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Was gibt es Vorteile von freien UnixOSen gegenüber Linux?

Themenstarter #1
Hallo Forum,

was spricht für freie UnixOSe, was Linux nicht kann?
Ist es stabiler oder sicherer gegen Viren/Trojaner?

Ich benutze seit Jahren schon Linux (Mint und Debian,anfangs auch Mandriva und Suse).
Natürlich habe ich schon PC BSD und jetzt GhostBSD ausprobiert, wobei GhostBSD das
benutzerfreundlichere BSD ist.

Aber ein Vorteil, der irgendwie offensichtlich ist, kann ich z.Zt. nicht erkennen.
Offensichtlich ist nur, das XAMP auf keiner der BSD Unixen läuft bzw. portiert ist.
VirtualBox gibt es nur auf FreeBSD/GhostBSD.

Mit Linux habe ich mich anfreunden können, um dem Bill Geiz Imperium zu entkommen, zumal
die Treiberunterstützung inzwischen Lichtjahre besser ist, wie noch im Jahre 2000.

MfG maclinux
 

ralli

BSD Fanboy
#2
Und warum bleibst Du dann nicht bei Linux, wenn Du damit doch offensichtlich zufrieden und glücklich bist? The running system never change ....;)

Aber im Ernst, Vergleiche hinken immer und entfachen lediglich ein großes Konfliktpotenzial. Für Fans von Rankingshows vielleicht ein gefundenes Fressen, allerdings ist ein solches Verhalten nicht wirklich zielführend. Ob BSD sicherer sind als Linux, denk ich mal eher nicht. Aber sie sind systemd frei und das war für mich ein Kriterium. Ansonsten finde ich für meine Zwecke all die Software unter FreeBSD, die ich auch vorher unter Linux für meine Bedürfnisse und meinen Workflow brauchte. Und weil das so ist, werde ich mich hüten, eine Empfehlung abzugeben und einen Flameware loszutreten. Was besser zu ihm paßt, muß jeder für sich selbst entscheiden.
 
#3
Ich kann nur fuer mich und OpenBSD sprechen.

OpenBSD ist durch die ganzen code audits und Sicherheitsmechanismen fuer meine Zwecke sehr sicher. Jedenfalls bin ich davon ueberzeugt. ;-) Es gibt hier kein wine, kein flash, keine virtualbox / kvm / whatever, was mich aber nicht stoert, sondern als Vorteil erachte. Es ist sich sehr stabil. Alle systemtools passen zueinander und fuehlen sich wie aus einem Guss an. Linux ist nur der Kernel und die Distributionen bauen aus vielen tools unterschiedlicher Herkunft und Versionen ihr Linux-System zusammen. Bei OpenBSD wird der kernel und das userland von den OpenBSD devs entwickelt und gepflegt. Die Doku (man-pages, faq) ist korrekt und stets aktuell. Kein ewig langes Suchen im Internet noetig. Die Installation ist in 5 Minuten erledigt und updates funktionieren problemlos.

Linux ist und war fuer mich immer ziemliches "gefrickel". Die Dokus sind ueberall im Internet zerstreut und meistens veraltet. Debians Paketsystem hat mir frueher oder spaeter immer beim autoremove das halbe System zerschossen. K.a. was ich hier immer falsch gemacht habe. Das ist mir ueber die Jahre immer wieder mal passiert. Ubuntu war mir immer zu wackelig und irgendwas funktionierte nie oder hat sich aufgehaengt. Slackware, Arch Linux oder Void Linux finde ich jetzt noch am besten, wenns denn ein Linux System sein soll. Die Hardwareunterstuetzung ist bei Linux allerdings besser.

Die BSD community finde ich auch besser und reifer. Das ist allerdings nur mein subjektives Empfinden. Hier gibt es keine distributions wars, keine Windowshasser usw. Wir lieben einfach unser BSD und muessen nicht staendig distributions hopping betreiben.

