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FreeNAS/TrueNAS soll auf Debian portiert werden II

Lance

Well-Known Member
Themenstarter #26
Das mit der Lizenz ist ein rein rechtliches Problem - Canonical scheißt drauf und bisher hat noch keiner geklagt.
ich dachte die supporten das offiziell aber pflegen es nicht in den Kernel ein. Und solange sie das nicht tun, kann Oracle auch nicht erfolgreich klagen. Sonst hätten die das bestimmt getan, das liegt doch jetzt nicht wirklich daran weil Canonical nicht in den USA liegt.
 

medV2

Well-Known Member
#27
Oracle hat da nichts zu klagen, eher die GPL entwickler die Kernelcode schreiben.
Canonical liefert es fertig compiliert mit dem Kernel aus - das wird als Problem gesehen. Das ist aber ein ganz anderes Fass und meinen GPL Rant will ich euch ersparen ;)
 

Yamagi

Possessed With Psi Powers
Mitarbeiter
#28
Die ganze Lizenzdiskussion basiert doch am Ende gar nicht darauf, ob die CDDL mit GPLv2 kompatibel ist oder nicht. Stattdessen auf einer einzigen, grundlegenderen Frage: Ist ein Kernelmodul für Linux ein von Linux abgeleitetes Werk oder ein eigenständiges Werk? Ist so ein Kernelmodul ein abgeleitetes Werk, steht das Kernelmodul automatisch ebenfalls unter der GPLv2. Denn die GPLv2 verlangt, dass abgeleitete Werke wiederum unter der GPLv2 stehen. Ist so ein Kernelmodul aber kein abgeleitetes Werk, ist es völlig egal, unter welcher Lizenz es steht.

Wirklich endgültig geklärt worden ist diese Frage nicht und dort spielt auch noch die fortschreitende Rechtsprechung in Sachen Software und Urheberrecht mit rein; vor allem in den USA ist nach wie vor viel Bewegung in der Sache. Aktuell beispielsweise Oracle vs. Google. Allerdings sollte man zwei Dinge im Hinterkopf behalten:
  • Das GPL-Lager speit seit inzwischen weit über 25 Jahren Gift und Feuer gegen nicht unter der GPLv2 stehende Kernelmodule. Das prominenteste Opfer ist wohl Nvidias Grafiktreiber, aber auch die Unmengen Blobs, die in praktisch jedem Embedded Gerät verbaut sind. Konkrete Klagen gab es dennoch nur sehr, sehr wenige. Und meines Wissens sind alle, einschließlich des umgekehrten Falls, Linux-Kernelcode als eigenständiges Modul in einer Software unter inkompatibler Lizenz, noch vor einem abschließenden Urteil gescheitert.
  • Die Linux-Entwickler sind schon vor vielen Jahren dazu übergegangen, Schnittstellen mit Lizenz-Tags zu versehen. Damit kann ein Entwickler sicherstellen, dass seine Schnittstelle nur von GPLv2-Code genutzt wird. Aber wieso sollte man das machen, wenn alle Kernelmodule unter GPLv2 stehen müssen und damit die Schnittstellen von keinem anders lizensieren Code genutzt werden können?
Die Evidenz spricht also dafür, dass Kernelmodule kein abgeleitetes Werk sind und das rechtliche Risiko anders lizensierte Kernelmodule zur Laufzeit in Linux zu linken ist de facto sehr überschaubar. Hinzu muss man immer den Worst Case sehen. Was passiert schlimmstenfalls bei einer Niederlage vor Gericht? Das kann ich nicht einschätzen, aber wenn Geld in Form eines Schadensersatzes zu holen wäre, hätte das garantiert schon jemand versucht. Also dürfte sich das eher im Bereich von Verbreitungsverboten bewegen. Und dann ist das halt so, schade im die schöne Arbeit, aber kein Weltuntergang.
 

TCM

Well-Known Member
#32
Die Linux-Entwickler sind schon vor vielen Jahren dazu übergegangen, Schnittstellen mit Lizenz-Tags zu versehen. Damit kann ein Entwickler sicherstellen, dass seine Schnittstelle nur von GPLv2-Code genutzt wird. Aber wieso sollte man das machen, wenn alle Kernelmodule unter GPLv2 stehen müssen und damit die Schnittstellen von keinem anders lizensieren Code genutzt werden können?
Und genau das ist riesengroßer Käse und zeigt, dass die ihre Kommunistenlizenz auf dem Rücken der User durchpressen wollen. Ein reiner Nutzer muss sich nämlich um keinerlei Aspekte kümmern außer um das Nutzungsrecht. Hat er ein Nutzungsrecht, kann ihm völlig egal sein, welche Einschränkungen die Lizenz in Bezug auf die Weitergabe der Software macht.

So eine Lizenzprüfung an der Binärschnittstelle geht gegen die Nutzer. Aber so ist das im Kommunismus. Der Einzelne muss leiden, damit das Gemeinwohl durchgesetzt wird. Dabei gings bei der GPL ja ursprünglich mal um die Nutzer. Die sollten nämlich immer davon profitieren können, was irgendwer mal an der Software verändert. Wie sich die guten Vorsätze im Kommunismus immer ins Gegenteil kehren, ist schon spannend.