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Paradigmenverschiebung bei Unternehmens-IT-Infrastrukturen

sanbiber

Well-Known Member
Themenstarter #1
Hallo ihr BSDler,

die Zeiten, in denen Administratoren in einer kleinen Firma Dateiserver aufsetzen mussten und Dienste/Protokolle wie NFS oder CIFS angeboten haben, scheinen teilweise vorbei zu sein. Das haengt mit einer Zunahme von mobile computing zusammen, mit BYOD, mit Usern, die gewohnt sind, dass zu Hause alles ganz einfach funktioniert, mit "der cloud", kollaborativen Webwerkzeugen, Facebook, Groupware, ... wo alle moeglichen Dinge gebuendelt werden, u.a. Dateibearbeitung, -ablage und freigabe. Sicher gibt es noch die alten Setups, aber gerade junge und im Entstehen begriffene Firmen oder Arbeitsgruppen "brauchen" den "alten Kram" nicht mehr und empfinden es eher als laestig, wenn sie erst zu einem Admin tapern muessen, der ihnen einen Dienst einrichten muss, den sie mit einem Klick bei dropbox bekommen.

Hat dazu jemand mal einen Artikel oder eine Untersuchung gefunden, wo es etwas detaillierter und vielleicht auch ausgewogener dargestellt wird, mit moeglichen Ursachen und Folgen.

(Am Rande: Mir gefiel es eigentlich immer besser, dass ich mir das Tool meiner Wahl aussuchen konnte. Aber vielleicht ist es ja wirklich objektiv besser, wenn man nur noch nen Browser braucht und alle dann auf der gleichen Nextcloud-Oberflaeche Dokumente bearbeiten, chatten, Dateien austauschen, Kontakte verwalten, diskutieren ...)

sanbiber
 

pit234a

Well-Known Member
#2
Hat dazu jemand mal einen Artikel oder eine Untersuchung gefunden, wo es etwas detaillierter und vielleicht auch ausgewogener dargestellt wird, mit moeglichen Ursachen und Folgen.
das nicht, aber so meine eigenen Empfindungen.

Wir sind in der Geplauder, Fun und Chillzone und da mache ich ja immer gerne mit und gebe meinen Senf dazu, der in der Regel vollkommen unmaßgeblich bleibt, weil eben durch nichts als eigene Erfahrung gestützt. Nun kommt noch etwas hinzu: eine grundsätzliche Verweigerungshaltung gegenüber neu-modischem Schnick-Schnack.
Das ist nichts, worauf jemand stolz sein sollte. Aber, vor allem Männer in vorgesetztem Alter, können sich derlei Ignoranz mitunter erlauben und zelebrieren sie dann auch ganz gerne, als ein vermeintliches Zeichen ihrer Unabhängigkeit. Nehme ich mal an und gehöre ganz sicher dazu.

Nun unterscheide ich zwei Zonen: Privat vs Dienst

Privat gelingt es mir ausgezeichnet, ein derart abgespecktes Smart-Phone zu benutzen, dass ich damit gar nicht mehr ins Internet komme, keine Bilder mehr betrachten kann und auch sonst nicht viel außer telefonieren drin ist. Da kann ich auch mit meinen beiden FreeBSD-Desktops und den gelegentlich unvermeidbaren GNU/Linux-Rechnern auskommen und brauche keine Cloud, weil ich so etwas auch nicht will, kein Face-Book, Twitter, Whats-Up etc. Mir gefällt das ausgezeichnet und ich vermisse nichts, habe das Gefühl, selbst entschieden zu haben und alles das zu bekommen, was ich brauche. Tatsächlich bekomme ich inzwischen auch von FreeBSD schon mehr, als ich eigentlich möchte. So lädt es zB automatisch ein Blue-Tooth-Modul. Das ist mir nicht so wichtig, dass ich mich darum bisher hätte kümmern wollen, aber es durchaus nicht auf meiner Linie. Bloß, weil es da eine HW gibt, will ich doch nicht automatisch ein passendes Modul dafür laden.
Natürlich genieße ich andererseits solche Automatismen auch immer mehr. Ich will nicht mehr in jedem Fall ellenlange Dokus lesen und herausfinden, wie die Grundlagen zu einem Problem den lauten. Man nehme nur die Verschlüsselung von EMails mittels GPG. Ws ich habe ich da nicht alles gelesen und wieder vergessen! Das zusätzliche Wissen hat mich nicht wirklich weiter gebracht in meinem Leben.

