Ähm... Ich denke nicht, dass das Ende von OpenSolaris und Oracle ein Problem für FreeBSD mit ZFS werden kann. Ihr tut immer so, als sei der Code nun plötzlich weg.

ZFS ist ein ausgereiftes Dateisystem, das in Version 28 kaum mehr Wünsche für Verbesserungen offen lässt. Was da noch fehlt - mit fällt da spontan z.B. ein Defragmentierungstool ein - ist eher wenig. Das ist heute so und das wird in 15 Jahren noch immer so sein. Selbst wenn da von Oracle nun gar nichts mehr kommt, ist der vorhandene Code halt da und das wird uns auch niemand mehr wegnehmen. Und selbst wenn es gar keine Weiterentwicklung mehr geben sollte, wäre das so schlimm? Bugs fixen und Probleme beseitigen kann man auch allein. Vor allem aber machen gerade die Illumos-Jungs da einiges. Sie waren zum Beispiel, die die von Sun eingefügten, ungeliebten Python-Abhängigkeiten wieder entfernt haben...
Und das FreeBSD stirbt, abgehängt zu werden droht, etc... Ich bin diese Diskussion inzwischen einfach Leid. Alle 6 bis 12 Monate kommt wieder das alte Thema, dass FreeBSD stirbt weil es $FEATURE oder $HYPE nicht hinterherläuft. Tatsächlich sind BSDler sehr gut mit den Anhängern der Fotofirma Pentax zu vergleichen, das Glas ist immer halbleer:
- Pentax macht Verluste -> "Pentax geht pleite, ich sollte meinen Kram verkaufen, solange er noch was wert ist!"
- Pentax macht Gewinn -> "Die Muttergesellschaft hübscht die Braut nur auf. Pentax wird an die Konkurrenz verkauft und eingestampft, ich sollte meinen Kram verkaufen, solange er noch was wert ist!"
Natürlich läuft die Welt im Moment Linux nach. Aber bis vor acht Jahren tat sie sehr lange Zeit das exakt Gleiche mit Microsoft Windows NT. Linux ist im Moment halt modern. Und irgendwann, vielleicht morgen, vielleicht in 10 Jahren, kommt der nächste Hype. Glaubt ihr, dass FreeBSD nennenswert mehr Benutzer bekommen würde, wenn man den nachrennen würde und selbst das gerade aktuelle $FEATURE implementieren? Das ist naiv zu glauben. Viele Features, da sehe ich in Verkaufsgesprächen immer wieder, werden genutzt weil sie da sind und nicht weil man sie braucht. Bestenfalls noch, weil man meint sie zu brauchen... Natürlich gibt es fast nur noch Windows und Linux. Aber es gibt ja kaum mehr Alternativen. Die alten Unices sind doch längst alle (schein)tot.
Nein, ich sagte es an anderer Stelle schon öfter. In meinem Umfeld hat FreeBSD sein Tal der Versionen 5 und 6 weit hinter sich gelassen und ist wieder ganz gut mit dabei. Es ist recht problemlos FreeBSD an den Mann zu bringen, es wird sogar aktiv nachgefragt. Und wenn man Kunden einmal fragt, wieso sie sich bewusst für FreeBSD entschieden haben und von sich aus gekommen sind, hört man immer wieder das gleiche: FreeBSD sei ein sehr robustes, zuverlässiges System, was wesentlich langfristiger als die beiden Großen denkt. Oder auch: Wir haben nicht jahrelang auf Solaris gesetzt und waren zufrieden, nur um uns nun Linux anzutun. Was zugegeben ein wenig flamig klingt.
Qualität und Tugenden müssen nicht immer nicht immer in Features definiert sein. Tatsächlich ist die Ecke der Featureritis schon sehr eng besetzt und der Platz da entsprechend klein. Es gibt wesentlich größere Lücken, die angenehmer sind. Und sind wir mal ehrlich. Wollen wir wirklich den Erfolg und Hype, den Linux derzeit erlebt? Dann wäre es vorbei mit unserer kleinen, ruhigen Welt hier
