Alles ist besser, als Zeit am PC zu vergeuden!
Beitrage in Online-Foren schreiben fällt nicht unter diese Definition?
Die Grundfrage ist doch: was mache ich mit meiner Lebenszeit? Ob man seine Zeit mit Tanzen, Schießen, Saufen, Laufen oder Zocken verbringt, muss doch jeder selbst wissen. Die Neigungen und Interessen sind bei jedem anders.
Wetten, dass kaum jemand in diesem Forum schon mal seine eigene Wurst hergestellt hat oder einen eigenen (essbaren) Käse, sein eigenes Gemüse angebaut, Kartoffeln geerntet, Eier eingesammelt oder ein Kaninchen geschlachtet hat.
Wahrscheinlich nicht. Das dürfte aber nicht weiter überraschend sein in einem Land mit 75-90% Urbanisierung, in dem nur noch 2% der Bevölkerung landwirtschaftlich tätig sind. Nachdem ich 4 der 6 Punkte deiner Liste schon gemacht habe, muss ich sagen: wer nichts davon gemacht hat, hat nichts verpasst.
An einem PC fallen einem alle Dinge so unsagbar leicht und vielleicht liegt darin der große Reiz dieser Geräte. In der Wirklichkeit ist es extrem viel schwieriger, Fertigkeiten zu erlernen und zu perfektionieren.
Als professioneller Softwareentwickler kann ich dir versichern, dass es unglaublich schwierige und komplexe Tätigkeiten am PC gibt - zum Beispiel Softwareentwicklung.

Verglichen damit sind die 6 Tätigkeiten, die du oben aufgezählt hast, zwar körperlich anstrengender, aber wesentlich einfacher.
Es steht außer Frage, dass jemand umso dümmer wird, desto mehr er seine Zeit vor PCs verbringt und SW konsumiert.
Wenn ein Satz schon mit "es steht außer Frage" beginnt...

Beziehst du deine Kritik jetzt auf den Konsum von Software im Allgemeinen oder speziell auf Computerspiele?
Ich konsumiere gerne Software - z.B. Browser - und werde dadurch nicht dümmer. Im Gegenteil, dank Wikipedia & Co. kann ich inzwischen Sachen innerhalb von Minuten nachschlagen, die früher einen einstündigen Ausflug zur Stadtbibliothek erforderten (und die aus Zeitgründen meistens einfach unterblieben).
Es fällt mir geradezu dramatisch auf, wie viele junge Menschen nahezu lebensunfähig sind
Die Klage über die Jugend von heute ist doch so alt wie Menschheit selbst:
"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll [... S]ie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft [...] und tyrannisieren ihre Lehrer."
Fällt das bei den jungen Menschen nicht eher deswegen auf, weil in deiner Jugendzeit jeder - egal wie unkreativ, faul und blöd man war - noch einen Job bekommen hat, der den Lebensunterhalt gesichert hat?
Für die Jugend von heute ist der Arbeitsmarkt wie die
Reise nach Jerusalem, d.h. egal wie sehr sich alle anstrengen, ein gewisser Anteil bleibt immer arbeitslos und muss die Tage irgendwie ausfüllen. In Folge steigt immer mehr die Anzahl Jugendlicher (und in Folge junger Erwachsener), die den Tag mit wenig Geld und viel Zeit verbringen müssen - Computerspiele sind eine sehr günstige Art und Weise, den Tag zu füllen.
und über keinerlei echte Fertigkeiten oder auch nur praktisches Wissen mehr verfügen.
Was sind "echte Fertigkeiten"? Sind die verwandt mit der "einzig wahren Religion"?
Mit zunehmder Digitalisierung der Gesellschaft nimmt natürlich auch die Bedeutung praktischer Fähigkeiten ab - so wie im Zeitalter der Industrialisierung die Bedeutung landwirtschaftlicher Fähigkeiten ab- und handwerklicher Fertigkeiten zunahm.
Der Konsum von SW erzeugt Menschen, die nur noch als Konsumenten taugen.
Diese Hypothese hat nur den kleinen Fehler, dass auch vor der flächendeckenden Verbreitung der Computer die wenigsten Menschen fleißige Bienchen waren, die den ganzen Tag schöpferisch tätig waren.
Aus einem kreativen Macher wird kein passiver Konsument, nur weil er am Computer spielt.
Umgekehrt wird aus einem passiven Konsument kein kreativer Macher, nur weil er nicht am Computer spielt.
Meine Position ist deshalb vollkommen klar. Spiele-SW geht genau in die verkehrte Richtung, weil sie dazu animiert, noch mehr wertvolle zeit vor einem PC zu verbringen.
An dieser Stelle darf ich Salvador Dali zitieren:
"Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, daß man nicht mehr dazugehört."
Ich für meinen Teil (als Gelegenheitsspieler) bin froh, einen Teil meiner Lebenszeit mit spielerischen Meisterwerken wie z.B.
Limbo oder
Braid verbracht zu haben.
Mit einem PC sollte man nur das notwendigste erledigen.
In Foren Beiträge schreiben?