Das führt nahezu nahtlos in den dienstlichen Bereich, wo ich von meiner Firma gezwungen werde, ein bestimmtes Windows mit bestimmter SW auf einem Laptop zu nutzen, ein bestimmtes IOS auf einem IPad, ein bestimmtes Android auf einem Smart-Phone. Natürlich will und kann ich nicht alle Systeme kennen lernen und ich darf sie letztlich auch gar nicht administrieren. Die Sysadmins sind ausgelagert oder zugekauft. Irgendwelche Unternehmen erledigen das. Spielraum gibt es nicht.
Obwohl ich es eigentlich nicht kann und darf, verweigere ich mich auch hier weitgehend dem neu-modischen Schnick-Schnack.
"Auf den alten Sack können wir verzichten", mag dabei die Überzeugung meiner Führungskräfte sein, womit sie mich dann nicht weiter drangsalieren und dafür bin ich wirklich dankbar.
Alle paar Monate kommt garantiert ein neuer Gimmick. Früher sagte man, glaub ich, "wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben".
Die Entwicklung ist rasant. Aber, wenn ich jemanden über etwas informieren will, könnte ich ihn doch anrufen. Mittels geeigneter Worte in der gemeinsamen Sprache ausgetauscht, kann sehr viel Information sehr effektiv ausgetauscht werden. Leider ohne jegliche Dokumentation und ohne diese kommen wir heute nicht mehr aus.
Deshalb entwickeln wir nicht nur Formulare (Heinz Erhardt: von der Wiege, bis zur Bahre: Formulare, Formulare), sondern ständig neue Erfassungs- und Austauschsysteme. Prozesse beschreiben, wie kommuniziert werden soll und darf und auch womit. Die verwendete SW oder Plattform kann laufend geändert werden, mal wird dieser Hersteller gewählt, mal jener. Ein dauerndes Experiment. Schließlich haben alle Daten irgendwo in einer Cloud gespeichert zu werden, damit sie auch jederzeit auf einem neuen Endgerät verfügbar gemacht werden können.
Mein Gefühl ist, dass es hier einen regelrechten Run auf möglichst moderne und hype Lösungen gibt.
Ich stelle mir vor, dass einer der Entscheider einen halbwüchsigen Sohn hat, der von seinem Vater verlangt, dass dieser Multimedial auf der Höhe der Zeit ist und nicht anruft, sondern Twittert oder Whats-Upt. Der Vater fügt sich nicht nur, sondern transportiert diesen modernen Lebensstil in die Firma, will mit der Zeit gehen und das auch seinen Mitarbeitern vermitteln. So kommt das bei mir an und ich fürchte, dass diese Entscheider von IT viel weniger begreifen, als zB ich selbst und das will was heißen.

Also, mir persönlich graust es nicht nur vor diesen neuen Techniken, sondern vor allem auch vor den Möglichkeiten, Sicherheit (vor Ausspähen) zu riskieren und weiter, genau diese Möglichkeit einer (fremden) Firma in die Hände zu geben.
Beim Telefonat kann dieses natürlich auch aufgezeichnet werden, es erfordert schon eine gewisse Energie eines Unternehmens, seine Mitarbeiter derart weitgehend zu überwachen.
Bei den neu-modischen Techniken ist die Überwachung direkt eingebaut. Das hat eine vollkommen andere Qualität und ich sehe sowohl die erwähnten Entscheider, als auch Betriebsräte hier als vollkommen unbedarft und viel zu gutgläubig an.

OK.
Alte Männer...
Schon klar. Aber, was man nicht tun sollte: uns alten Männern Berührungsängste zu IT und neuen Technologien unterstellen und damit unsere Bedenken weg zu wischen. Natürlich bin ich unbedarfter Endanwender. Aber unsere Generation ist die Generation IT. Nicht die jungen 17-jährigen, die heute IT nutzen, sondern wir haben die eingeführt und groß gemacht. Wir, die Generation 50+.
IT ist keine neue Erfindung mehr.
Wir sind damit aufgewachsen, wir haben garantiert keine Ängste vor dieser "neuen Technologie", weil sie eben neu ist und besonders alte Menschen immer das Neue argwöhnisch betrachten.
Wir haben aber vielleicht den Hintergrund, auch mal Abstand zu nehmen und einen Hype und dessen Entwicklung entspannt zu verfolgen, ohne gleich aufspringen zu müssen.

Also, zurück zum Thema.
Ja, ich empfinde auch diesen Wechsel der Paradigmen in Unternehmen, finde ihn persönlich nicht glücklich und sehe auch Gefahren darin.
Andererseits sehe ich auch, wie die Zeit sich ändert.
Die Zeit der Revolverhelden ist vorbei, wir führen nun Gesetzbücher ein (der Mann, der Liberty Valance erschoss).
Wir bringen Ordnung ins System und Firmen sind daran interessiert, neue Möglichkeiten dafür zu finden und zu nutzen.
Warten wir ab, wie sich das weiter entwickelt.
 

SierraX

Well-Known Member
#3
Ich bin seit 2006 Administrator... und seit dem hat sich natürlich so einiges verändert... Ich halte aber eher Wirtschaftliche Interessen für den Grund ... warum sollte man sich einen oder gar mehrere Administratoren leisten für Aufgaben die automatisiert erledigt werden können? So hab ich 2008 noch 1-5x täglich Linux Passwörter zurücksetzen müssen... so richtig mit yp-Befehlen und so... Seit einer Weile reicht ein Haken an irgendeiner Stelle oder starten eines Playbook, Sketch, Recipe oder wie auch immer es im OrchestrationTool der Wahl heissen mag. So ist's eigentlich bei allem, es ging schon immer darum, dass Administrator aus Sachen wie 1st und am besten auch 2nd Level Tätigkeiten raus genommen werden... dafür sind die viel zu teuer. Junge Unternehmen schlanken das gleich aus... da wird dann erst (sollten die überhaupt so lange am Markt sein) nach einer Weile eine IT gebraucht, die dann die Sünden aus den Gründerjahren beseitigen dürfen, welche ein Unternehmen am Wachstum oder der Nachhaltigkeit hindern.
Ich meine schon seit Jahren ... eigentlich sind Administratoren nichts anderes als Hausmeister in einer Virtuellen Welt... glücklicherweise wird man nicht so schlecht bezahlt...
Wenn man ein Unternehmen nicht von der Idee auf begleitet und ihm somit seinen Stempel aufdrücken kann wird man an so aufsetzen eines Systems nur verdammt selten ran kommen... nur halt wenn es umziehen muss oder durch andere Systeme ersetzt.
Deshalb am besten das alte nicht vergessen/am leben erhalten und gleichzeitig immer auf aktuellem Stand bleiben.
Es ist definitiv besser so wenig verschiedene Systeme wie möglich zu haben und dann mit nem Browser arbeiten zu können... Spart Nervern und man wird seltener zu irgendeinem bestimmten System gedrängt. Mit nem BSD beim Kunden reinmarschieren und seine Aufgaben trotzdem zu Einhundert Prozent ausführen zu können? War vor ein paar Jahren noch undenkbar.
 