Wenn ich nachdenke fallen mir sicherlich noch 100 Punkte ein. ;-)
 

zuglufttier

Well-Known Member
#4
Es gibt Vorteile und Nachteile. Wenn du einen Desktop betreiben möchtest und ansonsten zufrieden bist, dann bleib bei Linux, vor allem, wenn dir selber keine Vorteile bei den BSDs auffallen.
 

turrican

Well-Known Member
#5
Hallo Forum,

was spricht für freie UnixOSe, was Linux nicht kann?

MfG maclinux
Ich denk mal, wer je mit Solaris 10 gearbeitet hat, fühlt sich beim Thema ZFS bei FreeBSD eher daheim als bei Linux.
Das würd ich als Alleinstellungsmerkmal des FreeBSD gegenüber Linux herausstellen; es läuft einfach auf FreeBSD.
Ja, Linux hat auch ne ZFS Implementierung - aber die von FreeBSD fühlt sich m.E. "nativer" (im Sinne von: näher an Solaris) an; allein schon da es sich bei Linux immer noch im User-Space abspielt, anstatt im Kernel-Space. Wer jemals mit Proxmox gearbeitet hat (Proxmox auf Linux-basis find ich gut, kein Thema, allerdings ohne ZFS) und sich mit nem zerschossenen ZFS nach Update etc rumärgern durfte, weiß, wovon ich rede...

Ich würde nicht ausschließen, dass es den einen oder anderen Virus irgendwo für die BSDs gibt - ich seh die Staatstrojaner z.B. von EnCase auch als Virus an, und die haben definitiv was für BSD im Angebot - das wär also kein Alleinstellungsmerkmal von BSD gegen Linux.

Manche Workflows welche auf Linux laufen mögen sich vermutlich auf BSD nicht abbilden lassen, dafür kann man aber doch auch getrost ein Linux nehmen. Es soll und kann jeder nach seiner Fassong glücklich werden, auch ohne das ständige gebashe gegen andere OS (das vom MS mal extra hiervon ausgenommen :))

:D

In diesem Sinne, schönen Gruss,
Alex
 

Rakor

Administrator
Mitarbeiter
#6
Es wurde hier schon viel richtiges gesagt.
Bei Linux hast du iA bessere Treiberunterstützung, weniger Stress mit Desktops oder anderer Software (da die meisten eben auf Linux entwickelt werden), mehr "neuer heißer Scheiß", mehr Tutorials, etc. Wenn du mit Linux zufrieden bist und dir nix fehlt, gibt es eigentlich erst mal keinen Grund wo anders hin zu wechseln.

Wieso wollen doch Leute gerne BSDs einsetzen? Naja, da gibt es natürlich verschiedene Gründe, die hier zT schon genannt wurden. Ein paar geläufige sind: Kein systemd (das mögen tatsächlich viele nicht) mit allem was daran hängt (z.B. klar strukturierter Bootvorgang den man komplett einsehen kann - da scripte), ZFS sauber integriert und sehr stabil, eine konservative Entwicklung (nicht jeder Scheiß wird direkt committet um dann nach nem Jahr die nächste Sau durch Dorf zu treiben - Es wird erst überlegt und dann im Allgemeinen eine stimmige Konzeption umgesetzt), die POLA (es sieht nicht mit jedem Update alles anders aus), OpenBSD hat einige proaktive Sicherheitsfeatures - ist dafür im Allgemeinen jedoch eher behäbig, ein BSD ist ein Komplettes System (und nicht einfach eine Ansammlung von zusammengestellten Paketen).

Meine Empfehlung für einen Desktopuser: Wenn du mit Linux zufrieden bist, dann bleib dabei ;) Wenn du dennoch neugierig bist, dann installier die ein BSD deiner Wahl in eine VM und spiel einfach etwas damit rum.
 
Themenstarter #8
Hallo Forum,

ich danke allen für ihre Meinung bzw. Beiträgen.
Ich habe mich mit den BSD OSen hauptsächlich wegen eines Artikels im eayslinux beschäftigt.
Dort ging es zwar direkt um TrueBSD, aber nach einigen einlesen und Suchanfragen bin hier
fündig geworden und konnte gutes über GhostBSD lesen, was ich nach einer VirtualBox Installation
bestätigen kann.

Ich renne nicht mit Scheuklappen durch die Gegend, wie andere Anwender einer gewissen Fraktion
das so machen und hunderte von Euro für ein schlechtes OS rauswerfen.

