Hallo nismo!
Ich möchte Deine Frage gerne differenziert beantworten.
Erst mal Glückwunsch, Du bist auf dem richtigen Weg: In einer Welt, in der
fast alles von Computern kontrolliert wird, sollte man wenigstens ein bißchen
Ahnung davon haben, wie man diese unter Kontrolle bringen kann.
Du mußt Dir ein paar Fragen selber stellen, um unter den möglichen Optionen
wählen zu können. Die Wahl mußt am Ende Du treffen, und Deine Wahl sollte Dich
im Nachhinein nicht demotivieren.
Folgende Fragen könnten das sein:
1. Will ich ganz allgemein etwas über das Programmieren erfahren? Möchte
ich bequem ein Gefühl für das Programmieren an und für sich bekommen?
Dann ist eine Sprache wie Ruby, Python, Pascal, oder TCL richtig. Die Vorteile
von interpretierten Sprachen hat minuseins erläutert. Für alle gibt es gute
Tutorials und die Sprachen machen nach kurzer Zeit viel Spaß.
2. Ist die Portabilität wichtig? Warum nicht Java? Es gibt ausgezeichnete Tutorials,
viele Entwickler mit Erfahrung, die sich Foren tummeln. Javaprogramme laufen auf
fast allen Betriebssystemen (jaja, write once, debug everywhere... nicht abschrecken lassen). Und NetBeans von Sun ist eine prima IDE, die Dich von der Serverapplikation bis zum Handyspiel unterstützt. Vom Code erinnert Java doch stark an C++, ohne jedoch die Tücken zu haben.
3. Willst Du wissen, wie Dein Rechner wirklich läuft? Schreibe Assembler, auch wenn es eine echte Herausforderung ist. Beispiel: Vor kurzem fragte mich eine Bekannte, ob ich Ihr Programmieren beibringen kann. Sie meinte damit, Sie will wissen, wie Ihr Rechner im tiefsten innern funktioniert. Also haben wir einen Bootloader und einen kleinen Kernel geschrieben. Sie hat es verstanden, weiß jetzt gut Bescheid.
www.osdever.net sollte Dein Freund sein.
4. Du willst aus Überzeugung programmieren, hast am Anfang viel Geduld und willst von Anfang an die absolute Universalsprache sprechen? Dann vergiß alles was ich oben gesagt habe. Lerne C (++) und werde, nach der von dettus beschriebenen krassen Lernphase am Anfang, glücklich. Die ganze Welt ist in C programmiert, es könnte sich also durchaus lohnen, gleich diese Sprache zu nehmen, die zumindest mir anfänglich überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Aber man gewöhnt sich daran und denkt irgendwann nicht mehr darüber nach. Ich meinerseits habe jahrelang in Delphi unter Windows programmiert. Delphi/Object Pascal ist wirklich fein und hält einem viele Probleme, die man unter C haben kann, fern. Aber letztendlich muß man umsteigen, um die (Programmier-)Welt zu verstehen und nicht erst auf irgendwelche Sprach-Bindings warten zu müssen, wenn man eine neue schöne Bibliothek benutzen möchte.
Wenn es Dir mit dem Programmieren sehr ernst ist und Ausdauer vorhanden ist: NIMM C!
Mach keine Umwege.
Die schönen, eleganten Skriptsprachen können Dich dann später immer noch faszinieren.