solarix

Konsolenpenner
#4
Hallo ihr BSDler,

die Zeiten, in denen Administratoren in einer kleinen Firma Dateiserver aufsetzen mussten und Dienste/Protokolle wie NFS oder CIFS angeboten haben, scheinen teilweise vorbei zu sein. Das haengt mit einer Zunahme von mobile computing zusammen, mit BYOD, mit Usern, die gewohnt sind, dass zu Hause alles ganz einfach funktioniert, mit "der cloud", kollaborativen Webwerkzeugen, Facebook, Groupware, ... wo alle moeglichen Dinge gebuendelt werden, u.a. Dateibearbeitung, -ablage und freigabe. Sicher gibt es noch die alten Setups, aber gerade junge und im Entstehen begriffene Firmen oder Arbeitsgruppen "brauchen" den "alten Kram" nicht mehr und empfinden es eher als laestig, wenn sie erst zu einem Admin tapern muessen, der ihnen einen Dienst einrichten muss, den sie mit einem Klick bei dropbox bekommen.

Hat dazu jemand mal einen Artikel oder eine Untersuchung gefunden, wo es etwas detaillierter und vielleicht auch ausgewogener dargestellt wird, mit moeglichen Ursachen und Folgen.

(Am Rande: Mir gefiel es eigentlich immer besser, dass ich mir das Tool meiner Wahl aussuchen konnte. Aber vielleicht ist es ja wirklich objektiv besser, wenn man nur noch nen Browser braucht und alle dann auf der gleichen Nextcloud-Oberflaeche Dokumente bearbeiten, chatten, Dateien austauschen, Kontakte verwalten, diskutieren ...)

sanbiber
Kann ich so nicht bestätigen, ich komm viel rum, wobei ich sagen muss das dies meistens Großkunden sind.
Was mir eher auffällt ist das man überall spart als gäbe es kein Morgen mehr.
Gerade NFS erlebt sowas wie einen zweiten Frühling und wird mittlerweile oftmals als Backend für Vmware benutzt... ja sogar bei Großkunden und SAN ist "böse", weil es viel Geld kostet und das Know How für SAN fehlt.
Die Zeiten als man z.B. Disken aus dem SAN achtpfadig über HBA's oder mindestens doppelpfadig angebunden hat, sind wohl eher vorbei. Viele finden es ganz toll das man statt SAN NFS benutzt wundert sich dann aber wieso man IO Probleme hat. Redundanzen wie man sie vor gar nicht so langer Zeit aufgebaut hat um die Ausfallsicherheit zu garantieren sind kaum noch gefragt. BYOD ist ein Thema das bei Großkunden aus vielerlei Gründen nicht geht, zum einen oftmals wegen Geheimhaltung. D.h man kriegt ein vorgefertigtes Notebook in die Hand gedrückt, muss eine Ü2 machen, sonst kann man gleich zuhause bleiben. Meiner Ansicht nach hat das auch weniger mit Alt oder Jung zu tun, sondern ganz einfach mit Business Cases.
Das junge Unternehmen kein Geld für HV ausgeben wollen, ist verständlich, nur haben die großen dazu auch keine Lust mehr, weil sie so furchtbar "arm" sind. Das Geschrei ist aber furchtbar groß wenn der ganze Kram abkachelt und keine ausfallsichere Lösung am Start ist. Gerade im Frühjahr habe ich das erlebt bei einem größeren Unternehmen, die ihr ganze Datenhaltung auf Netapp aufgebaut haben, kann man ja machen, blöd wird es nur wenn man sich den Metrocluster spart und die Büchsen alle an einem Standort stehen, dort der Strom ausgeht und kein Diesel in den Generatoren ist.
Was wir heute betreiben ist eigentlich nichts anderes als Sterbehilfe für bestehende Umgebungen.
Neukonzeptionen und Neuaufbau sind immer seltener.
Das Nextcloud durchaus gut bei Kunden ankommt dafür gibt es schon gute Gründe.
 
#5
Was mir eher auffällt ist das man überall spart als gäbe es kein Morgen mehr.
DAS kann ich leider nur bestätigen.
Da werden teilweise die absurdesten Entscheidungen getroffen (aus Kostengründen keine gespiegelten Platten in den Servern, keine Storages, weil die internen Disks sind ja eh groß genug für die Oracle DB Instanzen :rolleyes:, ...), daß einem nichts mehr dazu einfällt.
Und das bei Anlagen, wo die Hardwarekosten eh nur einen Bruchteil der ganzen Kosten - max. 10%, eher weniger, ausmachen.
 