> Wenn du dennoch neugierig bist, dann installier die ein BSD deiner Wahl in eine VM und spiel einfach etwas damit rum.

Ich weiß auch nicht alles, was alle Betriebsysteme angeht, die es gibt, also versuche ich durch
Erfahrungen die ich durch Probeinstallationen in einer VM mache, was daraus zu lernen.

MfG maclinux
 

-Nuke-

Well-Known Member
#9
Konzeptionell funktionieren die BSDs und Linux ähnlich. Wie auch bei den unterschiedlichen Linux-Distributionen ist der Hauptunterschied hier eher in der Installation und Verwaltung der Software zu finden. Unterschiede finden sich dann in etwaigen Features, wenn man sie dann braucht, aber es gibt nur wenig Dinge die man exklusiv irgendwo vorfindet.
 

holgerw

Well-Known Member
#10
Hallo,

für mich interessant bei FreeBSD (habe mit S.u.S.E. 5.3 angefangen)
- viel KISS
- hoher Lerneffekt, was "hinter den Kulissen" des OS passiert (ist mit Linux natürlich auch möglich, aber bei FreeBSD wird man damit eher konfrontiert)
- ein großer Unterschied: bei FreeBSD ist die Haltung kaum ausgeprägt, den "weltweiten Durchbruch" auf dem Desktop schaffen zu wollen, das ist bei Linux-Freunden viel öfter zu finden
- ein Teil der rascheren Entwicklungsdynamik bei Linux hat meines Erachtens viel mit dem Anspruch zu tun, ein freies zu Windows konkurrierendes System schaffen zu wollen, allerdings habe ich den Eindruck, unter diesem gehechelten "alles neue so schnell wie möglich rein ins System" leidet auch manches Mal die Qualität
- klare Trennung zwischen System (Kernel und systemnahes Userland) und Thridparty-Userland gefällt mir besser

Da gibt es aber auch einen schönen englischen Text, der GNU/Linux und FreeBSD vergleicht (geht in Richtung pro FreeBSD, aber ist überhaupt nicht darauf aus, Linux schlecht zu reden):
http://www.over-yonder.net/~fullermd/rants/bsd4linux/01
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Mitarbeiter
#11
Für mich ist der große Vorteil von FreeBSD gegenüber Linux, dass es ein integriertes System ist, dessen Komponenten (Kernel, Bibliotheken, zum Basissystem gehörende Dienste und Tools) von einem Entwicklerteam entwickelt und aufeinander abgestimmt werden. Während bei Linux das System aus einer Reihe unabhängig entwickelter Komponenten besteht, die Abstimmung ergibt sich erst nach und nach im Laufe der Zeit und erreicht selten eine vergleichbare Tiefe.
 
#12
Ich schätze Linux für Officeanwendungen und Windows zum zocken :), OpenBSD für Firewalls und zum basteln. Hätte ich ein NAS, würde ein FreeNAS (FreeBSD) drauf laufen und sobald meine RPIs wieder laufen findet sich sicherlich ein NanoBSD (FreeBSD) oder NetBSD darauf.

- BSDs liefern ein deutlich vollständigeres Grundsystem, was nach meinem Erachten im non-GUI Bereich ein gewaltiger Vorteil ist
- Die grafischen Anwendungen die ich nutze wurden meist für Linux geschrieben, was man an der stabilität gut erkennen kann
- Windows.... ich kanns halt nicht ändern......

was spricht für freie UnixOSe, was Linux nicht kann?
Ist jetzt meine Subjektive Meinung:
Linux kann keiner klaren Linie folgen, mir kommen die meisten Distros vor, wie Fähnchen im Wind. Ich will keine Scripte abändern, blos weil meine Distro beschließt eben mal was am Grundsystem gewaltig abzuändern, zB ifconfig -> ip. Gibt bessere Beispiele, diese führen aber bei der bloßen Erwähnung zu Offtopic-Diskussionen :)

