Asterisk Hardware und DSL Modem

peterle

Forenkasper
Zwei Fragen:

1. Asterisk wird von Sangoma unterstützt, aber welche Hardware brauche ich, um eine eigene VoIP Telefonanlage daraus zu basteln, bei der wir 8 Nummern eingehend haben und 20 Apparate dazu.
Wichtig ist noch eine Supervisionsmöglichkeit durch Zuschaltbares Mithören auf bestimmten Leitungen/Gesprächen.

2. DSL läuft wie bei den meisten Menschen über FRITZ!Boxen. Gibt es auch dazu eine elegante Variante in OpenSource?
 
Blöde Frage ... aber wozu die Sangoma Karten?

Und was für Telefone (Und braucht man im Jahr 2024 überhaupt noch feste telefone?)

Villeicht magst du dein Vorhaben etwas mehr beschreiben?

Theoretisch reicht ein SIP-Provider im Internet, eine Internetleitung, ein 08/15 Server auf dem Asterisk läuft und ein Soft-Client auf den Endgeräten der User.
Oder wenns unbedingt Hardphones sein sollen ein zu Asterisk passendes hard-voip-phone.

2. DSL läuft wie bei den meisten Menschen über FRITZ!Boxen. Gibt es auch dazu eine elegante Variante in OpenSource?

Wir hatten hier glaub ich gerade ne Thread dazu:


Glaube Draytek ist weiterhin sehr beliebt.

Lt. Internet kann man mit etwas gebastel mit der Fritzbox GUI die aber auch noch immer als reines Modem konfigurieren und die PPPoe Einwahl.

Dahinter dann einen Router der eigenen wahl - ich würde natürlicher immer ein OpenBSD empfehlen :)
 
Diese befreundete Firma braucht Mobilgeräte und Tischtelefone und zwei separate Nummernkreise bei der Telekom. Das ist einfach so. Nur die alte Telefonanlage macht mehr Probleme als Nutzen und der Preis einer neuen ist nicht dringend im Budget.

Der erste Gedanke war alles über die Fritzboxen und Dect laufen zu lassen. Dann habe ich aber das Problem, daß ich das Mithören/Supervision nicht so ohne weiteres oder gar nicht realisieren kann und gar nicht, geht an der Stelle nicht.

Also bin ich erst über IP Telefone von Fanvil gestolpert, die meinem Verständnis nach eine Mini-PBX bereitstellen könnten, das kann der Support dort aber nicht bestätigen. Was am Telefon oder am Support liegen könnte, daß das verneint wird.

Dann habe ich RaspPBX gefunden und bin jetzt über FusionPBX gestolpert.

Wenn ich das richtig verstehe, dann kann ich damit mit kleinem Geld auf einem PI eine VoIP Telefonanlage basteln, mit der ich meine Wünsche realisieren kann?

Nur muß ich die Telefonnummern dann entweder aus dem Netz direkt bei der Telekom fischen oder die Kreise auf zwei Fritzboxen verteilen und dort über IP-Telefone abgreifen.
Dabei stellte sich dann die Frage, ob das auch alles ohne Fritzbox geht?

Vom Aufbau her ist der Gedanke eines Loadbalancers, der die beiden Internetleitungen verknüpft, einer DMZ mit der PBX und einem Server und dahinter noch eine Firewall/Router mit dem ganzen Rest.
 
Die Firma hat wahrscheinlich zwei Rufnummernblöcke bei der Telekom seit Urzeiten und die will man nicht verlieren, klar. Blöcke kann man genau so transferieren wie eine Einzelrufnummer beim Handy, allerdings willst/brauchst du dafür einen (SIP-)Anbieter und Vertrag, der sog. trunking (stell' dir das zunächst mal als VLAN mit Login zum neuen Provider für jede einzelne Nummer vor) unterstützt.