Azazyel

Well-Known Member
#6
Seit einer Weile reicht ein Haken an irgendeiner Stelle oder starten eines Playbook, Sketch, Recipe oder wie auch immer es im OrchestrationTool der Wahl heissen mag.
Das deckt sich mit meiner Wahrnehmung. Der klassische Admin, der sich per SSH irgendwo einloggt und manuell ausführt, stirbt aus.

Was mir eher auffällt ist das man überall spart als gäbe es kein Morgen mehr.
Das ist kann ich von meinen Kunden nicht bestätigen, aber das ist natürlich auch nur eine individuelle Momentaufnahme.

Meine Kunden - meist Großunternehmen - haben sich meist eine unglaublich ineffiziente interne IT aufgebaut, bei der Trivialitäten wie eine neue Testdatenbank schon mal Monate dauert. Deswegen werden immer mehr Aufgaben in die Public Cloud verlagert, weil dort Ressourcen in Sekunden bis Minuten statt Wochen bis Monaten zur Verfügung steht, ohne dass 42 Abteilungen involviert sind.

Die Public Cloud ist natürlich nicht gerade günstig, aber immer noch um Zehnerpotenzen preiswerter als der Wettbewerbsrückstand durch schlechte interne IT und dadurch verursachte mangelnde Flexibilität.

Was wir heute betreiben ist eigentlich nichts anderes als Sterbehilfe für bestehende Umgebungen.
Altes vergeht, Neues entsteht.

Neukonzeptionen und Neuaufbau sind immer seltener.
Wer den Hauch eines Schimmers einer Ahnung vom zeitgemäßen Aufbau von Umgebungen rund um Public Cloud, Container & Co. hat, kann sich vor Anfragen für den Aufbau der neuen Welt kaum retten.
 

SierraX

Well-Known Member
#7
Das ist kann ich von meinen Kunden nicht bestätigen, aber das ist natürlich auch nur eine individuelle Momentaufnahme.
Das Thema hatten wir in meiner Tätigkeit als Splunk Admin auch schon des öfteren.
Im Grunde kosten ELK Stack und Splunk in der TCO on Prem das gleich ... das eine als Lizenzen und Support ... das andere an Administratoren mit KnowHow.
Es geht dem Kunden eher darum sich keine internen Leute dafür einkaufen zu wollen... SozialPläne, Lohnnebenkosten, Verwaltungskosten und dann kriegt man die vielleicht nur schwer wieder los... Da kauft man halt was, wo eine Firma hinter steht , damit man sich jemanden krallen kann wenns schief geht... und für Projekte werden dann Leute geholt die auf diese Produkte Zertifiziert sind
 

mark05

Well-Known Member
#8
ja ja ... immer der Aberglaube das eine externe Firma , Lieferrant was auch immer .... für irgendetwas gerade steht ........

ich bin mittlerweile fest der Meinung , das der einkauf , die Geschäftsführung oder wer auch immer eine Anschaffung
beauftragt , diese nie die AGBs insbesondere den Haftung Auschluß bzw. wer Eigentümer der Gekauften Software
ist , gelesen hat.


In Großen Firmen geht es nur darum sich Schadfrei zu halten , Fingerpointing.

Verantwortung will keiner übernehmen.

Sagt der der gerade von einer 17000 Mitarbeiter Firma zu einer 60 Mann Bude wechselt.


Holger
 

PMc

Well-Known Member
#10
Servus und Hallo,
hier gibts ja auch noch ein versprengtes Häuflein BSD-Freunde. :)

Das Statement von meinem Vor-poster gefällt mir.
Das ist eine Form der Dekadenz, die vom "zu-viel" kommt. Die meisten Leute (IT-Freaks ausgenommen, aber Manager eingeschlossen) waren schon vor zig Jahren mit der Informations- und Innovationsflut überfordert (und der der Term "High-Tech" sollte ja beim Normalbürger auch genau die Assoziatation "das ist mir zu hoch" bewirken).

Der Manager kann sich ohne weiteres in etwa vorstellen, was die Leute tun, die am Fließband die Autos zusammenschrauben. Er kann sich aber nicht konkret vorstellen, was die IT Leute tun, denn dazu bräuchte man fachliches Skill. Deswegen haßt er die IT-Leute: weil sie, rein schon durch ihre Existenz, seine -per Definition bestehende- Überlegenheit in Zweifel ziehen. Und deswegen ist er froh, wenn er sie endlich rausschmeissen kann, weil der Skill ja jetzt aus der Cloud kommt. Damit ist er das Problem los, dass jemand anderes auf die Idee kommen könnte, umgekehrt zu fragen, wozu man eigentlich jemanden, der nur Geld zählen kann, wirklich braucht.

Mit anderen Worten: IT als Commodity. Strom oder Wasser herzustellen ist genaugenommen auch eine komplizierte Angelegenheit, aber den Anwender, privat oder geschäftlich, braucht das nicht zu kümmern, denn das Zeug kommt einfach aus Hahn/Dose.
 

