Wohlfühlen mit FreeBSD

ww

Well-Known Member
Hallo Comm,

ich muß mal meine Geschiche loswerden, wie weit ich es mit FreeBSD inzwischen gebracht habe. Im letzten Jahr habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt und die Umstellung meiner gehosteten Websites von einem virtuellen Server auf eine eigene Box in einem Rechenzentrum durchgezogen habe. Ich weiß noch genau, mit welchen dämlichen Problemen ich am Anfang gekämpft habe.

Jedenfalls sind aus dem einen Rechner inzwischen fünf geworden und alles läuft recht smooth. Gestern habe ich einen Gebrauchtrechner mit einer Intel Dual-NIC-Karte versehen, eine 5.3 CD eingelegt, schnell mal installiert und das Ding ins RZ gefahren. Anschließend ipfw aktiviert, die Welt neu gebaut und nach zwei Stunden war alles gut. Wenn ich bedenke, wie ratlos ich vor ein paar Monaten noch vor meiner puTTY-Shell saß...

Fazit:
1. Danke an die Community für die Hilfe, die ich hier erhalten habe.
2. Danke an den Meister asg, der sich besonders um meine hilflose Seele gekümmert hat.
3. Wer mit dem Gedanken flirtet, FreeBSD zu verwenden und bereit ist, zu lernen und sich durchzubeissen, den möchte ich ermutigen, es zu tun. It really works ;-)

ww
 
So ging es mir vor ziemlich genau einem Jahr auch... als erfahrener Windows-Nutzer/Programmierer ist es ja dann doch erstmal hart, daß man in mancher Hinsicht ganz von vorne anfangen muß. Doch je mehr man die Features von Unices kennenlernt, desto mehr wundert man sich, wie man jemals auf all die Vorteile und Möglichkeiten, eine Sache anzugehen, verzichten konnte.
Und: Dieses Forum hat auch mir viel geholfen, denn Fragen führen hier im Vergleich zu anderen Foren schnell zu qualifizierten Antworten (Beispiel Gentooforum: Hier gibt es zwar auch gute Beiträge, allerdings sind diese viel mehr von wenig hilfreichen durchsetzt).
 
ww schrieb:
ich muß mal meine Geschiche loswerden, wie weit ich es mit FreeBSD inzwischen gebracht habe. Im letzten Jahr habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt und die Umstellung meiner gehosteten Websites von einem virtuellen Server auf eine eigene Box in einem Rechenzentrum durchgezogen habe. Ich weiß noch genau, mit welchen dämlichen Problemen ich am Anfang gekämpft habe.

Wolfgang, sei stolz auf Dich, Du hast das mit bravour gemeister. Hut ab.

1. Danke an die Community für die Hilfe, die ich hier erhalten habe.
2. Danke an den Meister asg, der sich besonders um meine hilflose Seele gekümmert hat.

Die Community hier ist wirklich zu etwas "grossem" erwachsen.
Ich schreibe Dir morgen mal eine Email, zwecks der Server und einigen Dingen die evtl. noch zu tun sind (Scripte, backup). Hatte die letzte zeit nur etwas viel Stress.
 
@ww
Das S. bedeutet "Super" ;-)
Nein, es ist einfach mein zweiter Vorname: Stephan
 
Jeff schrieb:
... Doch je mehr man die Features von Unices kennenlernt, desto mehr wundert man sich, wie man jemals auf all die Vorteile und Möglichkeiten, eine Sache anzugehen, verzichten konnte.

Schön gesagt. :)

Als ich noch Windows nutzte habe ich mich auch immer damit getröstet "alles" damit machen zu können. NUR, kein Einziges der Programme die ich installiert hatte, hatte eine rechtliche Daseins-Berechtigung. ;) Nicht das mich das sonderlich gestört hätte, aber der Krampf dauernt neuen Versionen, Cracks, KeyGens usw hinterherzulaufen...

Gut das es freie Alternativen gibt, und meine heißt FreeBSD. :)

Lieber mal ne man-page lesen als sinnlos klick-i-bunti Raubkopien leechen.

r0b0
 
Hoi Jungs,

habe vor ca. 3-4 Monaten bei mir zuhaus Linux vom Fileserver genommen und FreeBSD installiert. Mittlerweile hab ich mich ganz gut eingelebt... SMB läuft wieder der Rest wird sicherlich auch noch. Mittlerweile wage ich mich schon an etwas tiefgreifendere Dinge hinsichtlich der Netzwerkkonfiguration (VLAN´s) um mein kleines Homenetzwerk sicherer zu gestalten.

Was man diesbezüglich anmerken muss, ist das aufgrund des guten Forums hier und der überragenden Online-Doku von FreeBSD der Sprung ins "kalte" Wasser am Ende meist ohne "Frostbeulen" verlaufen wird...

