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Bacula Fork "bareos"

rMarkus

Chuck The Plant
Themenstarter #1
Hallo,

irgendwie geht es seit einigen Jahren mit Bacula nicht so richtig weiter.
Die Verantwortlichen haben scheinbar die OpenSource-Variante absichtlich immer schlechter gemacht als die kommerzielle Variante. So wurden z.B. auch von der Community beigesteuerte Funktionen wie Bandwidth-Limit wieder heimlich entfernt in der freien Variante.



Das fanden wohl auch noch andere Leute nicht gut und haben daher einen Fork erstellt: http://www.bareos.org/

Es gibt auch gleich eine Menge neuer Features, die auch bei Bareos eingebaut wurden:
http://www.bareos.org/en/whats_new.html

Leider gibt es bishe nach meinem Wissen noch keinen FreeBSD/*BSD-Port dafuer, aber Google liefert jede Woche mehr Treffer. Hier scheint es auch zu still zu sein: https://github.com/bareos/bareos/tree/master/platforms/freebsd



Ich wuerde jedenfalls sofort umsteigen von Bacula auf Bareos, wenn das unter FreeBSD laeuft.
 

foxit

Well-Known Member
#7
Code:
All files complained about do have an Open Source AGPL license header 
and show a copyright of the Free Software Foundation Europe (FSFE). 
Some scripts (database scripts) do not have any copyright info at all. 
Therefore we are confident that there is no reason for a copyright claim.
Nur weil etwas kein Copyright hat, heisst das noch lange nicht, dass ich es einfach kopieren/verwenden kann! Da macht man es sich schon ein bisschen einfach.

[1] http://www.bareos.org/en/news/items...la-systems-sa-and-bareos-gmbh-co-kg-copy.html
 

FreeBSDuser

Well-Known Member
#8
Ich bin auf die Geschichte vor ein paar wochen gestoßen und fand es alles sehr seltsam.

Einmal diese völlige realitätsverzerrung mit dem "da steht nix, muss public domain sein".

Dann noch interessanter die Tatsache, dass die lizenzierung von bacula daher wohl nicht open source ist. Wäre mal lustig zu schauen was die Debianer darüber denken.

Das verhalten vom Sibbald ist auch sehr ego-driven. So Sätze wie "stole my baby" usw. in präsentationen sind sehr bezeichnend.

Ich vermeide One-Man-Show Projekte wenn es geht, genau wegen diesen Sachen. Abgesehen davon, dass niemand über den Code schaut. Meist ist es auch ein Zeichen dafür, dass der Maintainer nicht kollaboriert. Insbesondere bei großen Projekten.
 

Azazyel

Well-Known Member
#10
Ich bin auf die Geschichte vor ein paar wochen gestoßen und fand es alles sehr seltsam.
Dito. Mögen uns amanda und rsnapshot gute Dienste leisten, während wir diese Seifenoper verfolgen. ;)

Nur weil mir etwas nicht passt einen Fork aufzumachen... Ist das Linuxismus? :)
Ein interessante Frage, wenn man bedenkt, dass es sich bei FreeBSD, OpenBSD und NetBSD um Forks handelt.
Von Forks wie OpenSSH, GCC (ECGS), X.Org, Apache HTTP Server oder Firefox wollen wir mal gar nicht reden...
 

solarix

Konsolenpenner
#11
Ich bin auf die Geschichte vor ein paar wochen gestoßen und fand es alles sehr seltsam.

Das verhalten vom Sibbald ist auch sehr ego-driven. So Sätze wie "stole my baby" usw. in präsentationen sind sehr bezeichnend.
Ob jetzt Egodriven oder nicht… ist eigentlich völlig Wurscht.

Was ich so in den letzten Jahren gesehen hab, ist Bacula wirklich das einzige Projekt das auch nur ansatzweise mit TSM, Networker und Veritas Netbackup konkurrieren kann.
Alles andere ist im direkten Vergleich eine bessere Bastellösung. Wenn die sich jetzt gegenseitig zerlegen sind die spätestens in Zwei Jahren weg vom Fenster und können einpacken.

Gerade bei den großen Drei tut sich unheimlich viel, was Deduplication, Virtualisierung oder Wolkenkram angeht. Die stellen sich gerade neu auf und fügen ein Feature nach dem anderen ein.
Klassische Backupsoftware ist noch lange nicht tot, auch wenn es manche gerne hätten.
 

minimike

Berufsrevolutionär
#12
Also Ich habe mit Phillipp Storz zuletzt auf der FOSDEM gesprochen. Wenn ich einen Tarball vom Entwickler/FOSS Projekt erhalte, in dem im Top eine Lizenz drinsteht dann ist doch daraus zu eruieren das sämtliche Dateien auch unter dieser Lizenz stehen?
 