Zudem fehlt ein Theo bei Linux in den Mailinglisten
 

foxit

Moderator
Mitarbeiter
#13
Für mich ist ein grosser Vorteil, dass es nicht mehrere Implementationen einen Tools gibt sondern immer nur eines, welches dann auch funktioniert. Zum Beispiel gibt es unter Linux 2-3 iSCSI Implementationen und für FreeBSD (eine und die funktioniert!)?
 

mark05

Well-Known Member
#14
hi

ufer mich die wichtigsten unterschiede

evolutiion statt revolution
konsistens
struktur
dokumentation

nur ein beispiel was ich meine

warum muessen die distribution , unerschiedliche netwerk tools haben
die ip und ss und was auch immer doe naderen die klassischen tool netstat ifconfig ping traceroute etc.

warum muss man systemd verwende wenn man mit der bash und der cgroups erweiterung das bestehende evluieren kann.

warum mut der eine alles in /usr/bin etc packen und der andere nach /opt under einem anderen verzeichnis


die klarheit und die konsequenz des unix ist ein entscheidender faktor

perfomance speilt eigentlich keine rolle , da sie nicht so extrem unterschiedlich ist.

stabilitaet ist auch eher auf gleichem level .

secuity ,, da liegt unix , deutlich vorne was zum einen mit den genannten punkten zu tun hat,
und zum anderen daran das linux an der stelle eher ein anflansch system ist , alle erweiterungeng seiten kernel
und userland sind nicht wirklich bestand teil des systems , die distributionen kochen alle ihr einges süppchen,

man merkt einfach das in der entwicklung von linux , dem kernel und der distributionen kein wert auf security gelegt wird.

da lobe ich mir openbsd.

und iptables ist das grauen , auch und gerade im ha umfeld.

so
mal mein senf zum thema

holger
 

pit234a

Well-Known Member
#15
was spricht für freie UnixOSe, was Linux nicht kann?
Ist es stabiler oder sicherer gegen Viren/Trojaner?
Für mich ist der große Vorteil von FreeBSD gegenüber Linux, dass es ein integriertes System ist, dessen Komponenten (Kernel, Bibliotheken, zum Basissystem gehörende Dienste und Tools) von einem Entwicklerteam entwickelt und aufeinander abgestimmt werden. Während bei Linux das System aus einer Reihe unabhängig entwickelter Komponenten besteht, die Abstimmung ergibt sich erst nach und nach im Laufe der Zeit und erreicht selten eine vergleichbare Tiefe.
Jeder hat seinen eigenen Schwerpunkt und was Yamagi oben sagt, passt am ehesten zu mir. Zusätzlich unterstrichen, dass die Entwicklung eben von einem Team erfolgt und im Team abgestimmt wird. Es ist nicht ein Oberguru der Macho. Das gilt nun zumindest bei OpenBSD und DragonFlyBSD schon wieder etwas weniger, aber deshalb bin ich auch bei FreeBSD geblieben.
Weiter gefällt mir persönlich gut, dass es keine (zahlreichen) Distributionen gibt. Wer FreeBSD will, nimmt es gleich und nicht irgendein "Mint" oder was auch immer. Fast alle Distributionen im Linux-Umfeld (vielleicht von wenigen abgesehen, wie Arch-Linux), haben den Endanwender im Fokus, wollen diesen für sich gewinnen und bieten ihm deshalb ein sorglos-fertig-Paket. Etwas für die Mikrowelle. Dabei wird dem Anwender natürlich auch jede Menge Entscheidung abgenommen, was man auch als Einschränkung verstehen kann. FreeBSD kümmert sich nicht um Anwender. Es ist da, man kann es benutzen, oder es lassen. Wenn man möchte, kann man sich einen Desktop-PC damit bauen, aber es wird kein verstärkter Wert darauf gelegt, dass ausgerechnet diese Gruppe von Nutzern es nun besonders einfach haben sollen.
Mir gefällt das sehr gut und ich habe das Gefühl, einer größeren Freiheit im Umgang mit meinem System.
Dabei weiß ich, dass ich ungerecht bin, denn ich darf ja nicht GNU und Linux das anlasten, was Distributionen damit machen, so wenig, wie man FreeBSD das Treiben von TrueBSD oder Ghost-BSD anlasten darf. Nur, ein eigenständiges System nur aus GNU und Linux und dann dem Rest aufzubauen, das habe ich nie geschafft (vielleicht, weil es damals etwas wie Arch nicht gab oder ich es nicht gefunden hatte). Bei FreeBSD schaffte ich es auch nur mit Hilfe dieses Forums, aber irgendwann konnte ich auch die mitgelieferte Dokumentation ausreichend verstehen, um sie nutzen zu können. Im Linux-Umfeld durchblickte ich das nie, das ist für meinen armen Verstand zu chaotisch und hektisch.