Ciao

overle
 
Eine Sache noch: Mir sind OS-Flames völlig fremd, aber imho ist der Weg von Win nach Linux nicht optimal, weil man letztlich nicht daran vorbeikommt, sich mit den Tiefen des /etc-Verzeichnisses zu beschäftigen und nichts davon hat, wenn ein Tool à la yast dazwischensteht. Es ist außerdem wichtig zu verstehen, WIE etwas funktioniert und WARUM man etwas so und nicht anders macht. FreeBSD ist dafür gut geeignet, weil es stringent aufgebaut und bestens dokumentiert ist. Aber das wißt Ihr ja ;-)
 
Naja, zum anfixen ist ja auch SuSE nicht schlecht... an SuSE würde ich sogar meine Oma lassen.
Zum echten Kennenlernen ist es dagegen wohl kaum geeignet. Handarbeit trainiert und macht unglaublich fit. Auch, daß sich Arbeit unter X und auf der Kommandozeile so irre gut kombinieren lassen, macht die Systeme attraktiv für denjenigen, der nicht einfach Windows haßt, sondern bereit ist, etwas ganz neues, faszinierendes kennenlernen zu wollen.

Das tolle an den *BSDs ist auch, daß man in jeder Variante von gleichen Vorraussetzungen ausgehen kann. Wenn ein FreeBSD-User ein Programm installiert, ist so gut wie 100% klar, daß er das mit der Port-Collection tut. Unter Linux fängt die Fragerei an: ebuild? RPM? APT? OPT? Ganz anderes?

Dagegen ist natürlich bei Linux die Vielfalt faszinierend. Bei Linux gibt es nicht nur für jede Hardware-Plattform eine Variante, sondern auch noch für jede Spezialanwendung. Das ist der von Eric S. Raymond beschriebene Bazar in Reinform.

Ach, ich höre jetzt auf. OpenSource ist, unabhängig von reinen Ideologien, etwas höchst faszinierendes. Wahnsinn, daß der größte Konkurrent von Microsoft ausgerechnet eine riesige Schar Hobbyprogrammierer ist, die ihr Produkt noch nicht mal verkaufen. Wann propagiert Microsoft eigentlich ein Gesetz, nach dem das Programmieren nur noch als festangestellter Programmierer erlaubt ist? Man könnte das doch wunderbar damit begründen, daß schließlich vor allem Privatleute und pickelige Teenies in ihrer Freizeit grausame Viren schreiben und man die Welt so sicherer (und paradiesisch schön) machen könnte.... :rolleyes: :rolleyes: ;)
 
Hi,

ich bin auch erfahrener Windows Anwender und vor 3 Wochen stürzte ich mich drüber und knallte mir auf meine 2 HD FreeBSD 5.3 Release.
Die Installation lief reibungslos danach stand ich da, null Ahnung von Unix und FreeBSD.
Nach 1 Woche herumconfen, ausprobieren, neu starten und unter Windows im FreeBSD Handbuch nachlesen hab ich es jetzt mal geschafft das mein x-server mit gnome läuft.
Jetzt mit der x-oberfläche geht es dann doch etwas einfacher wenn man mozilla mit wiki & BSD-handbuch nebenbei offen hat ;) .

Was ich aber immer noch Witzig finde ist dass ich teilweise null Ahnung habe was ich eigentlich da für einen Befehl in die Shell tippe und was er im Hintergrund auslöst oder wie er damit zusammen hängt.
Er steht halt einfach so in der Anleitung :) .

Da komme ich auch mit den man pages nicht weiter da sich meine englisch Kenntnisse auf Hauptschulenglisch beschränken und die dann doch ab und zu Komplexer geschrieben sind :rolleyes: .

Also hab ich mir mal von “O´Reilly UNIX, Ein praktischer Einstieg“ Bestellt und hoffe das ich schlauer werde.
Ich möchte aber erwähnen ich verwende mein FreeBSD zuhause als Desktop, und hab auch dort nur zwischen Kind und Frau zeit mich damit zu beschäftigen.

Naja morgen werde ich versuchen meinen eigenen Kernel zu Bauen.
Irgendwie hoffe ich das ich FreeBSD damit absteche den erst beim Fehler suchen und ausbessern lernt man es richtig :D .

Im Großen und Ganzen ist es einfach eine Riesen Umstellung von windof buggy gui auf unix shell aber es macht auch viel spaß.
Und die community dahinter ist echt stark *großes lob* :) .
 
Gesetz nicht nötig

Jeff schrieb:
...
Dagegen ist natürlich bei Linux die Vielfalt faszinierend. Bei Linux gibt es nicht nur für jede Hardware-Plattform eine Variante, sondern auch noch für jede Spezialanwendung. Das ist der von Eric S. Raymond beschriebene Bazar in Reinform.

Ach, ich höre jetzt auf. OpenSource ist, unabhängig von reinen Ideologien, etwas höchst faszinierendes. Wahnsinn, daß der größte Konkurrent von Microsoft ausgerechnet eine riesige Schar Hobbyprogrammierer ist, die ihr Produkt noch nicht mal verkaufen. Wann propagiert Microsoft eigentlich ein Gesetz, nach dem das Programmieren nur noch als festangestellter Programmierer erlaubt ist?
...

