ich möchte da nicht ketzerisch erscheinen. Dass bei Aktualisierungen oder Ausbau des Systems mit portmaster oder portupgrade irgendwann irgendwo was hängt, ist durchaus nicht ungewöhnlich. Beinahe möchte ich sagen, dass es der Normalfall ist. Meist geben einem die Fehlermeldungen ausreichend Hinweise, wie Probleme gelöst werden können, manchmal hilft das Internet und manchmal geht es leider gar nicht, zumindest nicht für unbedarfte Enduser wie mich. Dann bleibt nur Warten, bis andere das Problem gelöst haben und auf baldige Korrektur des Fehlers in den Ports hoffen.
Die Bastelei kann Spaß machen. Vor allem, wenn man tatsächlich weiter kommt.
Mir ging es Jahre lang so, dass Spaß überwog. Dabei hatte ich aber auch den Vorteil ein bereits funktionierendes System zu betreiben. Wenn Aktualisierungen scheiterten, dann war das nicht so schlimm, weil ich doch immer noch weiter arbeiten konnte. Dabei halfen auch einige Redundanzen, also mehrere installierte Programme, die quasi die gleiche Aufgabe erledigen.
Im Laufe der Zeit hatte ich zwei Systeme installiert und nur Pakete benutzt. Damit kam ich ziemlich weit. Das neue pkgng hatte ich so nicht benutzt. Dabei sind dann alle Optionen vorausgewählt. Manchmal kann nicht die Sprache gewechselt werden oder es kommt eine SW mit QT anstatt mit GTK und zieht entsprechend alberne Abhängigkeiten nach sich.
Die make.conf ist zunächst mal nicht ganz so trivial, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Dann aber ist sie ziemlich dumm, weil sie nur auf Text sieht und nicht den Sinn erkennt. Nun sind leider nicht immer bei allen Programmen die entsprechenden Optionen auch gleichlautend. pulseaudio dürfte ziemlich eindeutig sein, aber ich wäre mir nicht sicher, ob immer und überall die Einträge in der make.conf auch so ausgewertet werden, wie ich das möchte. Deshalb würde ich jedenfalls die Liste der Optionen zu allen Programmen vorab ansehen. Portmaster kann das und portupgrade auch (ich glaube -c als Option, habe aber nun nicht nachgeschaut). Dann, wenn man den Überblick hat, kann man entsprechende Einträge in der make.conf hinterlassen, um zukünftig vielleicht einfacher klar zu kommen. Allerdings werden die einmal gesetzten Optionen auch gespeichert und stehen deshalb beim nächsten Mal zur Verfügung. Für mich habe ich nur ganz wenige Dinge in der make.conf festgeschrieben.
Insgesamt gibt es wenig, das zentral zusammengefasst ist. Wir diskutierten schon mehrfach die Einstellungen der Lokalen, die durch mehrere Dateien hindurchgezogen werden muss. Das ist aber nur ein Beispiel.
Man muss sich vielleicht gegenwärtig halten, dass die OpenSource-Entwicklung generell nicht FreeBSD-Lastig ist.
Das Basis-System selbst, also das, was wir FreeBSD nennen, also den Kernel und das, was meist World in der FreeBSD-Sprache genannt wird, was in der Linux Welt meist GNU oder manchmal busybox ist, das kommt aus einem Stück. Es wird gleichzeitig und zusammen entwickelt und herausgebracht. Das ist FreeBSD. Dazu kommen oder darin enthalten sind Tools, die einen weiteren Ausbau ermöglichen. Der Ausbau erfolgt aus Ports oder aus Paketen und diese sind nicht FreeBSD und nicht im Hinblick auf den Gebrauch in FreeBSD entwickelt. Die Maintainer entwickeln allermeist nicht an diesen Programmen, sie setzen sie "nur" passend für FreeBSD um. So, dass sie installiert werden können. Nur ganz ganz selten ist dann etwas schon konfiguriert. Es ist kein System, das Funktionsorientiert ist. Es geht nicht so, dass ich mir überlege, eine Office-Suite zu brauchen, weil ich die Funktion Briefe Schreiben haben möchte und dann eine installiere und dann automatisch tatsächlich Briefe schreiben und eine zu mir passende Rechtschreibprüfung etc gleich dabei habe. Es wird nur die Office Suite installiert. Mit den gewählten Optionen, wenn man die wählte. Weitere Funktionalität muss mitunter erst noch realisiert werden, Sprachpakete gesucht und eingestellt werden, Schriften installiert werden, die Verbindung zu einem Druck-Server hergestellt werden und andere Möglichkeiten mehr. (Das ist nur ein virtuelles Beispiel). Also, in der Regel lassen einem die Maintainer vollkommen freie Wahl und legen einem nicht vorher alles fest. Das muss man dann selbst erst alles realisieren, was man haben möchte. Also, schlimmstenfalls installiert man eine OfficeSuite und kann gar nicht Briefe schreiben, weil dazu noch irgendwas fehlt. (Wie gesagt, kein Beispiel aus der Wirklichkeit). Also, stell dir das vor. Die Maintainer bereiten Programme so auf, dass sie sich installieren lassen, Programme, die nicht im Hinblick auf Verwendung in FreeBSD direkt geschrieben wurden. Dabei werden keine voreiligen Festlegungen für den Endanwender getroffen. Das ist ungefähr das Ports-System.
Das, was du später zur Arbeit benutzen wirst, sind allermeist Programme aus diesem System. Vom Basis-System wirst du meist nur diejenigen Tools brauchen, die andere Programme installieren helfen. Ich bin ziemlich sicher, dass viele Anwender nicht erkennen könnten, wenn man ihnen ein GNU/LInux unterschieben würde und behauptet, dass es ein FreeBSD ist. Oder umgekehrt.
Weshalb ich dies skizziere: Meiner Ansicht nach wirst du Zeit brauchen, viel Zeit.
Neuere Versionen habe ich zwar nicht mehr probiert und ich bin bekanntermaßen langsam und deshalb kein Maßstab. Aber es ist nicht selten, dass man mehr als einmal installieren muss um verschiedene Dinge richtig zu sehen und Zusammenhänge zu erfassen. Jedes mal kommt man ein kleines Stückchen voran. erwarte nicht, dass das sich so im Vorbeigehen erledigen lässt. Bringe Ausdauer und Geduld mit.