Also, persönliche Präferenzen und ideologische Motive bei mir.
Keinerlei technischen Vorteile oder das Gefühl größerer Sicherheit. Der Hauptteil eines Desktops besteht ja aus Anwendungen, die nicht von FreeBSD kommen.
Aus pragmatischer und funktioneller Sicht sehe ich keinen Grund, nicht auch ein GNU/Linux einzusetzen und mache das auch gelegentlich. Hauptsache OpenSource, alles andere ist weniger wichtig für mich.
 

Athaba

Libellenliebhaber
Mitarbeiter
#16
weniger Stress mit Desktops oder anderer Software
Kann ich nicht bestätigen. Weder mit Arch, noch mit Ubuntu und weder auf dem Desktop, noch am Server. Doch der Begriff Desktop ist dehnbar. Am Desktop bin ich mehr der "es soll halt laufen und nicht nerven ohne, dass ich mich groß um was kümmern muss" Mensch und da war Linux mal besser, aber die Zeiten sind vorüber. Beispiel sind neben den Klassikern, wie Audio auf Ubuntu unter anderem Crashes von Programmen, die standardmäßig installiert wird, einen furchbaren Upgrade-Prozess, immer mal wieder Probleme mit dem Grafiktreiber, Konfiguration, die einfach resetted wird, wo man dann unverhofft einen Nachmittag damit verbringen kann auf den Letztstand zu kommen, veraltete, schlecht abgepackte Pakete und wenn man neuere Versionen haben will muss man 3rd Party Repos nehmen, die dann den Upgrade-Prozess noch etwas erschweren, wo man hoffen muss, dass das noch maintained wird, etc.

Wenn man mit einem OS glücklich ist bin ich dafür dabei zu bleiben. Dass Linux besser am Desktop läuft halte ich für ein Gerücht. Auch was Treiber angeht. Da sitzt man dann halt mal vor einem schwarzen Bildschirm und hat keine Ahnung warum.

Sollte jemand wirklich keine derartigen Probleme haben, dann würde mich das verwundern, weil ich das in der Realität noch nicht gesehen habe.

BSDs sind subjektiv gesehen wartungsärmer. Wenn was klappt, dann klappt das für gewöhnlich auch in Zukunft. Bei Linux, gerade bei den Systemen die auf Releases basieren kommt das Upgrade mitunter einer Neuinstallation gleich.

Der initiale Aufwand bei den BSDs ist ähnlich, wenn auch meist weniger als bei sowas wie Arch Linux.

Für Linux gibt es deutlich mehr Closed Source Software, wie Spiele und Skype. Wobei Skype ein schönes Beispiel von Software ist, die unter zumindest Ubuntu recht mies läuft, aber da gebe ich mal nicht Linux die Schuld.

Aber ich würde empfehlen Systeme eher dann zu wechseln, wenn man unzufrieden ist und man selbst einen Grund hat sich was anderes anzusehen. Das meiste was man auch in Artikeln, die Systeme vergleichen ist ziemlicher Humbug, und vieles von den immer wieder wiederholten Behauptungen sind eher in das Reich der Mythen zu stellen und entsprechen kaum der Realität. Gerade wenn es um sowas geht, wie "hat mehr User/Entwickler, deshalb..." sollte man das kritisch hinterfragen, weil da kommen dann gerne Aussagen, wo man auf Anhieb das Gegenteil beweisen kann. Das trifft aber auch nicht nur auf Betriebssysteme, sondern auch auf andere Software zu.

