Wärmeleitpaste und PC-Kühlung im Zeitenwandel (aus "Suche etwas ältere Radeon Graka")

Also ich fülle immer das komplette Gehäuse mit Wärmeleitpaste aus und das hat sich bestens bewährt.
Dann klappert und rauscht auch nirgendwo was. Silent-computing im besten Sinne. :-)

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Welches Produkt hast du da verwendet? Eventuell hattest du eine schlechte Charge erwischt oder auch irgenwie (bei dir oder beim Händler/Distributor) falsch gelagerte Ware.
Na, ich hab einfach mal beim Reichelt so eine Spritze mitbestellt. Das heißt, nachdem ich geflucht hab über die hundert verschiedenen Sorten, deren Namen sich überwiegend an Albernheit übertreffen.
Das Zeug heißt "Arctic MX-4".

Wie gesagt ich paste sicherlich 3-4 mal Pro Jahr im Büro und nochmal 2-3 mal Privat irgendwas, nutzte da auch diverse Produkte und sowas wäre mir noch nie untergekommen.
Fast alle Anleitungen, die man auf YT findet, zeigen dieselbe Beschaffenheit. Und die zeigen, dass man einen Klecks oder ein Kreuz auf die Kontaktfläche malt, und das Material sich dann beim Verschrauben gleichmäßig verteilt, dass es also derart dünnflüssig ist.
Wenn man demgegenüber schaut, was die NASA für Satelliten empfiehlt, dann heißt es da "nonflowable to limited flow": https://www.silicone-polymers.com/pdf-EU-US/CV-2946.pdf

Schlatziges dünnflüssiges Zeug erinnerte mich eher an die Tage meiner Schulzeit, als ich im örtlichen PC Shop gearbeitet habe und wir mit den dortigen Billigpasten arbeiten mussten. Und das ist jetzt schon etliche Jahre her :D

Die Gamer-Szene hat ganz spezifische Anforderungen dahingehend, dass Systeme unter extremen Bedingungen und ohne primären Anspruch an Zuverlässigkeit betrieben werden, und ist von daher entkoppelt von der übrigen Industrie und inzwischen auch vom Serverbetrieb. Außerdem hat sie aus irgendeinem Grund sehr viel Geld, das bereitwillig für derart spezifische Technik ausgegeben wird; es handelt sich nicht um Leute, die hungern müssen oder Pfandflaschen sammeln um die Krankenversicherung aufzubringen.
Außerdem erwartet die Gamer-Szene keine soliden technischen Specs, sondern es genügt, vollmunding Märchen zu erzählen - denn es geht ja beim Gaming um Märchen.

Das Problem damit haben dann jene Leute, die einfach nur einen Computer betreiben, und dafür einfach nur Wärmeleitpaste brauchen (genauso wie man sie früher in jedem Elektronik-Shop bekam), sich aber stattdessen einem Angebot von hundert verschiedenen Produkten mit abenteuerlichen Phantasienamen gegenübersehen, die fast durchweg keine soliden technischen Specs haben, dafür aber fast durchweg Mondpreise, weil der Gamer diese bezahlen will.
 
Na, ich hab einfach mal beim Reichelt so eine Spritze mitbestellt. Das heißt, nachdem ich geflucht hab über die hundert verschiedenen Sorten, deren Namen sich überwiegend an Albernheit übertreffen.
Das Zeug heißt "Arctic MX-4".

Die habe ich hier liegen, ca 2 Jahre alt, das Ding ist vieles aber nicht dünnflüssig. Da hast du ein defektes Produkt bekommen. Die MX7 ist nochmal deutlich zäher.

Fast alle Anleitungen, die man auf YT findet, zeigen dieselbe Beschaffenheit. Und die zeigen, dass man einen Klecks oder ein Kreuz auf die Kontaktfläche malt, und das Material sich dann beim Verschrauben gleichmäßig verteilt, dass es also derart dünnflüssig ist.
Wenn man demgegenüber schaut, was die NASA für Satelliten empfiehlt, dann heißt es da "nonflowable to limited flow": https://www.silicone-polymers.com/pdf-EU-US/CV-2946.pdf

Jop NASA Sateliten haben sicher die gleichen Anforderungen wie meine Graifkkarte.

