Wie kann ich eine fehlerhafte Abhängigkeit beheben?

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ralli

Guest
Neuerdings bekomme ich immer, wenn ich ein neues Paket mit pkg installieren möchte, folgende Fehlermeldung:

pkg: gstreamer1-plugins-lame has a missing dependency: lame
The following 1 package(s) will be affected (of 0 checked):

Wie kann ich das abstellen oder beheben?
 
Hallo,

das habe ich auch, pkg meckert bei jeder Installationsaktion fehlendes lame bei einigen installierten Paketen an. Ist lame für die Anwendung nur fakultativ, ist das harmlos, aber bei HandBrake habe ich mich gewundert, es ist im KDE-Menü eingetragen, aber ein Klick drauf startet es nicht. Die Konsole bringt dann Aufschluss:
Code:
[holger@biber /usr/home/holger]$ HandBrake
Shared object "libmp3lame.so.0" not found, required by "HandBrake"
[holger@biber /usr/home/holger]$

Viele Grüße,
Holger
 
Warum das extra gebaut werden muß, erschließt sich mir nicht wirklich. Hier ein Auszug, Quelle Wikipedia:

LAME wird in einer Vielzahl von freien Software-Produkten eingesetzt und nach Angaben des LAME-Projektes auch in mindestens einem tragbaren MP3-Spieler. LAME steht unter der GNU Lesser General Public License (LGPL) und kann somit frei benutzt werden.
 
noch dümmer ist es mit ffmpeg (multimedia/ffmpeg). Da laufen plötzlich einige Scripte nicht mehr, wo ich mit ffmpg einige Audio-Files automatisch nach .mp3 wandele. ffmpeg als Paket kann nämlich kein mp3, auch wegen Lizenz-gedöns. Nur in den Ports kann die Option passend gesetzt werden.
 
Es gibt kein Paket weil das mp3-Format mit Softwarepatenten zugenagelt war, nicht weil Lames Lizenz unpassend wäre. Zwar sind die meisten der direkten Patente seit spätestens Ende 2015 endgültig abgelaufen, aber so genau weiß es niemand. Man kann auch Patente, die mit dem Themenkomplex Audiokompression gar nichts zu tun haben, so formulieren, dass sie auf mp3 anwendbar sind. Oder eben Patente aus anderen Formaten wie AAC... Weil die mp3-Lizenzgruppe in der Vergangenheit immer recht radikal war, wenn es um die Durchsetzung ihrer Ansprüche gegenüber kommerziellen Nutzern ging, haben Distributoren Hemmungen mp3-Implementierungen aufzuliefern. Dennoch stellt sich FreeBSD da aus heutiger Sicht etwas an. Denn Lame existiert seit annähernd 20 Jahren und wurde in der ganzen Zeit, nicht einmal auf dem Höhepunkt der Filesharing-Welle, über Patente angriffen. Das jetzt, nach dem Ablauf der meisten direkten Patente noch etwas kommt, ist sehr unwahrscheinlich. Selbst Debian, die in Sachen unfreier Software und Patenten sehr zickig sind, liefert inzwischen ein Lame-Paket aus...
 
Gut bei libdvdcss kann ich es noch verstehen. Aber bei lame weniger. Und was lerne ich daraus? Nur mit fertig comilierten Paketen komme ich nicht weiter... Ports sind also ein muß und sollten daher immer mit installiert werden.
 
Ports sind also ein muß

das sehe ich derzeit auch so und ärgerte mich deshalb auch bereits hier. Denn für die wenigen Ports die ich bisher brauche, ist das ein ganz unvernünftiger Aufwand.
Alternativ könnten Pakete in einem speziellen Repo angeboten werden, das erst nach Akzeptanz einer bestimmten Lizenz oder irgendeiner Zustimmungs-Nachricht zugänglich ist. Wie groß der Aufwand für solch ein Repo wäre, kann ich nicht beurteilen und auch nicht, wie viele Ports da hinein kommen müssten.
Wie gesagt, bei mir hält sich das bisher sehr in Grenzen, Größenordnung fünf Ports oder so.
 
Aber sich auf fertig compiliierte Binärpakete zu verlassen, kann ebenfalls in ein Abenteuer münden. Gestern hatte ich FreeBSD 10.3 neu installieren wollen, um den XFCE Desktop mal genauer und im Detail zu testen. Ging alles gut bis auf den nvidia-driver-304, der sich nicht als fertiges Paket installieren ließ und die Installation abbrach. Also neuer Anlauf mit Ports war angesagt. Es gibt nämlich keine Garantie, das alle benötigten Pakete sich auch auf Anhieb problemlos installieren lassen. Das mit dem ärgern, das habe ich hinter mich gelassen, denn ich freue mich lieber über die 99,99%, die gut funktionieren. Und das Bauen eines oder zweier Pakete ist dann ja auch kein Akt mehr.
 
bei mir ist auch der nvidia-driver-304 gefragt und ich habe den mit 10.3 als Paket installiert.
Weil mpv schrecklich viele Ressourcen verbraucht und offenbar kein opengl mehr kann, wollte ich es mit dem Bau des nvidia-Treibers aus den Ports probieren und scheiterte daran (einige Wochen her), obwohl ich eigens dafür die Linux-Kompatibilität gezogen hatte.
Manchmal schon komisch.
 
Denn Lame existiert seit annähernd 20 Jahren und wurde in der ganzen Zeit, nicht einmal auf dem Höhepunkt der Filesharing-Welle, über Patente angriffen.

Sind nicht ständig (Hardware-)Mediaplayer vom Fraunhofer angegriffen worden, u.a. wegen Lame? Man durfte eben nichts mit mp3 drin verkaufen, ohne Geld an die Patenthalter abzudrücken, Paketierungen von OpenSource Communities waren vermutlich nicht lohnenswert genug.
 
Ja, kommerzielle Anbieter hat es getroffen. Auch welche, die Lame als Encoder eingesetzt haben und nicht nur die üblichen Decoder-Libs. Aber Lame selbst, also das Projekt und seine Autoren, wurden meines Wissens nach nie direkt angegriffen. Also genau, wie du sagst.
 
Ohne zu sehr ins OT abdriften zu wollen. Es ist ja auch gar nicht zielführend das OSS-Projekt anzugreifen. Dort ist finanziell nix zu holen. Die Konsequenz könnte also nur sein, das Projekt einzustellen. Dies könnte jedoch dazu führen, dass weniger kommerzielle Hersteller das Format unterstützen (da es ja keine kleine billige OSS-Lösung dafür gibt). Somit auch weniger potenzielle "Opfer" bei denen was zu holen ist.
 
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