Computerlinguistik

danlei

Well-Known Member
Hallo Forum!

Ich habe mich nach langem Zetern (so gut wie) dazu entschlossen, mich für den (Magister)Studiengang "Linguistische Datenverarbeitung" aka Computerlinguistik einzuschreiben. Innerhalb der nächsten drei Tage muss ich meinen Antrag abschicken und nutze nun noch die letzte Gelegenheit ein paar Meinungen einzuholen.

Da ich die Forenmitglieder hier hoch schätze und die Studentendichte doch relativ hoch ist, frage ich einfach mal so ins Blaue: Was haltet ihr von diesem Fach?

Ich weiß, das ist keine präzise Fragestellung, aber mich interessieren einfach nur Euere Kommentare, um das Bild, das ich bis jezt habe, noch ein wenig zu schärfen.

Zu meiner Person: Ich habe vor 10 Jahren die Fachoberschule E-Technik abgeschlossen, mich danach aber als Musiker und mit anderen Jobs über Wasser gehalten. Da ich das Gefühl nicht loswurde, nichts 'anständiges' gelernt zu haben, habe ich die letzten drei Jahre als Kollegiat meine allgemeine Hochschulreife nachgeholt und möchte nun ein Studium anschließen.

Informatik pur scheidet für mich aus, da ich (meiner Meinung nach) dann auch gleich Mathematik studieren könnte. CL kommt meinem breit gefächerten Interesse anscheinend sehr entgegen.

Es würde mich sehr freuen, wenn der Ein oder Andere was dazu sagen kann. Vielleicht ist ja sogar ein Computerlinguist im Forum?
 
Offen gestanden habe ich von der Studienrichtung/gang noch nie etwas gehört gehabt. Ich beobachte aber vielerorts das Verhalten, daß man für "alles offen" sein und sich bloß festlegen will. Du hast sicher die Beschreibung des Studienganges gelesen und Deine Interessen wiedergefunden. Ich respektiere Deine Entscheidung und möchte Dich ermutigen, Deinen Weg zu gehen -- egal was "andere" sagen. Viel Erfolg!
 
Ja, ich habe mir viel über den Studiengang durchgelesen und es klingt wirklich perfekt. Ich frage nur nochmal im Forum, um so viele Informationen wie möglich zu bekommen.

Grob gesagt ist CL 1/3 Linguistik, 1/3 Mathematik (bes. formale Logik) und 1/3 codieren; so habe ich das jedenfalls verstanden. Man kann später z.B. in Richtung Spracherkennung, Suchmaschinen, Übersetzungssoftware usw. gehen.

EDIT: Trier
 
Mehr als 1/3 Mathe hat man aber auch nicht bei einem "normalen" Informatikstudium (wenn man nicht will), dafuer ist man nicht so festgelegt und kann sich dann spaeter die Sachen raussuchen, die man moechte (z.B. auch Linguistik).
Ich glaube nicht, dass man so einfach bei Comuter-Linguistik Grafik oder Sicherheit machen kann, wenn man feststellt, dass man das gerne moechte...
 
hi aspiring!

ich hatte in bielefeld naturwissenschaftliche informatik studiert. da hattest du neben der informatik auch noch ein zweites hauptfach. also sowas wie physik, chemie, bio, robotik, aber eben auch linguistik.

linguistik ist uebrigens auch ein extrem mathematisches fach, ich empfehle dir zur einstimmung mal einen wikipedia-artikel ueber chomsky-grammatiken durchzulesen.
 
@free:

1/3 war nur eine sehr grobe Schätzung; von 38 Semesterwochenstunden im Grundstudium sind:

2 Mathem. Grundlagen der LDV (fakultativ)
2 Statistik
2 Formale Logik
2 Formale Sprachen (zähle ich mal dazu)

also auf dem Papier ca. 1/5. Ich denke aber, dass man im Endeffekt trotzdem auf 1/4-1/3 kommt. Andererseits wird bei den Anforderungen erklärt, dass ein Mathe-GK ausreichende Vorbereitung sei und das Studium eher Begabung und Interesse in beiden (geistes- & naturwissenschaftlichen) Richtungen voraussetzt.

Versteh mich nicht falsch, ich habe kein Problem mit Mathematik, war auch im LK, aber ich glaube nicht, dass ich jemand bin, der so viel Mathe wie beim Infostudium verträgt. Ich glaube, da hätte ich Motivationsprobleme. Schließlich wird man an den meisten Unis doch viele Vorlesungen mit den Mathematikern gemeinsam haben. (Manche Unis haben aber mittlerweile auch "Mathe für Informatiker")

In dem Punkt, dass man nicht so flexibel wie ein "richtiger" Informatiker ist, hast Du zweifellos recht. Gerade solche Anwendungsbereiche wie die Kryptographie, aber auch Kompilerbau o.Ä. werden vom CL-Studium nicht abgedeckt.
In vielen anderen Bereichen (Web, Datenbanken, KI, ...) wird jedoch gut "mithalten" können.

Es ist, kurz gesagt, schon eine relativ spezialisierte Geschichte; mit allen Vor- und Nachteilen.


@dettus:

Ja, vor allem die Quantitative Linguistik (Trier ist übrigens die einzige Uni, an der man als CL-Student den Fachteil QL wählen kann) ist sehr mathematikbetont. Ich hab mir da mal ein paar Sachen angesehen...

Beim Magisterstudium in Trier kann man entweder zwei Hauptfächer, oder ein Hauptfach und zwei Nebenfächer studieren. Empfohlen werden zur CL die Philologien, Psychologie, Informatik, Philosophie, Mathe...

Ich werde wohl Philosophie als zweites Hauptfach wählen. Die Berufsaussichten für reine Philosophen sind zwar schlecht, aber die Kombination ist durchaus sinvoll.
 
oh mann, bei diesem thread hier werden erinnerungen wach...

meine erste grammatik:
Code:
A::=(A"a"|"b");

damit kann man dann so tolle saetze wie
Code:
"b"
"ab"
"aab"
"aaab"
"aaaaaaaaaaaaaaaaaab"
konstruieren ;-)
 
Computerlinuistik....

Irgendwie muss ich da unweigerlich an die seitlichen Uebersetzungen von Hardwarebegriffen in der Computerbild denken.
 
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