PMc

Well-Known Member
#11
OK.
Alte Männer...
Schon klar. Aber, was man nicht tun sollte: uns alten Männern Berührungsängste zu IT und neuen Technologien unterstellen und damit unsere Bedenken weg zu wischen. Natürlich bin ich unbedarfter Endanwender. Aber unsere Generation ist die Generation IT. Nicht die jungen 17-jährigen, die heute IT nutzen, sondern wir haben die eingeführt und groß gemacht. Wir, die Generation 50+.
Das ist teil der Strategie: erstmal vorsorglich ganz viel Dreck auf alle die werfen, die es womöglich besser wissen könnten.

Wenn also jemand mit Erfahrung daherkommt, und fragt, ob diese Cloud unter den gegebenen Bedingungen wirklich das Versprochene erfüllt und die beste Lösung ist, dann unterstellt man demjenigen einfach mal Persönlichkeitsmängel, und schon braucht man sich nicht mit den Argumenten auseinandersetzen.
Auch das läuft in anderen Bereichen des heutigen Lebens ganz genauso. Oder wie, glaubt Ihr, kann man sonst soetwas wie den Hauptstadtflughafen zuwegebringen?

Wollte man sich auf inhaltliche Weise mit vorgebrachten Argumenten auseinandersetzen, dann müsste man ja dazu auch selber irgendeine Art inhaltlicher Position einnehmen - das aber ist scheisse, denn für eine solche Position könnte man ja womöglich irgendwann verantwortlich gemacht werden.
 

serie300

Well-Known Member
#12
Dann gebe ich mal als Anwender meine Meinung hierzu ab.

in vielen firmen will dss mgmt nichts mit der it zu tun haben. deren Probleme werden auch priorisiert bearbeitet . outsourcen ist für bestimmte Sachen ok. ich betreibe ja auch keinen eigenen mailserver daheim. Rechte und Rollen kann man fagegen nicht outsourcen, aber imho verstehen die Wenigsten die Rollen von SAP . Was ich da in Firmen erlebt habe ist katastrophal. SAP fahren kann man evtl. auslagern, die Struktur für die firma aufsetzen muß man evtl mit ext. Unterstützung selbst. und z.B. Doors auszulagern ist imho auch nicht sinnvoll . was machen die kleinen Firmen wenn der ext. Dienstleiszer leine list mehr hat? Oder nir noch mit dem browser xyu arbeitet?

Serie300
 

mr44er

Well-Known Member
#13
was machen die kleinen Firmen wenn der ext. Dienstleiszer leine list mehr hat? Oder nir noch mit dem browser xyu arbeitet?
Dann fummelt der Sohnemann des Chefs oder Mitarbeiters was hin, weil der macht ja viel Internet den ganzen Tag (der wechselt sogar zwischen Facebook und youtube her, *tabbing* nennt der das, haha die Jugend) und kostet nen Kasten Bier und außerdem gibts ja viele Tutorials auf youtube.

Ich würde ja gerne sagen, es ist nur Satire...
 

medV2

Well-Known Member
#14
Manchen hier sehen wohl leider ihre IT als Selbstzweck und da ist das große Problem. Die IT ist meist ein Dienstleister im eigenen Unternehmen. Und mit den Änderungen der letzten Jahre hat man als Unternehmen immer mehr Möglichkeiten diesen Dienstleister auszulagern anstatt sich an den internen zu binden.
Jetzt könnte man natürlich sagen, der interne IT Dienstleister ist der beste, bzw. sollte es nach logischer Überlegung sein.

Und da kommt das ins Spiel was man oft so liest, hier und auch in anderen Foren. Neues wird verteufelt, sei es Cloud, Systemd oder der Kubernates Stack.
In einer bestehenden IT, wo die MA seit 10 Jahren arbeiten, keinen Bock auf Neues haben, wird auch niemand eingestellt, der Neues probieren mag. Da bliebt der Geschäftsführung oft nichts anderes übrig als einen Externen zu beauftragen.

Ich habe das Glück in einer Firma zu sein, wo IT tatsächlich der Selbstzweck ist, d.h. wir machen SW, IT und Consulting. Aber wir erleben großteils, dass der Unternehmer mit der eingenen IT unzufrieden ist. Und das nicht zwingend weil sie Geld verschlingt, sondern weil sie unflexibel ist. In einem großen Unternehmen sollte ich als IT zumindest gewisse Dinge zuverlässig und in einer vernünftigen Zeit evaluieren können.
Auch gibt es auch sehr oft, vorallem bei großen Firmen, diese zuständigkeits Streigkeiten. Beim externen hat man halt im Zweifel nen Schuldigen (nicht rechlicht, intern).

Ich finde an der Entwicklung der IT nichts schlechtes, sowohl die public Cloud als auch die private Cloud bringen viele Möglichkeiten, die den IT Alltag vereinfachen. Und ja, es ist ein Vorteil wenn der Admin nichtmehr triviale Tätigkeiten wie Testdatenbanken oder CI Server aufsetzen muss.
 

turrican

Well-Known Member
#15
.... fummelt der Sohnemann des Chefs ... der macht ja viel Internet den ganzen Tag (der wechselt sogar zwischen Facebook und youtube her, *tabbing* nennt der das, haha die Jugend) und kostet nen Kasten Bier und außerdem gibts ja viele Tutorials auf youtube...
YMMD!! ^_^

oder auch wie Serie300 treffend schrieb: outsourcen ist ja ok

Aber wieviele Firmen haben mit der Technik und dem Betrieb auch gleich - unbewusst oder absichtlich - die "Geschäftslogik" bzw den "Firmenspirit" ausgelagert - und sich dann nach Monaten oder Jahren böse gewundert?
Alles schon vorgekommen...