Wie überall gilt: die Dosis macht das Gift - egal in welchem Bereich.
Nur eben so viel Zeit damit verbringen, wie gerade sein muss, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Desto mehr Zeit davon aktiv verbracht wird, desto weniger also nur konsumiert wird, desto geringer sind die schädlichen Nebenwirkungen und es kann in ganz speziellen Fällen sogar zu einer extrem nützlichen Erfahrung werden.
Eben genau daran hindern diese Spiele aber wiederum.
Genau das Gleiche wurde im Laufe der Jahrhunderte über neumodische Erfindungen wie Lesen, Kino, Musik und alles andere gesagt.
Und das führt gleich zu meinem zweiten Punkt.
Alles, was man mit einem PC macht, sollte auf OpenSource-SW aufbauen, weil nur da eine aktive Beteiligung der User umgesetzt wird, wo der Nutzer also nicht nur und endgültig auf die Rolle des Konsumenten festgelegt ist.
In der Praxis sind doch überhaupt nur ein paar Promille unserer Gesellschaft in der Lage, bei Software etwas anderes als ein Konsument zu sein.
Und gerade die aktive Teilnahme an Open-Source-Software erfordert unglaublich viel Zeit vor dem PC, vor der du so aktiv abrätst.
Schon aus gesundem Misstrauen heraus würde ich niemals eine SW auf meinen PC lassen, bei der niemand wissen darf, wie die funktioniert. Es beruhigt mich, wenn die Entwickler zeigen, was sie machen. Auch, wenn ich das nicht selbst verstehen kann, es beruhigt mich trotzdem.
Schon aus gesundem Misstrauen sollte man nur selbstangebaute Nahrung essen?!
Als Softwareentwickler kann ich verstehen, warum man Software nicht als Open Source veröffentlicht, selbst wenn man die besten Absichten hat.
Solange man nicht von Luft und Liebe leben kann, scheitert es schon am Geschäftsmodell - wie verdiene ich mein Geld damit? Die wenigsten Projekte können sich rein aus Service und Support finanzieren.
Was mache ich als Nutzer bei Software, bei der es überhaupt keine Open-Source-Alternativen gibt?
Deshalb würde ich also niemals einen Spiele-Port installieren oder nutzen und schon gar nicht als proprietäre SW mit verschlossenen Quellen.
Wie überall sollte man gesunde Vorsicht walten lassen. Allerdings sind Spiele gerade der Bereich, in dem das Open-Source-Modell besonders schlecht funktioniert.
Jetzt aber zum eigentlichen Thema: ich würde mich natürlich über das Humble Bundle unter FreeBSDs freuen, würde dafür aber weder übermäßig viel bezahlen noch rechne ich damit, dass es kommt.
FreeBSD Leute zahlen im Schnitt mehr als die Linux Leute, da der Linux Markt schon fast übersättigt ist von all den Indie-Spielen.
Selbst wenn die FreeBSD-Zocker das 10-fache des Durchschnitts zahlen würden, wäre es für die Entwickler wohl immer noch ein herbes Verlustgeschäft. Wer sowieso Interesse am Zocken hat, hat auch kein FreeBSD auf dem Desktop (das klassische Henne-Ei-Problem).
Die Cross-Platform-Bibliotheken im Spielebereich werden zwar besser, sind aber bestenfalls unter Windows, Mac und Linux gut unterstützt. Solange FreeBSD auf dem Desktop eine Nische in der Nische und der Portierungsaufwand so hoch ist, würden sich die Entwickler - die damit ihren Lebensunterhalt verdienen - ins eigene Fleisch schneiden.
In diesem Zusammenhang kann ich nur die fantastische Dokumentation
Indie Game: The Movie empfehlen. Wer sich all die großen und kleinen Probleme eines Indie-Game-Entwicklers mal vor Augen führt, wird sehen, warum ein FreeBSD-Port auf der Prioritätenliste so weit unten angesiedelt ist.
P.S.: Wir sind mal wieder größtenteils hoffungslos off-topic.
