Aber man müsste sich halt mal mit IPv6 auseinandersetzen.
Ja. Genau. Solche Aussagen höre ich jetzt seit 20 Jahren. :-)
Nicht. Nicht falsch verstehen. Das ist jetzt nicht als Vorwurf gemeint oder so. Es macht nur deutlich, wo das Problem mit IPv6 liegt.
Nämlich das es z.B. für den Serverbetreiber überhaupt keinen Sinn macht IPv6 zu machen wenn er bisher IPv4 macht.
Weil mit IPv6 hat man ja erst mal keinen unmittelbaren Vorteil. Außer das man sich mit einer Technologie rumschlagen muss, die man nicht kennt. Wäre ja vielleicht alles noch erträglich. Man ist aber gleichzeitig gezwungen IPv4 weiter zu fahren solange es halt noch irgendwelche Clients in Hintertupfingen gibt, die nur per IPv4 angebunden sind.
Sprich: IPv6 bringt in erster Linie Ballast mit den man zusätzlich schleppen muss, zusätzlich absichern muss usw.
Auf der Seite der Kunden (demjenigen der "im Internet surft") ist jetzt auch nicht unbedingt Druck da. Gut. Diese NAT-Geschichten sind nicht schön, aber für die meisten funktioniert es ja hinreichend gut. Mein Facebook geht, mein Netflix geht. Das ist was für viele zählt.
Weil es eben auch auf der Serverseite alle IPv4 anbieten weil keiner sich einen Besucher verschließen will so hast Du natürlich automatisch auch bei den Endkundenprovidern kein Druck unbedingt IPv6 auszuliefern, weil alle Server die der Kunde haben will sind per IPv4 erreichbar.
So ein bisschen die Henne-Ei-Geschichte. :-)
Trotzdem bewegt sich natürlich was in dem Bereich. Der Druck kommt da aber nicht aus den westlichen Ländern, die über reichlich IPv4-Adressen verfügen. Sondern das kommt eher aus Erdteilen, die beim Internet nicht früh dabei waren (Afrika, Asien) und die schlicht keine IPv4 Adressen haben und für die daher IPv6 alternativlos war.
Und ein guter Schritt war es sicher auch bei der IPv4-Adressvergabe irgendwann zu sagen: "Gut. Du kriegst von uns ein IPv4-Block weil sonst das mit dem Markteintritt schwierig wird, aber Du musst dafür dann auch gleich IPv6 anbieten".