FreeBSD auf MIPS

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Teammitglied
Hallo,
ich habe hier billig eine alte SGI Octane 2 mit 2 400MHz MIPS R12K Prozessoren bekommen. Da ich IRIX nicht mag, soll da ein anderes System rauf. Ich dachte da zuerst an FreeBSD, sehe doch inzwischen etwas schwarz... daher einige Fragen:

1. Existiert das MIPS-Porting-Projekt überhaupt noch? Die Seite (http://www.freebsd.org/platforms/mips.html) sieht gut aus, doch die Mailinglist ist tot...
2. Da es bei Google nicht wirklich brauchbare Informationen gab, läuft der Port? Und wenn ja, wie gut?
3. Soll ich vielleicht doch lieber gleich NetBSD nehmen?
 
Kleine Frage am Rande: Was heißt "billig"?

Ich weiß, dass Marty auf seiner O2 OpenBSD laufen hat, NetBSD ist aber sicher auch nicht verkehrt. Wo es allerdings in allen Fällen hapern dürfte, ist der Monitor. Wenn da überhaupt was raus kommt, dann oftmals nur die Konsole.

Bezüglich FreeBSD/MIPS glaube ich nicht, dass sich da in absehbarer Zeit genügend fähige Leute finden, die das Projekt in einen benutzbaren Zustand überführen können/wollen.

Auf den SGIs "fährt man eben kein *BSD". Ist leider so, ich mag IRIX und speziell den 4DWM auch nicht besonders :-/

Gruß,
K
 
Hi OOZE,

nimm OpenBSD, das läuft zumindest so erst mal recht gut. Leider fehlt mir ein passender Monitor um mal X oder so zu testen, aber immerhin X übers Netz geht ;)

Im CVS ist bereits ein Script drin, mit dem man angeblich eine bootfähige CD erstellen kann, aber ich habe nicht unbedingt Lust, die Kiste (CPU ist bei mir nur ein R5000/200 MHz) mehrere Tage durchlaufen zu lassen um es zu testen.

marty

PS: falls du auf Casemodding stehst, ein blau leuchtender Lüfter im Netzteil macht sich da echt gut, Anleitung gibt es im Netz ;)
 
1. Billig heißt in diesem Fall nur 450¤. Für ein System was mal 25.000 Mark gekostet hat, ist das schon billig ;) Ebay wird da seit einigen Tagen von Leasing-Rückläufern überflutet, da scheint ein größeres Unternehmen seine EDV zu modernisieren...

2. Ich habe da den ganzen Tag an FreeBSD/MIPS gebastelt, man kann es vergessen. Er bootet zwar (nach einem Installkrampf ohne gleichen) in den Single-User-Mode, das wars denn auch schon. Jeder Versuch in den Multiuser zu gelangen führt fast unter Garantie zum Absturz. Außerdem funktionieren Softupdates nicht. Die Konsole überaschenderweise schon...

Ich werde mal OpenBSD testen, Linux würde auch noch in Frage kommen. Nur da habe ich auch nicht wirklich überzeugende Erfahrungsberichte gefunden... Die Problematik ist doch, dass MIPS nur dann wirklich schnell ist, wenn die Software extrem optimiert wurde. Nicht nur durch das Kompilieren, sondern auch durch den Code. Oder habe ich das falsch verstanden?

Ach ja, zum Monitor. Dem Teil lag ein kleines, graues Kästchen bei, dass den 13W3 Anschluss der SGI zu DVI wandelt. Was das ganze für die Bildqualität bedeutet, kann ich mangels Vergleich / schlechter Augen nicht sagen.
 
ups, hatte mich gestern mittag verlesen, also auf ner Octane läuft meines Wissens nach nur Linux und das auch nur experimental
 
Hier die Ergebnisse des zweiten Tages:

- OpenBSD startet etwa halb, nach einigen Devices stürzt er mit einer "Panic: Unknown CPU-Register" ab. Läuft also wirklich nicht mit einer Octane2.

- Linux (Debian) bootet zwar, ist aber zu instabil.

- NetBSD läuft recht gut, allerding sehr langsam. Morgen werde ich mal sehen, was man da tun kann.
 
OK, hier noch einmal zur allgemeinen Information das Endergebis verschiedene Plattformen:

1. FreeBSD
Startet nach einigen Schwierigkeiten in den Singe-User-Mode und läuft dort augenscheinlich stabil. Jeder Versuch in den Multi-User zu gelangen endet jedoch sofort oder nach sehr kurzer Zeit in kryptischen Panics (panic: panic!). Dies zusammen ist aber schon mehr, als offiziel derzeit möglich ist.