Mein Tipp an maclinux: Wenn du dich für ein BSD interessierst, dann installiere es auf einem System, das möglichst dem entspricht mit dem du arbeiten willst. Dann siehst du auf Anhieb, wie es mit Treibern steht. Dann verwende es tatsächlich für eine Weile. Wenn du deine Desktop-Umgebung und Firefox installierst und dann feststellst, dass es das Selbe ist, damit eher langweilig und aus Mangel an Gründen gleich wieder löscht ist das wohl vergeben Zeit und du kannst es wohl auch bleiben lassen, aber wenn du es einfach mal eine Weile probieren willst, wäre das wohl der erste Schritt. Man kann es natürlich wenn's nicht anders geht und man sich vielleicht nur einlesen will gerne in einer VM testen, nur ist da eben die Frage ob man damit wirklich ein Resultat hat, wo man dann sagen kann "Ja, will ich als Destkop-OS verwenden" oder eben nicht

Und um direkt auf deine Fragen zu antworten:

- Stabilität: Ist dir dein Linux schon mal abgestürzt? Weiß nämlich nicht, wann mir das das letzte mal passiert ist. Ich denke da sind sich die BSDs und Linux recht ähnlich. Die laufen halt bis man sie abschaltet oder die Hardware kaputt geht.

- Sicherheit gegen Viren/Trojaner: Sowas fängt man sich ja für gewöhnlich über einen Download oder ähnlichem ein. Nachdem du auf beiden Systemen Browser installieren kannst ist da die Sicherheit entsprechend ähnlich. Unter den BSDs laufen vielleicht ein paar weniger Trojaner, einfach weil wenn das Binaries sind es da wahrscheinlich mehr für Linux gibt. Aber wenn das das Sicherheitsbedenken ist würde ich sagen, dass ein BSD da nicht wirklich Vorteile auf den Tisch bringt. Wenn das System Up to Date gehalten wird ist es da wohl wieder ähnlich.

Also wegen den zwei Punkten würde ich kein Betriebssystem wechseln.
 
#17
Zum Thema Viren / Trojaner: Das Problem ist hier eher der Anwender und nicht das System.

Linux user, die hier betroffen sind, neigen häufig dazu, ihr System per copy&paste von diversen websites zu konfigurieren oder binaries von externen websites zu installieren (z.B. dpkg -i foobar.deb). Das ist bei Windows natürlich nicht viel anders und einer der häufigsten Gründe für Virenbefall.

Bei den BSD's ist das natürlich auch möglich, aber viel unwahrscheinlicher. Da die Doku unter den BSD's sehr gut und vollständig ist, läuft man mangels Bedarf seltener Gefahr, sich irgendwas durch ein copy&paste script einzufangen (Beispiel: im script ist ein alias von "sudo" auf "sudo rm -rf /"). Fremdpakete / binaries gibt es hier zwar auch, sind aber um einiges seltener.

Virenbefall ist zu 99% ein Anwenderproblem und kein Problem des verwendeten Betriebssystems.
 

.not

Well-Known Member
#18
Linux user, die hier betroffen sind, neigen häufig dazu, ihr System per copy&paste von diversen websites zu konfigurieren oder binaries von externen websites zu installieren (z.B. dpkg -i foobar.deb). Das ist bei Windows natürlich nicht viel anders und einer der häufigsten Gründe für Virenbefall.
Nein. Die häufigsten Gründe für Malwareinfektionen unter Windows sind veraltete Software generell, bzw. Browserplugins im Speziellen (Java, Flash, ..), und Phishing. Trojanisierte Installer sind fast komplett ausgestorben, und Supply-Chain-Attacken (wie beispielsweise die Sache mit dem CCleaner vor einiger Zeit) sind eher eine Seltenheit.
 

Lance

Well-Known Member
#19
Moin,
Ich sehe bei FreeBSD ebenfalls den besten Vorteil als ServerOS. Mein FreeNAS, läuft zuverlässig und ich möchts nicht mehr missen.

Auf dem Desktop ist Linux einfach besser und ausgereifter in meinen Augen. Man muss sich nicht mit Kleinigkeiten wie "NTFS als User mounten" usw auseinandersetzen.

Wenn man Bock hat, sich mit dem OS und seiner Arbeitsweise zu beschäftigen dann lernt man (zwangsweise) viel bei FreeBSD.

