You can say you to me

Wie würdet ihr 'you' in einer Anleitung übersetzen?

  • Du (Du solltest z.B. ...)

    Votes: 20 19.4%
  • Sie (Sie sollten z.B. ...)

    Votes: 68 66.0%
  • Der Anwender/Der Leser (Der Leser sollte z.B. ...)

    Votes: 15 14.6%

  • Total voters
    103
Sprachqualität gibt es nicht nur in der Telekommunikation

Athaba said:
- es ist die Direkte Übersetzung von you

Das stimmt nur partiell. Siehe hierzu auch Beispiel von IM.C.

Macht bitte nicht den Fehler, alles einzeln Wort für Wort zu übersetzen. Das hat dann am Ende inhaltlich nichts mehr mit dem Original zu tun geschweige denn mit korrekter Anwendung der Sprachen.

Denkt Ihr schon zu XML, wo man mal eben mit XSL von Format A nach B konvertieren kann ? Vergesst es, wir sind bei diesem Thema in der "Real World" mit Sprachen, die alle über Jahrhunderte/Jahrtausende historisch gereift sind.

Athaba said:
- BSDler duzen sicht meist - eigentlich sogar der Großteil der OopenSourcler

Das ist ein großes Problem vieler Open-Source Projekte. Für mein Verständnis ist die Software für Anwender gemacht nicht für andere Entwickler. Das kann sich - muß aber nicht - überschneiden. Die Zielgruppe nur auf andere Open-Sourceler zu begrenzen kann ziemlich fatal sein, wenn man Verbreitung wünscht. So kommt OS nie aus den Kinderschuhen (zumindest Image-mäßig).

Eine Anleitung bzw. ein Handbuch richtet sich an niemand bestimmten sondern einen x-beliebigen Anwender, sei er nun absoluter Elite-Nerd oder in der Top-Ten DAU-Hitparade. Daher sollte eine Anrede und Form gewählt werden, die dies berücksichtigt (es sei denn, man will die Zielgruppe künstlich begrenzen, was bei den BSDs aber nur bedingt zutrifft).

Kurz: Der Köder muß dem Fisch schmecken und nicht dem Angler !

Athaba said:
- Ich persönlich werde in Anleiitungen, Tutorials, ... leiber mit du angesprochen

Das mag sein, aber wie oben erwähnt geht es hier um eine weitaus größere und heterogenere Zielmasse von Anwendern.

Athaba said:
- Ich mag "sie" nicht, weil ich es für altmoisch halte. "ihnen" "sie" ist die dritte Person, so wie "euch" und "er" es im Mittelalter war.

1. Es ist nicht altmodisch sondern gängige Umgangsform im deutschprachigen wie z.B. auch im französischsprachigem Raum.

2. Die Anrede "Sie" (also großgeschrieben !) ist die zweite Person Singular bzw. "Euch"/"Sie" die zweite Person Plural. Das was Du meinst, ist "sie" (kleingeschrieben !) und tatsächlich die dritte Person Singular/Plural. Das hat aber nichts mit dem Thema in diesem Thread zu tun.

Zur Erinnerung :belehren: :

Singular
  1. Person: ich
  2. Person: du/Sie
  3. Person: er/sie/es
Plural
  1. Person: wir
  2. Person: ihr/Ihr/Sie
  3. Person: sie

<partialOT>
Tut mir leid Athaba, das geht jetzt nicht speziell gegen Dich (den ich ansich hier im Forum sehr schätze, nicht zuletzt wegen seines Engagements für DF), aber ich bin immer wieder erschüttert, wie selbst in mutmaßlich akademischen Kreisen (ich denke die meisten hier haben Abitur/Studium oder sind dabei dies zu machen) die sprachliche Qualität nachläßt. Sprache ist die Basis unserer Kommunikation, da sollte man schon ein gewisses Qualitätsniveau halten können (es geht hier nicht um gelegentliche Flüchtigkeitsfehler sondern um elementare Dinge). Bitte mal alle drüber nachdenken bis zur nächsten Pisa-Studie !
</partialOT>

Athaba said:
"Sie" verwendet man IMHO wen man sehr höflich sein will/muss und auf Distanz gehen will.

Vorschlag zur Änderung:

"Sie" verwendet man IMHO wen man sehr höflich sein will/muss und/oder auf Distanz gehen will.

So spricht es auch in keinster Weise gegen den Einsatz in Dokumenten, über die wir hier diskutieren.



So, das mußte mal sein ! Weitermachen ! Ihr dürft mich jetzt hauen ! :D

P.S.: Sie dürfen mich jetzt hauen ! :ugly:

P.P.S.: Man darf mich jetzt hauen ! :ugly:^2
 
Last edited:
Athaba said:
Ich wäre für "du".
- es ist die Direkte Übersetzung von you
<klugscheiß>
Falsch

Hat hier schon mal jemand bemerkt das es bei den engl. Personalpronomen zweimal you gibt?

Die eigentlich Form der 2. Person Singular ist thou!

Diese wurde durch die 2. Person Plural verdrängt!

Im Französischen wird die Höflichkeitsform durch "vous" gebildet (2. Pers. Plural).

Im Englischen verhält es sich analog, wobei eben die ursprüngliche Form offensichtlich nahezu vergessen wurde.

