Beeinflussen Treiber euere Grafikkartenwahl?

Lord_British

Avatar und König
Hallo und guten Abend allerseits,

Da ich mit dem Gedanken spiele, mir einen Zweit-PC aufzubauen und darauf auch PC-BSD zu installieren, habe ich mir überlegt, was für eine Grafikkarte ich da einbauen soll. Habe mich schlau gemacht und gesehen, daß zwar unter Linux die Frage nVidia vs. ATI nicht mehr so brennend interessiert, da beide Hersteller brauchbare Treiber haben.

Aber unter BSD scheint das etwas anders zu sein. Bei nVidia gibt es diesen direkten Link:
http://www.nvidia.de/object/freebsd-195.36.24-de.html

Bei AMD/ATI suche ich soetwas vergebens. Habe dann gegoogelt und z.B. hier gelesen, daß ATI unter BSD wohl nur 2D-VESA Modus unterstützt:
http://forums.pcbsd.org/forumdisplay.php?s=&f=29&page=1&pp=20&sort=title&order=asc&daysprune=-1

Daher frage ich mich, wenn einer von euch sich einen Zweit-PC aufbaut und sich fragt, welche Graka er dafür verwendet, ob die verfügbaren Treiber und deren Umfang euch beeinflussen?

Ferner frage ich euch, ob man FreeBSD Treiber auch unter PC-BSD verwenden kann? Gab es da nicht einen sog. PBI-Konverter? Sorry, wenn ich "doof" frage, habe aber schon lange kein PC-BSD mehr installiert und benutzt.
 
Hallo,

ich nutzte PC-BSD mit nvidia, du kannst den Treiber per Port installieren, da brauchst du kein pbi. die Treiber sind identisch da PC-BSD ein vorkonfiguriertes FreeBSD ist.
AMD Grafik habe ich nicht getestet, kann da nix zu sagen.

Gruß ré
 
PC-BSD ist ein angepasstes FreeBSD. Der Kernel wird aus den offiziellen FreeBSD-Quellen gebaut.

Du kannst also auf PC-BSD die normalen FreeBSD-Treiber einsetzen.

Ob die Treiber beeinflussender Faktor sind hängt stark vom Einsatzzweck des Rechners ab. Für einen Zweitrechner wäre es mir z.B. wohl relativ egal da dort nur abgespeckte WMs installiert werden und ich darauf nicht spiele. Auf dem Hauptrechner will ich jedoch schon ne halbwegs vernünftige 3D-Lösung. ;)
 
Du kannst doch sicher DRI/DRM benutzen. Das läuft ja fast auf allen Betriebsystemen. Sogar NetBSD.
 
Habe mich schlau gemacht und gesehen, daß zwar unter Linux die Frage nVidia vs. ATI nicht mehr so brennend interessiert, da beide Hersteller brauchbare Treiber haben.

Wenn man auf Schmerzen steht ist man bei den ATI Linux Treibern genau richtig.

Scherz beiseite, die ATI Linux Treiber sind wirklich nicht sehr gut. Sie gehen fuers noetigste, aber fuer viel mehr auch nicht. Besonders Stabil sind sie imo auch nicht. nVidia ist da einfach Lichtjahre weiter was die Linux/FreeBSD/Solaris-Treiber angeht. Auf Plattformen fuer die es den nVidia Blob jedoch nicht gibt sieht die Situation teilweise allerdings deutlich anders aus.
 
Meiner Erfahrung nach haben die ATI-Linux-Treiber es mit dem großen OpenGL-Rewrite im Februar geschafft mit nVidia gleich zu ziehen. Das einzige Problem ist nun noch die Weigerung der Kernelentwickler mal eine stabile API anzubieten, weshalb man nach wie vor mit fast jeder neuen Kernelversion auf einen neuen Treiber warten oder sich das Ganze selbst zusammenpatchen darf. Aber das ist ein anderes Thema...

Unter FreeBSD ist der nVidia-Blob im Moment klar das Beste und es wird noch einige Zeit so bleiben. Schön wäre es, wenn nVidia bald wieder konkurrenzfähige Mittelklassekarten hätte, mal schauen wie GF104, GF106 und GF108 so werden. Aber auch ATI hat sich gemacht. Die Kombination aus 8-STABLE und xf86-video-ati liefert inzwischen bis einschließlich der HD4000-Serie sehr gute Ergebnisse, das 3D funktioniert einwandfrei und hat selbst mit komplexeren Anwendungen wie Blender gibt es keine Probleme mehr. Einzig "Mixed Mode DRM" funktioniert nicht und wird es sicher auch nie, man kann auf einem 64-Bit Host also keine 32-Bit Anwendungen beschleunigen.
 