IT soll Dienstleister in der Firma sein, ja. Wie Finance/Controlling, HR und die meisten anderen auch (Sales scheint ja immer über allen anderen zu stehen)! Allerdings konnte ich selber schon erleben, dass nur die IT immer sofort ohne weiters zu fragen auf Zuruf springen soll, bzw wurden ganze IT Abteilungen wie Fußabstreifer behandelt, und alle möglichen Unglücke auf IT projiziert (zu unflexibel, kostenintensiv, das ganze Programm halt). Aber dann blöd schauen, wenn Leute wirklich von selber gehen, obwohl, kommen ja wieder die nächsten Fußabtreter nach...

Ideale IT darf nichts kosten, nicht sichtbar sein, und schafft sich im Idealfal selbst ab - läuft ja alles bzw eh alles schon in der Cloud... wozu noch nen Mitarbeiterstamm mitschleppen, welcher nur Geld kostet, und eh zu nix gut is (außer von alteingesessenen Geschäftsprozessen Ahnung hat, welche neue Manager wg der ständigen Fluktuation nicht mal mehr erahnen können?)
Ich erinnere mich noch an einen Ansteck-Button mit Aufdruck "Nieder mit IT"... kam von IBM oder so - oder täusch ich mich da mit der Fa. grad... hat mir damals einer von den Devs gegeben, mit nem Augenzwinkern.

Wo geht das alles noch hin?
 

zuglufttier

Well-Known Member
#16
Ich arbeite mittlerweile lieber für Unternehmen, die IT als Dienstleistung verkaufen. Auf der Seite sieht es nämlich ein bisschen rosiger aus ;)

Es wird am Ende dazu führen, dass einige Unternehmen nach fünf bis zehn Jahren merken, dass ihre eigenen Mitarbeiter null Ahnung von der IT haben und sie zu 100% von externen Firmen abhängig sind, die die Preise so gestalten können wie sie möchten. Das ist sicher auch einer der Gründe, warum man aktuell als IT-Mensch eher leicht einen gut bezahlten Posten bekommt.

Egal, für uns IT-Menschen heißt es nur, dass man später dann vom reinen IT-Dienstleister wieder für gutes Geld in ein Unternehmen wechseln kann.
 

bananenBrot

Well-Known Member
#17
Ich kenne auch einige Unternehmen, die haben ihre komplette IT an einen einzigen Mittelständler ausgelagert. Geht der Pleite, können auch die zumachen denn den Kraut und Rübensalat kann niemand sonst mehr supporten.

Ich war (zu) lange bei einem Dienstleister und mir ging dieses ständige hüpfen zwischen Systemen auf den Keks. Ständig fummelt irgendjemand anderes dran rum und man kann im Problemfall erst mal stundenlang Dokumentationen durchforsten, was überhaupt Sache ist.
 

pit234a

Well-Known Member
#20
vielleicht mal noch einen Blick aus der Endanwender-Richtung. Ich bin ja kein IT-Futzi, wie die meisten anderen Teilnehmer hier, sondern einer der armen und unfähigen Mitarbeiter, die den "Ausgelagerten" dann ausgeliefert sind.
Wenn ich ein Problem habe, darf ich das gar nicht selbst lösen. Angenommen, irgendwas wird mir im Browser nicht korrekt dargestellt (in der Wahl des Browsers bin ich auch nicht frei), dann könnte ich da was verändern und damit plötzlich die Zusammenarbeit des Browsers mit einer anderen SW zerschießen. Das ist nicht weit her geholt, eine ganz entscheidende Anwendung setzt auf einen lokal laufenden Webserver, mit dem sich der vorgeschriebene Browser verbindet. Das muss für meine Arbeit ganz dringend immer funktionieren. Also, es ist vollkommen klar, dass ich hier nicht selbst irgendwas tue, nicht mal simple Einstellungen eines Browsers verändern. Das darf ich nicht und ich habe auch absolut keinen Ehrgeiz in der Richtung.
Also muss ich ein Ticket eröffnen, um den Dienstleister einzuschalten.
Der will natürlich Geld sparen und deshalb muss ich bei der Eröffnung eines Tickets ein bestimmtes Thema wählen. Das bedeutet, dass ich vorweg den ersten Schritt zu einer möglichen Lösung leisten muss. Ich bin die Vorstufe der nun eingeschalteten "KI". Das alleine ist schon mal sehr unglücklich, denn woher weiß ich Dummkopf denn, wo das Problem liegt? Habe ich ein Problem mit dem Internet, wenn die Darstellung nicht korrekt ist? Ein Problem mit der Grafik? Ein Problem mit einer Anwendung? Kurz gesagt, zu über 80% liege ich falsch und damit landet mein Ticket in der falschen Gruppe.
Wie gesagt, die wollen ja Geld sparen und deshalb sind die in "Levels" organisiert. Zuerst ruft mich jemand vom "First Level" an und erklärt mir nochmal mein Problem. Manchmal sogar auf Deutsch, meist eher nicht. Und wie schon ausgeführt, allermeist erkennt dann der erste "First Level", dass das kein Problem für ihn ist und ich werde dann nach kurzer Zeit, so ein zwei Tage später, vom nächsten "First Level" kontaktiert.
Nach zwei bis drei Wochen bin ich dann beim richtigen Support gelandet und der passende "First Level" versteht oft nicht, was ich eigentlich will. Deshalb gibt der das dann weiter zu seinem "Second Level". Da rede ich dann meist mit Leuten, die schon sehr viel besser meine Muttersprache beherrschen und dann auch verstehen, was ich eigentlich möchte. Das formulieren sie dann neu in ihre Ticket-Sprache und geben das an den nächsten Level.
Meistens kommt im "Fourth Level" jemand auf die Idee, dass doch das System neu installiert werden muss und manchmal im "Fifth Level", dem letzt-möglichen, dass ich dann eben einen neuen Rechner brauche.
Nun gut, nicht immer gelange ich so weit und ganz selten hat schon der "Second Level" eine Lösung für mich, aber ganz frei erfunden ist die Geschichte von eben nicht!