Was wäre nun die Höflichkeitsform im Deutschen?
</klugscheiß>
 
- Richtlinie nach VDI 4500
- DIN 6789 Teil 1 bis 6 Dokumentationssystematik
- DIN EN 62079 Erstellen von Anleitungen - Gliederung, Inhalt und Darstellung (IEC 62079:2001); Deutsche Fassung EN 62079:2001 (2001-11)

Wozu hat man sich denn die DINs ersonnen. =)
 
tib said:
Die eigentlich Form der 2. Person Singular ist thou!
Und an der Aussprache von "thou" lassen sich wieder Parallelen zum deutschen "du" ziehen, was wiederum die Verwandschaft zwischen Englisch und Deutsch bekräftigt.

Schön.

Ich bin für ein "Sie" als Ersatz für das Englische "you" in der deutschen Übersetzung.
 
Je nach Sachverhalt ist dies mal so mal so. Es gibt schlicht nicht DIE Übersetzung, die für alle Fälle gilt. Und das ist ein Fakt! Ansonsten schaut doch bitte unter dem Link in's dict.leo.org Forum, den ich oben gepostet habe, da reden Sprachfuzzis über euer Problem hier, und die wissen es sicher besser :-).

Gruß, I.MC
 
Man übersetzt 'you' in solchen Fällen übelicherweise mit 'man'. So habe ich das zumindest in der Schule gelernt. A long long time ago in a galaxy far away...
 
Man übersetzt 'you' in solchen Fällen übelicherweise mit 'man'.
Auch nicht so toll!

Frag mal einen Gleichstellungsbeautragten, ob da nicht "man/frau" hin mus!
 
In englischen Papers werden Personalpronomen normalerweise vermieden und man nimmt passive Formen. So wuerde ich es auch bei der Uebersetzung handhaben, nach Moeglichkeit Passiv, und wenn's zu bescheuert klingt dann lieber unpersoenlich ("man"). Wenn die direkte Anrede nicht zu vermeiden ist: "Sie".

Alles ohne Gewaehr

PS: Ich mag es nicht, von Handbuechern "angesprochen" zu werden. Das ist ein Privileg, welches nur Personen erfahren :D
 
[LoN]Kamikaze said:
Im ganzen Artikel wird der Leser nicht direkt angesprochen. Und ich lehene mich mal so weit aus dem Fenster zu behaupten, das der Artikel trotzdem nicht zu distanziert wirkt.

Das Schwierige an der Sache ist, wenn im englischen Buch der Leser direkt angesprochen wird. Neuschreiben in Anlehnung an das Handbuch ist natürlich auch eine möglichkeit. Aber imho nicht Sinn der Übung.
 
You hat im Englischen tatsächlich die Funktion von man. Der Leser wird nicht direkt angesprochen oder eher gesagt, man macht im Englischen nicht die Unterscheidung ob der Leser direkt angesprochen wird oder nicht. Es spielt einfach keine Rolle. Und mit sturem verwenden von 'man' funktioniert es einfach.

You open the box with both hands. -> Man öffnet die Box mit beiden Händen.

Gar kein problem.
 
Im Englischen gibt's aber auch ein "man", wird aber sehr sehr wenig benutzt. Das ist dann "one".

Ich persönlich würde auch immer die passive Form wählen, denn die wirkt wirklich professionell. Wenn man einen Text komplett in passiver Form geschrieben hat, dann muss man sicherlich auch viel mehr über den Sinn der Sätze nachdenken und kann Dinge besser optimieren für unsere Sprache.
Eine Übersetzung eines englischen Textes wird eh nicht wirklich gut funktionieren. Man muss den schon interpretieren und in unseren Sprachgebrauch eingliedern. Allerdings erfordert das einiges an Zeit. Das hat im Endeffekt den riesigen Vorteil, dass der Text für einen deutschen Leser auch wesentlich besser verständlich ist.
Aus diesem Grund lassen sich Autoren aus Deutschland nun mal auch wesentlich leichter und flüssiger lesen, wie ich finde.

Langer Text, kurzer Sinn: Immer passive Form wählen, eine direkte Anrede ist eigentlich nie nötig, ist aber wesentlich komplizierter, da man nicht schreiben kann wie man auch normalerweise redet.
 
Drauf gekommen bin ich durch diesem Satz im Guide.

You should know, for example, what a file and a directory are and how to use an editor.

Es sah für mich eher nach einer persönlichen Ansprache aus als nach einem allgemeinen text.

Aber mit 'man' hört sich die Übersetzung auch nicht ganz verkehrt an.

Klingt aber imho ziemlich Schulmeisterhaft, wenn man ein ganzes Buch so gestaltet.
 
Kommt halt darauf an was dir wichtiger ist. Schnell zu übersetzen oder besonders 'schön' zu übersetzen.

"Man sollte zum Beispiel wissen was eine Datei und ein Verzeichnis ist und wie man einen Editor verwendet."

"Beispielsweise werden die Kentnisse was eine Datei und ein Verzeichnis ist sowie die Verwendung eines Editors vorausgesetzt."

Die zweite Übersetzung klingt zugegebenermaßen besser, aber sie hat auch länger gedauert und ist nicht wirklich leichter zu verstehen als die Erste.
 
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