solarix

Konsolenpenner
#13
Also Ich habe mit Phillipp Storz zuletzt auf der FOSDEM gesprochen. Wenn ich einen Tarball vom Entwickler/FOSS Projekt erhalte, in dem im Top eine Lizenz drinsteht dann ist doch daraus zu eruieren das sämtliche Dateien auch unter dieser Lizenz stehen?
Jein…. ich bin zwar kein Jurist, aber Mysql ging ja einen ähnlichen Weg. Das ganze war dual lizenziert im Endeffekt ist das schon eine juristische Frage. Bestimmte Features hat man ohne Wartungsvertrag ja nie zu sehen bekommen. Rein vom gesunden Menschenverstand abhängig gesagt würde ich sagen es kommt drauf an ob Er Dir jetzt nen Tarball von der Community Version, oder derm Proprietären Version gegeben hat.
 

minimike

Berufsrevolutionär
#14
Auf jeden Fall finde Ich das der Herr Sibbald leicht einen an der Murmel hat. Ich wollte Bacula als Enterprise-Version in meiner Firma einführen. Aufgrund der Tatsache das wir mit der OSS Version zufrieden sind aber noch einige Features wie Bare-Metal-Recovery für Windows wollten. Das würde bei einer 40 Mann Bude über 25k kosten. Da wäre man mit Backup-Exec und SEP Sesam weitaus preiswerter. Und in dieser Liga spielt auch Bacula Enterprise. Mit solchen Preisen im Nacken kann ich dann bei meiner Geschäftsleitung nicht mehr argumentieren.
 

solarix

Konsolenpenner
#15
Auf jeden Fall finde Ich das der Herr Sibbald leicht einen an der Murmel hat. Ich wollte Bacula als Enterprise-Version in meiner Firma einführen. Aufgrund der Tatsache das wir mit der OSS Version zufrieden sind aber noch einige Features wie Bare-Metal-Recovery für Windows wollten. Das würde bei einer 40 Mann Bude über 25k kosten. Da wäre man mit Backup-Exec und SEP Sesam weitaus preiswerter. Und in dieser Liga spielt auch Bacula Enterprise. Mit solchen Preisen im Nacken kann ich dann bei meiner Geschäftsleitung nicht mehr argumentieren.
Na ich sag mal…. umsonst ist nicht mal der Tod und 25K für eine Backup Lösung ist nicht ungewöhnlich, aber da kann man ja auch zocken….. wenn ich Du wäre würde ich grundsätzlich mal Angebote der anderen Verdorren einholen…. spricht Symantec, EMC, IBM, SEP so kann man nämlich auch argumentieren…. da wird der Vertrieb von Bacula sicher auch flexibler. Hab vor Jahren mal eine ähnliche Situation gehabt, als ein bestimmter Storage Hersteller sich erst mal gar nicht flexibel gezeigt hat, wir haben dann ein Gegenangebot vom direkten Konkurrenten eingeholt da wurde man auf einmal richtig Gesprächsbereit und im Preis richtig flexibel.
Politik ist scheisse, aber manchmal muss leider zu solchen Methoden greifen. Auch Herr Sibald wird diesen Argumenten gegenüber aufgeschlossen sein, sonst geht sein Laden nämlich den Bach runter.
 

Azazyel

Well-Known Member
#16
Politik ist scheisse, aber manchmal muss leider zu solchen Methoden greifen.
Nicht nur das, aus Sicht der Software-Hersteller sind überzogenene Listenpreise sogar sinnvoll.

Wenn bei großen Unternehmen das Management Einkaufsentscheidungen trifft, kriegt das Management (bzw. der Einkauf) oftmals einen Bonus in Abhängigkeit davon, wie weit sie den Hersteller bzw. Zulieferer im Preis drücken können. Es kann also für den einzelnen Manager - es ist ja nicht sein Geld - einträglicher sein, eine Software von Hersteller A für 100.000 EUR (statt 200.000 EUR Listenpreis) zu kaufen als eine gleichwertige Software für 50.000 EUR (statt 60.000 EUR Listenpreis).
 

solarix

Konsolenpenner
#17
Nicht nur das, aus Sicht der Software-Hersteller sind überzogenene Listenpreise sogar sinnvoll.
Nicht nur da… auch bei den Kistenschiebern…. aus SUN Tagen weiss ich noch das wir die großen Eimer teilweise zu 20% bis 30% des Listenpreises verhökert haben und dem Kunden noch die Backuplösung dazu unter den Christbaum gelegt haben…..

Aber um auf das Thema zurück zu kommen… Bacula Systems wird sicherlich auch zugänglicher sein, wenn man mit entsprechenden "Argumenten" ankommt. Die Drohung das man den Kram rauswirft und zur Konkurrenz zieht meistens. Auch wenn es nur eine kleine Klitsche ist, die Mundpropaganda in unserer kleinen Unixwelt wo fast jeder jeden kennt ist doch ein Argument dem Kunden auch entgegen zu kommen.