583 Anschläge durch Terroristen in der EU

Athaba

Libellenliebhaber
Hallo,

ich hab' jetzt eine ganze Weile überlegt, ob das eher nach Geplauder oder Fun passt. Es ist an und für sich sehr ernst und auch von sehr ernster Quelle, aber mir fallen dazu auch einige Witz ein.

Österreichisches BMI schrieb:
Im Jahr 2007 gab es in der Europäischen Union 583 Anschläge durch Terroristen und Extremisten. 1.044 Verdächtige wurden wegen Straftaten mit Terrorismusbezug inhaftiert."

Entweder sind die Überwachungsmaßnahmen damit mehr, als gerechtfertigt oder eindeutig, als überflüssig anzusehen.

Es geht (natürlich neben Spanien) hauptsächlich um Frankreich, also nicht gerade das Land, das einem bei Terrorismus als erstes in den Sinn kommt.

Mir ist im übrigen klar, dass der Terrorismus in Spanien (und Terrorismus generell) ein ernstes Thema ist, aber was haltet ihr von so einer Schlagzeile in einem Magazin des österreichischen BMI. Vor allem, dass Spanien und Frankreich im Grunde auf die gesamte EU umgemünzt wird?

Den Artikel gibt es hier:
http://www.bmi.gv.at/oeffentlsicherheit/2008/09_10/Terrorismus.pdf

Edit:
Ein zweiter Teil:
http://www.bmi.gv.at/oeffentlsicherheit/2008/09_10/Terrorismus_II.pdf
noch etwas zum Thema:
http://www.bmi.gv.at/oeffentlsicherheit/2008/09_10/Verfassungsschutz.pdf
 
Wir leben in der sichersten Zeit, die es jemals gab! Der einzige Unterschied ist, das wir durch visuelle Medien (Fotos und bewegte Bilder) und vorallem durch Nachrichten-Sender mit spektakulären Bildern manipuliert werden. Um so weiter wir in der Menschheitsgeschichte zurück gehen, um so brutaler wird es. Heute kann ich quer durch Europa reisen, und mir wird zu 99,99999% nichts passieren. Konnte man das vor 50 Jahren machen? Nein! Konnte man das vor 100 Jahren machen? Nein! Soll ich noch weiter zurück gehen?

Nehmen wir den Einsturz des WTC: es waren 2 Gebäude die eingestürzt sind. Schlimm, aber so schlimm, die ganzen Menschen auf der Welt zu verschrecken? Was wäre, wenn es keine Video-Aufnahmen vom 11.Sep. gegeben hätte? Wären wir auch so beeindruckt? Nein! Aber wir wurden mit Wochenlang mit Videobildern auf allen Sendern dieser Welt von diesem Ereignis konfrontiert.

Wenn vor 100 Jahren in NY ein WTC gesprengt worden wäre, hätte es keine Sau auf der Welt interessiert. Weil wir keine Bilder gesehen hätten. Heute wird mit den Bildern Angst und Schrecken verbreitet. Damals hätte das einmal in einer der wenigen Tageszeitungen gestanden, einen Tag später hätte sich die Welt normal weiter gedreht.

Warum? Weil wir eine sooo starke und überfüllte Medienlandschaft haben, wie nie zuvor. Ich weiß nicht wieviel Nachrichten-Sender es gibt, aber ohne Sat-Schüssel habe ich auf meinem TV vier von diesen, die den ganzen Tag nur schlechte Nachrichten bringen. Plus die Nachrichtensendungen auf den "normalen" Sendern. Da wird man ja blöd bei! Es kommt einem nur so vor, als ob alles schlimmer wurde. Nichts der Gleichen ist der Fall.

Ich kann heute problemlos in einen Linienbus einsteigen, mir im Fussballstadion ein Spiel anschauen usw. OHNE DAS MIR ETWAS PASSIERT.

Der Bericht geht in die selber Richtung. Für mich persönlich völlig belanglos. Letztens ist ein Reisebus auf der A2 abgebrant, 20 Menschen verbrannt, weil angeblich jemand in der Bus-Toilette heimlich geraucht hat. Das kam bestimmt 5 Tage in allen Nachrichten (Online, Zeitung, TV und Radio). Traurig für die Menschen, aber am Ende denkt man, man kann kein Bus mehr fahren... oder die Raucher sind Terroristen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Weißt Du... das ist so wie mit den Arbeitslosenzahlen. Je nachdem wie sie gezählt werden, so hoch fallen sie aus.