Mir ist es schon wichtig, dass es ordentliche Treiber gibt und sollte ich nochmal ein System aufsetzen, welches in jedem Fall FreeBSD als OS bekommt, dann würde ich ne nVidia-Karte nehmen.

Aber da ich mir noch nie ne dedizierte FreeBSD-Kiste zusammengestellt habe, nehme ich einfach was ich an Treibern bekomme und bisher habe ich auch mit ner älteren ATI-Karte keine größeren Probleme.

PS: Ich spiele aber auch so gut wie gar nicht mehr! Wichtig wäre mir aber, dass HD-Videos durch die Hardware beschleunigt werden, da diese immer mehr werden.
 
@Yamagi: Die Aussage, daß xf86-video-ati mit HD4000 Karten 'gute Ergebnisse' liefere, stimmt so nicht.
Ich habe privat eine HD4830 von MSI, die unter FreeBSD 8.0-STABLE/amd64 hervorragend läuft. Im Büro und Labor aber scheitert der Einsatz der Typen HD4670 und HD4770! xf86-video-ati funktioniert mit diesen beiden Graphikkarten überhaupt nicht (die Rechner laufen mit FreeBSD 8.0-STABLE/amd64/SMP und haben 8 bzw. 16 GB RAM). Nach dem letzten Update der Treiber und Bibliotheken vor ca. 6 Monaten waren die HD4670-Karten nicht mehr zu gebrauchen, da die Rechner nach Start des X11 prompt stillstanden. Nach einigem Herumprobieren und dem Kauf von HD4770 Karten konnten die Maschinen dann wieder mittel xf86-video-radeonhd-devel (1.3) betriebsbereit gemacht werden, wobei in der Konfiguration explizit "Options DRI off" angebene werden muß (das war mit der Version 1.2 des f86-video-radeonhd noch nicht der Fall). Ansonsten frieren die Kisten gandenlos ein. VESA ist auf diesen Karten mit 24 und 26 Zoll Schirmen nicht machbar, das Bild ist zur täglichen Arbeit unbrauchbar.

Das Bild, das sich abzeichnet, ist drzeit mehr als katastrophal und gemäß der Frage des Themen-Initiators würde ich klar sagen, daß man mit großer Bedachtsamkeit die Graphikkarte wählen muß. ich würde sogar einen Schritt weiter gehen (und werde das auch in naher Zukunft im Laborbereich auch so handhaben): Die Funktionalität der Graphikkarten und Treiber auf einem 64Bit Opensource OS bestimmt die Wahl des Betriebssystemes! Und gerade hier hat FreeBSD (auch PC-BSD) meiner Meinung so arg Terrain verloren, daß es indiskutabel geworden ist, wenn man im Laborbereich gute Workstations benötigt. Was als Spielzeug im Wohnzimmer steht, ist eigentlich egal ('The Power to Serve' klingt hinsichtlich dieser Tatsachen schon eigenartig ...).

Man schaue sich mal um. Wenn heute neue Rechner beschafft werden, haben sie Displays mit minimal 22, besser 24 Zoll (die Universität beschafft nichts Kleineres). Als Graphikkarten kommen halbwegs taugliche Mittelklassekarten zum Einsatz, die auch etwas Kraft für GPGPU mitbringen sollen - wir beschaffen ja die Kisten für die kommenden drei bis vier Jahre - und nicht wie Wohnzimmerkisten für 6 Monate. Für Workstations, die unter einem Linux oder UNIX arbeiten sollen, sind Graphikfähigkeiten nicht minder wichtig wie dies bei den Windows-Maschinen der Fall ist. Nun muß ich wohl niemandem hier darlegen, wie es mit Ubuntu gegen FreeBSD, als Beispiel, aussieht.

Die 64Bit Treiber BLOBs von ATI und nVidia für FreeBSD lassen immer noch auf sich warten. Wie mir vermittelt wurde, gibt es bereits Patches für den Xserver und die ATI Treiber, um auch die HD46XX/HD47XX Karten betreiben zu können - die Probleme sind offenbar bekannt. Aber auf der FreeBSD Seite passiert nichts. Zwar kann man sich seine Umgebung wild via GIT und SVN zusammenpatchen, das nächste Portupgrade abder macht unter Umständen alles zunichte und hinterläßt eine rauchende Byte-Trümmerlandschaft. Und PC-BSD Anwender, die eine Workstation/Arbeitsmaschine ala Ubuntu/Windows haben wollen, denen ist eine solche Frickelorgie keinesfalls zuzumuten. Erst recht nicht der Kauf archaischer Hardware, die gerade mal so unterstützt wird.
 