Der Vertrag bei der Telekom wird dann plattgemacht und alle 200 Nummern der Blöcke 069-112233(0-99) sowie 069-112244(0-99) wären dann beim neuen Anbieter geschaltet. Dh. hängt von dir noch nichts dran, prallt ein Anruf von extern beim neuen Anbieter an, aber als gerade nicht erreichbar oder sowas.

Die alte Anlage reißt man noch nicht aus den Angeln, es sei denn es ist ISDN-only und von vorgestern aka nichts Verwertbares dabei, das man noch nutzen könnte. Es gibt auch fertige "Anlagen", die sind einfach ein Server mit asterisk, den man EdeltonPBX benannt für teuer Geld verkauft hat.

Also bin ich erst über IP Telefone von Fanvil gestolpert, die meinem Verständnis nach eine Mini-PBX bereitstellen könnten, das kann der Support dort aber nicht bestätigen. Was am Telefon oder am Support liegen könnte, daß das verneint wird.

Dann habe ich RaspPBX gefunden und bin jetzt über FusionPBX gestolpert.
Du kannst davon ausgehen, dass alles mit -PBX einen asterisk unterm Arsch hat. ;)

Wenn ich das richtig verstehe, dann kann ich damit mit kleinem Geld auf einem PI eine VoIP Telefonanlage basteln, mit der ich meine Wünsche realisieren kann?
Ja. Je nach codec/Qualitätswunsch und wenn man nicht umkodieren muss/braucht/will, keine nennenswerten Ansprüche an die Hardware. Plane pro Gespräch 20kb/s auf allen Komponenten auf dem ganzen Weg ein (SIP muss höchste Priorität haben, traffic shaping rate ich dringlichst!). Das deckt ISDN-Qualität ab mit etwas Luft, mit Bandbreite satt oder anderen codecs gehts besser

Sipgate und andere bieten auch die Telefonanlage in der Cloud, da müsst ihr euch um nichts kümmern und lokal außer SIP-Telefonen nichts betreiben. Preislich wieder ne andere Frage (Das bemisst sich neben dem Sonderzeug und je Minute hauptsächlich nach gleichzeitig eingehenden Gesprächs"vlans" (die sie dir erlauben, künstliche Verknappung))
Damit wirst du wahrscheinlich aber nicht die Channels abhören können.

Dabei stellte sich dann die Frage, ob das auch alles ohne Fritzbox geht?
Ja, klar.
Vereinfacht gesagt, setzt du in dein Netz diesen asterisk. Der verbindet nach außen für raus- und reingehend zum Provider. Von innen verbindest du zum asterisk SIP-Telefone (das kann ein softphone sein, ein Androidhandy als DECT-Ersatz oder ein klassisches Tischtelefon). Auf dem asterisk setzt du dann wie bei einem Router die Regeln, ABER wenn man das noch nie gemacht hat, ist nur ein Telefon und eine Rufnummer aber schon eine Herausforderung. Andererseits sind dann weitere Telefone oder Nummern ein Klacks, wenn man alles hingebogen hat.
Du wirst am Anfang mit Problemen kämpfen, die du nicht für möglich gehalten hättest (Klassiker: asterisk ist nach reconnect/IP-Wechsel nicht mehr beim Provider angemeldet, Anrufer kommen nicht durch und keiner merkt was davon)
Der dialplan muss wasserdicht sein, man darf nicht von außen Steuercodes ausführen können etc....könnte sonst teuer bis Totalschaden werden.

Grober Anriss:

Und die dicke Keule:
 
Aus eigener Erfahrung: Lehne dankend ab, es ist ein Jammertal voller Tränen in das du gerade aufbrichst.

Bei uns hat die (Ö)Telekom die Festnetznummern auf die Handynummern gemapped und Makeln/Konferenz ist ja auch alles mit Android/iOS möglich. Auch Rufumleitung funktioniert (muss der Provider unterstützen).
 
