Wahl des richtigen Dateisystems

ari

Well-Known Member
Einen wunderschönen (heissen) Tag wünsche ich,

ich plane eine Installation von FreeBSD 8.2 auf meinem Notebook (d.h. für den Desktopbetrieb), und da mein Wissensstatus in Bezug auf BSD - wenn man freundlich aufgelegt ist - als "blutiger Anfänger" klassifiziert werden kann stellt sich mir die Frage, welches Dateisystem für mich respektive meine Zwecke am ehesten geeignet ist.

Der Dokumentation habe ich entnommen dass folgende Dateisysteme von (Free-)BSD unterstützt werden:
  1. UFS
  2. ext2/ext3
  3. NTFS (Allerdings nur Lesezugriffe)
  4. FAT
  5. ReiserFS (Allerdings nur Lesezugriffe)
  6. XFS (Allerdings nur Lesezugriffe)
  7. ZFS
(Ich kann nicht beurteilen inwiefern dieser Stand aktuell ist, über jedwede Ergänzung freue ich mich natürlich.)

NTFS fällt aus, FAT (für mich) detto, somit bleiben mir also nur mehr drei Stück über - zu ReiserFS finden sich im Netz unterschiedliche Informationen, manche sagen dass bisher nur Leseoperationen möglich sind, andere Stellen behaupten dass auch Schreibzugriffe möglich sind; so oder so bleibt die Unterstützung experimentell und ich vertraue (wieder einmal) auf die Dokumentation die mir sagt:
FreeBSD includes a read-only ReiserFS driver. For more information, see mount_reiserfs(8).
Für XFS spricht der Wikipediaartikel von:
FreeBSD gained read-only support for XFS in December 2005 and in June 2006 experimental write support was introduced; however this is supposed to be used only as an aid in migration from Linux, not to be used as a "main" filesystem.
Ob und inwiefern diese Information noch aktuell ist kann ich nicht beurteilen, konnte aber keine gegenteiligen Informationen finden.
FreeBSD gained read-only support for XFS in December 2005 and in June 2006 experimental write support was introduced; however this is supposed to be used only as an aid in migration from Linux, not to be used as a "main" filesystem.

ZFS würde zwar einige Vorteile bieten, diese liegen aber oftmals im Bereich des Server- oder Clusterbetriebs, sind also für den Privatanwender wie mich nicht unbedingt nützlich, ich zitiere in diesem Fall den passenden Wikipediaartikel:
Ein Nachteil ist die Auslegung auf 128-Bit-Pointer (siehe Eigenschaften), da sie nicht der Wortbreite aktueller CPUs entspricht, die typischerweise bei 32 Bit im Bereich Appliances und älterer Personal Computer sowie bei 64 Bit im Bereich aktueller Einzelplatzrechner und den meisten Servern liegt. Somit ist auf derartigen Systemen keine optimale Performance gegeben. Überhaupt bringt die 128-Bit-Auslegung nur dort Vorteile, wo ungewöhnlich große Datenmengen gespeichert werden sollen.

...

Die 128-Bit-Auslegung bedeutet hier also nur zusätzlichen Rechen- und Zeitaufwand sowie einen etwas erhöhten Platzbedarf auf dem Medium
In der Dokumentation wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass ein ausreichend großer Arbeitsspeicher sicherlich kein Nachteil ist (1 GB minimal, 2GB+ ratsam - ich habe exakt 2 GB zur Verfügung.), also erwarte ich mal vorsichtig auch da eine Einschränkung der Performance, oder liege ich da kapital daneben?

Da ext3 abwärtskompatibel zu ext2 ist würde ich im Falle des Falles eher ext3 nehmen, mir fallen da keine wirklichen Nachteile auf, die bei der Verwendung von ext3 existent sein könnten (Verzeihung, dass es immer nur Wikipedia ist, ist allerdings oftmals die schnellste Quelle.), Wikipedia meint:
Ext3 ist langsamer als andere moderne Journaling-Dateisysteme, wie zum Beispiel XFS oder JFS, dafür jedoch relativ robust.

Weiterhin überschreibt ext3 bei Löschvorgängen die Block-Pointer der Inodes mit Nullen. Dies erschwert ein Wiederherstellen gelöschter Dateien, erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass die Integrität des Dateisystems nach einem Programmfehler oder Systemausfall ohne Datenverlust wiederhergestellt werden kann. Ein Wiederherstellen der Daten ist mitunter dennoch möglich

Momentan würde ich zu ext3 tendieren, ganz nach dem Motto "Was der Bauer kennt frisst er gern", würde aber gerne eure Meinungen dazu hören. (Entschuldigung, dass der Text stellenweise so unformatiert ist und ich mich nicht vollständig informiert habe, das wär' dann doch ein bisschen zu viel auf einmal gewesen. *g*)
 
Kurze Antwort: UFS.
ZFS ist zu fett für so wenig Ram, die anderen Dateisysteme (XFS/ext2/ext3) sind sicherlich nicht so stabil implementiert.