Glaub es erst, wenn DU es gezählt hast.
 
Och ich kann mir schon vorstellen, dass 2007 583 Gesetze erlassen wurden, die die Freiheit der Menschen einschränken ;-)
 
Gibt es eine Liste der 583 Anschläge?


Du mußt dir das so vorstellen: betrunkener Marokkaner rempelt in der Madrider U-Bahn eine alte Omi an, sie spricht ihn darauf an, er wird aggressiv und randaliert. Die Bullerei wird gerufen, nimmt den Moro mit aufs Revier und schon gehört er zu den 583, weil Randale + U-Bahn in Madrid = Terroranschlag im Kleinformat ;-)
 
Du mußt dir das so vorstellen: betrunkener Marokkaner rempelt in der Madrider U-Bahn eine alte Omi an, sie spricht ihn darauf an, er wird aggressiv und randaliert. Die Bullerei wird gerufen, nimmt den Moro mit aufs Revier und schon gehört er zu den 583, weil Randale + U-Bahn in Madrid = Terroranschlag im Kleinformat ;-)

Ja, sowas wollte ich wohl auch grade schreiben :-D

Ähnliches Thema ist der Rechtsradikalismus hierzulande. Ich möchte das nicht gutreden und ich bin auch eher links eingestellt aber was ich schon in U-Bahnen und Straßenbahnen erlebt habe was wie folgt aussah: Mehrere Südländer provozieren gut angetrunken einen Rechten, sehen sich in der Überzahl und legen los. Eine Station später steigen noch ein paar Rechte zu, die sehen dass ihr Kumpel vermöbelt wird und "greifen ein".. wären es keine Südländer und Rechte sondern irgendeine andere Kombination dann wäre es eine gewöhnliche Prügelei was man auch leider schon viel zu oft sieht. So ist es am nächsten Tag in der Tageszeitung ein Übergriff von Rechten. Andererseits saßen letztens wieder besoffene Nazis neben mir in der Bahn. An der Haltestelle Synagoge ging es dann los.. Mir ging das Messer in der Tasche auf aber was will man gegen so viel geballte Dummheit ausrichten..
 
Von wegen 5xx Terroranschläge...

Bitte lasst euch nichts von "den" Terroristen einreden. Es gibt viele Gruppierungen die gewaltvoll versuchen ihre Forderungen durchzusetzen. Davon die meisten zu unrecht. Und nebenbei insgesamt immer noch mit weniger Opfern als das deutsche Verkehrssystem...
Aber bitte steckt die Leute auch nicht alle in einen Topf! Die Basken in Spanien haben z.B. einen ganz anderen Hintergrund als die Al Qaida und als die IRA sowieso. Das heißt nicht dass politische Gewalt sinnvoll oder gerechtfertigt wäre, ich will nur damit sagen, dass man die Ursachen bekämpfen sollte und nicht die Symptome. Und die Ursachen sind überall andere.
Bzw. meiner Meinung nach, lassen sich viele Ursachen von solchen Konflikten auf Unterdrückung und Ausbeutung zurückführen, aber das ist ein anderer Punkt.

Habt keine Angst vor Terroristen, sondern vor denen, die euch Angst vor Terroristen einreden!
 
Du hast es doch schon selbst gehört von den werten Herren der C[DS]U. Es reicht schon, dass die Linken oder Rechten eine Demo machen. Das ist schon ein Terror-Einsatz für die.

Klar... alles was nicht meiner Meinung ist und sie noch öffentlich kund tut, ist ein Terrorist.

Edit an dieser Stelle. Eigentlich, wenn ich mich noch richtig erinnere war das nicht ein Terroreinsatz, sondern eher ein Krieg, weil das Militär mit Panzerwagen rausgerückt ist.

Du siehst doch außerdem was die zur Zeit mit der Versammlungsfreiheit anstellen (Oder ist das schon ein Verbot? Ich hab's schon vergessen.).