Hat man nicht die Zeit und/oder Lust, so sollte man bei Linux bleiben. Ich finde Ubuntu sehr ausgereift, einfach, benutzerfreundlich und es läuft sehr zuverlässig. Bekannte ubd Verwandte, die Ububtu benutzen sind sehr zufrieden.
Das sind meine Erfahrungen bislang.

Ich muss zugeben, dass ich FBSD bislang auch für sicherer als Linux hielt was Trojaner/Viren angeht. Aber in einem anderen Thread hier wurde geäußert dass diesbzgl u.a. viel Codereview fehlt so dass ich also annehmen muss, dass vieles gar nicht entdeckt wird. Das ist natürlich schade, da es für mich persönlich ein wichtiger Grund war, FBSD Linux vorzuziehen in sicherheitsrelevanten Szenarien.

Sollte ich was missverstanden haben, korrigiert mich gerne.

LG Lance
 

-Nuke-

Well-Known Member
#20
Sollte jemand wirklich keine derartigen Probleme haben, dann würde mich das verwundern, weil ich das in der Realität noch nicht gesehen habe.
NVidia-Nutzer? :D Mit den Open Source Intel Treibern und den Open Source AMD Treibern hatte ich noch nie solche Probleme auf mehreren Rechnern. Bei den AMD-Treibern kann ich aber gerade nur von der r600-Generation reden.
 
#22
Nein. Die häufigsten Gründe für Malwareinfektionen unter Windows sind veraltete Software generell, bzw. Browserplugins im Speziellen (Java, Flash, ..), und Phishing. Trojanisierte Installer sind fast komplett ausgestorben, und Supply-Chain-Attacken (wie beispielsweise die Sache mit dem CCleaner vor einiger Zeit) sind eher eine Seltenheit.
Ok, ich muss zugeben, dass meine Windowszeit schon seit 20 Jahren vorbei ist und ich daher nicht mehr auf dem neuesten Stand bin. Fishing ist hier aber nicht viel anders, da hierbei auch Anhänge in Emails geöffnet oder empfohlene Programme von gefakten Seiten aufgrund Sicherheitswarnungen o.ä. heruntergeladen und installiert werden. Es müssen ja nichtmal .exe Dateien sein. .mp3, .pdf oder .docx sind hier wohl die Favoriten, vor allem wenn die Dateiendungen durch Windows ausgeschaltet sind.

Veraltete Software betrifft als Einfallstor vermutlich am ehesten den Browser und die Office-Anwendungen und die sollten sich ja inzwischen automatisch aktuell halten. Wer ein BSD nutzt, kennt sich in der Regel mit Rechnern aus und weiß, worauf man achten muss.

Windows Anwender (und dazu gehören auch oftmals Windows->Linux Umsteiger), nutzen den Rechner oftmals nur für youtube und facebook und denken, wenn sie Linux nutzen, sind sie sicher. Das Problem ist auch hier der Anwender, der mangels Wissen und in gutem Glauben eine Datei herunterlädt und ausführt. Auch ein libreoffice unter Linux / BSD kann makros ausführen und wer sich nicht auskennt, klickt schnell mal auf "Ja, ausführen" und schon ist ein alias in der .bashrc von "sudo" auf "sudo ~/.attack.sh" im $HOME ausgeführt und infiltriert das System.

Genug dazu von meiner Seite, da es zu sehr vom eigentlichen Thema abweicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Azazyel

Well-Known Member
#23
Im Vergleich zur Wahl des Ökosystems (Windows vs. Mac vs. Unix) ist die Entscheidung BSD vs. Linux nachrangig. Jede Option hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die man für den jeweiligen Anwendungsfall abwägen muss.

