A-c"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>-0</x><y>-0</y><height>50%</height><width>50%</width></action></keybind>
     <keybind key="A-y"><action name="UnmaximizeFull"/><action name="MoveResizeTo"><x>0</x><y>-0</y><height>50%</height><width>50%</width></action></keybind>
Das ist auch so ziemlich alles Tiling, was ich mir merken kann oder, um wieder zu zitieren:
nur fehlt mir eben das Tiling-Spezialgehirn.
 

cabriofahrer

Well-Known Member
Dass Du Openbox-Fan bist, ist ja lange bekannt...^^. Leider kann ich nichts dazu sagen, aber ich nutze xfce4, das über eine einfache Tiling-Funktion verfügt, die man aktivieren kann. Das sieht dann bei mir so aus. Xfce4 ist schlank, schnell, hübsch und arbeitet wunderbar mit lightdm zusammen. Vielleicht mal ein Versuch wert?

1619955005986.png
 

pit234a

Well-Known Member
ich denke auch schon lange darüber nach, eine Alternative für OpenBox zu suchen.
Bei mir käme da aber wohl eher LXDE (LXQT) in Frage, weil ich daraus eh schon einige SW benutze. Nur: das ist ja ein DE, also Desktop-Environment und nicht ein WM, Window-Manager. Anders gesagt: ich brauche ja mit LXDE noch immer einen Fenstermanager und habe dort, wo ich es tatsächlich auch nutze (hauptsächlich auf einigen Knoppix-Sticks), OpenBox eingesetzt. Bei diesen Knoppix-Systemen ist MetaCity der Default WM und ich weiß nicht wirklich, worin da der Vorteil zu OpenBox liegen soll.
Aber das ist ja ein anderes Thema, das sehr schnell wieder ins Abseits führt.
Ja, ich werde irgendwann eine Alternative brauchen, aber danach habe ich hier nicht gefragt.

Das Thema mit den "großen Monitoren mit hoher Auflösung" hatten wir hier auch schon mal und ich sehe da mehrere Schwierigkeiten.
Es passiert beim Umzug etwa von einem 24" HD zu einem 27" UHD ja zweierlei: die Fläche wird größer und die einzelnen Pixel werden kleiner.
In dem genannten Beispiel und ohne meine gigantischen Berechnungen offen legen zu wollen, haben wir mit einen 27" Display gegenüber einem 24" Display etwa 1,27 fach mehr Fläche und genau 4 fach mehr Pixel von HD zu UHD. Daraus folgt, dass jedes einzelne UHD-Pixel nur etwa 32% der Größe eines HD-Pixels hat. Man verzeihe mir meine Ausdrucksweise.
Man sieht womöglich sofort das Dilemma?
Wenn ich nichts ändere, ist alles plötzlich nur noch ein drittel so groß und dafür habe ich dann etwa ein viertel mehr Platz.
Und hier kommt dann persönlicher Wunsch und Interpretation einzelner Programme ins Spiel.

Und dieses Dilemma ist durchaus auch persönlich, also ganz individuell und nicht etwa so, dass typische Desktop-Systeme, wie Windows oder Mac-OS hier alles schön und zufrieden stellend lösen können.
Wenn jeder seine persönlichen Vorlieben hat, sind die eben womöglich nicht einfach umzusetzen.
So kann jemand mit guten Augen total froh sein, dass er nun viel mehr auf seiner Bildschirmfläche anordnen kann. Die gleiche Anwendung braucht ja nun nur noch etwa einen drittel des Platzes und zudem habe ich auch noch mehr Platz bekommen, etwa ein viertel mehr.
Jemand, der nicht mehr ganz so gut sieht, wird womöglich die kleine Darstellung nicht mögen können und dann sage ich mal, spontan alles um einen Faktor drei größer darstellen wollen, damit es vergleichbar mit dem HD-Erlebnis bleibt. Dann hat er immer noch einen größeren Monitor und weil mehr mehr Pixel gebraucht werden, auch eine schärfere Darstellung, aber wirklich viel mehr nebeneinander kann man dann nicht auf einem UHD im Vergleich zu HD anordnen.
Und in einem anderen Fall, wenn die Augen noch schlechter sind, ist man womöglich froh, alles noch größer darstellen zu können und verzeichtet gerne auf das etwas mehr Platz, das man haben könnte. In diesem Sinne könnte ein UHD gegenüber HD eine mehr als dreifach so große Darstellung erlauben. Also rund 3,15 fach größer und das ist ja doch ganz enorm.