2. NetBSD
NetBSD lässt sich recht problemlos installieren, läuft danach - grundsätzlich - einwandfrei. Hardware wird größtenteils unterstüzt (NIC wollte nicht), die meisten Anwendungen anderer Paltformen lassen sich bauen und selbst X geht.
Nun zu der schlechten Nachricht: NetBSD ist unglaublich langsam. X starten dauert 5 Minuten, Abiword fast 2. Schon das Verschieben eines X-Terms lässt die Systemauslastung auf 100% gehen und laggt fürchertlich. Da auch andere das Problem haben, ist vermutlich eine schlechte Implementierung irgendwo im System schuld.

3. OpenBSD
OpenBSD scheiterte bereits beim Boot der Installation. Eine Lösung habe ich nicht gefunden.

4. Linux (Debian GNU/Linux)
Startet auf MIPS. Das wars denn aber auch schon, er friert beim Start von init einfach ein.

5. Irix
Läuft perfekt! ;)
 
Thx! Dann probiere ich es noch mal manuell, also das System per "cross development" zu bauen. Feedback gibts dann wieder demnächst ;)
 
Ist hier durch Ymagi oder durch irgendwen anders schon ein Ergebnis erzielt worden? Was ist mit MIPS-Architekturen? Hat da jemand Erfahrung?

Danke, Herakles
 
Hehe :)
Am Ende ist auf die O2 wieder Irix gekommen, da es das einzige System war, was wirklich rund lief. Am Ende wurde sie durch einen Opteron mit Linux/amd64 ersetzt.

So, nun zu MIPS: SGI hat MIPS zwar nicht erfunden, war aber jahrelang die Firma, die es gepuscht und eingesetzt hat. Seit Ende der 90er wechseln sie allerdings nach und nach auf IA64 (Itanium), MIPS wird bei ihnen Ende des Jahres endgültig eingestampft. Ebenso Irix.
Das bedeutet aber nicht, das MIPS tot ist. MIPS-Systems (www.mips.com) machen seit längerem allein weiter und sind Marktführer im Bereich für Embedded Systeme. Da inzwischen viele Singleboard Computer (vor allem Router und ähnliches) auf MIPS setzten, wird FreeBSD neu geportet. Weiteres weiß ich allerdings auch nicht, die entsprechende Maillist wird weiterhelfen.

Ach ja, man sollte noch sagen, das MIPS meist das ältere MIPS32 bedeutet. Das neuere MIPS64 ist zwar nicht generell inkompatibel, erfordert aber dennoch angepasste Systeme. Das war der Hauptgrund, warum nichts alternatives auf der O2 (MIPS64) wirklich laufen wollte...
 
Yamagi schrieb:
So, nun zu MIPS: SGI hat MIPS zwar nicht erfunden,
war aber jahrelang die Firma, die es gepuscht
und eingesetzt hat.
Die Prozessoren R2000 und R3000 waren Anfang der Neunziger die schnellsten verfügbaren Prozessoren.
Das erste was SGI gemacht hat, als sie 1992 MIPS Computer Systems Inc. gekauft hatten,
war DEC keine R4000 zu lieferen.
Der R4000 war der erste verfügbare 64 Bit Prozessor.
Es lagen angeblich Lieferschwierigekeiten vor.
Daraufhin hat DEC überhastet Alphas rausgebracht (geplant 200 MHz, geliefert 75 MHz).

PS:
Ich hatte als Workstation im Jahre 2000 eine Indy (R4600)
und habe auf einer PowerChallenge (R10000) Bandstrukturrechungen betrieben.
2001 hatte ich für einen Kollegen Octane2 (R12000, 400 MHz) gebenchmarkt.
Allerdings hat sie dabei gegegen eine 44 P 270 mit POWER 3-II (375 MHz) ziemlich eindeutig verloren.
Die Büchse läuft jetzt mit Ubuntu, für NetBSD war sie noch zu neu!
 
Ok, Freunde, Hintergrund ist der, dass ich ein BSD auf einen von Yamagi genannten Router bringen möchte. Der arbeitet offenbar mit einem MIPS-Prozessor. Ich werde mal sehen, was sich da machen lässt und evtl. später Ergebnisse posten. Oder kennt sich da ohnehin jemand aus (Yamagi?)?

Bis später dann, Herakles
 
Mit mir kannst du nicht rechnen, meine Kenntnisse in diesen Bereichen sind recht dünn. Um nicht zu sagen, dass ich von Kernelbau und Portierungen auf Plattformen gar keine Ahnung habe :)

Aber, schaue mal im http://perforce.freebsd.org/ Dort gibt es das Projekt Mips2, dass ist der aktuelle Versuch FreeBSD auf MIPS32 zu porten. Dazu existieren noch einige Schwesterprojekte, die Teilbereiche abdecken oder andere Wege testen. Ich weiß nicht, wie weit die sind, aber es wird auf jeden Fall sehr aktiv dran gearbeitet.
 
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