Die Gamer-Szene hat ganz spezifische Anforderungen dahingehend, dass Systeme unter extremen Bedingungen und ohne primären Anspruch an Zuverlässigkeit betrieben werden, und ist von daher entkoppelt von der übrigen Industrie und inzwischen auch vom Serverbetrieb. Außerdem hat sie aus irgendeinem Grund sehr viel Geld, das bereitwillig für derart spezifische Technik ausgegeben wird; es handelt sich nicht um Leute, die hungern müssen oder Pfandflaschen sammeln um die Krankenversicherung aufzubringen.
Außerdem erwartet die Gamer-Szene keine soliden technischen Specs, sondern es genügt, vollmunding Märchen zu erzählen - denn es geht ja beim Gaming um Märchen.

Das Problem damit haben dann jene Leute, die einfach nur einen Computer betreiben, und dafür einfach nur Wärmeleitpaste brauchen (genauso wie man sie früher in jedem Elektronik-Shop bekam), sich aber stattdessen einem Angebot von hundert verschiedenen Produkten mit abenteuerlichen Phantasienamen gegenübersehen, die fast durchweg keine soliden technischen Specs haben, dafür aber fast durchweg Mondpreise, weil der Gamer diese bezahlen will.

Du bist hier der, der ohne solide Fakten argumentiert. Was willst du mehr als Tests, die genau den spezifischen Einsatzzweck abbilden? Übrigends sind so ziemlich alle Produktnamen Fantasienamen - kA was deine Abneigung gegen Marketing oder Gamer hier an Fakten hinzufügen soll.
 
Alleine schon wie du hier formulierst... Ja, wenn große Technikportale solche Tests machen, beschreiben wie sie testen und das auch zeigen, ist das sehr aussagekräftig.
Genau. Denn Technikportale funktionieren so, dass sie den Leuten das erzählen was sie hören wollen (also: "teuer ist besser"), die Leute dann applaudieren, ordentlich die Reklame gucken und fleißig kaufen.
Das ist auch gut so, denn nach drei bis fünf Jahren wirds eh weggeschmissen. Systemrelevant ist dabei nur der Geldfluß.

Als testcase nehmen wir mal Speichermedien, und suchen nach der tagline <Lebensdauer von Speichermedien>: alle "Technikportale" erzählen das gleiche: Desktop-Platten sind mies, NAS sind besser, Enterprise sind am besten. Lebensdauer 15'000 rsp. 45'000 rsp. 80'000 Stunden. Und danach ist es ganz wichtig, dass man sie wegschmeißen tut. Referenz ist dafür fast immer Backblaze, offenbar weil es keine anderen hinreichend umfangreichen Betrachtungen gibt. Und dann werden Gründe ausgedacht, warum das so sein soll.

Und jeder glaubt auch unhinterfragt das Seagate-Märchen, dass man Desktop-Platten jeden Tag nur acht Stunden laufen lassen soll, NAS+Server aber am besten immer laufen bleiben. Dabei ist beides dasselbe Zeug aus der Binning-Mühle.

Hintergrund: als WD angefangen hat, keine tauglichen Specs mehr zu veröffentlichen und stattdessen grüne, rote, blaue und gelbe Platten anzubieten, haben die gelernt, dass man den Leuten Märchen erzählen kann und das sogar gut ist für die Verkaufszahlen. Und seitdem erzählen sie nur noch Märchen.

Gegenbeweis: neulich ist mir auf ebay ein gebrauchtes SSD über den Weg gelaufen, Typ Intel DC S3520. Und sieh an, dafür gibt es auf einmal solide TechSpecs! Und das Device hält sie auch noch auf den Punkt genau ein, nach 10 Jahren.
Nur für die normale Consumer/Gamer/NAS/usw. Ware braucht man sowas nicht - weil der ist ja eh zu blöd um sie zu lesen. Märchen funzen da viel besser. Und QLC ist ja auch viel moderner und besser als MLC.

Und dieser Stil betrifft inzwischen den gesamten Markt.
 
Die habe ich hier liegen, ca 2 Jahre alt, das Ding ist vieles aber nicht dünnflüssig. Da hast du ein defektes Produkt bekommen.
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Die Beschaffenheit ist so wie auf dem Video des Herstellers.

Jop NASA Sateliten haben sicher die gleichen Anforderungen wie meine Graifkkarte.
Naja, die haben halt Anforderungen. Und sind imstande sie zu artikulieren.
Wenn dir ein Satellit auf den Kopf fällt, ist das ja auch nicht ganz so unterhaltsam wie wenn das Gaming-Rig rebootet.

