Aber ehrlicherweiße ist Archivierung (Verschlüsselt und auch nicht) immer ein Prozess. Nicht ein Tool.
nochmal ketzerisch: Langzeit-Archivierung UND Verschlüsselung schließen sich quasi aus, zumindest aus philosophischer Sicht.
Wobei zehn Jahre nun ja nicht wirklich ein Langzeit-Szenarium bedeutet, denn hier geht es ja darum, Daten für "eine Welt nach uns" zu erhalten und dann den Nachkommen auch verfügbar zu machen.
Du kannst zB mit dd eine Datei mit lauter Nullen erstellen, dann mit mdconfig eine Gerätedatei zuweisen, anschließend dieses Pseudo-Gerät ganz wie ein gewöhnliches Speichermedium behandeln, formatieren, Dateisystem anlegen, verschlüsseln, mounten, Daten hin kopieren, Daten löschen etc.
Das ist im Grunde genommen der Vorschlag von
@Yamagi, wie ich das verstehe, nur nutzt er truncate, was ich (noch) nicht kenne.
Die Dateisystem-Verschlüsselung ist insofern gefährlich, weil eben nicht so sicher ist, ob man diese mit einem zukünftigen, fremden System dann aufsperren kann. Das ist ja die Problematik von heute, dass beinahe jedes OS seine eigene Verschlüsselungs-Strategie fährt und diese nicht austauschbar sind.
Insofern hat ein Verschlüsselungsmechanismus, der auf allen gängigen Systemen läuft, vielleicht etwas mehr Zukunft in sich und hier bietet sich dann die Verschlüsselung einzelner Dateien an, wenn diese keine Mammut-Dateien sind. Und da wiederum macht man wohl keinen Fehler, GPG zu nutzen, statt womöglich einen der schnelleren, aber nicht so weit verbreiteten Algorithmen.
Dazu muss aber dann immer noch das Dateisystem in zehn Jahren bekannt sein und genutzt werden., zumindest abwärtskompatibel bleiben.
NTFS ist vielleicht das beste Beispiel für so etwas, denn es ist schon sehr lange vorhanden und immer noch (afaik) abwärtskompatibel. UFS ist so ähnlich, aber ich würde nicht über die Brücke gehen, dass du heute mit einem FreeBSD oder OpenBSD noch die Dateisysteme aus der Anfangszeit wirklich (rw) mounten kannst.
Du erwähnst ja TAR und das vermeidet das Problem der inkompatiblen Dateisysteme, bringt unter Umständen (was man aber im Griff hat) eine Kompression mit sich, die dann vielleicht nicht mehr verstanden wird.
Deshalb halte ich meinen Tip, doch ein nun gültiges OS ebenfalls zu archivieren, aufrecht. Etwa Nomad-BSD auf einen Stick oder so (und womöglich die Datei dann ebenfalls darauf). Auch ein einfaches Memstick-Img kann dazu genügen und erhöht die Sicherheit, im Zukunft noch an die Daten zu kommen.