Was du "Vielfalt" nennst, nennen 95% aller PC-Besitzer einfach "Chaos". Und solange die Handbücher der Open Source Betriebssysteme noch mehr als 10 Seiten brauchen, um zu erklären, wie man ein Programm installiert, solange wird Microsoft auch kein Gesetz brauchen, das ihm seine Marktanteile sichert. Das vielbeschworene "Microsoft-Monopol" wurde von Microsofts Konkurrenten -- also zum großen Teil auch von besagten Hobbyprogrammieren -- geschaffen!
 
Nun, wer heute einfach eine Unix-Umgebung installieren möchte, kann ja einfach sowas wie SuSE u.ä. nehmen. Hübsch mit KDE und konfiguriert mit YaST hat man selbst als wenig informierter User im Nu sein System laufen, ohne großartig Anleitungen studieren zu müssen. Im Vergleich zur Installation von Programmen unter Windows, ist die Installation bei Standart-*Unix-Systemen doch kinderleicht (ein Befehl, oder einmal klicken, je nach Paket-Verwaltung). *Unix, speziell Linux, KANN irre komplex sein, wenn man sich mit den Details beschäftigt. Aber spätestens mit Einführung von KDE kann die Nutzung eines Unix-System irre trivial sein.
Ich glaube nicht, daß *Unix in absehbarer Zeit marktbeherrschend sein wird. Aber immerhin haben es "Hobbyprogrammierer" (stark vereinfacht...) geschafft, gerade im berühmten Server-Bereich mehr als nur einen Achtungserfolg zu erzielen, sondern als einzig echte Konkurrenz mitzumischen.

Ich denke: lange Installationsanleitungen und ähnliches brauchen unerläßlicherweise nur diejenigen, die sich mit heftigen, klassischen Unix-Tools auseinandersetzen und vor allem auf der Konsole arbeiten. Und natürlich alle, die wirklich viel über ihr System wissen wollen.
Pluralität eben - es gibt mittlerweile zum Glück auch Anwendungen, die mit einer breiteren Masse kompatibel sind.
 
Jeff schrieb:
Nun, wer heute einfach eine Unix-Umgebung installieren möchte, kann ja einfach sowas wie SuSE u.ä. nehmen. Hübsch mit KDE und konfiguriert mit YaST hat man selbst als wenig informierter User im Nu sein System laufen, ohne großartig Anleitungen studieren zu müssen. Im Vergleich zur Installation von Programmen unter Windows, ist die Installation bei Standart-*Unix-Systemen doch kinderleicht (ein Befehl, oder einmal klicken, je nach Paket-Verwaltung). *Unix, speziell Linux, KANN irre komplex sein, wenn man sich mit den Details beschäftigt. Aber spätestens mit Einführung von KDE kann die Nutzung eines Unix-System irre trivial sein.
Ich glaube nicht, daß *Unix in absehbarer Zeit marktbeherrschend sein wird. Aber immerhin haben es "Hobbyprogrammierer" (stark vereinfacht...) geschafft, gerade im berühmten Server-Bereich mehr als nur einen Achtungserfolg zu erzielen, sondern als einzig echte Konkurrenz mitzumischen.

Gerade SuSE kann einen, mit der vorgegaukelten Einfachheit, in den Wahnsinn treiben. Habe ich erst bei der Installation von 9.2 und YaST erfahren müssen. Da blickt ein Anwender nicht mehr durch.
Aber auch unter Windows geht die Installation nicht immer einfach und der normale User scheitert auch hier.

Da finde ich MacOSX am besten. Installation durch ziehen eines Icons in den Applicationsfolder. Löschen durch ziehen der Applikation in den Papierkorb. Einfacher geht es zur Zeit mit keinem anderen OS.
 
Mir ging es ähnlich, ich hab mit SuSE angefangen. Die Installation war einfacher als ein Windows Betriebsystem, nach 4 Klicks und 2 Kaffee hatte man ein Knallbuntes OS ohne zu wissen was das eigentlich ist...die ersten Probleme traten natürlich auf als ich einen DivX Film schauen wollte. Also Back to Windows. Irgendwann erforderte es die Arbeit mich nochmal Netzwerktechnisch damit auseinander zu setzen, sprich Samba und 1x ein reines SuSE Netzwerk. Für mich war es ein Grauen. Doch man gibt ja nicht auf und so wuchs das Interesse an Linux stetig, doch der "wow" Effekt kam nie.
Dann kam BSD. Ich hatte schon immer sehr viel davon gehört, jedoch es nicht weiter beachtet, da ich noch nicht einmal Linux im Griff hatte. Egal dachte ich, jetzt gehts ab...
Heute hab ich einen Server mit Samba, Apache / PHP / MySQL, FTP der einwandfrei vor sich hersurrt....Außerdem benutze ich inzwischen immer häufiger BSD grafisch auf meinem normalen PC, da hat man auch alles.
Besonders die 1a Dokumentationen, das Wiki (top) und dieses Forum (meistens nur durch das Suchen und lesen) haben mir bis dahin geholfen. Danke.
Under "wow" Effekt ? Der kam unter anderem als ein DivX FIlm plötzlich lief... ;)

Und es geht weiter...

Mauri
 
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