Unexpected soft update inconsistency

ath0

Well-Known Member
Hallo zusammen.

Ich habe evtl. ein echtes Problem. Ich hatte gestern abend einen Stromausfall, in diesem Moment habe ich mir einen Film angesehen der auf einer reinen Ablageplatte liegt. Nach dem der Strom wieder da war habe ich normal starten können und nach einem fsck war mein Rechner wieder fitt, als ich den Film zuende gesehen habe habe ich meinen Rechner wie immer Herunter gefahren. Auffällig war eine Meldung beim Runterfahren, die ich mir aber nicht aufgeschrieben habe, da ich häufiger Meldungen bekomme die sagen das nicht alle Buffer gesynct werden konnten, Reboot usw usf. Als ich aber Heutemorgen die Kiste wieder angeschalten habe hat er beim fsck um Hilfe gerufen und im verlauf häufiger die Meldung

UNEXPECTED SOFT UPDATE INCONSISTENCY

ausgegeben. Auch ein zweites fsck hat nicht geholfen.
nach dieser info kann ich die Platte in Müll hauen. Könnt Ihr das bestätigen oder kann ich das Teil doch noch retten? Die platte ist ca. 1,5 Jahre alt und hat ja bis gestern einwandfrei Funktioniert.

Ich habe FreeBSD 8.2 laufen und habe mein FS wie folgt aufgebaut.
Meine Systemplatte ist eine 250gb platte und beinhaltet 1 partition. Eine weitere Platte mit 1TB Kapazität beinhaltet mein Home. In meinem Home ist ein Ordner enthalten in den eine Weitere Platte mit 1,5TB gemauntet ist. Letztere ist mein Datenklo, sprich es ist keine Festplatte auf der irgendwelche configs liegen oder Systemprogramme irgendwelche Dateien beackern.

Die Festplatte die Probleme macht ist nun aber die Home Platte, was mir irgendwie komisch vor kommt.

Vielen Dank schonmal für jede hilfe.
 
Also, das Problem lässt sich kurz gesagt so beschreiben: Eigentlich halten Softupdates das Dateisystem immer konsistent, es ist also kein fsck notwendig. Die einzige Ausnahme sind Löschoperationen, die technisch bedingt nicht atomar umgesetzt werden können. Hierdurch kann Speicherplatz fälschlicherweise als belegt markiert sein, mehr passiert jedoch nicht. Journaled softupdates helfen dagegen. Wenn nun eine "UNEXPECTED SOFT UPDATE INCONSISTENCY" auftritt, ist das Dateisystem also inkonsistent, obwohl es mit Softupdtes nicht passieren kann. Das kann diverse Ursache haben... Es beginnt mit lügender Hardware (leider tut das viele Hardware) und endet mit Defekten.

Im besten Fall würde ich sagen, dass die recht billige Desktophardware (das ist nicht abwertend gemeint, stattdessen eine Tatsache) sich am Stromausfall verschluckt hat. In dem Fall müsstest du fsck so oft laufen lassen, bis keine Fehler mehr auftreten. Die Frage ist nur, was es dich kostet. Dabei können schon nennenswerte Mengen Dateien abrasiert werden, sie tauchen dann unbenannt in "lost&found/" wieder auf. Vielleicht ist es daher sinnvoller - sofern kein Backup existiert - das Dateisystem read only zu mounten und die Daten herunterzukopieren.

Die schlimmeren Fälle beginnen mit einem kaputten Kabel oder oxidierten Steckern. S-ATA hat da eine gewisse Neigung zu. Da hilft es das Kabel zu tauschen. Weiter geht es mit einer defekten Platte (SMART kann einen Hinweis, aber keine definitive Antwort geben) und sogar durchgeknallten Controllern. Das Problem beim Stromausfall ist, dass vielleicht eine Spannungsspitze vorweg ging, die dein Netzteil nicht abgefangen hat. Leider kann man hinterher nicht mehr sagen, was genau passiert ist...
 
Danke für die ausführliche Antwort :)

Da ich von meiner Homeplatte kein Backup mache, weil das ja eh eher temporäre daten sind, fällt das erstmal als option weg. Ich habe gerade auch keine Platte über, ich wollte mir aber eh eine kaufen.
Aber um heute evtl. doch noch an dem Teil arbeiten zu können währe mehrmaliges fsck eine Option? habe ich das richtig verstanden?

Ich würde die Platte ja neu machen, aber da sind noch Projektdaten drauf die ich nach einer Umbauaktion noch nicht wieder auf meinen Server gepushed habe. Deswegen würde mir die option mit fsck für heute besser gefallen, zumal mein Hardware Dealer erst Donnerstag wieder zu sprechen ist :(
 
Ja, wenn das Dateisystem nur beschädigt ist und die Hardware heil, sind die Chancen gut es mit genügen fsck-Läufen wieder zum Laufen zu bekommen. fsck läuft das Dateisystem von vorn nach hinten ab, korrigiert jeden gefundenen Fehler. Dabei kann es aber aber komplexen Fehlern passieren, dass Korrekturen weiter vorn neue Fehler verursachen oder vorhandene Fehler erst sichtbar machen. Daher ist es generell eine gute Idee fsck mindestens 2x laufen zu lassen. Also kurz gesagt: Lasse fsck öfter laufen, bis er keine Fehler mehr findet. Rechne aber damit, die eine oder andere Datei aus lost&found kratzen zu müssen.
 
Gut lost&found durchsehen sollte nicht so schlimm sein, wenn ich was übersehe sollte das nicht so schlimm sein. Ich sehe gerade das ein Block nicht gelesen werden kann. Das ist dann wohl ein Hardware defekt oder?
 
Ja. Eindeutig. Vorübergehend kann es helfen, diesen einen Block mit dd(1) mehrmals zu schreiben. Dadurch sollte die Firmware der Festplatte den Block gegen einen Ersatzblock tauschen, sofern noch welche vorhanden sind. Aber auf längere Sicht ist eine Platte mit kaputten Blöcken im Eimer.
 
... Mist ... nu gut dann gibt es jetzt 2 neue Platten :) Danke für die Hilfe und deine Geduld!

Ich möchte noch hinzufügen, ZFS hat den Stromausfall und ein Baby mit wesentlich älterer Hardware überstanden. Ich Liebe FreeBSD :)
 
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