Außerdem SSCHHHHH! Bestimmt kommt hier einer der ehrenwerten Viehhalter (unser Master) bald vorbei, weil es ihm/ihr hier zu politisch zugeht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir klingelt es immer noch im Ohr:
Das Militär wird bei innenpolitischen Vorfällen eingesetzt werden, "wenn die Mittel der Polizei nicht mehr ausreichen". Tja, "Deeskalationstaktik" oder "Null-Toleranz-Taktik" oder wie das immer so schön im Fachjargon heißt, reicht wohl nicht mehr aus. Holzhammer gegen "Terroristen"!
 
Diese Aussage trifft doch nicht mal zu. Du siehst doch, dass WIR, also das Vieh, unter Kontrolle gehalten werden sollen. Wir sollen nicht so viel für unsere Interessen demonstrieren, sondern einfach das Steuergeld regelmäßig rausrücken. Das reicht schon.
 
Ich finde es interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmung des Terrorismus ist. Europa hat schon seit Jahrzehnten ein Terrorismusproblem (Nordirland, Baskenland, Italien, Griechenland, Zypern, Frankreich, und nicht zuletzt Deutschland in den 70ern bis 90ern - von Operationen der PLO & Co. ganz zu schweigen, die kamen lieber hierher als nach USA). Viele Gruppen haben mittlerweile abgerüstet oder sich sogar aufgelöst, aber nichts desto trotz gibt es immer noch einige aktive Gruppierungen (z. B. ETA, Rote Brigaden).

Bis 9/11 wurde mit dem Thema aber mehr oder minder entspannt umgegangen (nur Deutschland hat's schon damals nicht auf die Reihe gebracht) - sprich, es fand ganz normale Strafverfolgung statt, ohne Sondergerichte, Internierungslager und Generalverdächtigung der gesamten Bevölkerung, wodurch die Terroristen mit ihren Anliegen auch nicht wirklich weit kamen. Aber wie es so schön heißt, extreme Fälle schreiben schlechte Gesetze, und so würde ich 9/11 werten. Da gibt es nichts schönzureden, das war ein Massaker von kosmischem Ausmaß. Selbst die Sprengung einer 747 über Lockerbie hat damals lange nicht so viele Opfer gefordert, und der Anschlag hat eine Region getroffen, die kaum Erfahrung mit Terrorismus hatte - klar gab es vorher schon Anschläge auf Amerikaner, aber fast immer wurden diese im Ausland verübt (mit Ausnahme von Oklahoma City, aber das wurde soweit ich das mitgekriegt habe von vielen Amerikanern mehr als Amoklauf denn als terroristischer Anschlag wahrgenommen und somit eher als Tragödie denn als Kriegserklärung). Ein gewisser Schock ist also durchaus nachzuvollziehen.

Unglücklich war aber die Verkettung der Umstände: Zum großen amerikanischen Schock kamen die innenpolitischen Defizite der Bush-Regierung, die ohne 9/11 und den Rachefeldzügen in Afghanistan und Irak vermutlich keine zweite Amtszeit erlebt hätte. Ich will nicht so zynisch sein und sagen, dass es dieser Regierung gelegen kam, aber mit Bestimmtheit lässt sich sagen, dass es ihr und ihrem unilateralen Ansatz von Außenpolitik in gewisser Weise genutzt hat - und die Spin Doctors das auch erkannt haben. Was die Falken dann daraus gemacht haben, ist wohl hinlänglich bekannt.

Nicht verzeihlich ist in meinen Augen, dass sämtliche Regierungen des Westens den (zu diesem Zeitpunkt noch geschockten) Amerikanern blind hinterher gelaufen sind, statt sie moralisch wieder aufzubauen und den terroristischen Gräueltaten die Stärke von Freiheit, Menschenrechten und Demokratie entgegenzustellen, statt ein Klima der Angst zu schüren. Das hätte der amerikanischen Bevölkerung (wohlgemerkt nicht der Regierung!) sicherlich wesentlich mehr gebracht als die eilige Versicherung, dass dies als Bündnisfall gesehen werde und man die USA (wenn auch halbherzig) bei ihrem Feldzug gegen die Taliban im besonderen und mißliebige Staaten im allgemeinen unterstützen werde.