Alte Telefonanlagen für den Deutschen Markt hatten die Funktion "mithören" nicht eingebaut, da die Hersteller sorgen hatten mit haftbar gemacht zu werden, das Thema ist rechtlich nicht ganz leicht, nur als Info, du weißt da ja bestimmt bescheid:

 
Klassiker: asterisk ist nach reconnect/IP-Wechsel nicht mehr beim Provider angemeldet, Anrufer kommen nicht durch und keiner merkt was davon)
Danke für den intensiven Eindruck, was ist der Grund für dieses Problem?

Ich kenne das von einer Octopus, die eine sehr empfindsame Dame ist, was den Connect zum Provider angeht. Irgendwann sendet sie einfach nur Murks zum Login oder wird da aus anderen Gründen einfach abgelehnt. Läuft aber über eine feste IP raus.
Nach einem Reboot geht es dann wieder.
 
Zuletzt bearbeitet:
Alte Telefonanlagen für den Deutschen Markt hatten die Funktion "mithören" nicht eingebaut, da die Hersteller sorgen hatten mit haftbar gemacht zu werden, das Thema ist rechtlich nicht ganz leicht, nur als Info, du weißt da ja bestimmt bescheid:

Die rechtliche Situation kann ich rauf- und runterbeten.
 
Aus eigener Erfahrung: Lehne dankend ab, es ist ein Jammertal voller Tränen in das du gerade aufbrichst.

Bei uns hat die (Ö)Telekom die Festnetznummern auf die Handynummern gemapped und Makeln/Konferenz ist ja auch alles mit Android/iOS möglich. Auch Rufumleitung funktioniert (muss der Provider unterstützen).

Ich verstehe sehr sehr gut, was Du meinst. Ich habe mich jetzt einige Jahre mit einer alten Octopus und der Expertise der Telekom rumgeschlagen.
 
Danke für den intensiven Eindruck, was ist der Grund für dieses Problem?
Es gibt leider zuviele Fallstricke im Protokoll, falsche IP an falscher Stelle, falsch umgeschrieben (NAT), zu wenig freie Ports, die falschen freien Ports, timeout dem Provider nicht genehm, keep-alive zu kurz/zu lang. Neben dem dialplan ist das SIP-Protokoll der am wichigsten exakt zu studierende Punkt bei der Geschichte. Jede Anleitung im Netz ist gefühlt anders. Wenn du suchst, halte dich an Anleitungen für das neuere PJSIP, meide das Modul SIP bei trunks, das ist etwas flexibler. Das allein verwirrt schon, ist aber das gleiche Protokoll.

Andere wiederum umfahren die meisten Probleme mittels sipproxy.

Ich würde empfehlen, du besorgst dir irgendwo zunächst einen SIP-Account(Singlenummer, kein trunk) für kleines Geld und ein gebrauchtes SIP-Telefon zum ausgiebigen Durchtesten in einer VM.

Ein sehr guter Rat ist auch ein Account auf https://www.ip-phone-forum.de/forums/ , die behandeln die häufigsten Probleme gefühlt täglich.
Das ist wie hier, nur mit TelefonBSD. :D
 
Ja, es wird ungemein einfacher, wenn man dem asterisk eine eigene, feste IP mitteilt, die er dann korrekt in die Pakete packen kann für die Provider.

Mit dynamischer IP ist das so ne Sache.
 
Ich finde diese IP Probleme ausgesprochen interessant, weil sie ziemlich genau das wiederspiegeln, woran die Octopus leidet. Sie steht hinter einer Fritzbox und schafft es frei flottierend nicht mehr sich mit dem Nummernblock zu verbinden. Das Logfile spuckt dann nur noch Loginfehler aus. Einziger Ausweg ist ein Reset, der dafür sorgt, daß der Lgin auf wundersame Weise wieder funktioniert.
Die steht hinter einer Fritzbox, die eine feste IP hat und ist priorisiert, kriegt aber nicht den vollen Traffic von außen vor die Füße geschmissen, weil sonst ein anderer Rechner nicht mehr aus dem Netz erreichbar ist.
Vielleicht sollte ich das mal testen und eine Fritzbox mit fester IP nur für die Octopus abstellen.
 