Rob
 
Hi .not!

Mit Dateisystemen habe ich mich noch nicht viel auseinandergesetzt, aber im Desktop-Bereich mit UFS bisher immer problemlos gefahren. Bin wohl leicht zufriedenzustellen. :]
 
Für ein Notebook würde ich Dir auch ganz stark zu UFS raten. Es ist das native Dateisystem von FreeBSD, sehr stabil und ausreichend performant. ZFS bietet zwar sehr nette Features wie z.B. einfaches Snapshot-Management, verbraucht allerdings auch mehr Ressourcen, was bei mobilen Rechnern ein entscheidendes Argument gegen seinen Einsatz sein kann.
 
Danke für eure Antworten, was ich in Bezug auf:
... was bei mobilen Rechnern ein entscheidendes Argument gegen seinen Einsatz sein kann.
vielleicht erwähnen sollte: Das Gerät ist permanent an das Netzteil angeschlossen da der Akku einen Defekt aufweist (.. ist auch nicht mein Produktivgerät.), Energiebedenken fallen also weg, dennoch, da ZFS für meine beschränkte Hardware doch ein wenig zu "schwer" ist. Hab' mich jetzt noch ein wenig in UFS eingelesen und werd' - auch nach euren Tipps - dazu greifen. Danke! :)
 
Wenn es eine amd64 kompatible CPU ist und du den Arbeitsspeicher verdoppelst ist das eine brauchbare Platform um mit FreeBSD inkl. ZFS zu experimentiern. Mit 2GB RAM oder einer i386 CPU ist ZFS nicht zu empfehlen.
 
Wenn es eine amd64 kompatible CPU ist und du den Arbeitsspeicher verdoppelst ist das eine brauchbare Platform um mit FreeBSD inkl. ZFS zu experimentiern. Mit 2GB RAM oder einer i386 CPU ist ZFS nicht zu empfehlen.

Korrekt. Sofern die Hardware es erlaubt, ist ZFS das Mittel der Wahl. Für den Rest nimmt man UFS (und zwar nur entweder oder, keinesfalls beide in einem System mischen).
 
Wenn man das riskieren will.

Für den skizzierten Einsatzzweck (1 Festplatte im Notebook) sollte ZFS unter FreeBSD stabil genug sein und bietet auch im Desktop-Betrieb Vorteile.
Vor allem als Anfänger, der mit FreeBSD herumexperimentiert, sind Snapshots doch ein Geschenk der Götter.

Das man unter FreeBSD mit ZFS keinen unternehmenskritischen Fileserver mit dutzenden Festplatten betreiben sollte, ist eine andere Geschichte. Das würde ich mit UFS aber auch nicht tun.
 
Ich bin da anderer Auffassung und würde sogar UFS ohne Softupdates und mit noatime als Mountoption nehmen.
Zwar ist der Akku defekt, doch bei Laptops gibt es eher weniger Probleme mit plötzlichen Spannungsabfällen und dadurch geschredderten Dateisystemen.

Die Snapshots im ZFS sind vielleicht eine schöne Sache, doch ob man das dauerhaft beibehalten möchte? Mit einem lahmen Laptop? Es gibt auch andere Möglichkeiten, mal was zu sichern und dabei denke ich eigentlich eher weniger an das System. Die Arbeitsdaten sind doch viel wichtiger. Das macht sich zwar auch mit Snapshots, aber es gibt auch etliche andere Wege.

Zu meinen Linux-Zeiten war ich ganz versessen auf die damals neuen Dateisysteme mit Journal. ReiserFS und vor allem XFS hatten es mir angetan. Gerade letzteres funktionierte für mich vollkommen tadellos und performant. Als ich zu FreeBSD wechselte, war ich ziemlich erschrocken, dass es da nur ein wirklich unterstütztes Dateisystem gab, damals nur UFS. Das wirkte auf mich ziemlich nachteilig. Allerdings sehe ich das heute deutlich gelassener: was soll man mit noch einem anderen Dateisystem? UFS(2) kann alles, was ein Dateisystem machen soll. Dabei erlebte ich es bisher unkaputtbar, selbst Stromausfälle überstand es immer mit den hauseigenen Reparaturmitteln, sofern diese überhaupt notwendig wurden.

ZFS ist meine Wahl für mehrere Platten und etwa für Raid-Pools. Alle anderen SW-Raids, die ich mit FreeBSD probierte, konnten mich bei weitem nicht so überzeugen.
 
Das wär für mich überhaupt keine Frage: UFS.
Schnell genug, dass bei nem Notebook die Flaschenhälse woanders liegen und stabil.
Notebookplatten sind meist nicht so riesig, dass auch die snapshots von ufs ausreichen müssten.
ZFS sehe ich hier als oversized mit Riskofaktor wider der Langeweile an.
 
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