Gewaltige Unterschiede zwischen BSD und Linux offenbaren sich bei der Bestreitung des Lebensunterhalts. Linux als Server-OS ist um Größenordnungen verbreiterer als alle BSDs zusammen. Ich habe schon hunderte Projektanfragen rund um Linux bekommen, aber erst zwei zu BSD (beides Migrationen von FreeBSD zu Linux, einmal klassisch im eigenen Rechenzentrum, einmal auf AWS). Mit den momentan im Linux-Umfeld gebotenen Stundensätzen bzw. Gehältern kann man auch problemlos eine Großfamilie ernähren. :D

Wer jenseits der privaten Spielereien in einem Unix-Umfeld als Admin/Entwickler (oder welcher Rolle auch immer) etwas bewegen möchte, kann dies im Jahre 2018 eher mit Linux (v.a. RHEL/Centos und Ubuntu) als mit BSD bewerkstelligen.
 
Themenstarter #24
Hallo Forum,

Auf dem Punkt gebracht, kann man folgendes feststellen:

Windows eignet sich bestenfalls für spezielle Software wie

Spiele
Sprachsoftware (Rosetta Stone, Esay Learning von Strokes usw.)
Wörterbücher staatlicher Verlage wie PWN (Polen)
Übersetzungssoftware für komplette Texte staatlicher Verlage wie PWN (Polen)

Gerade Sprachlernsoftware ist so ein typisches Produkt, welches
aus Gründen des Gewinns und des Aufwands nur auf Windows entwickelt wird.

Aus diesen Grund habe ich meine XP und Win7 Lizenz behalten, da ich ohne
Windows diese Art von Software nicht benutzen kann.

Einiges bekomme ich unter WINE zum laufen, aber leider nicht alles.

Beruflich kann ich zwar auf Linux mit PHP und MySQL mittels XAMPP gut arbeiten,
aber muss Aufgrund der Kundendominanz auf Windows alles wiederum bei der
Endkontrolle mit Windows Browsern testen.

Was den Serverbetrieb angeht, so haben wir in unerer Agentur nur Ubuntu Server
Versionen benutzt, was mir bei der Pflege der PHP Aktualisierung zugute kam, da
ich mit dem Terminal gut zurecht komme.

Das ich mal BSD ausprobiere, liegt an meiner Neugierde.
Auch wenn Mint und Debian bei mir nie abgestützt sind, was ich von Windows nicht
behaupten kann, heißt das nicht, das es was nicht besseres gibt!

Was mich z.B. bei Linux stört, ist die Verwendung verschiedener Verzeichnisse bei
der Installation von Software oder OS Elemente.

Ist das bei BSD anders?
Ist die Verzeichnisstruktur immer gleich, egal ob Open-, Free-, oder NetBSD?

MfG maclinux
 

pit234a

Well-Known Member
#25
Was mich z.B. bei Linux stört, ist die Verwendung verschiedener Verzeichnisse bei
der Installation von Software oder OS Elemente.

Ist das bei BSD anders?
Ist die Verzeichnisstruktur immer gleich, egal ob Open-, Free-, oder NetBSD?
Ich fange mal von hinten an: das weiß ich nicht aktuell für alle BSDs, aber grundsätzlich sehe ich in jedem System immer erst mal nach. man hier zeigt fast immer, was ich wissen will. Und jedes System hat da so seine Unterschiede und es kann ja sogar auch jemand für sich selbst eine andere Ordnung festlegen.
FreeBSD hat die feste Ordnung, dass alle zusätzliche SW sich unter /usr/local findet. Das kenne ich so nicht von GNU/Linux-Systemen, es wäre aber durchaus dort auch denkbar. Außerdem ist /home nur ein Link auf /usr/home. Ansonsten ist das sehr ähnlich zu einem GNU/Linux, vielleicht ohne /opt, was es dort oft noch gibt.
Gerade die durchdachte Struktur des Dateibaumes ist ja ein Vorteil gegenüber einem Windows (in meinen Augen) und erlaubt es auch, verschiedene Speichermedien, Festplatten, Partitionen oder Datasets sinnvoll zu nutzen.
Also, in einem GNU/Linux hast du eher weniger scharfe Trennung zwischen System und weiterer SW, in FreeBSD deshalb eher mehr Verzeichnisse zu erwarten. Für das System gibt es eine /etc, für weitere Anwendungen eine /usr/local/etc, für das System /bin, für die weiteren Anwendungen /usr/local/bin und so weiter. In GNU/Linux landet oft alles unter /bin oder /etc und so weiter, als wenn es zum System dazu gehören würde.