Das Gehäuse und da ne Platte einbauen, dürfte nicht wesentlich komplizierter sein, als so etwas in einem NAS zu machen.
Externe Platten hatte ich zeitweise massenhaft in Gebrauch und was die Gehäuse anbelangt, gibt es große Unterschiede und zwar leider auch innerhalb des Angebotes eines gleichen Herstellers. Deshalb solltest du dir vorher ansehen, was du kaufen wirst und einige grundsätzliche Punkte beachten.
Die Gehäuse beinhalten auch eine Elektronik und da ist wenigstens ein "Mini-Controller" für die Festplatte und die erforderliche Umsetzung auf die gewünschten Anschlüsse (USB, Firewire, E-SATA...) drauf. Für die unterschiedlichen Festplattentypen gibt es E-IDE, SATA und verschiedene SCSI Controller, wobei vermutlich nicht jedes mal alle Typen noch von allen Herstellern angeboten werden und derzeit sicher SATA Anschlüsse am häufigsten zu finden sind.
Manchmal ich auch eine kleine Lüftersteuerung auf dieser Elektronik realisiert. Ob Lüfter da notwendig sind, ist keine einfache Frage. Die meisten kleinen Lüfter verursachen unangenehme Geräusche und kühlen nicht besonders viel. Wenn Platten für hohen und lang dauernden Datendurchsatz benutzt werden, kann es aber sehr warm für sie werden. Bei meinen externen Platten wollte ich möglichst keine zusätzlichen Lüfter haben.
Wenn diese Gehäuse für Platten gebaut sind, die mehr Strom verbrauchen, als die eingebaute Schnittstelle am PC liefern kann (USB etwa 500mA maximal, meist sogar nur 300mA und das reicht allenfalls für kleine und leichte Platten und SSD), ist auf dieser Elektronik oft auch noch ein Spannungswandler eingebaut, um aus der eingespeisten Spannung eines Netzteiles die passenden Versorgungsspannungen zu generieren. Manchmal wird von einem Netzteil bereits die passende Spannung geliefert, das heißt, die Elektronik ist hierhin ausgelagert und die Steckverbindungen müssen entsprechend viele Kontakte aufweisen. Das ist die schlechtere Lösung, denn es kann später nicht einfach das Netzteil gegen ein beliebiges Standard-Modell ausgetauscht werden, wenn dieses mal kaputt geht und die Kontakte sind sensibler für Störungen.
Bei den Gehäusen gibt es Kunststoff und Metall. Metall war mir immer lieber, es hat aber keine echten Vorteile gegenüber Kunststoff. Meist wird ein Alu benutzt, das stabil und leicht ist. Metall ist etwas besser hinsichtlich Wärmetausch, wird aber oft zur zusätzlichen Dämmung mit Kunststoffen beschichtet oder überzogen, die diesen Vorteil wieder zu Nichte machen.
Es gibt Gehäuse mit Schaltern zum Einschalten und andere, die beim Anschluss an einen PC loslaufen. Die Schalter sind meist sehr billig und nicht für ernsthafte Benutzung gedacht. Sie müssen nicht sein. Wenn sie nicht oft benutzt werden (was meistens der Fall sein dürfte), sind sie ok.
Manche Gehäuse werden mit speziellen Schrauben verschraubt und es liegt dann entsprechendes Werkzeug bei. Das Werkzeug taugt meist nichts und es ist garantiert bis zum nächsten Mal verschwunden, wenn die Platte mal ausgetauscht werden soll. Auf Standard-Schrauben achten, macht hier das Leben leichter.
Gehäuse, die nicht so gebaut sind, dass sie von selbst in unterschiedlichen Lagen stehen bleiben, sondern dazu separate Füße brauchen, sind nicht so gut, wie die anderen.
Doch noch ein Wort zu deinem NAS, den du ja schon hast.
Da gibt es viele unterschiedliche Modelle, mit mehreren Platten oder nur einer einzigen und mit unterschiedlichen Betriebssystemen und Möglichkeiten. Wenn du ein Webinterface bedienen kannst oder mittels Telnet oder SSH auf den NAS kommst und dort eine Routine findest, mit der du Dateisysteme anlegen und pflegen kannst, sollte grundsätzlich der Austausch der Platte nur ein wenig mechanisches Geschick erfordern, etwa gleich viel, wie beim Einbau in ein externes Gehäuse.
Ist der NAS indessen sehr verschlossen und erlaubt keinen Zugriff auf die Betriebssystem-Oberfläche und die Manipulation des Dateisystems der eingebauten Platte, dann kann das durchaus "eine reizvolle Aufgabe" werden, so etwas um zu bauen. Mich würde das reizen!
Du hast natürlich schon Recht, die Frage des Stromverbrauchs anzusprechen und da schneidet ein NAS meist schlechter ab, obwohl bei einer Festplatte das Schlafen lassen ja meist kein Problem darstellt und der Standby-Verbrauch meist sehr gering ist. Da du dieses Gerät aber schon hast und auch benutzt, wäre es für mich die erste Wahl, hier den vorhandenen Platz durch Festplatten-Tausch zu erweitern. Das scheint mir die einfachste und beste Lösung zu sein, die ich jedenfalls erst genauer untersuchen würde.