Der Rest von /proc

lemming

Member
Hi!

Ich bin ein »Umsteiger« von Linux. Um ehrlich zu sein, habe ich bis jetzt nur ein paar Stunden Linux hinter mir. Ich wollte mal schauen was die Unterschiede zu Linux und einem BSD sind.

Ich habe FreeBSD 5.3 mir herunter geladen, installiert und tutet auch. Das erste was mir auffiel war dass /proc fehlt. Ich konnte es aber nach dem Nachinstallieren und Kompilieren der Sources für procfs einhängen.

Nu fehlt aber irgendwie die Hälfte die ich von Linux gewöhnt bin. Ist das normal?

Btw: Cooler Peter Huth :huth: Smiley
 
1. /proc ist eine Linux-Eigenheit
2. (Free)BSD <> Linux
3. Wenn Du Linux-Emulation unter *BSD nutzt (-> selbstgebackener Kernel), solltest Du ein /proc sehen.
 
/proc ist keine Linuxeigenheit, Solaris hat z.B. auch eins, und das wohl vor linux.

FreeBSD kennt zwei verschiedene procfs:
* das eigene, das man nach /proc mounten kann
* linprocfs, das von Linux, das man nach /usr/compat/linux/proc mounten kann.

ich hab nur letzteres gemountet.
 
Proc heisst ja "Process Filesystem" und bei *BSD findet man im eigentlichen procfs auch "nur" Infos über aktuell laufende Prozesse. Bei Linux ist das etwas anders: über das procfs vom Linux kann man auch diverse Einstellungen des Kernels modifizieren oder bspw. Infos über die CPU(s) auslesen (cat /proc/cpuinfo).
Wenn ich richtig informiert bin, ist das procfs vom FreeBSD allerdings irgendwie etwas... deprecated.
 
chaos schrieb:
/proc ist keine Linuxeigenheit, Solaris hat z.B. auch eins, und das wohl vor linux.

Wußte ich nicht. Aber mein Kommentar bezug sich auch ausschließlich auf die beiden betrachteten OS und von denen ist es eine Eigenheit von Linux.

Unter NetBSD gibt es was vergleichbares namens /kern. Ein /proc gibt's aus Kompatibilitätsgründen zu Linux.
 
CAMISOLITE schrieb:
Wußte ich nicht. Aber mein Kommentar bezug sich auch ausschließlich auf die beiden betrachteten OS und von denen ist es eine Eigenheit von Linux.
Selbst dann ist das nicht korrekt. Spätestens seit der Version 1.1 hat FreeBSD ein proc-Dateisystem:
procfs(5) schrieb:
The procfs provides a two-level view of process space, unlike the previ-
ous FreeBSD 1.1 procfs implementation.
Davor gab es mit Sicherheit auch schon eines, alles andere würde mich wundern. Eventuell hieß es da anders.

Erst seit FreeBSD 5 wird das proc-Dateisystem standardmäßig nicht mehr gemountet. Auf meinen 5er-Systemen habe ich es auch noch nie gemountet. Unter FreeBSD 5 sollen sich die Prozesse die Daten, die früher unter /proc lagen, direkt beim Kernel besorgen, ohne ein Dateisystem zwischenzuschalten. Das hat man früher auch schon teilweise gemacht und ist eigentlich auch sinnvoll. Aber es ist noch gar nicht lange her, da war FreeBSD 4 das aktuelle -STABLE und niemand kam ohne sein procfs(5) aus.
chaos schrieb:
linprocfs, das von Linux, das man nach /usr/compat/linux/proc mounten kann.

ich hab nur letzteres gemountet.
Dito hier. Selbst bei geladenem Linux-Emulator wird standardmäßig kein linprocfs(5) gemountet. Da muß man sich selbst drum kümmern, wenn man es denn überhaupt braucht. Bei mir ist StarOffice 5.2 der Grund, warum ich linprocfs(5) verwende.
 
chaos schrieb:
/proc ist keine Linuxeigenheit, Solaris hat z.B. auch eins, und das wohl vor linux.

FreeBSD kennt zwei verschiedene procfs:
* das eigene, das man nach /proc mounten kann
* linprocfs, das von Linux, das man nach /usr/compat/linux/proc mounten kann.

ich hab nur letzteres gemountet.

Ok, wenn ich morgen wieder Zugang zu der Kiste ist, mounte ich das linprocfs

Danke für die Hilfe.
 
procfs(5) == evil
sysctl(8) == good

Desweiteren musst du Dir keinen neuen Kernel uebersetzen, ein 'mount -t procfs procfs /proc" tut's fuer gewoehnlich auch. Bequemer geht's mit einem Eintrag in fstab(5).

Generell kann man quasi alles ohne neu-kompilieren eines Kernels erreichen. Willkommen im Jahr 2005!
 
Vielleicht solltest du mal anfangen, Manpages zu lesen. Dann werden alle deine Fragen beantwortet - zu sysctl, procfs und linprocfs. Im Grunde wäre dann der gesamte Thread hier nicht nötig gewesen.
 
p.h.: Wir sollten das Forum schließen, anhand von Manpages kann man alle Probleme lösen *scnr*
 
Ein Redirect von www.bsdforen.de auf http://www.freebsd.org/cgi/man.cgi wäre eventuell angebrachter :)

Aber eigentlich bezog ich mich mit meinem Post eher darauf, daß zumindest die Fragen von lemming alle durch das Lesen der zugehörigen Manpages beantwortet werden. Natürlich gibt es auch Probleme, die man nicht alleine durch Manpages lösen kann, nur ging es in diesem Thread ja nicht um ein Problem im eigentlichen Sinne. Ich frage mich, warum lemming überhaupt auf Biegen und Brechen ein /proc haben will. Er will es ja anscheinend nur, weil er es von Linux gewohnt ist, aber einen wirklichen Nutzen oder ein Problem mit irgendwas kann ich in dem Fall gerade nicht erkennen.
 
lemming schrieb:
sysctl ist 'ne tolle Sache, die es übrigens auch unter Linux gibt. Nur scheint es da niemand wirklich zu benutzen. Kleines Beispiel:

Wo der Linuxer folgendes macht

echo 1 >/proc/sys/net/ipv4/ip_forward

da führt der BSDler so etwas wie

sysctl net.inet.ip.forwarding=1

aus.

Gruß Björn
 
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