Lasst mich mal die "Alte Zeit" dagegen setzen.
Damals hatten wir eigene IT und spätestens nach der dritten Störung kannten uns dann die IT-ler so ein wenig. Es gab keine Tickets, ich rief einfach an, wenn ich ein Problem hatte und wenn der Kollege nicht sofort eine Lösung wusste, was äußerst selten der Fall war, dann probierte er mit mir zusammen. Das bedeutet: er gab mir auch das passende Passwort, um zum Admin zu werden. Wenn tatsächlich mal ein System neu installiert werden musste, schickte er mir die CD mit passendem Key und ging davon aus, dass ich die nicht missbrauche. Einfach so!

Das fällt kurz aus und ist trotzdem gut für wenigstens zwei Kündigungen!
Hat aber funktioniert, also, für mich als Endanwender hatte es funktioniert und viel besser, als heute.

Natürlich, für meine Firma sieht das anders aus. Die hat nun keine Verantwortung mehr, deutlich weniger Personal (dem sie kündigen könnte, weil es gegen Regeln verstößt) und alles wird immer bis zum letzten Komma mitgeschrieben und dokumentiert. Die Kosten sind fix und können abgeschrieben werden. Und es gibt natürlich heute so viel mehr Anforderungen an die IT, dass das mit eigenen Mitarbeitern ja auch gar nicht mehr zu bewältigen wäre. (Mein Gefühl ist ja, dass das nicht Anforderungen sind, sondern Mode-Erscheinungen und dass die Diesntleister sehr gerne diese Gimmicks mit verkaufen). Das ist ja schon auch so, man muss keine Mitarbeiter mehr haben, die geschult werden müssen und Unsummen an Geld kosten. Statt dessen kauft man fertige Lösungen.

Und alle paar Monate kann man wechseln.
Sobald ein anderer Anbieter 50 Cent billiger ist, geht man zu dem. Ist ja schließlich auch komplett egal, welche Hotline man einschaltet, läuft doch immer gleich ab.

Wir reden über Paradigmen-Wechsel und ich setze da mal ganz tief und weit weg an.
Früher wusste ein verantwortlicher Vorgesetzter noch, welche HW eingesetzt wurde! Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, aber da gab es einen bestimmten Stolz, dass man diese oder jene Rechner in der Firma hatte und auch das Personal, das damit umgehen konnte. Von IT hatten die Vorgesetzten auch damals keine Ahnung, aber sie waren doch mehr Technik-affin.
Heute sind die Vorgesetzten schon irgendwie anders. Ich glaube, die sind überhaupt nur noch Geld-affin. Und haben Angst, zu versagen und falsche Entscheidungen zu treffen. Deshalb verlagern sie alles so weit wie möglich nach außen, damit es ihnen selbst nicht anhaftet.

Aber wie gesagt: Eindrücke von jemandem, der sich nicht mit IT auskennt und das alles aus der anderen Ecke betrachtet. Das muss jetzt raus: quasi ein Opfer der IT.
 

PMc

Well-Known Member
#21
vielleicht mal noch einen Blick aus der Endanwender-Richtung. Ich bin ja kein IT-Futzi, wie die meisten anderen Teilnehmer hier, sondern einer der armen und unfähigen Mitarbeiter, die den "Ausgelagerten" dann ausgeliefert sind.
Wenn ich ein Problem habe, darf ich das gar nicht selbst lösen. Angenommen, irgendwas wird mir im Browser nicht korrekt dargestellt (in der Wahl des Browsers bin ich auch nicht frei), dann könnte ich da was verändern und damit plötzlich die Zusammenarbeit des Browsers mit einer anderen SW zerschießen.
Naja, wie soll man denn einen Betrieb sicherstellen, wenn jeder seine eigenen Tuning-Plugins in den Browser installiert?!?
Besonders nett ist das, wenn dazuhin zur Kostendämpfung BYOD (Bezahl das Arbeitswerkzeug gefälligst aus deiner privaten Tasche) eingesetzt wird.

(Als ich noch einen Job hatte, war es den Mitarbeitern auch verboten, Golem.de zu lesen, weil das eine böse Hackerseite ist.)