Mein Dilemma ist also tatsächlich ein persönliches, aber eben auch eines der benutzen Programme.
LibreOffice zB interpretiert den Zugewinn an Fläche und Pixeln in einer für mich übergroßen Darstellung, die Browser können alle individuell eingestellt werden, die Pakete aus LXDE sehen spontan alle so aus, wie ich das gerne hätte und für RXVT-Unicode habe ich die Schriftgröße angepasst.
Manche Schrift ist mir zu klein, andere Darstellungen sind mir zu groß.

Ob das mit einer oder mehreren Einstellung in OpenBox verbessert werden kann, war der Sinn meiner Frage.
Eigentlich glaube ich nicht daran, war aber durch die zitierten Zeilen von @Yamagi ermutigt worden, mal danach zu fragen.
 

Andy_m4

Well-Known Member
Das Thema mit den "großen Monitoren mit hoher Auflösung" hatten wir hier auch schon mal und ich sehe da mehrere Schwierigkeiten.
Es passiert beim Umzug etwa von einem 24" HD zu einem 27" UHD ja zweierlei: die Fläche wird größer und die einzelnen Pixel werden kleiner.
Wenn Du X.org (statt Wayland) nutzt:
Du kannst die DPI definieren die Dein Bildschirm bietet. Entweder direkt in der xorg.conf (Option: DisplaySize) oder via xrandr.
Beispielsweise:
xrandr --dpi 150
Wenn Du xrandr benutzt, wird das quasi on-the-fly angepasst. Dadurch kannst Du erst mal ausprobieren, welche Werte für Dich gute Ergebnisse erzielen. Allerdings wirkt die Änderung nicht unbedingt bei Programmen die schon gestartet sind, sondern werden sozusagen erst bei neugestarteten Programmen sichtbar. Was man übrigens auch geschickt nutzen kann. :-) So lässt sich für jedes Programm getrennt die DPI steuern. Man muss halt nur den entsprechenden xrandr-Aufruf davor setzen.

Standardmäßig verwendet Xorg 96 dpi, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

Vorteil bei der DPI-Geschichte: Das ist halt eine Xorg-Sache und funktioniert daher unabhängig von Desktop-Umgebungen und so.
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Teammitglied
Ich bin gerade auf dem Sprung, daher nur ganz kurz: Skalierung ist grundsätzlich erstmal immer Sache der Anwendung. Das Fenstersystem kommuniziert der Anwendung, um welchen Faktor größer sie sich rendern soll und sie macht es dann. Leider hat X11 generell und Xorg speziell kein solches System. Und es gibt - anders als bei Windows, MacOS und Wayland - auch keinen Weg, dass Xorg einzelne Fenster auf Kosten von Unschärfe einfach entgegen dem Willen der Anwendung größer ziehen kann.

Wie @Andy_m4 schon schreibt, ist der unter X11 übliche Hack, einfach die DPI anzupassen. Das grundsätzliche Problem dabei ist, dass X11 nur eine DPI für den ganzen Desktop zulässt, hat man also unterschiedlich aufgelöste Monitore, hat man verloren. Auch hat die DPI des XServers recht wenig mit der realen DPI den Displays zu tun. Man sollte daher im ersten Schritt experimentell eine geeignete DPI bestimmen. Anschließend muss man dann Anwendung für Anwendung durchgehen und sie jeweils so konfigurieren, dass sie gut aussieht.

Im Einzelnen:
  • GTK3- und GTK4-Anwendungen sollten einfach funktionieren. Sie sind daher auch gut zum Testen geeignet.
  • Qt-Anwendungen benötigen export QT_AUTO_SCREEN_SCALE_FACTOR=1 gesetzt, ich habe es in die .xinitrc geschrieben.
  • Alles andere ist Niemandsland und braucht Einzelbehandlung.

Unter "alles andere" habe ich:
  • Gimp, Sylpheed und Worker gingen einfach.
  • In rxvt-unicode habe ich die Schriftgröße hochgedreht.
  • Für Openbox selbst habe ich die Grafiken des Themes manuell im Gimp skaliert.
  • tint2 braucht einen DPI-Wert oder so in seiner Config.

Letztendlich ist das aber alles Frickel. Ich habe auf meinem Linux-Desktop seit seinem Erscheinen Gnome 40 im erweiterten Testbetrieb und anders als die vorherigen Gnome-Versionen gefällt es mir gut. Vor allem funktionieren solche Dinge wie Skalierung dank Wayland einfach. Zumindest solange an keine zu alten Anwendungen nutzt. Der Weisheit letzter Schluss ist es zwar nicht, aber sehen wir es realistisch: Die Desktopwelt wird durch Wayland in den nächsten Jahren viel dünner werden. Gnome für die Minimalisten, KDE (sofern sie es jemals zum Fliegen kriegen) für die Fans umfänglichlicher Desktops und Sway für Menschen mit Tilig-Spezialgehirn. Alles andere ist derzeit nicht absehbar.
 
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