Also, bei meiner Installation war lzh4 Kompression default auf EIN und das habe ich auch so gelesen, ich glaube ab FreeBSD 10.2, bin da aber nicht mehr sicher. Das bedeutet, man braucht da gar nichts mehr einzustellen oder besser gesagt, einzuschalten und hat automatisch diese Eigenschaft.
Kompression bedeutet, dass die Daten auf den Platten weniger Platz brauchen. Zum Schreiben oder lesen müssen sie dann jeweils gepackt oder entpackt werden, wozu Speicher und CPU-Leistung benötigt wird. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass heutige Rechner dies jedoch schnell und mühelos leisten können, so dass in der Gesamtbilanz auch ein höherer Datendurchsatz zu Stande kommt. Ab welcher CPU das nun gilt, wo also die Grenze dazu liegt, wann die CPU vielleicht den Datenstrom bremsen wird, habe ich nirgendwo Angaben gefunden. Allerdings benutzt man bei Live-Systemen (Knoppix von CD) derartige Mechanismen schon seit Jahren erfolgreich. Wobei die Lese-Geschwindigkeit von CD natürlich nicht mit jener von Platten vergleichbar ist. Doch selbst von CD boten diese Systeme auf vielerlei HW doch ganz flüssig arbeitende Systeme und das spricht sicher dafür, dass die Kompressions-Rechnerei on the fly kaum merklich Leistung verbraucht.
lzh4 soll angeblich diese Performance nochmal gewaltig steigern gegenüber anderen Systemen.
Deshalb denke ich auch, dass es sicher sinnvoll gewesen ist, diese Option dann default in ZFS zu setzen.
Insgesamt ist ZFS in meinen Augen ein Dateisystem für Profis, die das Wissen darum auch täglich einsetzen und anwenden können. Ansonsten bietet es dem einfachen Anwender viel zu viele Optionen und Möglichkeiten, um eine individuelle Anpassung einfach vornehmen zu können. Die Mechanismen und Möglichkeiten wollen ja alle erst mal verstanden sein und dann auch noch auf den Anwendungsfall optimiert umgesetzt werden. Hat man das tatsächlich einmal geschafft, braucht es dann für Jahre nicht mehr, dann ist dieses Wissen auch verloren oder inzwischen unnütz geworden, weil es wieder ein Anzahl Änderungen und neue Optionen gibt.
Was der einfache Endanwender sehr gut und einfach umsetzen und anwenden kann sind die Eigenschaften von Pools über mehrere Platten, womit redundanter Speicher geschaffen werden kann und dann die Möglichkeiten von Snapshots, so man diese braucht. Beides in meinen Augen und genau auf Kurs von holgerw nicht unbedingt Eigenschaften, die für einen Desktop-PC gebraucht werden.
Für mich soll ein PC sich mit den Aufgaben befassen, die ich ihm gebe und er sollte sich nicht mit sich selbst oder dem Dateisystem vergnügen. Ich hasse es schon, wenn meine Platten etwas machen, wofür ich keine Ursache in meinem Verhalten sehen kann. Nicht nur Platten auch zahlreiche andere Dienste die von selbst etwas bewirken mag ich nicht. Das mag jeder nun für sich selbst jeweils anders bewerten, viele Anwender sind mit solchen Helfern sehr froh und dankbar dafür, dass die Dateisysteme ständig in Ordnung gehalten werden und dauerhafte Datenkonsistenz auf ihnen herrscht, ohne dass dazu ein Finger gerührt werden muss. Dabei gebe ich nur zu bedenken, dass das in dieser Hinsicht etwas zu kurz geratene UFS uns doch über viele Jahre sehr problemlos gute Dienste geleistet hat. Ich habe viele Probleme mit PCs gehabt, aber niemals eines, dessen URSACHE UFS gewesen wäre. Das gilt auch für ext2. Beide reichen in meinen Augen vollkommen für die Benutzung eones PCs als Desktop-Rechner. Sie können alles, was es dazu braucht.