Nach zwei bis drei Wochen bin ich dann beim richtigen Support gelandet und der passende "First Level" versteht oft nicht, was ich eigentlich will.
Dein Pech, wenn Du nicht indisch sprichst.

Meistens kommt im "Fourth Level" jemand auf die Idee, dass doch das System neu installiert werden muss und manchmal im "Fifth Level", dem letzt-möglichen, dass ich dann eben einen neuen Rechner brauche.
Diese Dienstleister müssen nunmal sicherstellen, dass ihre ITIL Prozesse garantiert nicht durch Skill verunreinigt werden.

Heute sind die Vorgesetzten schon irgendwie anders. Ich glaube, die sind überhaupt nur noch Geld-affin. Und haben Angst, zu versagen und falsche Entscheidungen zu treffen. Deshalb verlagern sie alles so weit wie möglich nach außen, damit es ihnen selbst nicht anhaftet.
Die müssen wiederum sicherstellen, dass ihre Geldsucht nicht durch Kompetenz verunreinigt wird.
 

bananenBrot

Well-Known Member
#22
Nach zwei bis drei Wochen bin ich dann beim richtigen Support gelandet und der passende "First Level" versteht oft nicht, was ich eigentlich will.
Du musst auch überlegen, dass
1. niemand bei Verstand im First arbeiten will
2. die mit Verstand nach spätestens 6 Monaten "Probezeit" im First da sofort weg gehen
3. im First meist echt richtig schlecht bezahlt wird (dementsprechend ist die Motivation)

First Level Support ist per Definition Kacke.

Diese Dienstleister müssen nunmal sicherstellen, dass ihre ITIL Prozesse garantiert nicht durch Skill verunreinigt werden.
Naja, viele Kunden bestehen auch drauf, dass man ne ISO Zertifizierung hat und da muss halt ITIL her.
Und ganz ehrlich: Ich find (aus Dienstleistersicht) ITIL schon gut. Verlängert Prozesse enorm, macht Arbeit zäh aber dieser Mehraufwand bedeutet auch mehr Geld vom Kunden. (Stundenpreise) Ist ne tolle Sache
 
R

ralli

Guest
#23
Also ich habe die Beiträge hier mehrere Male gelesen. Wenn das die schöne neue Arbeitswelt ist, dann bin ich wirklich heilfroh, das ich in Rente bin. Ob früher "alles" besser war, das glaube ich auch nicht, aber vieles war einfach anders. Zumindest gab es bei uns flache Hierarchien und dem einzelnen wurde sehr viel zugetraut. Ich bekam per se viel Verantwortung und auch die Kompetenz, neue PC Systeme (Original IBM) mit entsprechender Grundausstattung anzuschaffen. Der durchschnittliche Preis für ein gesammtes PC System betrub damals (1987) ca. 15 bis 25 000 DM. Der Vorgesetze vertraute und unterschrieb die Bedarfsmeldung. Wenn mal was in die Hose ging oder Fehler gemacht wurden, dann war das auch nicht gleich eine Tragödie. Was ich hier höre, da würde ich es nicht einen Monat lang aushalten. Gut zu meiner Zeit waren es halt goldene Zeiten, die Vorgesetzten hatten nur wenig Ahnung von der Materie und es blieb Ihnen kaum eine andere Wahl als zu vertrauen.
 

pit234a

Well-Known Member
#24
ich nehme nur mal diesen Zitatschnipsel, um auf ein anderes Gefühl aufmerksam zu machen, wo ich glaube, dass ein Wechsel stattgefunden hat.
Früher identifizierte sich der Support oder generell der Kundendienst mit einem Produkt und engagierte sich entsprechend, um Fehler zu beseitigen. Heute fühle ich immer dieses "dein Pech..."
Niemand interessiert sich dafür, mir armen Endanwender zu helfen. Dein Pech, wenn du das Produkt gekauft hast, dein Pech, wenn du das brauchst, dein Pech, wenn es nicht funktioniert und so weiter.
Jeder interessiert sich nur noch dafür, möglichst vertragsgenau ein Ticket abzuarbeiten und dabei möglichst wenig Zeit zu investieren, also möglichst schnell zu schließen oder weiter zu leiten.
 

marmorkuchen

Well-Known Member
#25
ich nehme nur mal diesen Zitatschnipsel, um auf ein anderes Gefühl aufmerksam zu machen, wo ich glaube, dass ein Wechsel stattgefunden hat.
Früher identifizierte sich der Support oder generell der Kundendienst mit einem Produkt und engagierte sich entsprechend, um Fehler zu beseitigen. Heute fühle ich immer dieses "dein Pech..."
Niemand interessiert sich dafür, mir armen Endanwender zu helfen. Dein Pech, wenn du das Produkt gekauft hast, dein Pech, wenn du das brauchst, dein Pech, wenn es nicht funktioniert und so weiter.
Jeder interessiert sich nur noch dafür, möglichst vertragsgenau ein Ticket abzuarbeiten und dabei möglichst wenig Zeit zu investieren, also möglichst schnell zu schließen oder weiter zu leiten.
Würde man mich in so ein First Level Job reinpressen, wäre mir das Produkt auch egal.
Bei der Bezahlung wird sich niemand der das Fachwissen mitbringt solch einen Job freiwillig antun. Das einzige was ich von dem First Level allerdings erwarte ist Höfligkeit.