XWindows besteht aus mehreren Komponenten:
- dem eigentlichen XServer, der die Hardware Deiner Grafikkarte anspricht und lokalen (über Unix Domain Sockets) und entfernten (über TCP/IP) Clients den Zugriff ermöglicht (und gegebenenfalls auch verbietet :-) )
- einer Reihe von Libraries, die die Programmierschnittstelle zur Verfügung stellen
- einer Reihe von Clients, die über die Libraries den XServer ansprechen (z.B. xterm, aber auch Dein opera ist ein Client)
Der "Window Manager" ist aus Sicht des XWindows-Systems nichts weiter als ein spezieller Client, der eben die Fensterrahmen zeichnet und die Fenster verschiebt.
Die Client-Libraries sind traditionell relativ spartanisch, sowohl was die Programmierschnittstelle als auch das resultierende Look & Feel angeht. Es gibt aber eine Reihe von Libraries, die ein schöneres Programmiermodell haben *und* schöneres Look & Feel erzeugen, z.B.: Motif, gtk, qt und ein Haufen mehr.
Um diese sogenannten Toolkits sind ein Haufen von "Desktop Environments" entstanden, die eben einen Windows/Mac ähnlichen "Arbeitsplatz" zur Verfügung stellen und einen Haufen von Funktionalität mitliefern (PIM, Browser, Mailclient, Spiele usw.). In diese Kategorie gehören CDE, KDE und Gnome. Aus Sicht des XWindow Systems sind das aber auch alles Clients...
Aus der Benutzersicht ist das ganze aber relativ einfach:
1. XServer konfigurieren
2. Gewünschtes "Desktop Environment" auswählen, typischerweise Gnome oder KDE.
3. Glücklich sein
Spartanische Menschen nehmen statt einem "Desktop Environment" nur einen Window Manager (z.B. windowmaker), was deutlich resourcenschonender ist (aber manchmal eben auch unbequemer).