Die genannte Zahl der Anschläge halte ich im übrigen nicht für unrealistisch - ich habe eine Weile lang in Frankreich gelebt, und fast täglich gab's irgendwelche kriminellen Aktivitäten, die eine Botschaft transportieren sollten (Gott sei dank meist nicht mit tödlichem Ausgang, häufig aber Sachbeschädigung, z. B. durch Brandanschläge auf Autos etc.). Es kommt halt drauf an, wie man solche Aktivitäten wertet, aber ich halte es durchaus für legitim, die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung politischer oder wirtschaftlicher Forderungen als Terrorismus zu definieren.
 
Gewalt und Aggression wird aber auch vom Staat ausgeübt, indem dieser das Militär auf die Straßen ruft, sollte man nicht vergessen.

Wenn man jetzt politisch motivierte Gewalt unter Terrorismus versteht, dann kann ich mir das vorstellen, dass nicht alles gezählt worden ist, bei den 583 "Anschlägen". Ich will dazu aber auch sagen, dass durch allgemeine Verblödung der Leute hier alle annehmen, dass Terroristen in organisierten Gruppen agieren und wenn man jetzt sagt es gab "583 Anschläge durch Terroristen", dann klingt das viel schlimmer, als es tatsächlich ist. Alle nehmen nämlich das falsche an.

Außerdem gut, dass Du es ansprichst. Man sollte nicht vergessen, dass vor einem oder zwei Jahren auch eine Statistik mit riesigen erschreckenden Zahlen veröffentlicht wurde und wo die Opferzahl (0) nicht publiziert wurde.
 
Diese Aussage trifft doch nicht mal zu. Du siehst doch, dass WIR, also das Vieh, unter Kontrolle gehalten werden sollen. Wir sollen nicht so viel für unsere Interessen demonstrieren, sondern einfach das Steuergeld regelmäßig rausrücken. Das reicht schon.

Tja.. da sieht man mal. es wäre wohl stark vereinfacht das zu sagen aber ich tue es trotzdem: Da führt uns der Lobbyismus hin... In vielerlei hinsicht.

Interessant ist aber (wenn sie schon angesprochen wurden) die IRA und die Basken - Das sind weitgehend "Probleme" der Vergangenheit aber gerade jetzt wo diese Phase des Innereuropäischen Terrorismus weitgehend um ist wird mit AlQuaida als neuem ideologischem Feindbild Gesetzlich das getan, wofür seit mindestens 15 Jahren weder Politisch, noch aus irgendeinem Gefährdungsgrund eine Basis gegeben wäre.
Gerade zu AlQuaida kann man ja sagen, dass diesbezüglich bisher wunderbare Präventivarbeit geleistet wurde. Daher ist es eigentlich ja nicht nötig die Gesetzliche Basis auf der diese Arbeit aufbauen Darf auszuweiten.
Schauen wir uns mal das Szenario in den USA an.. Die Einschnitte in die Privatsphäre dort waren bisher deutlich massiver als hier, was zu keinen besseren Ergebnissen geführt hat. High-School oder College-Massaker werden im Internet angekündigt, können im Prinzip auch als Terrorismus gesehen werden - je nach auslegung - aber es gelang bisher dennoch nicht eines zu verhindern. Schon vor 9/11 waren die dortigen Geheimdienste bei der Beobachtung innerer Gefahren deutlich aktiver - auch das hat zu keinem Erfolg geführt.

Da fragt man sich dann schon wozu die Gesetzliche Basis zur "Gewährleistung der inneren Sicherheit" ausgeweitet werden soll wenn es sowieso keinen Erfolg erzielt.
 
Ich stimme euch mit den Hintergründen, Ursachen und mit der Wahrnehmung zu, aber was mich vor allem wundert ist, dass man ganz groß preisgibt: So viele Terroraktionen und nicht schreibt, wie toll man damit umgeht und wie gut gerüstet die Polizei und die diversen Spezialeinheiten sind. So etwas würde ich mir aus solchen Kreisen erwarten... zumindest wenn ich so naiv wäre und die Entwicklungen des letzten Jahrzehnts (mindestens) außer acht ließe.
 
Vielleicht will man ja genau das tun um den Leuten zu suggerieren dass man um das zu erreichen Gesetzliche Schritte einleiten muss.
 
Genau das war mit "So etwas würde ich mir aus solchen Kreisen erwarten... zumindest wenn ich so naiv wäre und die Entwicklungen des letzten Jahrzehnts (mindestens) außer acht ließe." gemeint.
 
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