Also von NVIDIA gibt es den 64Bit Blob. Und der läuft bei mir auch soweit vernünftig.
 
@Rakor: Da ich zur Zeit keine Maschine mit einer nVidia Karte habe, schaue ich ab und an auf nVidias Website nach und dort taucht zwar FreeBSD auf, allerdings als 'x86'. Weißt Du, ob über diesen Treiber (64Bit) OpenCL/CUDA möglich ist?

Dank im voraus.
 
"Beeinflussen Treiber eure Grafikkartenwahl?" ist genauso eine sinnlose Frage wie "Beeinflusst die Luft euer Atmen?"... Ohne Treiber ist jede Hardware nutzlos.

Heutzutage ist die Treiberunterstützung schon so weit, dass es im Grunde keinen Unterschied mehr macht, welche Karte man nimmt. Ich bleibe allerdings bei den guten Intel, weil deren Politik mir am Besten gefällt. Radeonhd ist aber auch recht brauchbar, da braucht es kein BLOBs.

Gruß,
oenone
 
@Eisenfaust: Meine Beobachtung ist, dass der xf86-video-ati was die Karten angeht sehr wählerisch ist. Auf meiner 4850 läuft er problemlos, auf der 4850 meines Mitbewohners zum Beispiel verweigert er beharrlich den Dienst.
Auf Linux dürfte das wohl kaum anders aussehen. Wobei ich sagen muss, das ich gerade auf dem Klickibuntu mit dem fglrx noch deutlich schlechtere erfahrungen gemacht habe als mit xf86-video-ati. Stabil ist was anderes als das was ich da erlebt hatte.
 
Daher frage ich mich, wenn einer von euch sich einen Zweit-PC aufbaut und sich fragt, welche Graka er dafür verwendet, ob die verfügbaren Treiber und deren Umfang euch beeinflussen?

Die Wahl der verwendeten Hardware/Software Kombination stellt sich mir immer - egal bei welcher Anwendung - mit Rücksicht auf Treiber und mögliche Funktionalität. Dass dabei hin und wieder auch Linux mein Wegbegleiter ist, nehme ich gern in Kauf.

In Deinem Fall würde ich also sehr wohl danach schauen, welche Karte auf meinem Zielsystem besser unterstützt wird - und sei es inklusive BLOB im eigenen Treiber vom Hersteller. Für mich geht da die Funktionalität klar vor der Ideologie :)

Was bringt's mir, wenn ich einen supertollen freien Treiber benutze oder mit das Logo des Herstellers gut gefällt, wenn ich ein schwarz/weißes Bild vor mir habe? :ugly:

Grüße
Herakles
 
Eisenfaust schrieb:
@Yamagi: Die Aussage, daß xf86-video-ati mit HD4000 Karten 'gute Ergebnisse' liefere, stimmt so nicht.
Ich habe privat eine HD4830 von MSI, die unter FreeBSD 8.0-STABLE/amd64 hervorragend läuft. Im Büro und Labor aber scheitert der Einsatz der Typen HD4670 und HD4770! xf86-video-ati funktioniert mit diesen beiden Graphikkarten überhaupt nicht (die Rechner laufen mit FreeBSD 8.0-STABLE/amd64/SMP und haben 8 bzw. 16 GB RAM). Nach dem letzten Update der Treiber und Bibliotheken vor ca. 6 Monaten waren die HD4670-Karten nicht mehr zu gebrauchen, da die Rechner nach Start des X11 prompt stillstanden. Nach einigem Herumprobieren und dem Kauf von HD4770 Karten konnten die Maschinen dann wieder mittel xf86-video-radeonhd-devel (1.3) betriebsbereit gemacht werden, wobei in der Konfiguration explizit "Options DRI off" angebene werden muß (das war mit der Version 1.2 des f86-video-radeonhd noch nicht der Fall). Ansonsten frieren die Kisten gandenlos ein. VESA ist auf diesen Karten mit 24 und 26 Zoll Schirmen nicht machbar, das Bild ist zur täglichen Arbeit unbrauchbar.
Ich habe beriets vor vielen Wochen die Patches zum Memory Scattering hier im Forum verlinkt, die solche Probleme beheben sollen.
 
Soweit ich weiß, installiert PC-BSD den Nvidia-Treiber gleich mit, wenn es eine Nvidia-Karte vorfindet. Und die Kombination Nvidia-Karte / Nvidia-Treiber / FreeBSD ergibt die größte 3D-Power, die ich je erlebt habe. Das stellt sogar Windows in den Schatten...
 
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