Du bist hier der, der ohne solide Fakten argumentiert. Was willst du mehr als Tests, die genau den spezifischen Einsatzzweck abbilden?
"Tests" von Influencern mit dem "Kaufen" button darunter kann ich auch haben für den Gartenschlauchaufsatz zum Baum-Entrinden und Karotten-schneiden, für die automatisch jede Fehlsichtigkeit korrigierende Universalbrille, für die mit Windkraft betriebene Wärmepumpe, und für die ganzen anderen Witznummern die google-ads verteilt.

Was ich mehr will ist solide tech-specs.

Übrigends sind so ziemlich alle Produktnamen Fantasienamen -

Im B2B eher weniger.
 
Was ich mehr will ist solide tech-specs.
das teile ich voll.
Ich sehe mir auch keine Tests an, also keine Filme im Netz. Das langweilt mich zu sehr, was aber an mir selbst liegt. Wobei die oben verlinkten Lüfter-Tests ein gutes Beispiel sind, wie schlecht hier offenbar auch getestet wird.

Außerdem hat sie aus irgendeinem Grund sehr viel Geld, das bereitwillig für derart spezifische Technik ausgegeben wird; es handelt sich nicht um Leute, die hungern müssen oder Pfandflaschen sammeln um die Krankenversicherung aufzubringen.
weshalb es mich ehrlich gesagt schon sehr lange wundert, dass nicht aktive Kühlung betrieben wird. Mit Piezo-Elementen oder auch mit wirklicher Klima-Technik oder eben kombiniert lässt sich doch was machen, das viel zuverlässiger wirkt, als die Luft-Verwirbelung in PCs.
 
weshalb es mich ehrlich gesagt schon sehr lange wundert, dass nicht aktive Kühlung betrieben wird. Mit Piezo-Elementen oder auch mit wirklicher Klima-Technik oder eben kombiniert lässt sich doch was machen, das viel zuverlässiger wirkt, als die Luft-Verwirbelung in PCs.

Piezo-Elemente führen nur wenige Watt ab. Für einen PC bräuchte man dutzende dieser Elemente - viel zu unpraktisch, teuer und in dieser Größenordnung äußerst ineffizient.

Richtige Klimatechnik ist wiederum ebenfalls viel zu teuer, braucht viel zu viel Energie und birgt immer die Gefahr von Kondenswasser (nebst der Vibrationen, die Gift für Festplatten sind). Zumal der Vorteil von Klimatechnik - die Temperaturen bis unter Raumtemperatur zu bringen - beim PC völlige Verschwendung ist.
 
Richtige Klimatechnik ist wiederum ebenfalls viel zu teuer, braucht viel zu viel Energie und birgt immer die Gefahr von Kondenswasser (nebst der Vibrationen, die Gift für Festplatten sind). Zumal der Vorteil von Klimatechnik - die Temperaturen bis unter Raumtemperatur zu bringen - beim PC völlige Verschwendung ist.
Und das macht man ja, in größeren Anlagen, ausserhalb des einzelnen Rechners.
Im Rechner wird die Luft nicht irgendwie verwirbelt, sondern ordentlich von vorn nach hinten geführt - vorn sind die Platten (kälter) und hinten die Kerne (heißer, und auch nur passiv gekühlt). Vorn ist der kalte Gang, hinten der heiße Gang, und die Klima kühlt zurück vom heißen in den kalten Gang.

Dann kommt es auch nicht mehr darauf an, ob irgendeine Wärmeleitpaste ein paar Grad besser ist, sondern die Luftmenge wird entsprechend geregelt. Nur wird das dann laut.
 
HP ist mutig. Echtes Liquid Metal ist wirklich fieses Zeug. Leitend, gleichzeitig dank hoher Oberflächenspannung ziemlich übel zu verarbeiten und neigt zum Wandern. Dazu meist durch hohen Gallium- und Indium-Anteil ziemlich reaktiv, gerade auch gegenüber anderen Metallen. Frisst schon mal den Kühlkörper weg.
 
Ist ja bekannt dafür unheilige Allianzen mit Kupferkühlkörpern einzugehen. Dass es das auch mit Lötzinn macht war mir neu. Man lernt halt nie aus.
 
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