Seltsames wol-Verhalten

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Hallo,
ich hab hier einen Rechner mit Lenovo-Laptop-Mainboard in ein provisorisches Gehäuse montiert. Weil keine Lenovo-Tastatur vorhanden ist und damit kein Ein/Austaster, soll der Rechner per wake-on-lan gestartet werden. Das Lenovo-Mainboard unterstützt das auch.
Im Rechner sind 2 SSD, eine mit FreeBSD und eine mit Openindiana. Boote ich FreeBSD und fahre es dann wieder herunter, kann ich den Rechner von überall per wol einschalten. Bestens!
Boote ich aber Openindiana und fahre damit herunter, lässt sich der Rechner nicht mehr per wol einschalten - keine Reaktion, nichts.

Das Herunterfahren von Openindiana erfolgt über ein Script, dass den Rechner auf init 5 fährt, also bereit zum kompletten Ausschalten. Selbst wenn ich den Rechner auf init 0 herunterfahre (stop the operating system), funktioniert wol nicht.

Die Frage ist: Was mach FreeBSD anders als Openindiana? Irgendeine Idee?

Berni
 

CommanderZed

OpenBSD User
Teammitglied
Bist du sicher das er per ACPI/APM o.ä. komplett herunterfährt und nicht bei "You can turn of the system ..." oder standby oder so hängen bleibt?
 

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Ja, da bin ich völlig sicher - sitz ja direkt davor. Rechner geht aus, kein Lüfter läuft mehr und der Monitor wird schwarz.
Genau so siehts auch aus, wenn FBSD die Maschine runterfährt.
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Teammitglied
Was mach FreeBSD anders als Openindiana? Irgendeine Idee?
Bei den meisten "modernen" Netzwerkkarten - spätestens ab um und bei 2005 - ist WoL eine Funktion, die explizit vom Treiber eingeschaltet werden muss. Genauer gesagt muss der Treiber die Netzwerkkarte auf 10 MBit/s einstellen und die entsprechenden Hardwareflags setzen. Wenn FreeBSD das für die Karte unterstützt, OpenIndiana aber nicht, wird es logischerweise unter OpenIndiana nicht funktionieren. Meist ist WoL-Unterstützung aber nicht allzu schwer einzubauen, gerade wenn man sie aus einem anderen Treiber mit kompatibler Lizenz abschreiben kann.
 

mr44er

moderater Moderator
Teammitglied
Nach dem Basteln ein Versuch wert:

Ansonsten:

Mit ruhiger Hand kann man auch mit einem Schlitzschraubendreher mal kurz die Pins brücken.
 

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Danke euch!
Immerhin verstehe ich jetzt, warum es möglicherweise nicht funktioniert.
Die Lösung mit einem Taster oder Schraubendreher klappt eben nicht, weil es sich um ein Laptop-Board handelt. Da kenne ich zwar die beiden Lötpunkte, die ich brücken muss, um zu starten, aber das bleibt ja dann provisorisch. Und anlöten - sehr schwierig! Sind wirklich winzige Lötpunkte und da kann schnell was schiefgehen. Mit meinen Lötkolben wird das jedenfalls nix.
Das Ganze soll später ein Dateiserver (Archiv) werden, und ich möchte sehen, welches zfs dafür besser geeignet ist: FreeBSD oder Openindiana.
Später verschwindet die Maschine dann in einem Nebenraum und soll von jeder Stelle aus geweckt werden können.
 

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
Es ist wohl genau so, wie @Yamagi es beschreibt: Der OpenindianaNetzwerk-Treiber setzt die Parameter nicht so, wie WoL das braucht.
Fahre ich also die Kiste mit OI runter, kann nicht geweckt werden. Schalte ich aber danach komplett stromlos und dann wieder ein, klappts wieder.
Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, der Netzwerkkarte beim Runterfahren die entsprechenden Parameter mitzugeben?
 

mr44er

moderater Moderator
Teammitglied
Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, der Netzwerkkarte beim Runterfahren die entsprechenden Parameter mitzugeben?
Ich hab keine Ahnung von OI, aber das sollte als Option der NIC vor und nicht beim Runterfahren gesetzt werden.

Bei FreeBSD ist das hier WOL_MAGIC, z.B. so:
Code:
em0: flags=8863<UP,BROADCAST,RUNNING,SIMPLEX,MULTICAST> metric 0 mtu 1500
    options=481249b<RXCSUM,TXCSUM,VLAN_MTU,VLAN_HWTAGGING,VLAN_HWCSUM,LRO,WOL_MAGIC,VLAN_HWFILTER,NOMAP>

Da gibts nen Abschnitt:
 

serie300

Well-Known Member
Ich kann mich erinnern, daß ich mal 'ne Siemens / Fujitsu Tastatur (USB) hatte, über die der Recher mit dem integrierten Schalter ein- und ausgeschaltet werden konnte. Evtl. unterstützt das Lenovo BIOS das (evtl. in den Power Settings einschalten)
 

chaos

*nix'ler
Weitere idee basierend auf dem Vorschlag von
Ich kann mich erinnern, daß ich mal 'ne Siemens / Fujitsu Tastatur (USB) hatte, über die der Recher mit dem integrierten Schalter ein- und ausgeschaltet werden konnte. Evtl. unterstützt das Lenovo BIOS das (evtl. in den Power Settings einschalten)
Oder das BIOS kann so konfiguriert werden, dass beim Drücken von ANY-key gebootet wird.
 

berni51

OpenBSD user & NetBSD newbie
@serie300 und @chaos :
Beide Möglichkeiten bietet das BIOS leider nicht.
Mittlerweile hab ich (fast) alle Betriebssysteme, die auf Illumos basieren, getestet: Ist überall das gleiche: OI, Tribblix, omnios und sogar Oracle Solaris verhalten sich da gleich. Angeblich soll es Netzwerkadapter geben, wo es damit funktioniert, aber der Realtek des Lenovo-Boards gehört nicht dazu.
Als Lösung nehm ich jetzt FreeBSD für diesen Server. Das hat auch ein prima zfs und einen sauberen Netzwerktreiber. :)
 
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