Es sollte ein Reset der States auf/von Port 5060 der Fritzbox die Octopus sofort wieder 'on' bringen oder einfach die Fritzbox resetten, weil man nicht soviel Kontrolle hat wie bei einer pfsense/opnsense.
Im Prinzip beginnt so oder so damit der reg-timeout bei Provider.
 
Ich habe einige Asterisk auf freeBSD hinter einer opnsense laufen und das funktioniert sehr gut.

Bezüglich Performance kann ich sagen, das eine apu2 bei rund 180 parallelen Gesprächen an den Anschlag kommt. Habe öfters mal einen Stresstest durchgeführt und war sehr erstaunt.

Ich kann dir gerne helfen bei der Konfiguration.

Lg Manu
 
Das ist doch mal ein Angebot. Danke!

Aktuell drösel ich mich anhand der Ursachen, die ich für Verbidnungsabbrüche hier jetzt lernen konnte durch unser Setup und schaue mal, was passiert. Mir ist aufgefallen, daß ich entweder die Workstations alle auf Wireless umstellen müßte oder die ISDN gegen eine Cat Verkabelung tauschen müßte, was der deutlich größere Aufwand wäre.
 
Hallo Roema
Möchte auch ein asterisk auf FreeBSD
Zaubern .Lohnt sich da eigene Hardware Zuhause oder lieber einen kleinen Server im Netz.
Gruss

Wincom
 
Hängt vermutlich davon ab, was man will und hat. Wenn schon einer im Netz hängt und Platz und Zeit hat … ansonsten würde ich persönlich lieber einen Zwerg zuhause in irgendeine Ecke packen.
 
Peterle hast du dein asterisk schon unter FreeBSD am Laufen .Kann man auf opnsense auch noch den asterisk nuddeln

Gruss wincom
 
Kann man auf opnsense auch noch den asterisk nuddeln
Eine $sense ist eine sicherheitsrelevante Barriere, sowas gehört getrennt. Entweder auf zwei Maschinen oder mal zumindest auf/in zwei VMs verteilt, wenn es denn unbedingt auf einer Maschine laufen muss.
Alleine schon die Konfiguration wäre Horror, wenn man z.B. mit dem asterisk was verdudelt und dann das ganze Netz lahmgelegt ist.
Das aber nur als hartes Anraten, man kann natürlich beides zusammenpappen, wenn man sich gerne auspeitschen will. ;)
 
Hast du sowas schon am laufen .ich meine eine sence. Kennen mich mit der Konfiguration noch nicht gut aus . Wegen Portfreigaben etc und VPN etc .Jetzt noch Fritzbox 7490. Möchte aber auf BSD.
 
Peterle hast du dein asterisk schon unter FreeBSD am Laufen .Kann man auf opnsense auch noch den asterisk nuddeln

Gruss wincom
Nein, aber es scheint mit den Hinweisen zu typischen Verbindungsproblemen vom Asteriks mir gelungen zu sein die alte Octopus wieder sicher laufen zu lassen.
Entgegen diversen Telekom- und EDV Experten eines Weltunternehmens, was mich reichlich belustigt.
 
Hallo Roema
Möchte auch ein asterisk auf FreeBSD
Zaubern .Lohnt sich da eigene Hardware Zuhause oder lieber einen kleinen Server im Netz.
Gruss

Wincom
Hallo Wincom!

Ich habe alle meine Asterisken auf eigener Hardware laufen. Hab dafür ein Nanobsd Image das ich aktuell halte für die Apu boards.

Mache davon laufen fast 10 Jahre ohne grössere Probleme. Das updaten funktioniert auch ganz gut.

Du kannst irgendeine Hardware nehmen, kann ein Mini Computer von Aliexpress sein um 80 Dollar... Hab meine Images auch Uefi tauglich gemacht für solche Fälle.

Kann ich dir gerne zur Verfügung stellen.
 
Zurück
Oben